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Chromosomen in der Knoblauchwurzel: Pro-Phase?

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piu58:
Liebe Mikroskopiker,
ich bin Visueller /Zeichner und kein Mikro-Fotograf. Dennoch habe ich mit vereinfachten Mitteln ein Foto zweier Zellkerne einer gerade ausgekeimten Knoblauchwurzel gemacht, ein Quetschpräparat, sozusagen in vivo = ungefärbt. Ich habe ein Novex (B-Serie), entstanden ist das Bild an einem 100x/1,25 Ph. Es war mein Winsch, daran Zellteilungsstadien zu sehen. Ich habe eine ganze Reihe Kerne durchmustert, die meisten sahen aus wie der obere: Im Innern leicht körnig, gelegentlich konnte ich einen Nukleolus erkennen.

Der untere Kern (und das Inset oben) sehen nun ganz anders aus. Habe ich die Chromosomen erwischt?

Ich weiß, dass man fixieren und färben soll. Ich wollte es aber in vivo sehen. Ich hatte heute einige Präparate unter dem Mikroskop, manche konnte ich mit Phako durchmustern. Dazu ist es aber nötig, dass keine Zellen übereinanderlegen, sonst sieht man nicht durch. Bei diesem Präparat, wo ich diesen schöne Kern gefunden habe, tat es schließlich die schiefe Beleuchtung.

Recht vielen Dank, dass ihr euch das anseht.

Nachtrag: Entschuldigt bitte, dass ich hier auf Umfrage geklickt habe. Es sollte ein normaler Beitrag werden, aber das geht jetzt nicht mehr zu ändern.

Detlef Kramer:
Hallo Uwe,

eine sichere Aussage zu treffen ist angesichts der etwas dürftigen Bildqualität kaum möglich. Ich halte das ganze eigentlich am ehesten für eine Telophase: Phragmoplast zwischen den Zellen und Rückbildung der Arbeitskerne. Forsche einfach weiter! Und fertige Deine Quetschpräparate tief in der Nacht an, dann steigen Deine Chancen, Teilungsstadien zu finden.

Herzliche Grüße
Detlef

piu58:
Lieber Detlef, recht vielen Dank. Für mich ist erst mal schon ein Erfolg, dass ich überhaupt etwas von den Kernteilungsvarianten sehe.
Ja, ich forsche weiter!

piu58:
Ich habe weiter experimentiert, und zwar an zwei STellen:
- Ich habe Zellteilung besser provoziert, und das hat auch geklappt. Ich habe - wie in alten Mikrokosmos-Heften empfohlen - die auskeimenden Pflanzen kühl gestellt und danach die Wurzelspitzen in warme 3%ige Zuckerlösung gelegt.
- Die Präparationstechnik konnte verbessert werden. Im Quetschpräparat liegen Zellen übereinander und das ist schon im Hellfeld oder bei schiefer Beleuchtung schlecht. Für Phako geht es gar nicht. Am besten war es, mit dem Skalpell möglichst kleine Stücken von der Wurzel abzutrennen, am besten deutlich kleiner als 1 mm³. Am Rand des Präparates findet man neben geplatzten auch einige frei liegende Zellen.

Von fünf freiliegenden Zellen fand ich zwei in einer Kernteilungsphase, wahrscheinlich beides Telophase - eine hohe Ausbeute. Ich habe das gezeichnet. Es war interessant, wie schnell sich da alles verändert hat. Die Zeichnungen sind ca. 15 Minuten auseinander. Ich hätte gern noch etwas genauer skizziert, aber es veränderte sich so schnell, dass ich nicht hinterherkam. Meine Frau (Biologielehrerin) hat sich das auch angesehen und Änderungen in vielleicht einer Minute gesehen. Das war schon faszinierend, und natürlich kann man das nur in vivo erleben.
Der Durchmesser des runden Zellkerns war 12 µm.

(Novex B, 1000x Öl, Phako)

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