Autor Thema: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop  (Gelesen 1076 mal)

hugojun

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Re: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop
« Antwort #15 am: Oktober 17, 2020, 14:54:00 Nachmittag »
Hallo Wilfried,
vielen Dank für die Mineral Spektren.
Über den Gesamten Spektral-Bereich ist es so wie bei deinem Dunkelstrom Spektrum, bis auf die 4 Peaks als Ausreißer.
Bei dem Thorlabs -Filter bekomme ich gar kein Signal, unabhängig von dem Testmaterial.
Bei dem thunderoptics  Filter , habe ich zwei peaks , einen unter 528nm den zweiten bei 535nm , also knapp über und unter dem Laser Licht.
Ich werde wohl um eine Komplette Neu-Einstellung nicht herumkommen, eine etwas breitere Auffächerung so bis ca,250nm Bandbreite.
Vielleicht brauche ich sogar einen neuen CCD Chip (TCD1304AP) . Aber ich müsste erst mal nachschauen, wie der Verbaut (Vergossen) ist.
Dazu brauch ich die gewisse Muße, wie Du ja selber erfahren hast.

LG
Jürgen

Michael L.

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Re: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop
« Antwort #16 am: Oktober 17, 2020, 18:18:30 Nachmittag »
Gruß an die Runde,

mich wundert das kein Notch Filter zur Elimination der Laseremission verwendet wird, meiner Meinung nach die einzige saubere Lösung die störende Laserlinie zu eliminieren. Bei Edmund Optics gibt es die im Vergleich zu anderen Anbietern zu relativ niedrigen Preisen (naja immer noch relativ teuer)

Gruß Michael

wilfried48

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Re: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop
« Antwort #17 am: Oktober 17, 2020, 20:49:24 Nachmittag »
Hallo Michael,

das ist keine Frage eines Notch Filters.  Kantenfilter sind bei gleicher Laserlinienunterdrückung sogar mit einer etwas besseren Transmission im Bereich der Ramanlinien herstellbar.
Notch Filter benötigt man nur wenn man gleichzeitig auch die Anti Stokes Ramanlinien (also unterhalb der Anregungswellenlänge) registrieren will. Aber die sind ja noch intensitätsschwächer, sodass man das mit dem einfachen Spektrometer des DIY Aufbaus gar nicht erst zu versuchen braucht. In der Praxis macht man das nur bei Proben wo der Fluoreszenzuntergrund bei den Stokes Linien stört und gleichzeitig Antistokes Linien registrierbar sind.
Teurere Filter rentieren sich beim derzeitigen DIY Spektrometer nicht, da der kleine Laserpeak, wie du an den Spektren siehst, im Moment ja nicht begrenzend ist sondern für die Bestimmung der Wellenlänge ja eher nützlich ist.
Wenn schon, dann müsste man jetzt in ein besseres Spektrometer mit gekühltem Detektor investieren, aber das ist dann finanziell eine ganz andere Größenordnung.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
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Sammlung ca. 100 Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

horst

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Re: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop
« Antwort #18 am: Oktober 17, 2020, 21:57:20 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

ich hebe Deinen Beitrag vom Donnerstag soeben erst gesehen, deshalb nochmal rückwirkend zu Deinem Aufbau: Ich hatte Versuche mit einem nahezu identischen Equipment durchgeführt, nur mit dem Unterschied, dass ich den Auflicht-Dunkelfeld-Arm des Amplivals (=Vertival) genutzt habe. Mit einigen auch von Wilfried beschriebenen Versuchspräparaten (insb. dem Klassiker Carotin) hat das einigermaßen funktioniert - bei anderen weniger gut. Mein Eindruck war, dass sich die Lichtführung des Anregungslasers zwar ganz komfortabel und scheinbar professionell justieren lässt. Aber der Lichtweg im Mikroskop ist sehr lang und kompliziert. Zudem befürchte ich, dass der 80 mW-Laser bei einigen alten Zeiss-Jena-Optiken zu Schäden führen kann, da deren Vergütung oder Verkittung oder sonstige optische Materialien ihm nicht standhalten. Auf dem Teilerspiegel des Vertivals befindet sich in der optischen Achse seitdem ein dunkler Fleck, den es m. E. vorher nicht gegeben hat. Auf Deinem Foto befindet sich bei eingeschaltetem Laser im Auflichtarm des Amplivals sogar der Polfilter im Strahlengang. Vielleicht ist das alles nicht die Ursache Deines speziellen Problems, aber es trägt sicher zur Minderung des Erfolgserlebnisses bei. Der bessere Weg wäre wahrscheinlich ein möglichst einfacher optischer Aufbau mit Auflichtkondensor nahe am Objektiv, wie bei Wilfried. Für die Zeiss Jena Mikroval-Serie gibt es einen ähnlichen Zwischentubus für Auflicht-Hellfeld bzw. natürlich das Epignost. Ich werde bei Gelegenheit wahrscheinlich in dieser Richtung weiter experimentieren.

@Jürgen und Wilfried: Mich würde speziell noch interessieren, welche Objektive bei Euren Versuchen zum Einsatz gekommen sind.

VGStefan

wilfried48

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Re: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop
« Antwort #19 am: Oktober 17, 2020, 22:47:16 Nachmittag »
Hallo Stefan,

sehr schön, wie hast du die Skala mit der Ramanschift hinbekommen ?
Ich habe dazu in meiner Software noch nichts entdecken können und benutze halt immer den Rechner um die Wellenlänge der Peaks in die Ramanschift umzurechnen.
Als Objektiv benutzen wir hauptsächlich das Zeiss Neofluar 10/0,30 (alle gezeigten Spektren sind damit gemacht).
Um kleine Mikroplastikteilchen zu identifizieren haben wir auch schon das Epiplan 40/0,6 LD oder das Epiplan 40/0,85 benutzt.
Dass der Laser den Umlenkspiegel beschädigt kann ich mir nicht vorstellen. 200 mW im grünen Bereich erzeugen ja wenig Wärme und am Spiegel ist der Laser ja noch nicht mal fokussiert. Da hätte ich schon eher bei empfindlichen Proben bedenken auf die der Laser ja fokussiert wird. Aber selbst da habe ich noch keine Schäden festgestellt.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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hugojun

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Re: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop
« Antwort #20 am: Oktober 18, 2020, 12:45:20 Nachmittag »
Liebe DIY Raman Gemeinde, lieber Stefan (horst),

interessant zu sehen, dass es doch einige Erfahrungen zum Thema und mit ähnlichem Equipment gibt.
Ich habe es auch mit dem Vertival Arm probiert, keine Änderung festgestellt.
Zu meinem speziellen Problem , habe ich folgendes herausgefunden.
Da der Filter von Thorlabs gar kein Signal  des Lasers durchlässt , wie es bei dem thunderoptics der Fall ist,
habe ich die Integration Zeit nach oben gesetzt. Ab ca 20sec (20000ms) bekomme ich so etwas wie ein Kontinuum.
Das erscheint mir suspekt, weshalb ich mir einen neuen Chip bestellt habe. Der ist relativ günstig und schnell gewechselt.
Wie Stefan schon bemerkt hat, sind bei unseren Mikroskopen die Lichtwege sehr lang und verschlucken viel Licht.
Einen schaden an der Optik konnte ich bisher nicht feststellen.
Aber ich habe mit anderen Mikroskopen die gleiche Erfahrung gemacht, weshalb ich es jetzt mit dem neuen Chip
versuchen will.
An Optiken habe ich die serienmäßig vorhandenen Planachromate oo 12,5X oder 25X, sowohl /0,17 als auch /-
benutzt.

LG
Jürgen


horst

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Re: DIY Ramanspektroskopie im Mikroskop
« Antwort #21 am: Oktober 19, 2020, 16:50:49 Nachmittag »
Lieber Wilfried,

ich habe für die Kalibrierung die Wellenlängen einer Energiesparlampe genutzt, diese mit meiner alten Works-Tabellenkalkulation in Wellenzahlen umgerechnet und mit Korrektur des Nullpunktes in das lineare Gleichungssystem bei Spectrum-Studio eingegeben. Sicher etwas umständlich, aber wenn die Korrekturfaktoren erstmal bekannt sind und man am Aufbau nichts ändert, muss man ja nur diese wieder eingeben. Auch habe ich versucht, die Bezeichnung der x-Achse zu ändern ("Wafelength" --> "Ramanshift"). M. Mach hatte das irgendwie hinbekommen, konnte sich aber leider auch nicht mehr genau daran erinnern, wie es funktioniert hatte. Vermutl. muss man mit einem Editor den entsprechenden Programmeintrag ändern.

VGStefan