Autor Thema: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"  (Gelesen 717 mal)

huetzi

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Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« am: Juli 31, 2020, 13:56:36 Nachmittag »
Zuerst ein lautes Hallo an die Community,
ich bin Philipp, 26 Jahre alt, wohne in Tirol und fotografiere seit ca. 7 Jahren. Da mein Lebenslauf auch ein Biologiestudium beinhaltet und das Interesse an Spinnen, Käfern, Insekten,... wahnsinnig groß ist, ich ein Budget von ca. 2000€ habe, suche ich nach der bestmöglichen Art und Weise, Fotos mit einer Vergrößerung von 5-20x zu machen und zu stacken.

Derzeitiges Equipment:
-Zeiss Primostar mit Fototubus, Dunkelfeld (mit Schrittmotorsteuerung)
-Canon 5D Mark iii
-Canon MPE-65mm Lupenobjektiv 1-5x
-Canon 100 mm 2.8 Makroobjektiv
-Helicon Focus
und diverse weitere Objektive inkl Sternnachführung,..

Derzeit habe ich immer mit dem Primostar versucht zu arbeiten.. Dieses Unterfangen ist aber wirklich schwierig, da der Arbeitsabstand verschwindend gering ist und es mit der Belichtung (Lichtquelle) auch nicht gerade einfach ist.

Ich habe anfangs an ein Zeiss Stemi gedacht, da es wirklich sehr ergonomisch ist zur live-Beobachtung und mit einem Fototubus die Kamera auch ziemlich schnell und unkompliziert angeschlossen werden kann.

Nun zur Frage: Ich würde gern mit einer Vergrößerung von 5-20x arbeiten, um Bilder zu stacken (Helicon Focus). Ebenso wäre es toll, wenn der Arbeitsabstand dementsprechend hoch genug ist, um das Objekt der Begierde leicht reinigen und platzieren zu können.

P.S. Hier ein Link von einem Bild das ich gemacht habe und ziemlich gut (immer ausbaufähig) damit zu frieden bin:
- https://www.flickr.com/photos/99999811@N06/27251738426/in/datetaken-public/

Vielen Dank im Voraus,
mfG
Philipp

othum

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #1 am: Juli 31, 2020, 14:57:50 Nachmittag »
Hallo Philipp,

Willkommen im Forum!

Ich denke, mit dem Primostar sollten Deine Vergrößerungen gut machbar sein. Der Arbeitsabstand der 5x/10x Objektive ist ja noch erträglich (mehr brauchst Du ja nicht).
Wichtig ist in der Tag die Beleuchtung. DF alleine reicht nicht, man sollte das mit seitlicher Beleuchtung kombinieren.
Ich habe hier eine einfache Möglichkeit vorgestellt:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16976.msg273263#msg273263

Schau mal in der Rubrik "Mikro-Foto", da wirst Du einige Beispiele finden.

Beste Grüße, Oliver
« Letzte Änderung: Juli 31, 2020, 19:08:28 Nachmittag von othum »
Zeiss Axiovert S100 HF/Ph, Auflicht-FL
Zeiss Axioskop 50 HF/Ph/Pol, Auflicht-HF/DF/Pol
Zeiss Axioskop 20 HF, Auflicht-FL
Kamera: Pentax K-1

Mikroman

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #2 am: Juli 31, 2020, 16:10:51 Nachmittag »
Moin Philipp,
bei der genannten Vergrößerung 5-20x und dem Stackingwunsch verbietet sich wegen der Parallaxe (schräger Strahlengang ca. 6-7°) eigentlich der Einsatz eines Stereomikroskops. Viel geeigneter wäre ein Fotomakroskop wie z.B. das Wild M42 oder das Leica Z6 Apo. Ab und an findet sich das Wild für unter 2000 € in der Bucht bzw. für etwas mehr beim Händler (https://www.mikroskop-online.de/mikroskope/verkauf/gebrauchte-mikroskope/makroskope/wild-heerbrugg-m420-zoom-makroskop/). Die genannten Mikroskope sind universell ausbaubar und verfügen auch über einen ausreichend großen Arbeitsabstand.

Eine Alternative in allerdings ähnlichen Preisregionen findet sich böten auch klassische Stereomikroskope mit der Möglichkeit eines geraden Strahlengangs (durch Schwenken des Hauptobjektivs nach links oder rechts = 0° Konvergenzwinkel). Die relativ preiswerteste Möglichkeit bestünde allerdings im Einsatz eine (rel. preiswerten) Stereomikroskops, wo man die Objekt-/Präparateebene umd 7,5 ° neigte, z.B. durch Unterlegen eines entsprechenden Keils.

Gruß
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

huetzi

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #3 am: Juli 31, 2020, 18:33:02 Nachmittag »
Hallo Philipp,

Willkommen im Forum!

Ich denke, mit dem Primostar sollten Deine Vergrößerungen gut machbar sein. Der Arbeitsabstand der 5x/10x Objektive ist ja noch erträglich (mehr brauchst Du ja nicht).
Wichtig ist in der Tag die Belichtung. DF alleine reicht nicht, man sollte das mit seitlicher Beleuchtung kombinieren.
Ich habe hier eine einfache Möglichkeit vorgestellt:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16976.msg273263#msg273263

Schau mal in der Rubrik "Mikro-Foto", da wirst Du einige Beispiele finden.

Beste Grüße, Oliver

Hallo Oliver,
danke für deine rasche Antwort!!

Stimmt.. habe auch mit der Beleuchtung Probleme bzw. Schwierigkeiten gehabt. Ebenso habe ich, je nachdem die ich die Adaption am Fototubus gedreht habe, immer Streulicht hineinbekommen.. Auf einem einzelnen Foto sieht das nicht allzuschlimm aus.. Aber wenn man mehrere Fotos stackt, die einen leichten Schimmer in der Mitte haben, kommt am Ende ein "nutzloses" Foto raus!!

Auf jeden Fall danke für den Link!!! Werde mich hineinlesen!!

MfG
Philipp

huetzi

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #4 am: Juli 31, 2020, 18:48:15 Nachmittag »
Moin Philipp,
bei der genannten Vergrößerung 5-20x und dem Stackingwunsch verbietet sich wegen der Parallaxe (schräger Strahlengang ca. 6-7°) eigentlich der Einsatz eines Stereomikroskops. Viel geeigneter wäre ein Fotomakroskop wie z.B. das Wild M42 oder das Leica Z6 Apo. Ab und an findet sich das Wild für unter 2000 € in der Bucht bzw. für etwas mehr beim Händler (https://www.mikroskop-online.de/mikroskope/verkauf/gebrauchte-mikroskope/makroskope/wild-heerbrugg-m420-zoom-makroskop/). Die genannten Mikroskope sind universell ausbaubar und verfügen auch über einen ausreichend großen Arbeitsabstand.

Eine Alternative in allerdings ähnlichen Preisregionen findet sich böten auch klassische Stereomikroskope mit der Möglichkeit eines geraden Strahlengangs (durch Schwenken des Hauptobjektivs nach links oder rechts = 0° Konvergenzwinkel). Die relativ preiswerteste Möglichkeit bestünde allerdings im Einsatz eine (rel. preiswerten) Stereomikroskops, wo man die Objekt-/Präparateebene umd 7,5 ° neigte, z.B. durch Unterlegen eines entsprechenden Keils.

Gruß
Peter

Hallo Peter!!

Danke für die rasche Antwort !
Werde deine Vorschläge genauer unter die Lupe nehmen !!! Vielen Dank!!

MfG
Philipp

Bob

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #5 am: Juli 31, 2020, 20:01:37 Nachmittag »
Ebenso habe ich, je nachdem die ich die Adaption am Fototubus gedreht habe, immer Streulicht hineinbekommen.

Hallo Philipp,
das könnte sowohl Lichteintritt von außen als auch eine Reflektion sein. Stell Dir mal vor Du wärst ein Photon, gäbe es da eine reflektierende Oberfläche, auf die Du stoßen könntest? Da könnten nichtreflektierende Oberflächen oder Blenden helfen.
Auf Lichteintritt von außen kannst Du prüfen, indem Du außen einfach dunkel machst - Streulicht weg?

Dein verlinktes Foto ist klasse! Vielleicht würde es von etwas Zeichnung in den dunklen Bereichen profitieren.

Viele Grüße,

Bob

JB

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #6 am: Juli 31, 2020, 23:03:46 Nachmittag »
Hallo Phillip,

Wenn es tatsaechlich nur um's Stacken geht, kann man sich komplett von den Stereomikroskopen und Makroskopen weg bewegen.

Es reicht aus, revertierte Photoobjektive (bis ca. 5x https://www.closeuphotography.com/lens-tests ) oder Mikroskopobjektive (5x bis 20+x) direkt an die Kamera anzuschliessen. https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=29&t=12147

Die Kamera wird dann mit Hilfe einer mechanischen oder automatisierten Stackingeinrichtung bewegt http://extreme-macro.co.uk/extreme-macro-stages/ Durch den in der Regel horizontalen Aufbau der Einrichtung auf einer schweren Tischplatte bleibt viel Raum fuer den Aufbau der Peripheriegeraete.

Bei Ihrem Budget sollte auch nach Kauf eines Stackshot und guten Mikroskopobjektivs 10x (als Start) noch Geld uebrig sein. Kamera und Software haben Sie ja schon.

Viel Erfolg,

Jon

huetzi

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #7 am: August 01, 2020, 00:06:22 Vormittag »
Ebenso habe ich, je nachdem die ich die Adaption am Fototubus gedreht habe, immer Streulicht hineinbekommen.

Hallo Philipp,
das könnte sowohl Lichteintritt von außen als auch eine Reflektion sein. Stell Dir mal vor Du wärst ein Photon, gäbe es da eine reflektierende Oberfläche, auf die Du stoßen könntest? Da könnten nichtreflektierende Oberflächen oder Blenden helfen.
Auf Lichteintritt von außen kannst Du prüfen, indem Du außen einfach dunkel machst - Streulicht weg?

Dein verlinktes Foto ist klasse! Vielleicht würde es von etwas Zeichnung in den dunklen Bereichen profitieren.

Viele Grüße,

Bob
Hallo Bob,

werde in baldiger Zukunft mit der Taschenlampe rundum leuchten und prüfen, ob ich einen Lichteintritt habe - Danke

Vielen Dank für dein Kompliment... Mit dem Kopfbereich bin ich eigentlich gut zufrieden.. lediglich mit den Pedipalpen bin ich es weniger, da sich aufgrund der Bewegung wegen der Frische(Hat noch nachgezogen) der Spinne sich die Pedipalpen bewegt haben und es somit zur Spitze hin unscharf wird.. aber - der Weg ist das Ziel!

Danke!

huetzi

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #8 am: August 01, 2020, 00:13:32 Vormittag »
Hallo Phillip,

Wenn es tatsaechlich nur um's Stacken geht, kann man sich komplett von den Stereomikroskopen und Makroskopen weg bewegen.

Es reicht aus, revertierte Photoobjektive (bis ca. 5x https://www.closeuphotography.com/lens-tests ) oder Mikroskopobjektive (5x bis 20+x) direkt an die Kamera anzuschliessen. https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=29&t=12147

Die Kamera wird dann mit Hilfe einer mechanischen oder automatisierten Stackingeinrichtung bewegt http://extreme-macro.co.uk/extreme-macro-stages/ Durch den in der Regel horizontalen Aufbau der Einrichtung auf einer schweren Tischplatte bleibt viel Raum fuer den Aufbau der Peripheriegeraete.

Bei Ihrem Budget sollte auch nach Kauf eines Stackshot und guten Mikroskopobjektivs 10x (als Start) noch Geld uebrig sein. Kamera und Software haben Sie ja schon.

Viel Erfolg,

Jon

Hallo Jon!

Vielen Dank für Ihre Nachricht!
Das Canon MPE 65 x5 hätte ich eh schon. Finde es einfach ultra praktisch, durch den Tubus durchzusehen, das Tier super ergonomisch reinigen zu können und mit dem Feintrieb das Objekt in 10tel/mm der Kamera näher zu bringen.

Aber es wäre durchaus möglich, dass ich garkein Mikro/Makroskop bräuchte!

Vielen Dank für Ihre Antwort, ich werde mir nun mal die Argumente zu Gemüte führen!

MfG
Philipp

JB

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #9 am: August 01, 2020, 00:25:35 Vormittag »
mit dem Feintrieb das Objekt in 10tel/mm der Kamera näher zu bringen.

Bei einem Objektiv 10x/0.28 sind Schritte von 5 um noetig (0,005 mm oder 200 Schritte pro mm). Das wuerde eine automatisierte Einrichtung dann fuer Sie machen waehrend Sie im Garten grillen  ;D

Linuxpenguin

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  • ... ich wollt noch Danke sagen ...
Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #10 am: August 01, 2020, 08:11:03 Vormittag »
Moin Philipp,
hast PN :)
LG aus Oberhausen
Sven
Mikrotechnik:
- ZEISS PhoMi, Ultraphot
Luminar Einrichtung. AL/DL (HF/DF),
POL, AL-DIK, FL
Hiller LED, HAL, CSI, HBO
- SteMi IVb
- SONY a7R II VF/APS-C
- CANON FL Balgen
- Linearschlitten: Z 0,0001mm

Interessen:
Mineralogie, Gemmologie, Petrographie

othum

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Re: Frage bzgl. Auswahl der "Hartware"
« Antwort #11 am: August 01, 2020, 09:22:28 Vormittag »

Stimmt.. habe auch mit der Beleuchtung Probleme bzw. Schwierigkeiten gehabt. Ebenso habe ich, je nachdem die ich die Adaption am Fototubus gedreht habe, immer Streulicht hineinbekommen.. Auf einem einzelnen Foto sieht das nicht allzuschlimm aus.. Aber wenn man mehrere Fotos stackt, die einen leichten Schimmer in der Mitte haben, kommt am Ende ein "nutzloses" Foto raus!!

Meine Erfahrung ist, dass das Licht fixiert zum Objekt sein sollte, und nicht fest an der Optik (Wie bei einem ans Makroobjektiv angeschraubte Ringlicht). Sonst verschiebt sich nämlich die Beleuchtung und das sieht dann nach dem Stacken doof aus. Darum verwende ich die selbstgebaute Diffusorbox aus dem Link oben, die fest auf dem Tisch ist, also mit dem Objekt mitbewegt wird. Das zusätzliche DF-AL dient dann nur noch zur besseren Ausleuchtung von Rillen und ähnlichen Oberflächenstrukturen, wo das diffuse Seitenlicht nicht ausreicht.

Beste Grüße, Oliver
Zeiss Axiovert S100 HF/Ph, Auflicht-FL
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Kamera: Pentax K-1