Autor Thema: Histopathologie-pigmentierte Hauttumore  (Gelesen 324 mal)

ammererlutz

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Histopathologie-pigmentierte Hauttumore
« am: November 07, 2019, 20:42:31 Nachmittag »
Eine der auch für Spezialisten schwierigsten mikroskopischen Diagnosen können die frühen Stadien von Melanomen sein.
In den folgenden Fäden werde ich die abgebildeten 4 pigmentierten Hautveränderungen näher vorstellen.

Nochmals zur Wiederholung ( die still mitlesenden Pathologen mögen dies gerne ergänzen) :
die hier angeführten Diagnosen sind immer vom pathologischen Institut abgesichert, aber leider ist die histopathologische Diagnostik nicht immer so eindeutig und klar, wie man es sich vorstellt, entnahmebedingt besonders bei Gewebsproben.

So wurde z.B. eine recht repräsentative Gewebsprobe, die ich vor ca 3 Jahren aus der Mitte einer mir verdächtig aussehenden kleinen Hautgeschwulst entnahm , vom institutsleitenden Pathologen ( den ich sehr schätze und mit dem ich eine private Freundschaft pflege) mikroskopisch als Fibrom befundet ( eine gutartige und völlig harmlose Neubildung des Bindegewebes) („dermiskollagene Fasern mit schütteren lymphohistiozytären Infiltraten , keine Atypien, keine atypischen Mitosen „)
Nach 2 Jahren kam derselbe Patient wieder und zeigte mir die „harmlose“ Hautveränderung, da sie nachgewachsen wäre und ihn „störte“: leider war daraus eine 5 cm große, blumenkohlartige Wucherung geworden , die bereits mit freiem Auge als mit höchster Wahrscheinlichkeit bösartig einzustufen war. Der Tumor wurde am Klinikum entfernt, das Institut für Pathologie stellte nun die konträre histopathologische Diagnose: kutanes Leiomyosarkom ( ein Krebs des Muskelgewebes der Haut) .
Ich kontaktierte den erstbefundenden Pathologen wegen der gravierenden und folgenschweren Diskrepanz der Diagnosen, er befundete die alten Präparate der Gewebsprobe mikroskopisch  nochmals und meinte, auch in Kenntnis der nun bekannten anders lautenden Diagnose seien in der Probe eben keine Kriterien eines Sarkoms erkennbar und der damalige Befund sei nicht zu revidieren, obwohl ein Fibrom wohl kaum zu einem Leiomyosarkom entarten kann, ein Problem bei Gewebsproben eben.
 
Im nächsten Faden kommt als Einleitung für alle nicht-Mediziner eine kurze Vorstellung des histologischen Aufbaus der normalen menschlichen Haut, da die danach folgenden vier Fälle ansonsten schwer verständlich wären.

Bild 1 Dermatoskopische Ansicht
Bild 2 Anschnitt auflichtmikroskopisch betrachtet
Bild 3 zwei der abgebildeten Veränderungen ohne optische Hilfsmittel

die Auflösung folgt in den kommenden Fäden
« Letzte Änderung: November 07, 2019, 20:55:08 Nachmittag von ammererlutz »
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

"Mikroskope und Fernrohre verwirren eigentlich den reinen Menschensinn" ( Goethe)

jako_66

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Re: Histopathologie-pigmentierte Hauttumore
« Antwort #1 am: November 07, 2019, 21:58:45 Nachmittag »
Hallo Lutz,

Danke für den Beitrag, spannend! Probe 4 sieht nicht gut aus.

Viele Grüße

Sven

Wutsdorff Peter

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Re: Histopathologie-pigmentierte Hauttumore
« Antwort #2 am: November 08, 2019, 08:48:46 Vormittag »
Hallo Lutz,
könntest Du bitte einen mm-Maßstab wieder einblenden?
Diese Geschichte könnte einen das Fürchten lehren
Danke

treinisch

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Re: Histopathologie-pigmentierte Hauttumore
« Antwort #3 am: November 08, 2019, 09:21:52 Vormittag »
Hallo,

wie immer: like!

vlg
 Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

ammererlutz

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Re: Histopathologie-pigmentierte Hauttumore
« Antwort #4 am: November 08, 2019, 09:48:18 Vormittag »
Hallo Lutz,
könntest Du bitte einen mm-Maßstab wieder einblenden?

mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

"Mikroskope und Fernrohre verwirren eigentlich den reinen Menschensinn" ( Goethe)

ImperatorRex

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Re: Histopathologie-pigmentierte Hauttumore
« Antwort #5 am: November 08, 2019, 18:32:08 Nachmittag »
Lieber Lutz,
bin schon gespannt auf die Fortsetzung. Auch dieser Beitrag ist wieder top interessant.
viele Grüße
Jochen