Autor Thema: Laboval und koaxiale Beleuchtung  (Gelesen 634 mal)

palpatine

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Laboval und koaxiale Beleuchtung
« am: Mai 23, 2020, 21:57:41 Nachmittag »
Servus liebe Mikroskopierer,

ich habe heute ein CZJ Laboval erhalten. Ob die 130 € nun ein Schnäppchen waren, kann ich nicht beurteilen. Es ist etwas "angestaubt" und muss erst mal gesäubert werden. Auf den ersten Blick macht es einen guten Eindruck. Der erste Blick durchs Mikroskop ist sehr zufriedenstellend. Mit dabei waren 2 CZJ Okulare 16x (ohne Pilz, leicht verschmutz), ein NoName 40/0,65 gefedert mit blauem Ring, ein CZJ 10/0,25, ein CZJ Planachromat 10/0,25 und ein Objektiv ohne Hülse (vermutlich 8x oder 6,3x). Wie zu erwarten geht der Grobtrieb etwas schwergängig, der Feintrieb dagegen butterweich. Leider ohne Kreuztisch, den brauche ich aber ohnehin nicht für meine Zwecke. Ich frage mich nun, um welches Model es sich bei dem Laboval handelt. Seriennummer (?) ist 736364.

Als Mineraliensammler leisten mein Eschenbach und mein Citoval 2 recht gute Dienste. Jetzt mag man sich fragen, was will ein Mineraliensammler mit einem Labormikroskop? Nun ja, die Stereozoommikroskope haben eine effektive Vergrößerung zwischen 20x bis 60x. Für die meisten Kristalle reicht das aus. Aber mich interessieren auch jene, die kleiner als 1mm sind. Da der Tisch vom Laboval einen sehr großen Hub aufweist, passen hier Micromounts (auch bereits gedost) wunderbar drunter. Und Vergrößerungen bis 500x eröffnen völlig neue Ansichten. Momentan beleuchte ich diese mit LED-Lampen von der Seite, ist aber noch keine befriedigende Lösung.

Nun bin ich im I-Net über eine koaxiale Beleuchtungseinrichtung von Carl Zeiss Jena gestolpert. Nun meine frage, ist diese Beleuchtungseinrichtung auch für mein Laboval geeignet bzw hat jemand Erfahrungen mit dieser Art der Beleuchtung?

Mit freundlichen Grüßen
Marcel

Bresser Advace ICD
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mhaardt

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #1 am: Mai 24, 2020, 13:24:15 Nachmittag »
Ich halte das für ein Laboval 3.  Den Kreuztisch wirst Du gelegentlich auf Ebay für wenig Geld bekommen.  Welchen Kondensor hast Du? Den Kondensortrieb kann man leicht reinigen und fetten, falls er verharzt ist.  Der Preis ist angemessen, weil der Kreuztisch fehlt und noch etwas zu machen ist.

Du brauchst leider immer zwei Sätze von Okularen:

Die Achromate ab 16x, alle Planachromate und alle
Apochromate am Laboval sind für die Verwendung mit kompensierenden
Okularen (markiert mit K oder PK, letztere insbesondere für
Plan(apo)chromate) vorgesehen.

P-Okular: Planokular ohne chromatische Vergrößerungsdifferenz
PK-Okular: Planokular mit chromatischer Vergrößerungsdifferenz (Kompensationsokular)

Die A- und die P-Okulare sind
für die schwach vergrößernden Objektive 2,5x, 4x, 6,3x und 10x.

Die 16x Okulare, vermutlich PK16x(12) sind nicht meine Lieblinge.  PK10x (15,5) finde ich sehr angenehm.  Auch die kriegt man auf Ebay oft günstig.

Das Laboval 3 war mein erstes Mikroskop.  Es tut seinen Job, aber die Zentrierung der Leuchtfeldblende könnte besser sein und vor dem Umbau auf LED fand ich die Leuchtfarbe schrecklich gelb.

Zufällig habe ich auch diese Auflichtbeleuchtung, leider ohne Leuchtmittel.  Ich habe mal mit einer Taschenlampe reingeleuchtet, was natürlich viel schlechter funktioniert, aber auch das gab schon brauchbare Bilder.  Es ist soweit ich weiss kein Koaxiallicht, sondern das Licht wird über einen Strahlteiler in den optischen Pfad eingekoppelt, d.h. das Objektiv beleuchtet das Objekt.  Da es sich um Endlichoptik handelt, ist in der Beleuchtung zudem eine Korrekturoptik eingebaut, d.h. man kann diese Beleuchtung an der ganzen Mikrovalserie verwenden.  Leider habe ich keine Anleitung dazu, die mir sagt, wie man sie einstellt.

Michael

palpatine

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #2 am: Mai 24, 2020, 14:54:36 Nachmittag »
Hallo Michael,

danke für deine Antwort. Die mitgelieferten Okulare tragen die Bezeichnung A 16(12). Ich habe testweise die Okulare P 10 und P16 von meinem Citoval probiert und finde das Bild ganz angenehm.

Der Kondensor scheint der Originale zu sein (Bild 1). Der Kondesortrieb läuft auch butterweich. Mitgeliefert wurde auch ein 2. Kondensor ohne Beschriftung (Bild 2). dieser besitz einen silbernen Adapter um in die Kondensorhalterung zu passen.

Das Licht funktioniert, läst sich dimmen und die Stellrädchen laufen auch sehr weich. Lediglich die Linse oder Glasscheibe muss gereinigt werden.

Die Auflichteinheit reizt mich ungemein, weil es genau das ist, was ich zur Beleuchtung brauche. Ich habe vor langer Zeit an der Uni von meinem Sohn ein Leitz mit Auflicht getestet und fand diese Beleuchtung genial. Jetzt muss ich mal die Augen offen halten und schauen, wo ich das Teil herbekomme.

Schönen Sonntag noch
Marcel
Bresser Advace ICD
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TPL

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #3 am: Mai 24, 2020, 15:27:56 Nachmittag »
Zitat
Als Mineraliensammler leisten mein Eschenbach und mein Citoval 2 recht gute Dienste. Jetzt mag man sich fragen, was will ein Mineraliensammler mit einem Labormikroskop? Nun ja, die Stereozoommikroskope haben eine effektive Vergrößerung zwischen 20x bis 60x. Für die meisten Kristalle reicht das aus. Aber mich interessieren auch jene, die kleiner als 1mm sind. Da der Tisch vom Laboval einen sehr großen Hub aufweist, passen hier Micromounts (auch bereits gedost) wunderbar drunter. Und Vergrößerungen bis 500x eröffnen völlig neue Ansichten. Momentan beleuchte ich diese mit LED-Lampen von der Seite, ist aber noch keine befriedigende Lösung.
Hallo Marcel,

zum Zeiss-Jena-Sortiment kann ich nichts beitragen, aber Dein Wunsch, rauhe, also nicht geschliffene Mineralobeflächen stark vergrößert zu betrachten, ist mir (Geologe) wohl bekannt. Um es vorweg ein bisschen drastisch zu schreiben: die üblichen Auflicht-Einrichtungen werden Dich vermutlich genauso enttäuschen wie mich. Das hat nichts mit Deinem neuen Mikroskop zu tun und schon gar nichts mit der Marke, sondern mit der dabei verwendeten koaxialen Beleuchtung (auch in den Strahlengang seitlich eingespiegelt nennt sich das koaxial ;)).

Kommen dazu die typischen Auflicht-Objektive für koaxiale Beleuchtung zum Einsatz, erhältst Du nichts sagende, stark überstrahlte Bilder mit minimaler Tiefenschärfe und wirst Dir Dein Stereomikroskop zurück wünschen. Denn dort verwendest Du eine grundsätzlich andere Form der Beleuchtung: die ein-, mehr- oder allseitig schräge/schiefe Dunkelfeld-Beleuchtung. Am Stereomikroskop ist diese Form der Beleuchtung so verbreitet, dass gewöhnlich kein Wort darüber verloren wird. Schließlich ist es die Art von Beleuchtung und Beobachtung, die wir auch ohne Hilfsmittel nutzen, und die uns (statt den Reflexionsfarben) die Eigenfarben der Objekte sehen und ihre Räumlichkeit erfassen lässt. All dies geht bei koaxialer Beleuchtung verloren. Daher mein Tipp, lieber keine zu großen Hoffnungen in solches AL-Zubehör zu setzen.

Es sei denn, ...
Wie geschrieben: ich kenne das Zeiss-Jena-Sortiment nicht. Allerdings vermute ich, dass es auch dort Objektive gegeben haben wird, die eine schiefe Dunkelfeld-Beleuchtung erlauben. Bei denen wird das koaxial eintreffende Licht über einen Ringraum um die Objektivlinsen vor der Frontlinse per Spiegel oder Diffusor von den Seiten her auf die Probe gelenkt. Damit hättest Du, im Prinzip, die gleiche Form der Beleuchtung wie (üblicherweise) am Stereomikroskop. Üblicherweise deshalb, weil die Dunkelfeld-Objektive der nicht-Stereomikroskope typischerweise sehr geringe Arbeitsabstände haben. Deshalb sind die Winkel, unter denen das Beleuchtungslicht auf die Probe gelenkt werden kann, sehr groß (bezogen auf die optische Achse) und sehr flach zur Probe.

Ein vielfach bewährter Kompromiss sind bei solchen Mikroskopen deren gewöhnliche Durchlicht-Objektive mit großem Arbeitsabstand, also ungefähr bis zum Abbildungsverhältnis 1:10. Da kann noch gut mit externen Leuchten improvisiert werden. Die vielen schönen Stapel-/Stacking-Beispiele hier im Forum sprechen Bände, wie gut so etwas aussehen kann.

Viele Grüße,
Thomas
« Letzte Änderung: Mai 24, 2020, 15:35:02 Nachmittag von TPL »

palpatine

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #4 am: Mai 24, 2020, 16:28:43 Nachmittag »
Hallo Thomas,

auch dir einen Dank für deine ausführliche Antwort. Die Stereozooms habe ich ja noch  8) und benutze diese zum ertsen Überblick über meine Proben. Meist entdeckt man dann doch etwas Interessantes und will da unbedingt reinzoomen und reinzoomen und das Bild wird immer dunkler. Habe beim Bresser ICD das Ganze bis 200x auf die Spitze getrieben. Das Bild läst dann aber auch nicht mehr viel erkennen. Daher die Anschaffung eines Binokulars.

Bei dem Zooms nutze ich, wie du schon vermutet hast, die seitliche Beleuchtung. Beim Citoval habe ich sogar ein Spaltringlicht angebracht. Die seitliche Beleuchtung ginge auch beim Laboval, nur muss ich hier die Beleuchtung um- bzw. neukonstruieren. Oder halt zum schwedischen Möbelhaus fahren  ;D

Zitat
Es sei denn, ...
Wie geschrieben: ich kenne das Zeiss-Jena-Sortiment nicht. Allerdings vermute ich, dass es auch dort Objektive gegeben haben wird, die eine schiefe Dunkelfeld-Beleuchtung erlauben. Bei denen wird das koaxial eintreffende Licht über einen Ringraum um die Objektivlinsen vor der Frontlinse per Spiegel oder Diffusor von den Seiten her auf die Probe gelenkt. Damit hättest Du, im Prinzip, die gleiche Form der Beleuchtung wie (üblicherweise) am Stereomikroskop. Üblicherweise deshalb, weil die Dunkelfeld-Objektive der nicht-Stereomikroskope typischerweise sehr geringe Arbeitsabstände haben. Deshalb sind die Winkel, unter denen das Beleuchtungslicht auf die Probe gelenkt werden kann, sehr groß (bezogen auf die optische Achse) und sehr flach zur Probe.

Ich glaube. du meinst hier die BD-Objektive. Neue Objektive stehen aber derzeit nicht im Budget da die zum Stacken schon ne Menge gekostet haben. Die Objektive am Laboval haben einen noch akzeptablen Arbeitsabstand und wie gesagt, meine noch improvisierte Schrägbeleuchtung funktioniert ja, sieht nur nicht professionel aus.

Schönen Sonntag

Marcel
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mhaardt

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #5 am: Mai 24, 2020, 19:57:59 Nachmittag »
Die Art der Beleuchtung ergibt in der Tat je nach Objekt sehr verschiedene Bilder.  Bei hoher Vergrößerung ist der Abstand zum Objekt so klein, dass man seitlich kein Licht mehr auf das Objekt bekommt und das Problem kann man mit der Auflichtbeleuchtung lösen.

Wenn senkrechtes Auflicht nur unerwünschte Reflektionen erzeugt, dann wäre Kreuzpolarisation vielleicht eine Lösung, um die Reflektionen zu unterdrücken.  Generell sieht man im direkten Auflicht Farben sehr gut, während Licht von der Seite viel Streuung erzeugt, was die Farben oft verblassen lässt, aber dafür die Textur schön zeigt, die man im direkten Auflicht kaum sieht.  Wird man natürlich bei direktem Auflicht von Reflektionen geblendet, ist es mit der Farbe vorbei.

Für schöne Aufnahmen kann man Bilder mit verschiedener Beleuchtung digital mischen, was deutlich weniger Arbeit macht, als verschiedene Beleuchtungen gleichzeitig im richtigen Verhältnis einzustellen.

Michael

TPL

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #6 am: Mai 24, 2020, 20:27:05 Nachmittag »
Zitat
Ich glaube. du meinst hier die BD-Objektive. Neue Objektive stehen aber derzeit nicht im Budget da die zum Stacken schon ne Menge gekostet haben. Die Objektive am Laboval haben einen noch akzeptablen Arbeitsabstand und wie gesagt, meine noch improvisierte Schrägbeleuchtung funktioniert ja, sieht nur nicht professionel aus.
Hallo Marcel,

die auch für Dunkelfeld geeigneten Auflichtobjektive haben bei den diversen Herstellern unterschiedliche Namen und Abkürzungen, aber BD (Bright / Dark Field) kenne ich zumindest von Nikon; bei Zeiss-West wäre es HD. Bis auf wenige Ausnahmen haben aber auch diese Objektive wieder den Nachteil sehr geringer Arbeitsabstände und entsprechend flacher Lichtführung. Und wie Du korrekt anmerkst, wäre das eben eine weitere, erhebliche Investition. Daher ist es sicher zielführender, wenn Du die improvisierte Schrägbeleuchtung nutzt, die sich ja (im Gegenwert eines Pizza-Abends zu zweit) leicht auf's Vierfache steigern lässt ;).

@ Michael: senkrechtes (koaxiales) Auflicht ist nach meiner Kenntnis und Erfahrung die Methode zur Sichtbarmachung von Reflexionsfarben und zur Unterdrückung (bis hin zur Ausschaltung) der Eigenfarben. Mit gekreuzten Polarisatoren bekommt man noch die Interferenzfarben dazu, aber um ein auf Reflexionskontrast optimiertes System dazu zu bringen, die Eigenfarben wieder besser sehen zu können (z.B. durch zusätzlich vorgeschaltete lambda/4-Platte), scheint mir der Aufwand unverhältnismäßig hoch. Vor allem, wenn ich mir überlege, dass die allermeisten mittleren und stärkeren AL-Objektive (und es geht ja darum, zu mehr Vergrößerung zu kommen als im Stereomikroskop) sehr geringe Arbeitsabstände haben. Unabhängig von der Beleuchtungsfrage kann das bei räumlich ausgedehnten Proben wie Mikromounts noch ganz andere Probleme machen: bevor man in die "Täler" dieser Proben fokussiert hat, stößt die Frontlinse bereits an deren "Gipfel".

Viele Grüße,
Thomas


plaenerdd

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #7 am: Mai 24, 2020, 21:17:02 Nachmittag »
Hallo Marcel,
Du brauchst Auflicht-Dunkelfeld. Das ist mit dem Laboval III nicht drin! Der Auflicht-Zwischentubus erlaubt nur Auflicht-Hellfeld. Da helfen auch keine anderen Objektive. Das Dunkelfeld wird bei Zeiss-Jena (zumindest bei der Mikroval-Serie) über seperate DF-Spielkondensoren realisiert, in die die normalen Auflichtobjektive eingeschraubt werden. Diese Kondensoren werden mit Schiebern einzeln eingeschoben. Die passen an keinen Objektivrevolver. Du bräuchtest entweder das VERTIVAL oder ein EPIGNOST.
Der Unterschied ist folgender:
Beim Auflicht-Hellfeld (AL-HF) wird durch das Objektiv senkrecht auf die Probe geleuchtet (koaxial) und das gleiche Objektiv nimmte das reflektierte Licht wieder auf. Da gibt es überhaupt keine Schatten.
Beim Auflicht-Dunkelfeld (AL-DF)wird seitlich neben dem Objektiv beleuchtet. Das macht man für gewöhnlich mit konischen Spiegeln, die um das Objektiv angeordnet sind. Wenn da das Licht von allen Seiten gleichzeitig kommt, hat man zwar auch kaum Schatten, aber das Bild wird mehr von gestreuten als von reflektiertem Licht erzeugt und entspricht sehr viel mehr dem natürlichen Eindruck. Durch Wegbelden von Teilen der ringförmigen Beleuchtung erhält man dann auch ein Bild mit Licht und Schatten.
Das AL-HF ist zur Untersuchung planer Anschliffe (Mineralogie, Metallogie). Hier geht es platt gesagt um den unterschiedlichen Reflektionsgrad und, wie Thomas schon schrieb, um die Refexionsfarben der einzelnen Aggregate des Anschliffs. Jede Fläche, die nicht senkrecht zum Objektiv und damit zum einfallenden Licht ist, erscheint dunkel. Man sieht damit den kleinsten Kratzer auf dem Anschliff. Für Mikromounts ist das aber vollkommen ungeignet.
Das von Thomas beschriebene Problem mit den Tälern und Hügeln, an die man bei den hohen Vergrößerungen anstößt, besteht natürlich erst recht mit den sehr breiten Spiegelkondensoren. Aber trotzdem sind durchaus höhere Vergrößerungen als mit dem Stereomikroskop drin, halt die "mittleren" am Auflichtmikroskop (10...15er Objektive) mit denen Du dann bei ca. 150...200facher förderlicher Vergrößerung rauskommst. Da sind die Arbeitsabstände noch moderat. Das 25er Objektv oder höher kannst Du vergessen.

Hast Du die Bedienungsanleitung zum Laboval III? Wenn nicht: Schicke mir einen e-mail (Briefsymbol unter meinem Avatarfoto), dann kann ich Dir ein PDF schicken.
Den Zwischtubus gab es mit und ohne Polarisation. Der von Dir gezeigte ist der ohne. Der mit Polarisator hat noch eine weitere Schiebestange.
Beste Grüße
Gerd
« Letzte Änderung: Mai 24, 2020, 21:19:24 Nachmittag von plaenerdd »
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Walter P.

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #8 am: Mai 24, 2020, 22:35:17 Nachmittag »
Hallo Marcel!

Ich kann dem Beitrag von Gerd nur beipflichten.
Ich habe ein CZJ Vertival mit dem ich auch Micromounts fotografiere.
Mit Auflicht-Hellfeld (axial) wird das nichts.

Ich verwende dafür Auflicht-Dunkelfeld.
Bis zu einer Vergrößerung bis 200 mal (12,5x Objektiv) hatte ich bisher kein Problem mit dem Abstand.

Lg
Walter

Ps:
Anbei ein Link von einem Foto im Auflicht-Dunkelfeld.
https://mikroskopie-forum.at/gallery/index.php/Image/1605-Silber/

plaenerdd

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #9 am: Mai 25, 2020, 20:25:38 Nachmittag »
Hallo Marcel,
Du wirst Dir ja jetzt nicht gleich noch ein VERTIVAL zulegen wollen. Bei den mittleren Vergrößerungen kannst Du aber auch am LABOVAL ein Auflicht-Dunkelfeld improvisieren. Du brauchst dazu gut verstellbare Lampen, wie z.B. die "Schwedenfackel" (Jansö). Ich habe 3 davon. Auf einer habe ich noch eine Uhrmacherlupe vorgesetzt, um das Licht schön auf den Punkt zu bringen. Für Minerale wäre es aber sicher sehr wichtig weiches Licht zu haben. Deshalb muss auch ein Defusor dazwischen geschaltet werden. Da geht fast alles, was das Licht irgendwie streut und keine Eigenfarbe hat (Zerschnittener Tischtennisball, Plastetrinkbecher...). Den muss man je nach Objekt ein wenig anpassen, aber das Grundprinzip ist ein Ring aus dem streuenden Material, den man um das Objekt stellt und wo von oben das Objektiv reingucken kann. Dann wird von außen beleuchtet. Mindestens 2 Lichtquellen verwenden, um Schatten aufzuhellen. Durch mehr oder weniger Abstand der Lampen regent man welche Seite des Objekts mehr Licht bekommt.
Übrigens brauchst Du unbedingt weniger stark vergrößernde Okulare! Mit dem Tubus, der einen Faktor von 1,6 hat und den 16er Okularen musst Du die Vergrößerung des Objektives mal 25 rechnen. Damit bist Du bei jedem einzelnen Deiner Objektive am äußeren Rand der förderlichen Vergrößerung. Das wichtigste Objektiv wird für Dich das 10er Planachromat werden. Dazu gehören CZJ-Okulare mit der Kennzeichnung "P" für "plan". Am besten 6,3er oder 8er. Du kannst in unserem Mikromarkt eine Suchanzeige schreiben, da hast Du mehr Sicherheit als bei e-bay. Verlange ein Rüchgaberecht bei Nichtgefallen. Du musst die testen können.
Dein Grobtrieb am LABOVAL muss deutlich schwerer gehen als der Feintrieb, damit Du weißt, dass jetzt auf grob umgeschaltet ist. Aüßerdem geht es ja jetzt schneller vorwärts. Da hat man schnell das Objektiv auf dem Objekt, wenn es gar zu leicht geht. Hat ja schließlich einen Kombinationstrieb, bei dem der Feintrieb nur eine halbe Umdrehung lang wirkt. Das macht dieses Mikroskop aber auch so gut wie untauglich für Fotostaking. Da braucht es einen Feintrieb, der über die ganze zu fotografierende Dicke des Objektes hindurch arbeitet. Ach hier kann ich wieder nur das VERTIVAL empfehen, dessen Feintrieb über 2,5cm arbeitet. Das LABOVAL ist nun mal als LABOR-Mikrokop für biologische Proben konzipiert und die sind meist nur wenige 10tel mm dick, wenn nicht sogar nur einige µm.
Beste Grüße
Gerd
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palpatine

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #10 am: Mai 25, 2020, 20:33:18 Nachmittag »
Servus,

vielen Dank an euch für die ausführlichen Beschreibungen der Beleuchtungstechniken. Ich denke, hier muss ich wohl noch reichlich geeignete Literatur durchlesen. Bisher war eben nur Beleuchtung von der Seite für mich interessant. Mir geht es hierbei nur um das Betrachten jenseits der gewohnten 60x Vergrößerung.

Ich habe mal meine Objketive, die ich zum externen Stacken verwende, am Laboval ausprobiert, da deren Arbeitsabstand zwischen 9 - 15 mm liegen und somit ein Aufschlagen der Linse ausgeschlossen ist. Dabei zeigt mein Nikon Mplan 20 LWD ein recht gutes Bild zusammen mit dem P16, obwohl es eine Tubuslänge von 210 mm hat und unendlich ist. Habe dann mal spaßenshalber mein Olympus MSPlan 50 /0,55 ULWD und das Nikon CF Plan 10/0,30 EPI rangebaut, das die nicht funktionieren, war mir aber schon klar, sind ja unendlich.

Mein Lomo 8/0,30 hat ein sehr gutes Bild, auch das Lomo 10/0,30, das kann aber mit CZJ 10/0,25 nicht mithalten. Der Oberkracher sind aber CZJ Semiplan 3,2/0,10 und das CZJ Semiplan 6,3/0,16, absolut scharfes und kontrasreiches Bild. Gibt es die auch in anderen Vergrößerungen?

Alles in allem bin sehr zufrieden und mit der finalen Beleuchtung finde ich auch noch eine Lösung.

Vielen Dank und schönen Abend
Marcel
 
Bresser Advace ICD
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palpatine

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #11 am: Mai 25, 2020, 20:43:55 Nachmittag »
Hallo Gerd,

an den Kombitrieb habe ich mich recht schnell gewöhnt. Man merkt, wenn der Feintrieb endet und der Grobtrieb greift. Der geht aber doch relativ schwer, im Gegensatz zu meinem Zoom muss mann schon ordentlich Kraft aufbringen. Evtl. ist das Fett etwas "verharzt" oder das Mikrokop stand lange unbenutzt rum. Ich weiss es nicht.

Die Sache mit den Diffusoren kenn ich vom Stacken, habe da auch verschiedene Varianten. Für die Beleuchtung habe ich 4 regelbare LED-Riegel am Schwanenhals bzw. halt Blitzlicht.

Den Planachromat CZJ 10/0,25 habe ich, aber das Bild ist nicht die Wucht, da ist der Achromat CZJ 10/0,25 oder das vom Lomo 10/0,30 besser.

Gruß Marcel
Bresser Advace ICD
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plaenerdd

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #12 am: Mai 25, 2020, 21:00:47 Nachmittag »
Hallo Marcel,
Zitat von: palpatine
obwohl es eine Tubuslänge von 210 mm hat und unendlich ist.
Watt denn nu: 210mm oder unendelich?
Ja, die Semiplane sind schon gut und harmonieren auch mit den "P"-Okularen aber in höheren Vergrößerungen gibt es die nicht. Da gibt es dann richtige Planobjektive.
Für Deine LOMOs brauchst Du "K" Okulare, denn bei der hohen numerischen Apertur sind das sicher Apochromate, die nach einem Kompensationsokular verlangen. Ein Bild gibts immer, aber die meisten Endlichobjektive sind zusammen mit dem Okular gerechnet, das die letzte Korrektur vornimmt. Deshalb braucht es für ein so buntes Sammelsurium an Objektiven auch eine Handvoll Okulare und optimaler Weise im richtigen Abstand zum Objektiv. Für die rein Beobachtung ohne Fotografie sind einfache Achromate und Planachromate in Deinem Metier die richtige Wahl. Die Objektive mit den höheren n.A. haben nähmlich bei gleicher Vergrößerung geringerer Schärfentiefen. Dafür ist ihr Auflösungsvermögen höher. Wenn man nicht je nach Objekt zwischen so vielen Kompromissen wählen müsste, bräuchte es die vielen verschiedenen Objektive nicht. ;D

Vielleicht ist Dein Planachromat 10/0,25 ja nicht mehr so ganz klar? Ziehe mal eines Deiner Okulare heraus und halte es über das andere, das noch im Tubus ist. Mit der Veränderung des Abstandes kannst Du so verschieden Ebenen innerhalb des Strahlenganges scharf stellen. Damit kann man z.B. Dreck auf der Hinterlinse sehen. Ein Einstellfernrohr wie es für die Justierung einer Phasenkontrasteinrichtung benutzt wird geht noch besser. Mit Wattestäbchen und Aqua dest. (anhauchen) kann man die Hinter- und Vorderlinse meist ganz gut reinigen. Für hartnäckigere Fälle nimmt man Wundbenzin aus der Apotheke statt Aqua dest. Keinen Alohol bei CZJ-Objektiven! Der lost die Verkittung der Linsen an.
Beste Grüße
Gerd

Beste Grüße
Gerd
« Letzte Änderung: Mai 25, 2020, 21:03:04 Nachmittag von plaenerdd »
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
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palpatine

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #13 am: Mai 25, 2020, 21:11:05 Nachmittag »
Hallo Gerd,

ups erwischt, ja das Nikon ist natürlich endlich. Kommt davon, wenn das Gehirn schon etwas weiter ist und die Finger noch tippen.  :o

Also zum reinen Betrachten werde ich das Mikroskop mit den Semiplans bestücken, dann das CZJ 10'er und ein CZJ 20'er, wenn der Arbeitsabstand groß genug ist.

Danke für den Tip zum Reinigen.

Gruß Marcel
Bresser Advace ICD
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Lungu

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Re: Laboval und koaxiale Beleuchtung
« Antwort #14 am: Mai 25, 2020, 21:45:55 Nachmittag »
Hallo Gerd,

leider kommt dieser Tipp mit dem Vertival für mich etwas spät, aber dieses Mikroskop wäre für mich, in vielen Fällen genau das richtige gewesen. Es gibt es auch noch recht preiswert und eine Überholung dürfte auch nicht die Welt kosten.
Grüße Lungu