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Bryoparasit

Begonnen von Heiko, November 22, 2019, 23:28:47 NACHMITTAGS

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Heiko

Liebe Pilzchen-Freunde,

bryoparasitische Pilze sind so selten ja nicht – wenn man danach schaut. In diesem Fall gefunden auf einem ,,Allerweltsmoos" von einem Ziegeldach, das der letzte Regenguss über die bereits verstopfte Dachrinne – nein, es handelt sich nicht um mein, sondern um das ,,Chalet" des Nachbarn – auf die Straße beförderte.
Das Moos, eventuell Phascum cuspidatum? Und auch bezüglich der Lamprospora-Art bin ich nicht sicher, miniata vermute ich.
Das Ornament der 15µm messenden Sporen fällt bereits ohne Färbung auf, wird im Baumwollblau und bedingt auch in Iodlösung dekorativ:


Apothecium mikro-makroskopisch mit dem 8er gestapelt


8sporiger Ascus


gefärbt mit Baumwollblau


in Iodlösung


Konnektiv, Hyphen blau


Appressorium


Wirtsmoos

Viele Grüße,
Heiko

Peter Reil

Hallo Heiko,

schön gemacht! Ein prima Beispiel um zu zeigen, wie sinnvoll der Einsatz von Baumwollblau sein kann.

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Heiko


beamish

Selten so eine schöne Doku gesehen, besonders was die parasitierenden Hyphen angeht!

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

A. Büschlen

Hallo Heiko,

zu zeigst einmal mehr, dass auch die kleinen "Krümmel" auf der Strasse interessantes für die Mikroskopie hergeben!
Sehe ich richtig, dass einzelne "Schläuche" aus dem Fruchtkörper lugen?
Konntest du einzelne Fruchtkörper absporen lassen?

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Heiko

Liebe Pilzfreunde,

danke Euch für die freundlichen Worte.
Ja Arnold, es lugen die Schläuche – Vollreife, und ,,Fremdhyphen" nebst Konidien sind auch schon da – eine Aufnahme mit dem Auflichtmikroskop:



Der schlauchbefreite Blick auf eine Spore zeigt die Verschiedenmaschigkeit des Ornaments:



Viele Grüße,
Heiko

Reinhard

Hallo Heiko,

ich weiß als Bio-Banause (ohne Nachschlagen  :-[) nicht, wovon die Rede ist; aber es sind Dir wieder sehr
schöne Aufnahmen gelungen.

Viele Grüße
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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www.mikrochemie.net

A. Büschlen

Hallo Reinhard,

von Ascomyceten die als Parasiten auf Laub- und Lebermoosen wachsen. Dazu hier mehr: https://herzogia.blam-bl.de/images/Herzogia_22/Downloads/H22-Eckstein.pdf

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Klaus Herrmann

Lieber Heiko,

also jetzt muss ich doch noch was dazu senfen: Die Bilder 3 und 5 sind ein Gedicht!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Heiko

Freut mich ungemein, lieber Klaus.
Gruß, Heiko

Heiko

Liebe Freunde kleiner Pilze,

es gibt eine Wendung in Sachen Lamprospora. Ein Spezialist verweist auf Lamprospora tortulae-ruralis auf Tortula (Syntrichia) ruralis agg.: http://www.octospora.de/Ltortulaeruralis.htm

Und gleich noch ein weiterer Kandidat, Octospora axillaris auf Phascum cuspidatum:









Viele Grüße,
Heiko

Günter

Lieber Heiko,

auch ich kann dem Inhalt der tollen Bilder nicht überall ganz folgen, bin aber daran sehr interessiert.
Wenn du mir auf die Sprünge helfen könntest, was man im Bild "Konnektiv, Hyphen blau" in deinem Startbeitrag erkennt, würde ich mich freuen.
Die in BW-Blau gefärbten Hyphen der  Lamprospora-Art sind klar, aber was sind die (durch Jod ?) gelben dickeren Segmente. Teile vom Moos (welche ?), an dem sich auch die Appressorien der Lamprospora spec. im folgenden Bild anheften ?

Danke für Aufklärung und den schönen Beitrag.
Gruß
Günter
über mich   
Folge denen, die die Wahrheit suchen.
zweifle an denen, die sie gefunden haben.

Heiko

Lieber Günter,

verwirrend kann sein, dass die mit Iod-Lösung gefärbten Schläuche des Pilzes (zwecks Darstellung des Sporenornaments) den (nicht angefärbten) Rhizoid-Zellen des Mooses ähneln. Habe ein Foto einmal beschriftet:



Viele Grüße,
Heiko

Günter

Danke Heiko

für die Erläuterungen mit Bild.
Also sind die Pilzhyphen gar nicht, wie ich zuerst vermutete, im Blatt des Moses zu finden, sondern im Rhizoid.
Früher hatte ich mal Moosblättchen unterm Mikroskop, bzw. hier im Forum Bilder gesehen, und da fielen z.T.  tote Zellbereiche im Blatt auf, deren Ursache als Pilzbefall gedeutet wurden.
(zB hier https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1113.0 oder hier https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10968.0)

Gruß
Günter
über mich   
Folge denen, die die Wahrheit suchen.
zweifle an denen, die sie gefunden haben.

Heiko

Hallo Günter,

danke für den Hinweis und die Links, denen ich einen weiteren hinzufügen möchte:
https://www.dgfm-ev.de/publikationen/artikelarchiv/untersuchungen-zur-interaktion-von-leptoglossum-retirugum-tricholomataceae-basidiomycetes-mit-brachythecium-rutabulum-brachytheciaceae-musci/download
Arrhenia retiruga (Leptoglossum retirugum) hatte ich heute erst gesehen, ist gerade nicht selten, da könnte man ja einmal einen ,,scharfen Blick" riskieren.

Viele Grüße,
Heiko