Autor Thema: Mein Garten unter dem Mikroskop  (Gelesen 4682 mal)

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #30 am: August 25, 2020, 23:36:39 Nachmittag »
Der heurige Sommer war bis jetzt warm und feucht, das freut natürlich die diversen Pilze, auch die in meinem Garten. So haben sich heuer drei Arten von Hutpilzen an die Oberfläche gewagt (siehe Bild 1-3). Ich kann nicht einmal sagen, welche Arten das sind. Sie landen deshalb nicht im Schwammergulasch, sondern nach wenigen Tagen im Magen diverser Nacktschnecken, die so ein Pilzmahl offenbar sehr schätzen.

Auf jeden Fall ein Zeichen einer gesunden Bodenflora, was auch diverse einheimische Orchideen freut, die sich in den vergangenen Jahren im Garten etabliert haben. Dazu werde ich später noch einige Bilder zeigen. Zum Teil konnte ich die Orchideensamen erfolgreich aussäen und eine stabile Population an Pflanzen erhalten.

Um der Sache etwas systematischer auf den Grund zu gehen, bietet sich natürlich das Mikroskop an. Die Orchideen sind ja auf mikroskopisch feine Mykorrhiza-Pilze angewiesen, um keimen zu können. Bild 5 zeigt eine Aufnahme aus dem Gartenboden im Stereomikroskop, wo man die Hyphen solcher Bodenpilze (hoffentlich) gut erkennen kann (ich habe am Stereomikroskop leider noch keine Fotoadaption, deshalb eine Aufnahme mit dem Handy durch das Okular).

In Bild 4 ist dann noch ein Samen einer Ständelwurz-Orchidee (Epipactic atrorubens) abgebildet, der bereits von Pilzhyphen umgeben ist. Mal schauen, ob da etwas keimen wird.

LG

Jürgen
« Letzte Änderung: August 25, 2020, 23:38:48 Nachmittag von jcs »

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #31 am: August 30, 2020, 10:24:44 Vormittag »
Liebes Forum,

Wie oben beschrieben, haben sich im Garten einige Orchideenarten angesiedelt. Eine der Arten ist das rote Waldvöglein (Cephalanthera rubra), das mit mittlerweile 20 Exemplaren vertreten ist. Der Bestand stammt aus zwei Pflanzen, die sich zufällig angesiedelt haben, und die ich dann regelmäßig per Aussaat "kultiviert" habe.

Das rote Waldvöglein kommt europaweit vor. In den nördlichen und südlichen Kalkalpen tritt es etwas häufiger auf, ist also keine besonders seltene Orchidee. Besonders ist allerdings, dass es sich bis jetzt gezielten Züchtungsversuchen über symbiotische und asymbiotische Kultivierung recht hartnäckig entzieht.

Im Gegensatz zu den meisten anderen einheimischen Orchideen kann man es also nicht von spezialisierten Gärtnereien kaufen. Ausgraben von Naturbeständen ist übrigens (1) verboten und (2) funktioniert nicht, da die Orchideen auf ganz spezielle Bodenverhältnisse angewiesen sind, insbesonders auf eine passende Pilzflora (Mykorrhiza).

Laut Literatur bevorzugt das rote Waldvöglein lichte Wälder, vor allem Föhren-, Eichen-, Buchen- und Laubmischwälder. Die Art kommt aber auch in Waldschlägen, an Straßenböschungen und in beschatteten Wiesen vor. In meinem Garten finde ich sie an drei Stellen: Unter einer großen Buche, unter Fichten und unter einer verwilderten Hecke. Was die drei Standorte gemeinsam haben, ist eine Abdeckung des Bodens mit Buchenlaub. Alle drei Standorte sind im Sommer recht trocken, die Art verträgt sicher keine Staunässe und ist recht konkurrenzschwach.  Die Art ist offenbar sehr genügsam und wächst im Wesentlichen dort, wo nichts anderes wachsen kann.

Als kleines Forschungsprojekt möchte ich den Bedingungen, unter denen diese Art gedeiht und keimt, konkreter auf die Spur kommen, und dazu werde ich hier ab und zu ein paar Bilder posten. Anfangen möchte ich mit einem Foto der Pflanze, sowie mit einem gefärbten Querschnitt durch den Spross (Pflanzenstängel), aufgenommen mit 5x-Objektiv (Leica HC PL Fluotar) in Wacker-Färbung. Der Schnitt war 50mum dick. Die Stängel lassen sich sehr schwer schneiden, da das Mark sehr weich ist, und die Rinde sich fast immer ablöst. Die Aufnahme ist also eher dokumentarisch zu sehen.

LG

Jürgen

Quellen:
[1] AHO Bayern, http://www.aho-bayern.de/taxa/ce_rubr.html
[2] N.Griebl, Die Orchideen Österreichs, Freya-Verlag, 2013
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 22:46:02 Nachmittag von jcs »

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #32 am: August 30, 2020, 10:30:41 Vormittag »
Besonders interessant ist das Keimverhalten der Orchideen. Die Pflanzen produzieren eine Unmenge von Samen, die allerdings keine oder fast keine Nährstoffe enthalten. Keimen kann eine Orchidee nur dann, wenn ein geeigneter Bodenpilz vorhanden ist, der den Keim mit Nährstoffen versorgen kann. Manche Arten sind ihr Leben lang auf die Versorgung duch Pilze angewiesen, die meisten (einheimischen) Arten allerdings nur während der Keimphase.

Die Bilder unten zeigen eine Samenkapsel des roten Waldvögleins und eine Aufnahme mehrerer Samen mit Maßstab. Die Samen sind ca. 0,5mm groß und bestehen aus einer äußeren, netzartigen Hülle (Testa) und dem eigentlichen Samen im Inneren. Mit etwas Mühe habe ich einen einzelnen Samen aus dem umgebenden Netz herauspräpariert, und das letzte Bild zeigt diesen Samen im Durchlicht, aufgenommen mit dem 20x-Objektiv.

« Letzte Änderung: August 31, 2020, 22:45:02 Nachmittag von jcs »

D.Mon

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #33 am: August 30, 2020, 21:36:36 Nachmittag »
Sehr schön und interessant. Danke fürs teilen.

Gruß
D.Mon
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Florian D.

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #34 am: August 31, 2020, 01:09:18 Vormittag »
Hallo,

der erste Pilz ist ein netzstieliger Hexenröhrling, der 2. vielleicht ein Täubling, der 3. wohl ein Körnchenröhrling (ich vermute, da wächst eine Kiefer in der Nähe?).

Viele Grüsse
Florian

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #35 am: August 31, 2020, 08:31:02 Vormittag »
Hallo d.mon und Florian,

danke für Eure Rückmeldungen. Freut mich, wenn das Thema Anklang findet. Ich vermute allerdings, dass das unterirdische Leben im Garten nicht allzu massentauglich ist, was das Interesse der breiteren Öffentlichkeit betrifft.  Mit Schminkvideos bekommt man vermutlich mehr Resonanz (Notiz an mich: eventuell ausprobieren   ;D ).

Ich finde es aber überraschend, wie wenig wir eigentlich davon wissen, was sich 10cm unter unseren Schuhsohlen abspielt, wenn wir durch  den Garten gehen. Die Pilzflora spielt dabei sicher eine sehr essenzielle Rolle, und ohne mikroskopische Methoden kommt man diesen Vorgängen nicht auf die Spur.

@Florian: Danke für die Bestimmung, speziell den Körnchen-Röhrling hatte ich überhaupt nicht auf der Liste der möglichen Arten.

LG, und eine schöne (Arbeits)woche

Jürgen

D.Mon

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #36 am: August 31, 2020, 14:59:44 Nachmittag »
Ich finde es aber überraschend, wie wenig wir eigentlich davon wissen, was sich 10cm unter unseren Schuhsohlen abspielt, wenn wir durch  den Garten gehen. Die Pilzflora spielt dabei sicher eine sehr essenzielle Rolle, ...
Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich habe neulich auch einen Bericht gesehen, dass die weitaus überwiegende Mehrzahl der heimischen Bäume in symbiotischen (oder ähnlichen) Beziehungen mit Pilzkolonien leben und teilweise ohne diese gar nicht lebensfähig wären und die Mykorrhizageflechte beispielsweise in Wäldern regelmäßig gewaltige Ausmaße annehmen. Laut Wikipedia gibt es solche symbiotischen Lebensgemeinschaften schon seit mindesten 400 Mio. Jahren und 90% aller Landpflanzen können solche Beziehungen zum gegenseitigen Nutzen (nicht immer, es gibt anscheinend auch jede Mange Täuscher) eingehen.

Das größte bekannte Lebewesen der Welt ist übrigens ein Pilz. 1992 wurde einer entdeckt, dessen Myzel 150.000 qm groß, rund 100 t schwer und ca. 1.500 Jahre alt - und noch nicht mal der größte seiner Art - gewesen soll

Grüße
D.Mon
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plaenerdd

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #37 am: August 31, 2020, 19:14:32 Nachmittag »
Hallo D.Mon,
Zitat von: D.Mon
Laut Wikipedia gibt es solche symbiotischen Lebensgemeinschaften schon seit mindesten 400 Mio. Jahren
Hier kannst Du 400Mill. Jahre alten Pilze ansehen( die beiden letzten Bilder des Beitrags). Das sind zwar die Zersetzter und nicht die Symbionten, aber auch die kennt man schon aus dem Rhynie-Chert. Die Landpflanzen hätten ohne die Pilze, die mit ihren chemischen Keulen auch Minerale kleinschlagen können (Man denke an die allseits bekannten Glaspilze auf den Optiken von Mikroskopen) sicher nicht so ohne Weiteres den Schritt an Land geschafft und auch heute geht im Wald praktisch nichts ohne Pilze.

Hallo Jürgen,
der Orchideensamen im Durchlicht gefällt mir, wäre aber sicher auch im Auflicht interessant. Bei einem 20er Objektiv könnte man noch mit einer seitlichen Beleuchtung ran, wenn die n.A. nicht zu groß ist. Ich nutze gerne eine JANSJÖ mit aufgesetzter Uhrmacherlupe zur Fokussierung des Strahls.
LG Gerd
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 19:18:44 Nachmittag von plaenerdd »
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
Inverses: Willovert mit Ph

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #38 am: August 31, 2020, 22:44:43 Nachmittag »
Hallo Gerd, D.Mon,

das Thema Evolution und Pilze, sowie deren aktuelle Rolle auch in der heutigen Zeit ist sehr faszinierend. Natürlich gibt es zahlreiche wissenschaftliche Pofis, die dazu schon viel herausgefunden haben, allerdings ist einiges immer noch recht geheimnisvoll. Warum ein Steinpilz oder ein Eierschwammerl an einer gewissen Stelle prächtig gedeiht, und an einer anderen sehr ähnlichen gar nicht, wird uns keiner wirklich erklären können. Mit einem einfachen Durchlicht-und Stereomikroskop erwarte ich auch nicht, die immensen Erkenntnisse dazu zu finden. Aber spannend ist das Ganze schon, und Stöbern in meinen mit Gartenerde und Orchideensamen gefüllten Testlabors (erstes Bild) macht definitiv Spaß, erstaunlich was sich da alles verbirgt.

Gerds Tipp zu Auflicht habe ich auch gleich ausprobiert, siehe viertes Bild (aufgenommen am Leica DM200 mit meiner Handytaschenlampe als Auflicht-Quelle).

Heute habe ich mir die Fuchs'sche Fingerwurz (Dactylorhiza fuchsii) vorgenommen, diese Art blüht ebenfalls im Garten. Das Fuchs-Knabenkraut ist so etwas wie das Gänseblümchen der hiesigen Orchideen-Szene, recht häufig und an einer Vielzahl von Standorten zu finden. Es lässt sich auch vergleichsweise einfach kultivieren, siehe zweites Bild einer Pflanze im Garten. Zeitweise hatte ich knapp 50 Exemplare, der trockene und heiße Sommer 2019 hat allerdings die meisten Pflanzen wieder verschwinden lassen. Die Art mag es also etwas kühler und feuchter, bei mir wächst sie beispielsweisein einem mit Rindenmulch bedeckten, schattigen Platz recht gut.

Erde aus diesem Beet mit etwas vorhandenem Mulch habe ich in einer gläsernen Jausenbox gelagert, einige Samen ausgesät und nach 10 Tagen scheint auch einiges zu keimen, wie man im dritten Bild sieht: Die Samen quellen auf, sprengen das Netz der Testa und bilden erste Rhizoide. Somit ein erster kleiner Erfolg dieser Versuche zur symbiotischen Kultur. Das vierte Bild zeigt so einen Keim (Protokorm) im Auflicht (HC PL Fluotar 10x, Handy-Taschenlampe als Auflicht-Beleuchtung, Fokus-Stack aus 5 Aufnahmen). Es bleibt also spannend!
« Letzte Änderung: August 31, 2020, 23:18:56 Nachmittag von jcs »

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #39 am: September 07, 2020, 20:09:18 Nachmittag »
Liebes Forum,

weiter oben hat Florian die diversen Pilzarten anhand der schnell geknipsten Fotos bestimmen können. Das habe ich zum Anlass genommen, eine Art (in dem Fall den Körnchenröhrling - Suillus granulatus) etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Laut Literatur wächst diese Art vor allem unter Kiefern auf kalkhaltigem Boden, allerdings scheinen die Pilze im Garten das Studium der einschlägigen Fachliteratur nicht allzu ernst zu nehmen. Kiefern gibt es dort nämlich weit und breit keine. Aber Pilze sind ja vielfach Individualisten, deren zeitliches und örtliches Auftreten sehr variabel ist. Wie man im zweiten Bild sieht, wachsen sie im Garten unter anderem in Lücken im asphaltierten Gartenweg.

Zwecks genauerer Untersuchung habe ich mehrere Exemplare 5-10cm tief ausgegraben, um am Stereomikroskop bessere Möglichkeiten der Beobachtung zu haben.

Jürgen

jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #40 am: September 07, 2020, 20:22:41 Nachmittag »
Das erste Bild weiter unten zeigt, wo der Name "Körnchenröhrling" seinen Ursprung hat: Am Stiel treten vielfach kleine Tröpfchen aus, die der Oberfläche das körnchenartige Muster verleihen.

Im zweiten Bild sieht man die Struktur der Röhrchen im Stereomikroskop bei 20-facher Vergrößerung. Auch den Übergang zwischen Trama und Röhrchen im Hutquerschnitt habe ich so aufgenommen (drittes Bild).

Aus Interesse wollte ich den Übergang zwischen Stiel und dem unterirdischen Myzel anschauen, welches man ja als Pilzsammler (der ich übrigens nicht bin) nicht zu Gesicht bekommt. Das vierte Bild zeigt diesen Übergang zwischen Stiel und dem Myzel im Boden. Ich habe dazu eine alte Mikrotomklinge geopfert, und ein Stück des ausgegrabenen Pilzes entlang dem Stiel nach unten durchgeschnitten. Direkt am Stiel ist das Myzel sehr dicht, nach unten verlaufen sich die Hyphen recht rasch und sind kaum mehr sichtbar.

Damit auch das 100er Objektiv am Durchlichtmikroskop wieder einmal etwas zu tun hat, habe ich im letzten Bild noch eine Aufnahme der Sporen gemacht. In Übereinstimung mit den Literaturwerten sind die Sporen ca. 3mum breit und 7-8mum lang. Eine Einfärbung mit Baumwollblau habe ich auch versucht, hat leider nicht funktioniert. Deshalb zeige ich die im Wasser eingedeckten Sporen, Aufnahme mit Immersionsöl auf dem Deckglas.

D.Mon

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #41 am: September 07, 2020, 22:20:58 Nachmittag »
Sehr schöne Bilder.
Danke fürs Teilen.

Gruß
D.Mon
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beamish

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #42 am: September 07, 2020, 22:41:46 Nachmittag »
Hallo Jürgen
ist es sicher, dass da nie eine Kiefer stand? Ich kenne Berichte von Mycorrhiza-Pilzen, die immer noch am Standort zu finden waren, nachdem der zugehörige Baum schon viele Jahre zuvor gefällt wurde. Das Wurzelsystem bleibt offenbar unter Umständen noch lange aktiv.
Grüsse
Martin
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No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
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jcs

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #43 am: September 08, 2020, 22:02:30 Nachmittag »
Hallo d.mon und Martin,

danke für euer Feedback! Kiefern gab es in der näheren Umgebung zumindest die letzten 25 Jahre keine, dafür einige Fichten, Buchen und zahlreiche Sträucher. Nachdem die Körnchenröhrlinge auch zuverlässig bei feuchtem Wetter aufpoppen, scheint ihnen da etwas systematisch zu gefallen.

Ein kleiner Schwenk von der Flora zur Fauna: Beim Pilze-Einsammeln habe ich auch kurz zu den Seerosen geschaut, und auf den Stängeln die üblichen Verdächtigen (Rädertiere, Amöben, Stentoren, ..) gefunden. Einer der Organsmen ist mir noch nie untergekommen, siehe unten. Kann mir da jemand weiterhelfen?

Das Tierchen ist schon recht groß, hat mehrere (fünf?) mit fleißig strudelnden Wimpern umgebene Einbuchtungen. Es dürfte auch eine Schale vorhanden sein, die bei der Beobachtung zum Teil gesprungen ist, als sich das Deckglas durch Wasserverdunstung gesenkt hat. Ein Fuß/Rüssel, der regelmäßig ein- und ausfährt, war auch noch im Spiel.

Ein Video dazu hätte ich auch noch:
Mikroorganismus

LG

Jürgen

plaenerdd

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Re: Mein Garten unter dem Mikroskop
« Antwort #44 am: September 08, 2020, 22:09:17 Nachmittag »
Hallo Jürgen,
ich denke, dass das eine sehr junge Muschel ist, die erst vor kurzem ihr planktisches Stadium beendet hat.
Beste Grüße
Gerd
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