Autor Thema: Tubermania  (Gelesen 419 mal)

Heiko

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Tubermania
« am: Dezember 03, 2019, 22:51:58 Nachmittag »

Hallo Trüffel-Freunde,

pünktlich gen Jahresende belästige ich Euch wieder mit der Gattung Tuber. Dies mag am Beschaffungsverhalten der Chefin unseres Familienunternehmens liegen – oder einfach am Angebot des Marktes. Ich weiß es nicht.
Jedenfalls ist es diesmal Trüffel-Salami mit „3g Sommertrüffeln“ nebst „Aromen“. Die drei Gramm respektive Prozent fallen im Anschnitt denn auch prompt auf – natürlich.
Der optische Anschnitt offenbart dann gleich zwei Species:



Und damit sind wir bei der Determination, worin mir die traumwandlerische Sicherheit mehr als fehlt. Immer befürchte ich auch, dass „die Salami“ im Räucherschrank, völlig unbeobachtet, den Tuber-Schläuchen, nun sagen wir „mitspielt“. Quasi Herbar- contra Frischmaterial. Sollte ich vermuten, spekulieren, raten, dann sehen wir hier Tuber himalayense:



Und dies könnte tatsächlich, wie angegeben, Tuber aestivum sein. Da ich Frischmaterial dieser Art kenne … bleiben Restzweifel, die, und das macht die Sache monetär plausibler, in Richtung T. mesentericum weisen:



Wie man sieht – die Wurst ist des Fragens würdig.

Grüße von Heiko

A. Büschlen

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Re: Tubermania
« Antwort #1 am: Dezember 03, 2019, 23:18:57 Nachmittag »
Lieber Heiko, warum belästigend? Deine Threads sind immer wieder bereichernd!
Hat der Anschnitt geschmeckt und woher stammt die Wurst?

Gruss Arnold

Michael L.

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Re: Tubermania
« Antwort #2 am: Dezember 04, 2019, 06:58:24 Vormittag »
Hallo Heiko,

gerne mehr von dem interessanten Thema, überhaupt müsste man mehr Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände Mikroskopie betreiben, ganz im Sinne der Vebraucheraufklärung  :)

Viele Grüße,

Michael

Heiko

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Re: Tubermania
« Antwort #3 am: Dezember 04, 2019, 22:03:34 Nachmittag »
Danke Euch.

Ja Arnold, die „Food-Designer“ haben mit diesem Produkt sicher den Geschmack von Otto Normalverbraucher, und so auch den meinigen, getroffen.
„Pilzig-trüffelig“, hier hauptsächlich olfaktorisch, entspricht der, also meiner, Erwartungshaltung. Mittlerweile hatte ich einige Begegnungen mit frischen Hypogäen, deren Duftnoten durchaus interessant erscheinen – sehr in Abhängigkeit von Reifegrad und Konzentration. Und schon sind wir bei der hohen Kunst des Parfumeurs …
Ob geheim in Zusammensetzung bzw. Herstellung und Dosierung? Zugesetzte Aromen sollen doch sicher reproduzierbare Effekte generieren, was natürliche Ingredienzien im niedrigen Prozentbereich nicht vermögen.
Peter Reil hat es neulich schon einmal ausgeführt: Öl, Salami, Butter – zur Alibi-Trüffelung gesellt sich die Aromatisierung – weil wir das so wollen, zumindest finanziell.

Viele Grüße,
Heiko