Autor Thema: Mein Garten unter dem Mikroskop  (Gelesen 4681 mal)

plaenerdd

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #15 am: Juli 07, 2020, 06:24:08 Vormittag »
genau! und am untersten Bildrand die eine Spirogyra.
LG Gerd
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jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #16 am: Juli 07, 2020, 18:56:54 Nachmittag »
Hallo Jon und Gerd,

danke für Eure Bestimmungshilfe! So ein Seerosenstiel scheint ja ein ziemliches Biotop zu sein, hier noch einmal drei Bilder. Könnte das erste eine Insektenlarve sein, und das zweite und dritte ein Rädertier?

Allzu tief sollte ich in die Tümpelei nicht einsteigen. Ansonsten bade ich nur mehr dort, wo Edelstahlauskleidung und üppige Chlorierung dem Treiben der Mikrowelt ein Ende setzen.

Jürgen

Herbert Dietrich

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #17 am: Juli 07, 2020, 22:20:54 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

da bist Du auf dem falschen Dampfer!!! 
wo Edelstahlauskleidung und üppige Chlorierung dem Treiben der Mikrowelt ein Ende setzen.
da ist das Reich der Mikrobiome. Da kannst Du den Seerosenstängel getrost vergessen.

Ergänzend zu dem Film "Die Wüste lebt"  die ERDE LEBT, Gott sei Dank!

Herzliche Grüße

Herbert

D.Mon

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #18 am: Juli 07, 2020, 22:47:14 Nachmittag »
Ich würde mir außerdem mehr Gedanken über die Keime auf Deiner Tastatur machen, auf der Du Deine Beiträge schreibst - und kratz Dich jetzt ja nicht an der Nase  ;).

Gruß
D.Mon
Bitte per "Du" - Martin alias D.Mon
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Glück kann man nicht kaufen.
Aber man kann ein Mikroskop kaufen und das ist eigentlich dasselbe!
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plaenerdd

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #19 am: Juli 07, 2020, 22:47:28 Nachmittag »
Hallo Jürgen,
aber mit den Bestimmungen bist Du auf dem richtigen Dampfer, was Insektenlarve und Rädertier angeht.
Ein Seerosenstängel ist nicht nur ein schönes Biotop für Mikroorganismen, er ist auch selber sehr schön, besonders im polarisierten Licht.
LG Gerd
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jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #20 am: Juli 08, 2020, 09:45:47 Vormittag »
Hallo an alle,

Herbert, d.mon: Ihr habt da sicher recht, das Leben in der Natur ist gefährlich, und das in der Zivilisation noch gefährlicher. Aber rein optisch wirkt so ein Mini-Monster im Mikroskop dennoch "abschreckender" als das Abbild von Bakterien&Co in  Pünktchen- oder Stäbchenform.

Gerd, danke für den Link zu den Polarisations-Aufnahmen der Seerosen, da rutscht mein Upgrade-Wunsch für eine einfache Pol-Einrichtung sofort nach oben. Im Moment kann ich leider nur Hell- und Dunkelfeld nutzen. Fluoreszenz wäre schön, Pol und DIK natürlich auch, und dann nehmen wir gleich ein CLSM dazu,  ...

Jürgen

D.Mon

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #21 am: Juli 08, 2020, 17:52:31 Nachmittag »
Klarer Fall von GAS :).
Die Hoffnung auf Heilung ist leider gering.

Gruß
D.Mon
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jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #22 am: Juli 08, 2020, 23:03:29 Nachmittag »
Klarer Fall von GAS :).
Die Hoffnung auf Heilung ist leider gering.
Naja, eine gewisse Neigung in der Richtung ist wohl da. Obwohl, auch das reine Hellfeld mit der LED-Beleuchtung und den HC PL Fluotaren macht schon Freude und hilft, die Zusatzwünsche noch hinauszuschieben.

Hier ein paar Bilder des "Rädertierchenhotels", einmal als Foto der Gesamtsituation, und einmal als Schnitt (Wackerfärbung) eines Blattstängels. Die Gesamtaufnahme ist ein Panorama aus 4 Aufnahmen mit 5x, das mittlere Bild eine Aufnahme mit 20x-Objektiv, und das letzte Bild (Sklereide?) ein Stack aus 5 Aufnahmen mit 40x-Objektiv.

plaenerdd

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #23 am: Juli 08, 2020, 23:24:31 Nachmittag »
Hallo Jürgen,
wenn Du mehr Sklereiden finden willst, musst Du mal einen dicken Handschnitt machen. Klar: Ein Schnitt von nur einer Zelldicke bringt die Zellstrukturen klar zu Tage, aber wenn Du mal einen dickeren Schnitt anschaust, ist es als würdest Du in eine stachelige Kristalldruse gucken. Das wird mit zwei einfachen Polfiltern und einer Verzögerungsfolie auch ohne Färben hübsch bunt. Zur Polfolie habe ich Dir vor ein paar Stunden eine PM geschrieben. Melde Dich, wenn Du welche haben willst.
Beste GRüße
Gerd
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Fahrenheit

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #24 am: Juli 09, 2020, 08:15:23 Vormittag »
Lieber Jürgen,

aus meiner Sicht gibt es an Schnitt, Färbung  und Fotografie des Seerosenstängels nichts auszusetzen. Ein schönes Präparat.

Wenn Du für die einzelnen Pflanzen eigene Threads auf machst, kann ich sie auch in die Botanikliste übernehmen. :)

Herzliche GRüße
Jörg
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knipser009

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #25 am: Juli 09, 2020, 10:50:25 Vormittag »
hallo Jürgen


Gerd, danke für den Link zu den Polarisations-Aufnahmen der Seerosen, da rutscht mein Upgrade-Wunsch für eine einfache Pol-Einrichtung sofort nach oben.

Jürgen

lies Dir einmal die Info über "Pol - für - Arme ;D" im nachfolgenden Link ab Antwort 3 ff durch :

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16817.0
« Letzte Änderung: Juli 09, 2020, 10:51:56 Vormittag von knipser009 »
Viele Grüße aus dem SaarPfalzKreis

Wolfgang
gerne per "Du"

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #26 am: Juli 09, 2020, 13:06:39 Nachmittag »
@Wolfgang, Gerd: Mit den Polfiltern habt Ihr mich jetzt etwas auf den Geschmack gebracht, das ist ja ein eher überschaubares Upgrade. Man braucht klarerweise die zwei (Linear)polfilter vor und hinter dem Objekt. Was ich nicht verstehe: Wofür ist dann die Lambda-Platte da? Die taucht da ja auch öfters auf.

@Jörg: Im Moment schnipple ich alles klein, was mir so unter die Finger kommt. Der "botanische Tiefgang", wie man ihn in den Threads Deiner Botanikliste findet,  ist da noch weit entfernt. Wenn ich irgendwann etwas fundierter unterwegs bin, mache ich gerne einen eigenen Thread zu einzelnen Arten auf.

LG

Jürgen

JB

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #27 am: Juli 09, 2020, 13:42:37 Nachmittag »
@Wolfgang, Gerd: Mit den Polfiltern habt Ihr mich jetzt etwas auf den Geschmack gebracht, das ist ja ein eher überschaubares Upgrade. Man braucht klarerweise die zwei (Linear)polfilter vor und hinter dem Objekt. Was ich nicht verstehe: Wofür ist dann die Lambda-Platte da? Die taucht da ja auch öfters auf.

Hallo Juergen,

Olaf hat mal erklaert, wie man auch die in der Photographie verbreiteten Zirkularpol-Filter als lineare Filter am Mikroskop verwenden kann https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35033.0

Zwischen die Polfilter kann man dann zusaetzliche Lambda-Folien einbringen (1/4 oder 1 sind ueblich).

Beste Gruesse,

Jon

plaenerdd

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #28 am: Juli 09, 2020, 19:15:17 Nachmittag »
Hallo Jürgen,
Zitat von: jcs
Wofür ist dann die Lambda-Platte da? Die taucht da ja auch öfters auf.
Ein richtiges Polarisationsmikroskop ist ein Meßinstrument, bei dem Polfilter und Analysator in exakt festgelegten Richtungen orientiert sind. MIt den verschiednen Kompensatoren (λ/4, λ/2, ROT I) kann man durch Addition oder Subtraktion herausfinen, in welcher Ordnung die Farbe steht, also, ob es ein Rot erster oder 2.Ordnung ist. Das ist wie ein definierter Kristall, mit dem ich einen unbekannten Kristall vergleiche. Dazu hat der drehbare Tisch auch noch eine 360°-Skala, mit der ich die Probe ständig drehe und z.B. Auslöschungswinkel ausmessen kann.
Für die einfache Polarisationseinrichtung, mit der ich einfach nur doppelbrechende Strukturen nachweise (z.B. Stärke, Zellulose, nichtkubische Kristalle) reichen die beiden gekreuzten linearen Polfilter. Die Kompensatoren dienen dann lediglich für Farbeffekte, die durch die Interferenzen entstehen. Ist hald hübsch. Du kannst dafür Tesafilm auf Objektträger kleben. Da hast Du zwar keine bekannten, definierten Verzögerungen, aber bunt wirds auch.
Für weitere Einblicke in die Polarisationsmikroskopie empfehle ich die Seite von Olaf Medenbach z.B. den dowenload "Kristalloptik spielend erlernen".
Beste Grüße
Gerd
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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #29 am: Juli 16, 2020, 23:17:55 Nachmittag »
Liebe Mikro-Botaniker,

Diesmal musste eine Wildrose ein paar Opfer bringen, um hier gezeigt zu werden. Die Wildrosen sind aktuell die Stars in der Hummel-Szene, die tummeln sich gerade massenweise auf den Blüten. Der üppige Nektar in Kombination mit dem feinen Rosenduft scheint diese fleißigen Insekten unwiderstehlich anzuziehen.

Diesmal habe ich neben dem Spross (2.Bild, 5x-Objektiv, Schnitt mit SHK-Klingenhalter und Zylindermikrotom, Wacker-Färbung, Panorama aus 9 Aufnahmen) auch die Wurzel unters Mikroskop gelegt (5x-Objektiv, z-Stack aus 4 Aufnahmen, Wacker-Färbung). Die Sprosse und Wurzeln wurden in AFE für 2 Tage fixiert und lagen dann 3 Tage in 70%Ethanol bevor sie unters Messer kamen.

Das Schneiden und Färben der Wurzel klappt noch nicht ganz zufriedenstellend, aber man sieht hoffentlich das Wichtigste. Wäre interessant, wie der Übergangsbereich zwischen Spross und Wurzel aussieht, das müsste ja ein kontinuierlicher Übergang sein, vermute ich.

LG

Jürgen