Autor Thema: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?  (Gelesen 433 mal)

jako_66

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Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« am: März 24, 2020, 18:36:59 Nachmittag »
Liebe Foristen,

hat jemand Erfahrung mit den Tubusadaptern 23.2 mm von LMscope? Mit interessiert insbesondere der Vergleich mit einer Selbstbaulösung aus Geradmonotubus am GLF mit Ihagee Exakta T2-Adapter zur Kamera und S-KPL 10x Okuluar als Projektiv. Funktioniert irgendwie, aber gestochen scharf "klingt" anders.

Dank` Euch für Eure Hinweise & viele Grüße

Sven
« Letzte Änderung: März 24, 2020, 18:38:59 Nachmittag von jako_66 »

Erik W.

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #1 am: März 24, 2020, 19:44:23 Nachmittag »
Hallo Sven,

das S-KPL ist kein Projektiv im eigentlichen Sinne, da es nur ein scharfes Bild im „unendlichen“ Abstand liefert. Du müsstest es daher an ein Kameraobjektiv adaptieren. Bleibt die Qual der Wahl, welches Kameraobjektiv möglichst wenig verzeichnungsfrei und möglichst plan abbildet.

Sieh dir das WL rechts an => statt dem grauen Zwischentubus würdest du dort einen Zeiss Ringschwaltenadapter auf M42 etc. anschrauben und darauf das Objektiv => fertig. Die Ringschwalbenadapter findest du recht schnell über die Suche im  Mikromarkt.



Viele Grüße,

Erik
« Letzte Änderung: März 24, 2020, 19:52:11 Nachmittag von Erik W. »

Bob

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #2 am: März 24, 2020, 21:00:02 Nachmittag »
Hallo Sven,
schreib doch mal Stück für Stück, wie die beiden Lösungen zusammengesetzt sind, die Du vergleichen möchtest, also auch den Kameratyp, das Objektiv überm Okular oder projektion direkt auf den Chip... Ich würde übrigens auch bei einer teuren Fertiglösung nicht ausschließen, dass sie Mängel hat.

Viele Grüße,

Bob

jako_66

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #3 am: März 24, 2020, 21:34:01 Nachmittag »
Hallo Bob,

eigentlich so wie beim WL von Eric, nur ohne Kameraobjektiv: Geradtubus mit KPL 10x, dann den Klemmadapter von Ihagee drüber. Oben an diesem sitzt ein Nikon F-Mount/M42 Adapter aufgeklebt, gefolgt von einer Vollformat-Kamera. Abstand KPL-Bildsensor ca. 4-5 cm. Funktioniert insgesamt besser als die Kamera an einem Fototubus (fast 20 cm!) eines Zeiss Standard 25 montiert.

Im 2. Foto einfach das GFL-Konstrukt am Standard 25 montiert (ist wie Deutschlandfahne verkehrt herum aufhängen).

Aber meine Hoffnung ist, dass es noch besser geht.

Das Teil von LMscope hätte den Charme, an mehreren Mikroskopen eingesetzt werden zu können. Da kommt die Kamera an den Adapter mit Zwischenoptik 2.2x, das Ganze wird dann statt Okular ins Mikroskop gesteckt - fertig.

Aber für den Preis könnten wir uns auch ein neues Auto kaufen...

Viele Grüße

Sven
« Letzte Änderung: März 25, 2020, 18:25:01 Nachmittag von jako_66 »

Erik W.

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #4 am: März 24, 2020, 21:34:13 Nachmittag »
Hallo Bob,

statt dem Zeiss Ikon Halbkugeladapter kann auch der mechanisch geniale Ihagee Klemmadapter verwendet werden. Er passt bei Zeiss West und Ost gleichermaßen. Am Ende benötigt man über dem S-KPL aber wieder ein Kameraobjektiv mit ca. 45-50mm Brennweite.



Viele Grüße

Erik

Erik W.

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #5 am: März 24, 2020, 21:37:12 Nachmittag »
Hallo Sven,

ich habe am WL kein Kameraobjektiv sondern einen Zwischentubus mit Projektiv (das graue Teil) über dem S-KPL.

VG, Erik

jako_66

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #6 am: März 24, 2020, 21:41:06 Nachmittag »
Danke Eric für die Korrektur!

Das ist vielleicht die Lösung! Ein 50 mm Pancake von Nikon habe ich noch (irgendwo...).

Viele Grüße

Sven
« Letzte Änderung: März 24, 2020, 21:45:59 Nachmittag von jako_66 »

Jürgen Boschert

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #7 am: März 24, 2020, 21:44:00 Nachmittag »
Hallo Eric,

das graue Teil ist aber kein Projektiv, sondern eine Relais-Optik, also ein Kameraobjektiv mit einer Brennweite von 63 mm (dies Brennweite, soweit es das Original aus dem Zeiss-Programm ist). Ein Projektiv ersetzt das Okular und benötigt üblicherweise keine weitere Optik zwischen Mikroskop und Kamerachip.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Erik W.

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #8 am: März 24, 2020, 21:49:25 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

ja, das ist wohl den unterschiedlichen Terminologien bei den Projektiven zwischen Zeiss-Ost und West geschuldet. Ein Projektiv aus Jena kann direkt auf den Kamerachip gehen, das von Zeiss-West nicht.

Viele Grüße

Erik

Bob

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #9 am: März 25, 2020, 09:11:05 Vormittag »
Hallo Sven,
zur Direktprojektion auf den Chip steht in der Mikrofibel auch etwas, z.B. Okular anheben und Abstand zum Chip.
Ich nutze Kameraadaptionen über Okular und Kameraobjektiv, was auch recht kurz baut. Das Okular bleibt so in vorgesehener Position, was sicherlich nicht schlecht für die Bildqualität ist.
Anbei ein Foto meiner Nikon 1J5 mit Standardobjektiv und uraltem Leitz Periplan-Okular alternativ Zeiss Jena P Okular ohne Korrektion fürs Stereomikroskop. Das passt so schon ganz gut. Die kleine und leichte Einheit kann man einfach in das gerade verwendete Mikroskop stecken.
Ich habe sowas für meine Sony A6000 in Vorbereitung (mit Pentax 40mm pancake), aber mangels Not noch nicht fertig zusammengebaut. Der rein elektronische Verschluss der 1J5 ist auch toll fürs Stacken.

Bietet Deine Vollformatkamera eine vollständig erschütterungsfreie Auslösung?

Viele Grüße,

Bob

reblaus

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #10 am: März 25, 2020, 11:28:59 Vormittag »
Hallo -

Erfahrung aus 12 Jahren Fotoanpassung an alle möglichen Zeiss-Geräte:

Falls die Bildqualität einer höherpreisigen Endlichoptik (Ebnung und Schärfe bis zum gut ausgenützten Bildrand) erhalten bleiben soll, kommt man um den Einsatz eines dazu passenden Kompensationsokulars in einer stabilen mechanischen Konstruktion nicht herum - wie es hier schon mehrfach angedeutet wurde.
Und Bob hat natürlich recht, dass dann auch das Okular in der vorgesehenen Position bleiben und ins Unendliche abbilden sollte.
Bei der zusätzlich benötigte Kameraoptik ("Relaisoptik") sind die optische Ansprüche eigentlich gar nicht so hoch. Das von Erik verwendete 63 mm Spezialobjektiv 47 60 29 (Zeiss Spitzenoptik für diesen Zweck!) enthält z.B. nur einen ziemlich kleinen Achromaten, der auch in diverse anderen Zeiss-Fototuben und -aufsätze eingebaut ist. Trotzdem wird es recht teuer (ung. 150.-) gehandelt.  Es ist für die Zusammenarbeit mit einem S-Kpl 10x Okular (auch min. 150.-) bestimmt - also leider fürs "Voll"format.
Wenn man mit APS-C fotografieren und das Gesichtsfeld ausnützen will, kann man ein Kpl 6,3 x Brille (selten und ähnlich teuer) verwenden oder ein 40 mm Pancake als Relaisobjektiv. In letzterem Fall ist halt die Stabilität doch etwas beeinträchtigt.

Falls die optische Ausstattung des Mikroskops aber in der unteren Preisklasse ist und Bildfeldwölbung und Randunschärfe schon von den Objektiven eingebracht wird, lohnt sich dieser Aufwand allerdings nicht. Hier kann man mit preiswerteren Okulare (z.B. Kpl 8x: "Schlüsselloch" aber optisch mit den Brillenokularen gleichwertig) experimentieren und man kann auch ein billigeres gebrauchtes Fotoobjektiv um die 40 mm als Relaisobjektiv verwenden und zwar am besten eine alte Ganzmetallversion mit stabilem Filter- und Entfernungsgewinde und möglichst geringer Lichtstärke (kleine Linsen), wie man sie für um die 20.- bei eBay kriegen kann.
Es lassen sich dabei allerdings keine Voraussagen machen, sondern man muss ausprobieren ob das mit dem Okular harmoniert. Es können auftreten: Bildfeldwölbung, Hot Spots und andere Reflexe, Randunschärfen, Vignettierung. Mit der optischen Qualität des Relaisobjektivs hat das meist nichts zu tun, zumal nur dessen Zentrum genutzt wird. Manche Fehler kann man durch Variation des Objektivabstands zur Frontlinse beheben. Sogar Zoomobjektive können wider Erwarten manchmal verwendet werden.
Diese Experimente lohnen sich allerdings nur, wenn man selbst auf einige passende alte Objektive mit +- 40 mm Zugriff hat. Ansonsten muss man halt tiefer in die Tasche und zu einem Objektiv greifen, das schon einige Mikrofotografen auf Eignung getestet haben, z.B. das bekannte Pentax (Ganzmetall) oder das Canon Pancake (Plastik). Mit der Beeinträchtigung der Stabilität muss man halt leben.

Viele Grüße

Rolf


Bob

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #11 am: März 25, 2020, 15:15:05 Nachmittag »
Hallo zusammen,
ich habe sonst eine Pentax Q7 verwendet, nochmal etwas kleiner als die Nikon mit einem sehr kleinen, flach bauenden Normalobjektiv mit 8,5mm Brennweite. Das funktionierte jahrelang zufirdenstellend, nicht jedoch, wenn ich es in den Binotubus meines neuen Phomi 1 stecke - da gibt es einen Hotspot. Ursache ist wohl die plane Frontlinse des Objektivs. Bei der Nikon gibt es keinen Hotspot, sie verfügt dafür nicht über eine Infrarot-Fernauslösung, die ich sonst gerne verwendet habe. Mangels Not habe ich die geplante Adaptierung der APS-C-Sony an den oberen Ausgang noch nicht durchgeführt, kommt aber noch, irgendwann 8). Es ist ja ein Bisschen albern, ein riesiges Phomi da stehen zu haben, und eine winzige Kamera in den Binotubus zu stopfen...

Viele Grüße,

Bob

jako_66

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Re: Fotoadaption GFL: Erfahrungen mit LMscope?
« Antwort #12 am: März 25, 2020, 18:44:58 Nachmittag »
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Tipps! Dann werde ich bestehenden Aufbau ändern und ein Pancake-Objektiv zwischen Kamera und Okular setzen. Von dem gesparten Geld lasse ich mir dann eine LED-Beleuchtung einbauen.

Die vorhandenen Plan-Apos bilden schon ganz gut ab. Bei unzureichend präparierten Objekten können die natürlich auch nicht mehr rausreißen...

Beste Grüße

Sven
« Letzte Änderung: März 25, 2020, 21:51:15 Nachmittag von jako_66 »