Autor Thema: Reicht nicht oft ein Smartphone...?  (Gelesen 2561 mal)

Peter V.

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Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« am: Januar 11, 2020, 19:05:57 Nachmittag »
Hallo,

dass die Smartphones mittlerweile recht gut für die Fotografie am Mikroskop geeignet sind, ist wohl bekannt. Manchmal bin ich aber von der Qualität selbst überrascht, vor allem davon, dass ein freihändig über das Okular gehaltenes Smartphone manchmal ab hoc bessere Bilder liefert als eine fest adaptierte Kamera. Offenbar liegt das auch an der gut programmierten Firmware vieler Handykameras. Das bezieht sich natürlich primär auf statische Objekte. Ich würde einmal behaupten: Wer ein recht modernes Smartphone mit guter Kamera besitzt, eine ruhige und etwas geschickte Hand hat und primär statische Objekt mikroskopiert, nicht sticht und stackt, braucht keinen Trinotubus und keine Kamera mehr, auch keinen klobigen Smartphonehalter. Für die (auch gute) Dokumentationsfoto reichen gute Smartphonekameras - freihändig über das Okular platziert - völlig aus.

Die Bilder wurden mit einem Samsung Galaxy S7 am BH2 mit S-Planen aufgeommen. Das erste Bild ist - bis auf eine Verkleinerung für das Forum - völlig unbeabeitet. Das zweite Bild ebenfalls, das dritte Bild ist nach 3 Miniten Bearbeitung aus dem zweiten entstanden.

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Januar 11, 2020, 19:32:33 Nachmittag von Peter V. »
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liftboy

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #1 am: Januar 11, 2020, 19:27:06 Nachmittag »
Hallo erstmal,

wer ein ruhiges Händchen hat (oder eine Halterung) kann damit bessere Fotos machen, als manche  "Mikrokamera"!
Zur Dokumentation allemal ausreichend.

Grüße
Wolfgang

Alex H.

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #2 am: Januar 11, 2020, 19:33:16 Nachmittag »
Hallo Peter,

...auch keinen klobigen Smartphonehalter. Für die (auch gute) Dokumentationsfoto reichen gute Smartphonekameras - freihändig über das Okular platziert - völlig aus.

neuere Handyadapter sind teilweise gar nicht mehr klobig und schon für unter € 15,- erhältlich.

 

Grüße
Alex
Ich befasse mich mit der Botanik, vorrangig mit der Morphologie der Blüten, Samen und Früchte der Spermatophyta und mit Kryptogamen.
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knipser009

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #3 am: Januar 11, 2020, 19:46:08 Nachmittag »
Hallo
Den Sebenhalter habe auch - sehr zu empfehlen
Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"

Lungu

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #4 am: Januar 11, 2020, 19:55:23 Nachmittag »
Hallo Peter ich bin überrascht wie gut die Bilder mit einem guten Mikroskop werden. Ja, das Olympus ist zwar alt, aber mit den S-Planaren ist es immer noch sehr gut. Herzlichen Glückwunsch zum dem Mikroskop.

Grüße Lungu

Erik W.

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #5 am: Januar 11, 2020, 20:01:51 Nachmittag »
Hallo Peter,

bei „normalen“ Kameraadaptionen wird sehr viel Information durch einen kleineren Bildausschnitt verschenkt. Insofern finde ich eine quadratische Aufnahme des runden Sehfeldes besser. Kritiker könnten sicher die informationslose schwarze Fläche auch zu einer gegenteiligen Aussage heranziehen.

Leider gibt es keine Handyapp mit der auf einfache Weise Maßbalken eingefügt werden können. Das ist ein großes Manko. Fehlende Maßbalken sind schlimmer als ein fehlender Weißabgleich.

Viele Grüße,

Erik

beamish

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #6 am: Januar 11, 2020, 20:13:37 Nachmittag »
Hallo Erik,
eigentlich kein Problem: Einfach eine ungezoomte Aufnahme mit Objektmikrometer pro Objektiv machen. Dann ist bekannt, wieviel µm der Pixelbreite des ungezoomten Bildes entsprechen (läßts sich dann z.B. mit ImageJ ausmessen). Dem Einfügen eines Maßstabbalkens steht dann nichts mehr im Wege.
Grüße
Martin
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Erik W.

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #7 am: Januar 11, 2020, 20:30:30 Nachmittag »
Hallo Martin,

wie es ohne App geht ist mir bekannt. Um die Einfachheit des einfach mal so durchs Okular Knipsens beizubehalten sollte eine „komplizierte“ Ebenenzusammenlegung automatisiert geschehen.

Dafür ist mir keine Handyapp bekannt.

VG, Erik

DR

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #8 am: Januar 11, 2020, 20:59:06 Nachmittag »
Hallo,
wer Fotos direkt aus der Kiste will, ok. Wer Bilder zum bearbeiten will .......
Das läßt sich auf allen Gebieten der Fotografie beobachten, siehe Umsatzzahlen der Kamerahersteller. Zum Brötchenholen braucht man eben keinen 30 Tonner mit Gefahrgutzulassung.
VG
Dieter
 

Hugo Halfmann

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #9 am: Januar 11, 2020, 21:39:23 Nachmittag »
Es braucht definitiv nicht immer eine adaptierte DSLR, mir gefällt's so wie es ist:
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Erik W.

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #10 am: Januar 12, 2020, 07:33:42 Vormittag »
Guten Moin Hugo,

das ist jetzt ein Beispiel, was mir persönlich nicht mehr reichen würde.

Viele Grüße

Erik

WinfriedK

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #11 am: Januar 12, 2020, 11:30:22 Vormittag »
Meine Erfahrung:

Ich treibe mich immer im dunklen Boden herum und im trüben Wasser der aufgeschwemmten Erde.
Dabei habe ich weniger mit der Auflösung, Anzahl der Pixel oder der Schärfe ein Problem sondern mit dem Kontrastverhältnis: die hellen Stellen sind zu hell und die dunklen Stellen sind zu dunkel, erst die hochpreisigen Kameras liefern da ein zufriedenstellendes Bild, das man dann auch ggf. sinnvoll nachbearbeiten kann.

Liege ich da richtig in meinem Eindruck?

Winfried

Bob

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #12 am: Januar 12, 2020, 11:52:18 Vormittag »
Hallo Winfried,
gerade die Dynamik ist es, die Kameras mit so kleinen Sensoren oft nicht bieten können. Da ist dann eine richtige Kamera mit großem Sensor und RAW-Fähigkeit im Vorteil. Ich weiß auch nicht, in welchem Umfang Handykameras stacking ermöglichen. Neuere Smartphones bieten teilweise manuelle Fokuseinstellung, so dass man eine Reihe von Bildern aufnehmen kann, während man den Fokus am Mikroskop verstellt, aber ich habe noch nicht getestet, ob das zuverlässig erfolgt. Für vieles andere ist ein praktisch adaptiertes Smartphone sicherlich ausreichend. Für mich ist eine richtige Kamera aber praktisch, weil ich die Speicherkarte schneller im Computer drin als die Bilder vom Handy übertragen habe.

Viele Grüße,

Bob

Lupus

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #13 am: Januar 12, 2020, 13:10:15 Nachmittag »
Hallo,

Zitat
gerade die Dynamik ist es, die Kameras mit so kleinen Sensoren oft nicht bieten können.
mittlerweile kann man sogar HDR-Belichtung u.ä. Kontrasterweiterungsmethoden am Smartphone einstellen. Das reicht für die meisten praktischen Anwendungen.

Zitat
Ich weiß auch nicht, in welchem Umfang Handykameras stacking ermöglichen.
Hier in dem Beitrag sind ein paar einfache praktische Stacking-Beispiele mit dem Smartphone.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33386.msg245651#msg245651

Zitat
Neuere Smartphones bieten teilweise manuelle Fokuseinstellung, so dass man eine Reihe von Bildern aufnehmen kann, während man den Fokus am Mikroskop verstellt
Und hier der Hinweis auf zwei Apps, mit denen man auch bei älteren Smartphones manuell fokussieren kann.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33067.0   

Hubert

Peter V.

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Re: Reicht nicht oft ein Smartphone...?
« Antwort #14 am: Januar 12, 2020, 13:20:25 Nachmittag »
Lieber Erik,

Guten Moin Hugo,

das ist jetzt ein Beispiel, was mir persönlich nicht mehr reichen würde.

Viele Grüße

Erik

die Schwächen des Bildes würde ich aber nicht dem Smartphone anlasten. Ich vermute (aber natürlich kann ich nur vermuten), dass das Präparat stark überfärbt ist. Zudem sind natürlich Übersichtsaufnahmen mit der kleinsten Vergrößerung (2,5 bis 4-fach-Objektive) immer eine Herausforderung, auch hervorragend adaptierte Kameras liefern hier nicht ad hoc bessere Ergebnisse. Ich war selbst überrascht, dass das Überischtsbild bei mir so gut geworden ist.

Herzliche Grüße
Peter
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
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