Autor Thema: „Tetraamminkupfer(II)-pikrat“  (Gelesen 205 mal)

Heiko

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„Tetraamminkupfer(II)-pikrat“
« am: März 23, 2020, 22:07:26 Nachmittag »

Liebe „Giftmischer“,

wahre Freunde laden zu einem Flaschenbier – anstoßen mit gestrecktem Arm, in diesen Zeiten – andere Freunde empfehlen Literatur: Reinhard, liest Du mit?  8)
Folgt man dieser Empfehlung, ergibt sich aus Tetraamminkupfer(II)- und Pikrinsäure-Lösung – nach etlichen Fehlversuchen – die folgende Fällung:



Laut Quelle „sechtseitige Kristalle“ – bin ich dabei – „gelbgrün“ – Fehlanzeige, viel zu dünn, bin ja geizig und ängstlich obendrein – wird aber schon so sein …
Und was ist das jetzt? „Analoge Pikrate der Amminkomplexe anderer Metalle sind nicht bekannt“, meint die Quelle.
Also Tetraamminkupfer(II)-pikrat?
Kein Ligandenaustausch denkbar?
Wer hilft?

Viele Grüße,
Heiko

Alfons Renz

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Re: „Tetraamminkupfer(II)-pikrat“
« Antwort #1 am: März 23, 2020, 22:35:16 Nachmittag »
Hallo Heiko,

Zwischenfrage zu den schönen Bildern: Reagiert so ein Pikrat nicht sehr pikiert, wenn man es anrempelt?

Mit Pikrinsäure hat man im Ersten Wltkrieg die Granaten gefüllt, und noch heute werden, wenn sich in Schul-Laboren gelbe Krustensäume um austrocknende Pikrinsäure-Flaschen bilden, ganze Gebäude wegen Explosionsgefahr geräumt.

Wir hatten vor vielen Jahren im Labor eine solche Flasche mit Pikrinsäure stehen, um weisse Mäuse dauerhaft zu markieren. Die gelben Kristalle haben damals Niemanden gestört. Und für die Bouin-Fixierung war es unersetzlich.

Herzliche Grüße,

Alfons

Klaus Herrmann

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Re: „Tetraamminkupfer(II)-pikrat“
« Antwort #2 am: März 23, 2020, 23:13:51 Nachmittag »
Lieber Heiko zeigst du uns bitte mal die "Kochvorschrift" Von welchem Cu-Tetraminkomplex geht man aus? dem Sulfat?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Heiko

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Re: „Tetraamminkupfer(II)-pikrat“
« Antwort #3 am: März 24, 2020, 09:34:11 Vormittag »
Hallo Alfons,

natürlich ist Vorsicht geboten. Aber die „Dosis“ ist halt eine äußerst geringe. Zur Reaktion kommt ein Tr. der Lösung auf dem OT. Und die Kristalle oben wurden mit dem 40er aufgenommen.
Wenn „meine Regierung“ fragt, ob ich mich schon wieder zum Mikroskop schleiche, hat das andere Gründe.  ;)

Lieber Klaus,

ich habe natürlich kalt zusammengegeben. Zuerst hatte ich Fehlversuche, weil mir das Ammoniak immer das Kupferhydroxid aus der Sulfatlösung gefällt hat. Ammoniak-überschüssig als Tetraamminkupfer(II) entstanden dann im Kontaktbereich die gezeigten Kristalle.
Hier die Textstelle aus FRESENIUS/JANDER:



Viele Grüße,
Heiko