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Ovulationsmikroskop ?

Begonnen von Klaus Herrmann, November 17, 2009, 17:30:59 NACHMITTAGS

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Piper

Hallo,

wirklich ein kurioser Link. Als ursprünglicher Rheinländer würde ich sagen: "Totaler Quatsch, gut für ne Fastelowendrede in de Bütt, vollllkommener Kappes (mit stimmhaftem "ellllll")."

Doch jetzt einige Anmerkungen im Ernst:

Die Zielgruppe für diese Offerte stelllen nur (!) Paare mit Kinderwunsch dar. Zur Empfängnisverhütung wird dieses "Mikro-Set" nicht angeboten. Wäre auch viel zu teuer, da Regressansprüche wegen ungewollter Schwangerschaften astronomisch hoch sein dürften.

Tatsächlich verändert der Cervix-Schleim kurz vor dem Eisprung, also ungefähr in der Zyklusmitte seine Konsistenz. Er wird dünnflüssig und ähnelt normalem Speichel. Dies kann jede Frau auch ohne solch ein "Mikroskop" einfach feststellen, wenn sie sich einen Tropfen Cervixschleim "angelt", diesen zwischen zwei Fingerspitzen nimmt und  dann auseinanderzieht. Wenn der Schleim einen langen Faden bildet (ähnlich wie "Spucke"), ist die Frau empfängnisbereit. Man spricht hier von der "Spinnbarkeit" des Cervix-Schleims. In dieser Konsistenz kristallisiert der Cervixschleim auf einem Objektträger so aus, dass er wie Farnkraut aussieht (Farnkraut-Phänomen). M.W. ist dieser Farnkraut-Test aber nicht wesentlich zuverlässiger als der Test auf Spinnbarkeit, der ja "makroskopisch" mit den bloßen Augen durchgeführt werden kann.
Außerhalb dieser Phase ist der Cervix-Schleim zäher und bröckliger, so dass Spermien den Cervixkanal nicht gut durchdringen können.

Der Speichel kann m.W. bei einer Frau die Viskositätsveränderungen in etwa "mitmachen", aber abgeschwächt und weniger zuverlässig. Daher sollte "man" bzw. "frau" vorzugsweise den Cervix-Schleim heranziehen, egal, ob mit "Mikroskop" oder ohne. Anmerkung: Auch Speichel von völlig gesunden und normal ausgelegten Männern kann wunderschöne Farnkraut-Kristalle ausbilden (klappt auch bei meinem eigenen Speichel, und zwar immer, ohne "Zyklus-Schwankungen"...).

Bei Kinderwunsch empfehle ich als Arzt meinen Patienten/innen, etwa 4-5 Tage vor bis 4-5 Tage nach der Zyklusmitte mehrere "Bestellungen" aufzugeben (wenn´s nicht zu "anstrengend" ist). Da die Spermnien ja 2-3 Tage vital bleiben, wird die Frau so durchgehend mit Spermien "versorgt", dies auch ohne ein "Ovulationsmikroskop".

Bei trotzdem ausbleibendem Kindersegen wird auch das "Ovulations-Mikroskop" nicht weiterhelfen, sondern eine weitergehende Diagnostik (bildgebend eine vaginale Sonografie zur Überprüfung, ob ein Eisprung überhaupt stattfindet und ein Spermiogramm zur Gegenprüfung der anderen "Voraussetzung" , letzteres mit einem "richtigen" Mikroskop).

Idee für den Hersteller: Weiterentwicklung zu einem Reisemikroskop für den modernen "Casanova", vielleicht noch gegen Aufpreis mit Färbeset (Professional-Version...). Dann könnte "man" hiermit bei "hwG" vor weiteren Aktivitäten Untersuchungen auf Filzläuse, Lamblien, Trichomonaden, Gonokokken, Spirochäten etc. durchführen. HIV-Viren werden aber leider trotzdem unsichtbar bleiben, was auf dem Beipackzettel erwähnt werden sollte. Oder man legt noch eine Batterie dazu zwecks Aufrüstung zur "Elektronenmikroskopie".

Viele kurzweilige Mikro-Grüße
Jörg Piper

Peter V.

#16
ZitatHIV-Viren werden aber leider trotzdem unsichtbar bleiben, was auf dem Beipackzettel erwähnt werden sollte.

Sicher aber auch eine lösbare Aufgabe. Man muss nur die richtigen Wissenschaftler mit der Entwicklung beauftragen. Ich kenne da Forscher, die bereits mit dem Lichtmikroskop gerade HIV-Viren auf's Prächtigste zur Darstellung bringen. Von dort dürfte es nur noch ein kleiner Entwicklungsschritt bis zum handlichen "SaferGV-scope" sein. Vermutlich mit besserem wirtschaftlichen Erfolg als bei der Vermarktung von Pferdemistpressen  ;D

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Druse

#17
Hallo Jörg,

danke für den wirklich kurzweiligen Bericht. Als Rheinländerin jefällt mir dat natürlisch besonders juut ;)

und vielleicht sollten mein Assi und ich den Quatsch doch in der Karnevalszeit in der Apo vetreiben..., genau wegen dieser Idee:

Zitat von: Piper in November 18, 2009, 23:53:10 NACHMITTAGS
Idee für den Hersteller: Weiterentwicklung zu einem Reisemikroskop für den modernen "Casanova"

Es gäbe mit Sicherheit Abnehmer ;D

Ne schöne Jruuß
Mila

@ Peter: ein kleiner Zusatzverkauf würde es schon zum safer-scope-Gerät aufrüsten, zur Not als Staubschutzhülle verwendbar...  ;) :-X

Robert Götz


ZitatDann könnte "man" hiermit bei "hwG" vor weiteren Aktivitäten Untersuchungen auf Filzläuse, Lamblien, Trichomonaden, Gonokokken, Spirochäten etc. durchführen. HIV-Viren werden aber leider trotzdem unsichtbar bleiben, was auf dem Beipackzettel erwähnt werde

Lamblien hätte ich eher im Magen-Darm-Bereich vermutet. Aber man lernt nicht aus.
Für Gonokokken und Spirochäten dürfte die 50fache Vergrößerung etwas knapp sein. Für Trichomonaden wäre vielleicht ein
Phasenkontrastzusatz zu erwägen, da sie durch die Färbung getötet werden und man sie lebend besser erkennen kann.

Aber für (zukünftige) Eltern ist die Anschaffung auch insofern erwägenswert, als sie dann gleich ein Mikroskop haben, das sie dem
Nachwuchs schenken können, wenn er später mal den Wunsch danach äußert.

Möglicherweise wird es mal einen hohen Sammlerwert haben, da es sicher schnell wieder vom Markt verschwindet. Also kaufen und
in der ungeöffneten Originalverpackung lassen.

Gruß
Robert

Peter V.

ZitatMöglicherweise wird es mal einen hohen Sammlerwert haben, da es sicher schnell wieder vom Markt verschwindet. Also kaufen und
in der ungeöffneten Originalverpackung lassen.

Ach, ich weiss nicht - es gibt ja so so viele Kuriostäten im (para)medizinischen Bereich...wer Lust hat, kann ja mal nach Lunette googeln ( da aber völlig OT, zu diesem Produkt bitte hier keine weiteren Kommentare  ;) )

Herzliche Grüße
Peter
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