Autor Thema: Unbekannter Stein  (Gelesen 1940 mal)

Siegfried

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #15 am: Juli 30, 2020, 17:55:10 Nachmittag »
Hallo Bastian
Um hier im Mikroskopieforum nicht zur Geschichte abzuschweifen, einstweilen nur einen Satz.
Bitte Hasenthal in Wikipedia eingeben.
So nun zum Fundstück.
Ich habe bei einer mir bekannten Goldschmiedemeisterin im Ort gewogen:
0,094g
Im Meßzylinder konnte ich leider nichts Präzises ablesen.
Wenn es dir nicht's ausmacht, stecke ich das "Unikat" ;) in ein Kunststoffröhrchen und in einen Brief und schicke es dir zu.
Deine Adresse steht ja im Impressum.
Je öfter ich mir es anschaue, könnte es eventuell doch aus einer historischen Verhüttung stammen.
    Gruß von Siegfried
« Letzte Änderung: Juli 30, 2020, 17:59:49 Nachmittag von Siegfried »

Siegfried

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #16 am: Juli 30, 2020, 17:57:58 Nachmittag »
Hallo Olaf
Unsere beiden Antworten haben sich anscheinend überschnitten.
Ich melde mich wieder.
  Gruß von Siegfried

Bastian

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #17 am: Juli 30, 2020, 18:17:35 Nachmittag »
Ich würde mich hier sofort Olafs Vorgehensweise anschließen. Der weiß da eindeutig mehr darüber!
Bastian

beamish

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #18 am: Juli 30, 2020, 19:36:11 Nachmittag »
Hallo Siegfried,
hast du ein Strichplättchen? Die unglasierte Rückseite eine Kachel tuts vielleicht auch. Der Strich von Hämatit ist rot(braun), der von Magnetit schwarz und der von Schörl weiss.
Vielleicht hilft das ja schon?

Grüße
Martin
« Letzte Änderung: Juli 30, 2020, 20:23:12 Nachmittag von beamish »
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
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Siegfried

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #19 am: Juli 30, 2020, 20:00:41 Nachmittag »
Hallo Olaf
Meine Schritte:
1.Mit einer spitzen Wolframnadel, die ich immer zu Legen nehme Probe auf Objektträger abgekratzt.
2. Mit zweitem Objektträger versucht zu zerreiben.
3.Tropfen Immersionsöl auf Probe.
4.Deckglas drauf
5. Mit Objektiv 40/0,75 und einem Polfilter oben im Tubus und einem auf Leuchtfeldblende mikroskopiert.
Als Anhang 2 Foto's.
Wenn du möchtest kann ich dir das Objekt auch zuschicken.
      Gruß von Siegfried
« Letzte Änderung: Juli 30, 2020, 21:06:23 Nachmittag von Siegfried »

Florian D.

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #20 am: Juli 30, 2020, 22:33:02 Nachmittag »

Die ausgeprägte Vizinalstreifung dieses Stücks kenne ich natürlich von Turmalin, aber auch von Rutil. Bei Hämatit gibt es sie so nach meiner Kenntmnis nicht.


Hämatit kann ja blättrig auftreten. Würde so ein Blätterstapel nicht ein ähnliches Aussehen aufweisen?

Viel Grüsse
Florian

Klaus Herrmann

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #21 am: Juli 30, 2020, 23:11:42 Nachmittag »
Hallo Florian, Hämatit hat eine blutrote Strichfarbe und er lässt sich mit einer Feile leicht abreiben um jede Menge Pulver zu produzieren. Also einfach vergessen, Und diese Streifung kenne ich vom Turmalin aber nicht vom Hämatit. Ich zeig morgen mal Strichfarbe des Hämatits.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Siegfried

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #22 am: Juli 31, 2020, 06:20:34 Vormittag »
Guten Morgen
Langsam wird mir's unheimlich.
Ich habe die gleiche Probe von gestern nochmal angeschaut.
Hier noch 2 Pol-Foto's.
Und nur zur Erinnerung, das Objekt ist nur 6mm lang.
Auf dem 2.Foto  mit der Vizinalstreifung am Anfang des Themas hängt das Objekt an einem Magneten.
   Gruß von Siegfried
« Letzte Änderung: Juli 31, 2020, 06:41:43 Vormittag von Siegfried »

Siegfried

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #23 am: Juli 31, 2020, 08:26:39 Vormittag »
Hallo Olaf
Und hier nochmal eine Abschürfung ohne Immersion aber mit Deckglas und gestack 40x.
  Gruß von Siegfried

olaf.med

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #24 am: Juli 31, 2020, 09:55:11 Vormittag »
Lieber Siegfried,

grundsätzlich ist die Immersion sehr wichtig da sie die Totalreflektionen reduziert und schon eine Aussage über den Brechungsindex bei transparenten Phasen ermöglicht. Ein Bild im linear polarisierten Licht, also mit nur einem Polarisator,  und dann evtl. noch in zwei um 90° unterschiedlichen Positionen wäre auch hilfreich. Jedenfalls ist eindeutig, dass es sich nicht um Hämatit handelt, wie ja auch Klaus schon schlüssig erklärt hat.

Du kannst mir gerne einen Krümel zur Untersuchung zuschicken, am einfachsten mit einem Streifen Tesafilm auf ein Stück Papier geklebt.

Herzliche Grüße, Olaf
Gerne per Du!

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Siegfried

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #25 am: Juli 31, 2020, 10:13:11 Vormittag »
Lieber Olaf
Ich habe mich gerade dazu entschlossen, dir in einem kleinen Kunststoffröhrchen das ganze Teil zuzuschicken.
Ich würde mich sehr freuen, wenn du Licht ins Dunkel bringst.
Das Corpus delikti ist ja nur 6mm lang.
     herzliche Grüße von Siegfried

  PS: Brief geht gleich fort

Klaus Herrmann

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #26 am: Juli 31, 2020, 11:05:11 Vormittag »
Guten Morgen,

keine Mühe habe ich gescheut um zur Allgemeinbildung einen Beitrag zu leisten. Sigis - wahrscheinlicher Meteorit aus Hosendaahl Hat mich verleitet meine vermuteten aus Hamberg aus der Vitrine zu holen. Mein wunderschönes Kästchen Mohs´scher Härteskala - nein nie und nimmer geb ich das ab - hat dann auch noch seine Dienste geleistet. Ein ordentliches Stück Hämatit in der Variante Glaskopf liefert Strichfarbe auf dem Täfelchen rechts und der Gagat (ein fossiles Holz im Ubergang zu Steinkohle) im Vergleich. Auch schwarz aber weich und viel leichter. Der zeigt einen braunen Strich. Den schönen Schörl mit den Vizinalstreifen habe ich gleich gar nicht probiert.
« Letzte Änderung: Juli 31, 2020, 11:09:39 Vormittag von Klaus Herrmann »
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Klaus Herrmann

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #27 am: Juli 31, 2020, 11:07:30 Vormittag »
Die Kopfflächen des Schörls
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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olaf.med

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #28 am: Juli 31, 2020, 11:33:05 Vormittag »
Lieber Klaus

sehr erhellend und lehrbuchartig aufbereitet! Der Strich des Schörls wäre ernüchternd langweilig gewesen und ist so leicht entbehrlich.

Herzliche Grüße,  Olaf
Gerne per Du!

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Klaus Herrmann

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Re: Unbekannter Stein
« Antwort #29 am: Juli 31, 2020, 14:18:32 Nachmittag »
Lieber Olaf vielen Dank.

 Dein Lob hat mich angespornt (und auch ein wenig die angenehme Kühle im Labor) noch Detailaufnamen im Auflicht zu machen. Im AL-Pol kommt die rote Farbe besonders schön raus. Die Strichfarbe vom Gagat dagegen schmutzig braun.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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