telezentrische Abbildung

Begonnen von Stuessi, März 08, 2020, 17:35:31 NACHMITTAGS

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Stuessi

Hallo,

in einem anderen Faden taucht der Begriff "telezentrische Abbildung" auf.
Mit einem Makroskop kann ich keine telezentrische Abbildung machen. Dies möchte ich mit diesen (mit dem Wild M7s als Makroskop gemachten) Bildern verdeutlichen. Dazu habe ich zwei in Diarähmchen gefasste Negative von gleichen Vorlagen (einigermaßen) passgenau übereinander gelegt. Der Abstand Delta h beträgt 3mm.

- zunächst das Bild vom oberen Negativ bei 3-facher Vergrößerung:



- dann das Bild vom unteren Negativ durch das obere hindurch bei 3-facher Vergrößerung:



- mit Ps übereinandergelegt, so sollte eine Abbildung mit einem telezentrischen Objektiv aussehen!



- so sieht das Bild mit dem Makroskop bei geschlossener Blende aus bei Einstellung auf mittlere Höhe:



Dies ist das Ergebnis mit einem telezentrischen Makro Aufbau mit 2 Objektiven nach Wikipedia:



Der Aufbau sah etwa so aus:



Allerdings befand sich oben an der Kamera ein Objektiv mit 85mm Brennweite und unterhalb eins mit 50mm Brennweite.

Ein weiteres Beispiel für telezentrische Abbildung:




Grüße,
Rolf



cuwohler

Hallo,

immer noch kein Bild.

Viele Grüße
Cai-Uso
www.sandphoto.de
Viele Grüße
Cai-Uso
mail@cuwohler.de

Rawfoto

Guten Abend

Also ich sehe 6 Bilder ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

konsonant

hallo ,
ich bin ohne es beurteilen zu können erstmal von der praktischen Umsetzung beeindruckt.
gruß conso
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

konsonant

ich sehe 2 Canon Objektive in normaler Richtung an eine Sony Kamera montiert, ich denke mal die zwischengelagerte Blende befindet sich 50mm vor dem 50mm-Objektiv und 135mm hinter dem 135mm-Objektiv. Der Abstand von 50mm-Objektiv zur Kamera ist dann egal, oder auch 50mm oder mehr oder auch weniger ?

An dem schwarzen Krümel auf halb 4  sehe ich, daß das obere Bild größer ist, dies wird zum Mittenkreis hin geringer. ich denke die Makroskopoptik ist eher "weitwinklig"(entozentrisch) und das Objekt zu nah. Wäre die Optik eher "engwinkelig" (hypozentrisch) wäre das zu nahe Objekt kleiner als das Entferntere. (gibts da ein Verhältnis Brennweite zu Apertur, das die Telezentrie mindestens haben muß ?)
gruß conso
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Werner

Das Verhältnis Brennweite zu Apertur ist schonmal die Blendenzahl.

Für eine telezentrische Abbildung ist eine enge Blende nicht zwingend erforderlich, ist aber die einfachste und einleuchtendste Lösung.
Professionelle Objektive haben oft keine Blende, um die Lichtstärke nicht zu verkleinern. Die bestehen dann aus mehreren Linsen, deren Zusammenspiel mir noch nicht klar ist. Jedenfalls ist die Bedingung für Telezentrie, daß die Pupillen im Unendlichen liegen.

Für Digicams gerechnete Objektive sind bildseitig auch telezentrisch, damit die Bayermaske nicht schief angeleuchtet wird.
Deshalb kann es hier Probleme mit Kleinbildfilm-Objektiven geben, dem Film war das egal.

Gruß - Werner

piu58

Telezentrische Systeme funktionieren wie ein Fernglas oder ein Mikroskop mit Okular: Man kann hinten mit dem Auge ran und sieht etwas. Sie verwandeln einen parallelen Strahlengang eben wieder in einen parallelen Strahlengang.
Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe

Lupus

Hallo,
ZitatTelezentrische Systeme funktionieren wie ein Fernglas oder ein Mikroskop mit Okular: .... 
Du verwechselst telezentrisch mit teleskopisch. Außerdem stimmt die Aussage nicht für Mikroskope.

Hubert

Stuessi

#8
Hallo,

eine telezentrische Aufnahme kann man evtl. ersetzen durch Stacking und geeignete Software, wenn alle Parameter bekannt sind.

1. Bild: Aufbau für telezentrische Aufnahme
2. Bild: Ergebnis
3. Stack aus ca. 30 Einzelbildern mit Makroobjektiv
4. entzerrter Stack

Grüße,
Rolf

edit:
5. Bild: Einzelbild vom Stack

Kurt Wirz

#9
Hallo Stuessi

Da macht dir die Optik und Stacking Software einen Strich durch die Rechnung.
Platziere 2 gleiche Schrauben in unterschiedlicher Entfernung und stacke sie mit Veränderung der Distanz zum Objekt.
Obwohl die beiden Schrauben, wenn sie jeweils im Fokus sind, bei den Einzelbildern gleich gross sind, ist die weiter entfernte im Stackergebnis kleiner.
Telezentrisch geht nur mit einem telezentrischen Objektiv.

Meine Stackergebnisse mit telezentrischen Objektiven, Melles Griot, INVARIGON P/N 59 LGU 042 und Melles Griot, INVARIGON P/N 59 LGU 050, zeigen mehr Artefakte, wie mit normalem Objektiv.

Kurt

konsonant

hallo
die perspektivische Größenstaffelung macht das Stackprogramm, absichtlich. Nebenbei frage ich mich welchen Nutzen eine telezentrische Abbildung für die Findung der Objektgrenzen dem Stackprogramm bieten könnte, mir ist dazu noch nichts eingefallen.
gruß conso
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Kurt Wirz

#11
Hallo Conso

Objekte, z.B. Schmetterlingsflügelschuppen die mit einer gewissen Distanz übereinander liegen machen nicht nur beim Stacken am Rand Artefakte, da die darunter liegende Schuppe (wenn sie im Fokus ist) bedingt durch die darüberliegende Schuppe am Rand nicht mit der vollen Apertur "gesehen" wird ("am Rand liegt sie im Halbschatten des Objektivs").
Bei einem telezentrischen Objektiv wäre theoretisch und hoffentlich auch praktisch dieses Problem nicht vorhanden.

Für beide Objektivtypen gilt:
Dass ein Objekt in der Unschärfe grösser ist, also beim Fokus auf der unteren Schuppe, die darüberliegende Schuppe (die in der Unschärfe ist) grösser ist.

Kurt

Stuessi

Zitat von: Kurt Wirz in März 09, 2020, 18:30:44 NACHMITTAGS
Hallo Stuessi

Da macht dir die Optik und Stacking Software einen Strich durch die Rechnung...

Hallo Kurt,

natürlich darf ich nicht die Entfernung ändern und nicht die "normale" Stacking Software benutzen.
Bewegt werden sollte nur der Sensor. Die  Software muss dann aus Objektentfernung, Schrittweite und Brennweite die telezentrische Abbildung berechnen.

Gruß,
Rolf

Kurt Wirz

Hallo Stuessi

Ich kenne keine Stacking Software, welche die Entfernung an Hand der Bilder ermitteln kann.

Kurt

konsonant

Hallo Kurt und Alle
mit der halbverdeckten Schuppe hast du natürlich recht. Wie man sieht ist der Schärfentiefebereich bei der Telezentrischen Optik viel größer, damit hätte das Stackprogramm sehr viel mehr gute Pixel zu behalten, in einer großen Menge von Stackbildern, dort dann noch die richtigen guten Pixel herauszufinden überfordert die Routine bestimmt. Es ist sicher besser nur einen kleinen Schärfentiefebereich zu haben.

Damit wäre man wieder beim Mikroskopobjektiv, das kleine Schärfentiefe hat. Beim Mikroskopobjektiv frage ich mich ob es eher objektseitige oder bildseitige Telezentrie (wenn überhaupt) sei. Das Objektfeld wird in der Ausdehnung von der Feldblende (Zwischenbild-größe) begrenzt (?), damit ist doch die Größe der Zwischenbildebene für die Telezentrie-Bedingung (Objekt<Linsenöffnung) verantwortlich. Mir ist das mit den Blenden nicht ganz klar. Das Objektfeld ist doch die vordere Brennebene (? oder nur ein fokussierte Ebene), die hintere Brennebene ist der ort der Phasenblende, es ist aber auch eine Aperturblendeebene. Wenn ich das Objektiv nun aber gänzlich umfokussiere, nämlich daß in die hintere Brennebene (Phasenblendenort) als Zwischenbildebene abgebildet wird und der Fokus im unendlichen läge, ist dann die vordere Linsenöffnung die vordere Brennebene also der Ort der Aperturblendenebene ? Ist es also bildseitige oder objektseitige Telezentrie beim Mikroskopobjektiv ? (wenn überhaupt)

Wo ist die vordere Brennebene beim Mikroskopobjektiv ?

Die Bilder von Stuessi zeigen mir zwar keine Staffelung, bei Fluchtpunktausrichtung müßten die Linien aber doch zueinander hinlaufen und Größenstaffelung zeigen. Die Maßstäbe im Rechenschieber sind irritierend :)

Teleobjektive haben eine verkürzte Bauweise und Weitwinkelobjektive sind wegen der Spiegelreflexbauweise verlängert konstruiert, letzteres kommt den Digitalsensoren sicher entgegen. Ist nicht die Größe der Linse = der Größe des Abbildes eine Forderung der Telezentrie. Also müßte die Optik den gleichen Durchmesser des Sensors haben. Die Linse der OLYMPUS Body Cap Lens 9mm F8.0 Fish-Eye (Durchmesser 1,3cm) ist rückseitig ca 2cm von meinem 23,6 × 15,6 mm Apsc-Sensor entfernt,. 100%ige Telezentrie ist sicher nicht nötig um fehlerfreie Abbildung zu erreichen.

Beim Fernglas ist das Objektfeld viel größer als die Frontlinse, also entozentrisch ; wenn man das Zwischenbild begrenzen, kleiner machen würde könnte es telezentrisch werden, Denke ich. 

gruß conso
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