Autor Thema: Vierfachfärbung nach Johannsen  (Gelesen 416 mal)

Fahrenheit

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Vierfachfärbung nach Johannsen
« am: November 29, 2019, 14:26:57 Nachmittag »
Liebe Pflanzenschnippler,

in seinem Beitrag zur Berg-Hemlocktanne (Tsuga mertensiana) hat Hans-Jürgen die Vierfachfärbung nach Johannsen vorgestellt.
Seinerzeit war ich mit dem verotteten und verpilzten Blattstiel der Großen Klette (Arctium lappa) beschäftigt und die recht komplexe Färbung soll auch Pilzhypen sichbar machen in dem sie sie farblich schön hervorhebt.

Auf dem Dörnberg hat mir Hans-Jürgen dann freundlicherweise die benötigten Färbelösungen mitgebracht und die Tage hatte ich erstmals Gelegenheit, die Färbung am Blattstiel des Efeus (Hedera helix) auszuprobieren. Der ist - hier leider - frisch, also auch pilzfrei aber ich konnte schon mal ein Gefühl für die Färbung entwickeln, die auf der Webseite von Armin Eisner unter Methoden gut dokumentiert ist. 
Im kommenden Frühjahr werde ich mich dann hier mit Bildern vom Blattstiel der Klette zurück melden, der bis dahin hoffentlich ordentlich Pilz angesetzt hat. :)

Nun aber die Ergebnisse vom Blattstiel des Efeus:

Bild 1: Der Querschnitt in der Übersicht


Bild 2: Teil eines Leitbündels


Bild 3: Ein Nebenleitbündel


Bild 4: Und das Rindenparenchym mit Epidermis und Cuticula


Die Gewebe des Blattstiels zeigen die gleiche Färbungsausprägung wie seinerzeit Spross und Blatt der Berg-Hemlocktanne, man darf also davon aus gehen, dass dei Färbung gelungen ist.

Nochmals vielen Dank an Hans-Jürgen für die Chemie und wenn noch jemand Erfahrungen mit der Vioefachfärbung nach Johannsen hat und hier Bilder zeigen möchte, würde ich mich sehr freuen.

Herzliche Grüße
Jörg
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Hans-Jürgen Koch

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Re: Vierfachfärbung nach Johannsen
« Antwort #1 am: Dezember 02, 2019, 14:45:21 Nachmittag »
Lieber Jörg,

es freut mich, dass du die Vierfachfärbung nach Johannsen getestet hast.
Die Herstellung der Färbung ist aufwendig, es werden 13 verschiedene Chemikalien verarbeitet und die Färbezeit dauert sehr lange; das Ergebnis ist super.
Wir warten auf das kommende Frühjahr und die Pilze.

Gruß
Hans-Jürgen
Rück die Dinge ins richtige Licht und sie werden leuchten.

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Gerne per "Du"

Fahrenheit

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Re: Vierfachfärbung nach Johannsen
« Antwort #2 am: Dezember 03, 2019, 12:51:02 Nachmittag »
Lieber Hans-Jürgen,

danke für Dein Lob! Nicht nur die Herstellung, auch die Anwendung der Färbung ist im Uhrglas an frei schwimmenden Schnitten sehr aufwendig und braucht teils vile mehr Chemie als gedacht.

Ich bin wie Du auf die Pilzhyphen gespannt! Ende Januar oder Anfang Februar werde ich den Thread wieder aufwecken. :)

Herzliche Grüße
Jörg
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Klaus Henkel

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Re: Vierfachfärbung nach Johannsen
« Antwort #3 am: Dezember 03, 2019, 23:46:42 Nachmittag »
Liebe Pflanzenschnippler,

Hier sieht man eine angewandte Vierfachfärbung nach Johansen:

Es ist der fotografische Ausschnitt aus einem Berberitzenblatt mit mind. 8 Sporenbehältern in Reihe nebeneinander, davon sieht man im Bild nur einen.

http://www.klaus-henkel.de/weizrost.html

Der große Vorteil der 4x Johansen ist, daß der gesamte Fäbungsverlauf sehr einfach zu beherrschen ist, weil die Verweildauer des Präparats in den einzelnen Bädern sehr kurz ist und nirgends differenziert wird!

Die feinen roten Pünktchen im Präp., außerhalb des Sporenbehälters sind quer angeschnittene Pilzhyphen.

Gruß
KH

Fahrenheit

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Re: Vierfachfärbung nach Johannsen
« Antwort #4 am: Dezember 04, 2019, 08:14:31 Vormittag »
Lieber Herr Henkel,

schön, dass es im Forum noch jemanden mit Erfahrung bezüglich der Johannsen Färbung gibt. Haben Sie das Foto ggf. noch in höherer Auflösung? Leider ist es etwas klein, um die Nuancen der Färbung zu erkennen.

Überhaupt bin ich etwas unsicher, wenn ich die bisher zugänglichen Ergebnisse mit der Beschreibung bei http://www.aeisner.de/ (unter Methoden) vergleiche. Dort heist es:

Ergebnis :
Chromosomen verholzte und verkorkte Zellwände rot, Nucleoli rot bis violett, Chromatin in Prophasen purpur, Nucleoplasma grünlich bis farblos, Sklereiden leuchtend rot, Plastiden gelbgrün bis grün, Stärkekörner tiefrotes Zentrum mit grüner oder oranger Schale, Spindelfasern purpurrot, Mittellamellen grün, Pilzmycel lichtgrün, Cytoplasma orange, verholzte Zellwände rot, unverholzte Zellwände grünlich-orange, kutinisierte Zellwände rötlich purpurn, Kollenchymzellen grün bis gelbgrün, Endodermis gelb bis orange, Casparysche Streifen dunkelrot

So farbenfroh sind unserer aller drei Bilder ja nicht und die Pilzhyphen sollten lichtgrün ausfallen ...

Ich habe entgegen der Anweisung, die ja von aufgezogenen Schnitten ausgeht, im Uhrglas gefärbt und bei mir schien es so, als ob das Echtgrün und Orange G mehr oder weniger komplett wieder ausgespült wird - was ja auch dem Farbeindruck der Präparate entspricht.

Was denken Sie?

Herzliche Grüße
Jörg
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