Autor Thema: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar  (Gelesen 614 mal)

PiusX

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Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« am: Januar 21, 2020, 20:34:04 Nachmittag »
Liebe Forumsmitglieder,

mir liegt ein Exemplar des Handspektroskopes D von Carl Zeiss Jena vor, baugleich zu demjenigen in folgender Abbildung:


Bei meinem Exemplar kann das sich innerhalb des lila Rahmens befindliche Teil in obiger Abbildung durch Anfassen des gerändelten schwarzen Teiles an der linken Kante des lila Rahmens gedreht werden, wodurch sich die Länge der beobachtbaren Spektrallinien ändern läßt. Nun habe ich erwartet, daß das sich innerhalb des hellblauen Rahmens befindliche Teil durch Anfassen des gerändelten silbernen Teiles an der linken Kante des hellblauen Rahmens ebenfalls gedreht werden kann. Zu meiner Überraschung ist dies nicht der Fall. Ist dieses silberne Teil im Normalfall beim Handspektroskop immer fest arretiert?
Des weiteren bin ich auch darüber überrascht, daß bei meinem Exemplar das sich innerhalb des lila Rahmens befindliche Teil gegenüber dem sich innerhalb des hellblauen Rahmens befindlichen Teil wackelt. Ist dies normal oder darf dieses Wackeln eigentlich nicht auftreten?

Hoffentlich kann mir jemand von Euch meine Fragen beantworten.


Nette Grüße

PiusX     

Frank D.

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Re: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« Antwort #1 am: Januar 21, 2020, 22:15:25 Nachmittag »
Hallo PiusX,

dreht man den vorderen Teil (violett), öffnet sich ein kleines seitliches Fenster und gibt ein kleines Prisma frei, über welches ein Vergleichsspektrum eingeblendet wird. Gleichzeitig verdeckt eine schwarze Blende eine Hälfte des Spalts. Somit sind Vergleichsspektrum und das Spektrum des von vorne kommenden Lichts zusammen sichtbar.
Die Drehung muss spielfrei und leicht gehen. Es darf nichts wackeln. Oft sind die zwei Befestigungsschrauben hinter der vorderen Glasscheibe locker.

Der dahinter liegende Teil (blau) regelt die Größe des Spalts und damit die Empfindlichkeit/Auflösung des Spektrums. Im Idealfall sind bei Tageslicht die senkrechten Absorptionslinien nach Fraunhofer zu erkennen. Waagerechte schwarze Linien deuten auf eine Verschmutzung des Spalts oder auf eine Beschädigung der Schneiden hin.
Auch hier muss die Verstellung leichtgängig sein. Da die beiden Messerschneiden in Prismenführungen laufen und deren Schmiermittel häufig verharzt ist, kann es zur Blockade der Verstellung kommen. Bitte den Ring nicht mit Gewalt drehen, denn das könnte eine Beschädigung der Führungen verursachen. Auch nicht versuchen, die Schneiden mit einem Gegenstand auseinander zu drücken. Ich hatte schon zwei dieser Spektroskope zur Reparatur und musste die Schneiden austauschen.

Viele Grüße
Frank

Werner

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Re: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« Antwort #2 am: Januar 21, 2020, 22:32:00 Nachmittag »
Meines ist wohl älter mit der SerNr 8770, da ist die Spaltverstellung ohne Skala. In dem Fronträndelring ist nur eine Staubschutzscheibe, wenn man den abschraubt, kommt man an die Befestigungsschrauben für die Spaltgruppe. Das Befestigungsrohr ist ohne seitliche Öffnung, also nicht für ein Vergleichsprisma vorgesehen.

Gruß - Werner

PiusX

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Re: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« Antwort #3 am: Januar 29, 2020, 22:46:22 Nachmittag »
Lieber Frank,

Zitat
Die Drehung muss spielfrei und leicht gehen. Es darf nichts wackeln. Oft sind die zwei Befestigungsschrauben hinter der vorderen Glasscheibe locker.
Die Drehung geht auch spielfrei und locker. Folglich muß ich folgende Aussage von mir korrigieren:
Zitat
Des weiteren bin ich auch darüber überrascht, daß bei meinem Exemplar das sich innerhalb des lila Rahmens befindliche Teil gegenüber dem sich innerhalb des hellblauen Rahmens befindlichen Teil wackelt.
Das ist Quatsch von mir. Bei meinem Exemplar wackelt das sich innerhalb des lila Rahmens befindliche Teil nicht gegenüber dem sich innerhalb des hellblauen Rahmens befindlichen Teil, sondern die Einheit beider Teile (lila und hellblauer Rahmen) gegenüber dem metallenen Tubus mit den Aufschriften "Carl Zeiss Jena" und "Q1". Dieses Wackeln läßt sich wohl abstellen, wenn die innerhalb der orangenen Kreise befindlichen kleinen Schrauben mit einem ultrafeinen Uhrmacherschraubendreher festgezogen werden. Dies gilt auch für den parallel zum zuvor erwähnten Tubus liegenden Kurztubus mit dem Fenster mit der Wellenlängenskala, der gegenüber dem zur Verbindung der beiden Tuben dienenden schwarzen Verbindungsteil wackelt.


Es bleibt für mich jedoch noch immer das Problem übrig, daß das zur Verstellung der Größe des Spaltes und damit zur Veränderung der Empfindlichkeit/Auflösung des Spektrums dienende Teil innerhalb des hellblauen Rahmens festgebacken ist und sich überhaupt nicht verstellen läßt. Dies heißt, daß sich die im obigen Bild sichtbare Skala (siehe hellblauer Rahmen) nicht gegenüber dem Ablesestrich drehen läßt. Weißt Du, wie ich hier am besten vorgehe, um dieses Festgebackensein des entsprechenden Teiles aufzuheben? Kann eventuell ein erleichterter Zugang an die Drehmechanik erzielt werden, indem ein bestimmtes Teil von einem anderen Teil durch Lösen von Schrauben entkoppelt wird?

Es wäre schön, wenn Du mir bei der Lösung des letztgenannten Problemes behilflich sein kannst.


Darüber hinaus hast Du in Deiner letzten Mitteilung noch folgendes geschrieben:
Zitat
Oft sind die zwei Befestigungsschrauben hinter der vorderen Glasscheibe locker.
Meinst Du mit der Glasscheibe die mit zwei Schrauben befestigte, schwarzfarbene Platte, die bei der Abnahme des vorderen Teiles (lila Rahmen) sichtbar wird und in ihrer Mitte eine Öffnung für den Spalt besitzt?

Im übrigen, wäre die Entfernung der schwarzfarbenen Platte möglicherweise der gesuchte Kniff zur Erleichterung der Lösung des oben genannten Problemes? Kann die schwarzfarbene Platte nach Entfernung der beiden Befestigungsschrauben vielleicht abgenommen werden, ohne daß die Schneiden des Spaltes beschädigt und/oder aus möglicherweise vorhandenen Verankerungen gelöst werden (<-- ist nur eine Vermutung meinerseits, ohne den inneren Aufbau des Teiles (hellblauer Rahmen) zu kennen)? 
 

Lieben Gruß

PiusX   

 


« Letzte Änderung: Januar 29, 2020, 23:50:45 Nachmittag von PiusX »

Carsten Wieczorrek

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Re: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« Antwort #4 am: Januar 29, 2020, 23:12:49 Nachmittag »
Hallo,

ich kenne dieses Teil nicht, aber ich vermute, hier hilft Wärme. Viel Wärme.

Ich habe gerade einen für mich neuen Interphako-Tubus gängig gemacht. Die Schraube für die Scharfstellung der Zwischenebenen (15) ließ sich nur durch "gelindes" erwärmen zum Drehen bewegen. Ich habe dafür den Küchen-Flambier-Rechoud (oder wie heißt der Flammenwerfer zum Dekorieren der Creme Brule?)  verwendet.

Geht wieder. Aber Achtung: vor dem völligen Erkalten mit einem aggressiven Lösemittel (Benzin, Aceton) entfetten. Bitte nur für Teile ohne Optik!.

Läuft wieder butterweich. Neues Schmiermittel nicht vergessen.

Carsten

Carsten
Für's grobe : CZJ GSZ 1
Zum Durchsehen : CZJ Amplival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Draufsehen : CZJ Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Drauf- und Durchsehen: CZJ Epival Hellfeld
Für psychedelische Farben : CZJ Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : CZJ Epival Interphako

Frank D.

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Re: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« Antwort #5 am: Januar 30, 2020, 18:59:04 Nachmittag »
Hallo PiusX,

Du hast ja bereits ein paar Dinge herausgefunden, prima!

Die drei Maden (unter dem blauen Rahmen) musst Du später wieder etwas lösen um den Spalt gegenüber dem Prisma auszurichten. Das dies notwendig ist, erkennst Du an einem "schrägen" Spektrum. Aber das kommt ganz zum Schluss.

Zum Ausbau:
Die einzige Schraube die sich im violetten Kasten befindet (auf dem Foto nicht zu sehen) ausdrehen. Gerändelten schwarzen Ring (inkl. Frontglas und Vergleichsprisma) herausziehen.
Die beiden nun sichtbaren Schrauben ausdrehen. Vorsicht, nicht mit dem Schraubendreher abrutschen und den Spalt beschädigen. Nun kann der verchromte Metallzylinder (violetter Kasten) abgenommen werden. Darunter befindet sich der Mechanismus.

Zum Mechanismus:
Dreht man den Rändelring (blauer Kasten), drückt die innere Wandung dieses Ringes die beiden Messerschneiden gegen eine V-förmige Druckfeder zusammen. Dreht man in die entgegengesetzte Richtung, schiebt die Feder beide Schneiden wieder auseinander. Die Spaltbreite ist so verstellbar.
Beide Messerschneiden sind auf je einem Messingblock verschraubt der in einer Prismenführung läuft.

Evtl. hilft es, einen winzigen Tropfen Öl auf die neben den Schneiden sichtbaren Messingblöcke zu träufeln. Nicht auf die Schneiden! Ruhig eine Stunde einwirken lassen und probieren, ob sich der Rändelring drehen lässt.

Wenn ja, nur den verchromten Zylinder wieder anschrauben und Dich hier wieder kurz melden.
Denn vor der Montage des gerändelten schwarzen Ring (inkl. Frontglas und Vergleichsprisma) muss evtl. der Spalt gereinigt werden.
Eine der beiden Schrauben geht durch die "Spirale" der V-förmigen Druckfeder.

Wenn nein, ist eine weitere Demontage notwendig. Die erkläre ich Dir, wenn sie notwendig ist.

Gruß
Frank

Hier mal so ein Spektroskop, mit einfacher Skalenbeleuchtung, Durchlicht für die Beurteilung astronomischer Filter und einschwenkbarem Mikroskopspiegel für z.B. die Fraunhoferlinien unserer Sonne. Alles auf einem Mikroskopfuß montiert.




« Letzte Änderung: Januar 30, 2020, 19:12:05 Nachmittag von Frank D. »

Florian D.

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Re: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« Antwort #6 am: Januar 30, 2020, 19:19:12 Nachmittag »
Hallo,
so eins hab ich auch!
Ideen für eine LED Skalenbeleuchtung?
Viele Grüsse
Florian

Carlos_Le_Royal

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Re: Handspektroskop D von Carl Zeiss Jena: Fragen zu meinem Exemplar
« Antwort #7 am: April 03, 2020, 13:55:25 Nachmittag »
Sehr geehrte Forumsmitglieder,

Ich möchte Sie nach dem Handbuch für dieses Spektroskop fragen.  Ist es möglich, es im pdf-Format zu erhalten?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Tomas