Paraffinförmchen von anhaftendem Paraffin befreien

Begonnen von Bob, Januar 04, 2020, 14:56:00 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Bob

Hallo zusammen,
ich übe mich ja gerade im Einbetten in Paraffin. Vieles klappt schon, aber üben heißt auch Fehler machen, und so habe ich einige Einbettförmchen aus Blech, die mit Paraffin (Paraplast plus) verschmiert sind. Ich möchte sie nicht gerne ringsherum mit Xylol abwischen, daher habe ich den Versuch unternommen, sie mit heißem Wasser zu reinigen. Dabei habe ich auch Paraffin entfernt bekommen, die Förmchen sind gefühlt aber nicht viel sauberer als vorher, auch nach dreifachem Wiederholen.  Das entspricht nicht meinen Erwartungen, ich dachte, geschmolzenes Paraffin, geringere Dichte als Wasser, etwas umrühren, und das Zeug ist oben und erstarrt später. Ist aber nicht so.

Habt Ihr da einen Tipp?

Viele Grüße,

Bob

Alf

Hallo Bob,

versuche das anhaftende Paraffin mit einem Aceton oder Ethylacetat feuchten Stück Küchenrolle abzuwischen, funktioniert bei mir gut.

LG,
Alf

Bob

Hallo zusammen,
anbei ein Foto eines Förmchens- System Tissue-Tek. Es hält reichlich Flächen bereit, an die man zum Abwischen kaum herankommt. Hängt dort Paraffin und man erwärmt das Förmchen, läuft es dahin, wo man es garantiert nicht mag. Ich habe die Förmschen jetzt mit heißem Wasser und Motorreiniger, ca. 20:1, sauber bekommen, nachdem ich es zuvor 3x nur mit heißem Wasser versucht habe. Der Reiniger ist aber auch nicht so ohne, und ich hoffe, noch eine weniger Abwasser-lastige Methode zu finden. Ein warmes Isopropanol-Bad würde das Paraffin lösen. Die Frage ist nur, wieviel Paraffin man so entfernen könnte, bis die Reinigungswirkung zu sehr nachlässt.

Viele Grüße,

Bob

beamish

Ich habe keine Ahnung von Paraffineinbettung. Aber warum müssen die Formen so 100% sauber werden? Die Proben kommen mit den Förmchen doch gar nicht in Berührung.

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Bob

Hallo Martin,
paraffin-verschmierte Förmchen sind wie mit Superkleber beschichtet, der abwechselnd fest und flüssig wird, je nach Temperatur.
Das feste Paraffin bleibt nirgends kleben, aber wird es kurz warm und dann wieder kühler, bleibt die Form am Untergrund hängen. Das ist auch mit der Pinzette ein Tänzchen. Angewärmt kann man damit kurz hantieren, dann lagert sich wieder Paraffin an bis es aussieht, als würde man bei Scheetreiben mit der Grillzange rumfuchteln. ::) Außerdem verteilt sich der Schmierkram so langsam überall hin. Die knappen Zeitabläufe erinnern mich sehr ans Schmieden.

Das Studentenmikrotom samt Kiste von Dir habe ich übrigens mittlerweile überholt. Jetzt muss ich mir dafür noch ein schönes Messer machen, und dann probiere ich es auch mal an Paraffinblöckchen aus. Im Vergleich zu meinem Leitz Grundschlittenmikrotom ist das ja eine echt kompakte Alternative.

Viele Grüße,

Bob

beamish

Hallo Bob,
ich nehme an, du hast das Studentenmikrotom von einem anderen Martin.

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

momotaro

#6
Hallo Bob,

https://www.medicalexpo.de/prod/bio-optica-milano/product-98281-640167.html

Bio Molds are reusable products. To guarantee the cleaning, we advise to clean them with xylene or d-limonene, after use, to eliminate all paraffin remnants.

Wahrscheinlich auch mit heißem Isopropanol.

Andere Quelle: Kerzengießen

So der Guß sauber war, d.h. keine Wachsreste an der innenseite der Gießform sind, können Sie die Form so wieder verwenden. Eine Reinigung der Form ist ausschließlich mit heißem Wasser vorzunehmen.
- Achten Sie darauf, dass keine größere Mengen von Wasser/Wachs-Gemisch in den Abfluss gerät. Das Wachs kann schnell erhärten und den Abfluss verstopfen.


LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

Bob

Zitat von: beamish in Januar 04, 2020, 20:59:14 NACHMITTAGS
ich nehme an, du hast das Studentenmikrotom von einem anderen Martin.

so wars,
sorry, ich habe euch da verwechselt.

Viele Grüße,

Bob

Bob

Hallo Helmut,
danke für den Link!
Ich habe die Formen eben gerade wieder verwendet, aber ich suche noch nach einem eleganten Reinigungsverfahren. Auch das Xylol-Bad muss mal wohl öfters erneuern, und ich habe für die Reste gar keine entsprechenden Entsorgungsmöglichkeiten. Das mit dem Abfluss-Verstopfen ist klar, da muss man wirklich aufpassen.

Viele Grüße,

Bob

konsonant

Hallo ,
Es ist zwar Aluminium? aber Abflammen wäre auch noch eine Möglichkeit, bis es abtropft oder dann verdampft, oder verbrennt, bei Aluminium braucht es mindestens Glutfarbe bevor es schmilzt, trotzdem mit Vorsicht ! Danach ist es zumindest schmierfrei zu reinigen, eventuell Ruß. gruß  konsonant
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

momotaro

#10
Hallo Bob,

Scheint ein Problem zu sein!

No kidding:

US7235140B1 - Method for cleaning tissue processing molds - Google Patents

In einem alten Drucktopf kochen?

LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

jako_66

#11
Hallo Bob,

habe die Alternative zum Xylol: Orangenschalenöl heute probiert. Klappt ausgezeichnet. Hinterher mit Aceton nachwischen, dann sollte alles wieder blitz-blank sein. Ein Fläschchen habe ich Dir schon abgefüllt für den 18.1.

Viele Grüße

Sven

momotaro

Hallo Sven,

und wo ist jetzt der Unterschied zwischen Orangenschalenöl und Limonenen. Es muß ja nicht gleich d-limonene sein, aber das weiß der Fachmann.

LG Helmut

,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

jako_66

Hallo Helmut,

ich bitte vielmals um Entschuldigung, nicht alle vorhergehenden Beiträge komplett gelesen zu haben! Hättest Du die Strukturformel gleich erwähnt, wäre mir der Patzer nicht unterlaufen. Bei so viel Fachwelt traut man sich ja beinahe keinen Beitrag mehr zu.

VG

Sven



momotaro

#14
Hallo Sven,

nix für ungut, Entschuldigung! Ich hoffe dass Du meine Entschuldigung annimmst.
Ich will da niemand schulmeistern. Mich interessiert das Thema einfach, siehe Anhang.

LG Helmut


,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)