Autor Thema: Leitz Ortholux  (Gelesen 806 mal)

Rob_K

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Leitz Ortholux
« am: Januar 26, 2020, 14:11:22 Nachmittag »
Hallo Zusammen,
ich habe eine Frage an die Experten.
Ich habe ein Ortholux Tritubus bekommen und bin dabei es wieder in Betrieb zu nehmen.
Leider sind die Fette an den Trieben verharzt und schwergänging, daher würde ich diese gerne säubern und neu abschmieren.

Kennt sich einer mit der Ausbau der Triebmechanik aus (siehe Fotos) Kann man die Getreibestange ohne Spezialwerkzeug ausbauen?

Vielen Dank im Voraus
Rob

Hugo Halfmann

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #1 am: Januar 26, 2020, 14:33:40 Nachmittag »
Hallo Rob,

bist du sicher, daß das von dir gezeigte Teil vom Ortholux stammt? Ich habe vor einiger Zeit ein Ortholux bis auf die letzte Schraube zerlegt, kann mich aber nicht erinnern, daß ein solches Teil dabei war.
Ein Foto vom ganzen Mikroskop wäre sehr hilfreich!
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Rob_K

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #2 am: Januar 26, 2020, 16:07:41 Nachmittag »
Ach tatsächlich
das ist wohl eher ein Labolux, mit dem Fokustrieb oben am Stativ (Beim Ortholux wird der Fokus über den Tisch gemacht, richtig?)
Wobei das scheint auch nicht immer so zu sein.

Das fotografierte Stück ist das Zwischenstück (Grobtrieb) an dem der Tubus mit den Okularen und Objektivrevolver hängt.

Bild kann ich später noch mal machen, sofern das nötig ist.

Danke
Grüße
Rob


EDIT: Jetzt habe ich noch einmal geschaut und bin mir nicht mehr sicher was das für ein Mikroskop-Typ sein kann.
Auch auf der Ortholux Seite finde ich diese Konfiguration nicht.

Nichtsdestotrozt bin ich für Tips den Trieb auseinanderzunehmen um ihn gut zu reinigen und neu abzuschmieren dankbar.

Bild im Anhang, leider steht auch keine Seriennummer drauf, nur Leitz Wetzlar.
« Letzte Änderung: Januar 26, 2020, 16:26:31 Nachmittag von rkirmse »

andr_brno

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #3 am: Januar 26, 2020, 17:47:02 Nachmittag »
Hallo Rob,
das ist ein Laborlux 2.Generation (war wohl parallel zum üblicheren Modell mit Triebknöpfen oben und unten am Markt), siehe hier
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9020
und hier
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8864.0.
Du bist ja eh schon weit gekommen mit dem Trieb.
Grüße
Andreas

Hugo Halfmann

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #4 am: Januar 26, 2020, 18:29:06 Nachmittag »
Ja, es ist ein Laborlux II, gebaut ab ´52. Mein Glückwunsch zu diesem schönen Mikroskop!!!

Das besitze ich (leider!) nicht, aber:

Auf dem ersten Bild sieht es für mich so aus, als sei der äußerste Messingring eine Schlitzmutter. Ich kann auf dem Foto nicht sehen, ob am Rande des schwazen Korpus der Anfang eines Gewindes zu erkennen ist. Nach Einweichen mit Kriechöl und Erwärmen auf der Heizung wäre es einen Versuch wert, diese mit einer Seegeringzange oder einem sehr stabilen Zirkel herauszudrehen. Wenn dem so ist, lässt sich die Achse mit dem Zahnrad dann seitlich rausziehen.

Eine Komplettreinigung macht nach der langen Zeit auf jeden Fall Sinn, aber bitte langsam und umsichtig vorgehen, damit nichts kaputt geht!
« Letzte Änderung: Januar 26, 2020, 18:31:07 Nachmittag von Hugo Halfmann »
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Rob_K

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #5 am: Januar 26, 2020, 19:51:58 Nachmittag »
Danke an alle für die Antworten!
Ja hatte mich gefreut als ich das Mikroskop bekommen konnte.

@Hugo, danke jetzt habe ich es auch verstanden wie das eingebaut ist, das sollte gehen,
es ist noch nicht stark verharzt aber schon sehr merklich das es sich lohnt neu zu schmieren.

Grüße
Rob


Rob_K

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #6 am: Februar 01, 2020, 12:46:03 Nachmittag »
Hallo Hugo

Auf dem ersten Bild sieht es für mich so aus, als sei der äußerste Messingring eine Schlitzmutter. Ich kann auf dem Foto nicht sehen, ob am Rande des schwazen Korpus der Anfang eines Gewindes zu erkennen ist. Nach Einweichen mit Kriechöl und Erwärmen auf der Heizung wäre es einen Versuch wert, diese mit einer Seegeringzange oder einem sehr stabilen Zirkel herauszudrehen. Wenn dem so ist, lässt sich die Achse mit dem Zahnrad dann seitlich rausziehen.

Eine Komplettreinigung macht nach der langen Zeit auf jeden Fall Sinn, aber bitte langsam und umsichtig vorgehen, damit nichts kaputt geht!

Danke noch einmal für den Tip.
genau das wars nachdem ich mir noch mal meine Werkzeugkiste erweitert habe mit ein paar Zangen. Konnte ich dann die Schlitzmutter herausdrehen.
Jetzt wird dann alles schön sauber und frisch gefettet.

Grüße
Rob

ortholux

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #7 am: Februar 19, 2020, 17:56:53 Nachmittag »
Hallo Rob,

dieser Knebel lässt sich hochklappen. Dann kann man bequem Tubus und Revolver entfernen.

Und noch 'ne Frage: wo kommt eigentlich diese Marotte her, das Ding "Labolux" zu nennen? Du bist nicht der Einzige. Es heißt "Laborlux".

Und hier noch was zur Bestimmung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=28757.0

Übrigens ein schön ausgestattetes Mikroskop.

Wolfgang

« Letzte Änderung: Februar 19, 2020, 18:00:59 Nachmittag von ortholux »

Jürgen Boschert

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #8 am: Februar 19, 2020, 18:54:13 Nachmittag »
Hallo Wolfgang,

das ist wohl nicht Robs Marotte, sondern von Leitz selbst installiert. S. z.B. im folgenden Micscape-Artikel:

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/imgmar08/go-leitz_microscopes7rev.pdf

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

ortholux

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #9 am: Februar 19, 2020, 19:43:43 Nachmittag »
Lieber Jürgen,

das ist bekannt und auch in meinem Artikel erwähnt. Aber die Menschen, die „Labolux“ schreiben, kennen sicher nicht alle Gregors Artikel.

Seltsam.

andr_brno

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #10 am: Februar 19, 2020, 21:21:29 Nachmittag »
Liebes Forum,
das r nach Vokal ist ein Opfer der neuesten deutschen Lautverschiebung. Es gibt mittlerweile schon Fernsehsprecher(-innen) die Hiase statt Hirrrrse oder Kiache statt Kirrrrche sprechen. Das bedrohte r ist nur noch in kleinen Rückzugsräumen südlich des 48° Breitengrades zu finden.

In diesem Sinne: Laboalux.

Ich weiß, gehöat eher ins Cafe....aber im Kaaneval.
Grrrüße

Andreas

Rob_K

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #11 am: Februar 19, 2020, 22:37:15 Nachmittag »
Hallo Rob,

dieser Knebel lässt sich hochklappen. Dann kann man bequem Tubus und Revolver entfernen.

Und noch 'ne Frage: wo kommt eigentlich diese Marotte her, das Ding "Labolux" zu nennen? Du bist nicht der Einzige. Es heißt "Laborlux".

Und hier noch was zur Bestimmung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=28757.0

Übrigens ein schön ausgestattetes Mikroskop.

Wolfgang

Hallo Wolfgang,
danke für den Hinweis auf den Knebel (Hebel?) das war mir aber schon bewußt. Mir war nur nicht ganz die Verschraubung mit der Schlitzmutter klar, aber das hat sich ja geklärt und es hat wunderbar funktionert.
Das Mikroskop war tatsächlich in der Forschung im Einsatz und ich hatte es schon eine Weile aber erst jetzt das richtige Fett besorgen können. Daher hatte ich zwar den optischen Pfad schon einmal gesäubert, aber bisher noch nicht gefettet und daher auch nicht viel genutzt.


Werde auch Laborlux schreiben ;), danke für den Link. Ich hatte beide Schreibweisen gesehen und halt die Erste genommen.
Aber r --> a brrrr.

Peter V.

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Re: Leitz Ortholux
« Antwort #12 am: Februar 23, 2020, 22:34:34 Nachmittag »
Hallo Wolfgang,

kann es sein, das Leitz seine deutschen schwarzen Laborluxe im Ausland auch damals schon als "Labolux" vertrieben hat? Wenn man "Leitz Labolux" in die Google-Bildersuche eingibt, findet man auch viele "Schwatte", die in originalen Leitz-Unterlagen als r-freie Laboluxe auftauchen.

Herzliche Grüße
Peter
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