Dünnschliffe Granit jetzt mit Pano X und lineal

Begonnen von Nikonudo, Oktober 28, 2020, 12:04:08 NACHMITTAGS

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Georg Abele

Hallo Nikonudo,

ich gratuliere zu diesem schnellen Erfolg bei der Herstellung von Dünnschliffen. Da merkt man halt den in handwerklich geübten Menschen, mit Fingerfertigkeit und Gefühl für technische Vorgänge!

Grüße aus Aalen, Georg Abele
www.duennschliff.com  www.thin-section.com  Gute Ideen sind fast immer einfach.

Nikonudo

Zitat von: hugojun in November 01, 2020, 10:47:26 VORMITTAG
Hallo Udo ,
super Pano, super Qualität.
Nur habe ich überhaupt keine Ahnung, wie viel Arbeit das ist. z.B.: Aus wie vielen Einzel -Aufnahmen ist das Pano entstanden.

Würdest Du etwas dazu sagen.

LG
Jürgen

Hallo Jürgen,

die Originalgröße beträgt 4mm Breite und 1mm Höhe

Es handelt sich hier um einen sogenannten Dünnschliff.

Der Granit liegt auf einem Objektträger und hat eine Stärke

von 29mµ. Der Zeitaufwand für das Sägen und Schleifen betrug

etliche Stunden, wobei das schleifen die meiste Zeit einnahm.

Aufgenommen mit dem Olympus Mikroskop BH-2 Polarisation und dem

10x Objektiv DPlan PO in Kombi mit Nikon Kamera D850.

Im Original hat das Foto eine Größe von 16905 x 5915 = 723,35 MB
Es besteht aus 8 Fotos und wurde zu einem Pano zusammen gesetzt

Die Belichtungszeit betrug 1/8 Sekunde bei ISO 100

Bearbeitet mit Smart Shooter 4, Panorama Studio 3.4.5 Pro und PS


Da ich kein Geologe bin, beruhen meine Angaben über die Beschaffenheit

nur durch Vergleiche in Geologie Fach Büchern oder der Hilfe der Mikroskopiefreunde
hier im Forum.


LG Udo
Meine Fotos werden nie perfekt sein. Aber wenn ich ein Foto zeige, dann gefällt es MIR.
Ich arbeite mit Olympus BH 2 Mikroskope in Auflicht, Durchlicht, Polarisation und Fluoreszenz.
Fotografiert wird mit Nikon D850 und Z6II in Kombi mit Stackshot, Helicon Focus 7, Zerene Stacker, Smartshooter 4

Nikonudo

Zitat von: Georg Abele in November 02, 2020, 10:09:50 VORMITTAG
Hallo Nikonudo,

ich gratuliere zu diesem schnellen Erfolg bei der Herstellung von Dünnschliffen. Da merkt man halt den in handwerklich geübten Menschen, mit Fingerfertigkeit und Gefühl für technische Vorgänge!

Grüße aus Aalen, Georg Abele


Hallo Georg,


handwerklich o.k.. Man muß aber als Handwerker auch gute Arbeitsmaschinen haben.
Will damit sagen, das deine Maschinen dafür erste Klasse sind. Selten so gute Qualität
in meiner Werkstatt gehabt.



LG Udo
Meine Fotos werden nie perfekt sein. Aber wenn ich ein Foto zeige, dann gefällt es MIR.
Ich arbeite mit Olympus BH 2 Mikroskope in Auflicht, Durchlicht, Polarisation und Fluoreszenz.
Fotografiert wird mit Nikon D850 und Z6II in Kombi mit Stackshot, Helicon Focus 7, Zerene Stacker, Smartshooter 4

Nikonudo

Zitat von: Rawfoto in November 01, 2020, 15:44:34 NACHMITTAGS
Hallo Udo

Das ist ein Riesenunterschied - jetzt sieht man was .-)

Wenn Du Dich an die Granitaufnahmen erinnerst die wir uns angesehen haben sehen sie dem Panorama jetzt sehr viel ähnlicher ...
Wenn Du jetzt den Kollegen die Bestimmung leichter machen möchtest muss Du den gleichen Ausschnitt ohne X-POL machen.

Liebe Grüße

Gerhard



Hallo Gerhard,

wenn man gefordert wird, lernt man schnell ;)
Am nächsten Wochenende folgt das Pano, welches
noch in gekreuzten Polarisatoren zu sehen ist, in linear polarisiertem Licht.
Vielleicht sogar mit dem fast gleichen Ausschnitt.


LG Udo und bleib Gesund
Meine Fotos werden nie perfekt sein. Aber wenn ich ein Foto zeige, dann gefällt es MIR.
Ich arbeite mit Olympus BH 2 Mikroskope in Auflicht, Durchlicht, Polarisation und Fluoreszenz.
Fotografiert wird mit Nikon D850 und Z6II in Kombi mit Stackshot, Helicon Focus 7, Zerene Stacker, Smartshooter 4

hugojun

Hallo Udo ,
vielen Dank für die Erläuterung.
So ein Plano ist ja ne schöne Sache, um Übersichts-Aufnahmen von Dünnschliffen zu machen.
Nochmal zu Verständnis: Angenommen ich habe einen Schliff von ca. 18mm x 18mm und möchte mit einem Objektiv 4 X abbilden. Wie viele Frames (mit Überlappung) benötigt man da?
LG
Jürgen


othum

Zitat von: hugojun in November 03, 2020, 15:55:54 NACHMITTAGS

Nochmal zu Verständnis: Angenommen ich habe einen Schliff von ca. 18mm x 18mm und möchte mit einem Objektiv 4 X abbilden. Wie viele Frames (mit Überlappung) benötigt man da?


Hallo Jürgen,

das kommt natürlich etwas auf die Ausnutzung des Bildkreises an. Generell sollte man zum "stitchen" von Panoramen etwa 10-20% Überlappung haben. Wenn Deine Objektiv/Sensor-Kombination zB ein Rechteck aufnimmt, das im Original 3x4mm misst, würdest Du etwa 7x5, also 35 Aufnahmen benötigen (18/3=6, mit Überlapp 7; 18/4=4.5, mit Überlapp 5 (oder 6)). Wie viel Überlapp man braucht, hängt stark vom Motiv und von der Objektivqualität ab.

Einfache Panos lassen sich mit Bordmitteln von zB Lightroom/Photoshop stitchen, ansonsten muss man spezielle Panorama-Programme einsetzen, die zT frei verfügbar, zT kostenpflichtig sind (Ich benutze zB PTGui).

Beste Grüße, Oliver
Zeiss Axiovert S100 HF/Ph/DF, Auflicht-FL
Zeiss Axioskop 50 HF/Ph/Pol, Auflicht-HF/DF/Pol
Kamera: Pentax K-1

Nikonudo

Hallo zusammen,
hallo Gerhard,

vielleicht wollte ja jemand die beiden Panos mal vergleichen.
Ich stelle sie hier mal zusammen noch mal ein.
Das oberste Foto ist natürlich das gekreuzte und das untere
das lineal aufgenommene.


LG Udo
Meine Fotos werden nie perfekt sein. Aber wenn ich ein Foto zeige, dann gefällt es MIR.
Ich arbeite mit Olympus BH 2 Mikroskope in Auflicht, Durchlicht, Polarisation und Fluoreszenz.
Fotografiert wird mit Nikon D850 und Z6II in Kombi mit Stackshot, Helicon Focus 7, Zerene Stacker, Smartshooter 4

Rawfoto

Hallo Udo,

jetzt lehne ich mich einmal sehr weit hinaus, dein Vergleich läßt mich Laien eigentlich auf "Alkaligranit" tippen. Bitte liebe Fachleute helft mir :-)

Ich komme zu dem Ergebnis weil im LPL ein großer Bereich farblos wirkt und es ein paar wenige dunkle Flecken gibt. Der "Atlas der magmatischen Gesteine in Dünnschliff" auf der Seite 116 verstärkt mein Gefühl ...

Dort steht:

Im LPL erscheint ein großer Bereich farbloser Minerale neben ein paar recht kräftigen gefärbten Kristallen, bei denen es sich um den Alkaliamphibol Riebeckit handelt, den ein starker Pleochroismus von braun nach indigoblau auszeichnet.

Die Interferenzfarben (bei XPL) werden von der Absorptionsfarbe überdeckt.

Zitat Ende ====

Kann das stimmen???

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Florian D.

Alkaligranit geht mir zu weit. Es sind ja viele Plagioklase zu sehen, also calciumhaltige Feldspäte, zu erkennen an der mehrfachen Verzwilligung im X-Pol.
Riebeckit klingt gut. An dem flaschengrünen Kristall erkennt man ja auch ein schönes Rautenmuster der Spaltbarkeiten, also ist es sicher ein Amphibol.

Viele Grüsse
Florian

Rawfoto

Hallo Florian

Habe mir gerade noch ein anderes Kapitel aus ,,Gesteinskunde - Friedrich Müller - 5. Auflage" durchgelesen - Granit 3.3.1

Dort gibt es eine anschauliche Unterscheidung zwischen AlkalifeldspAtgranit und Granit beschrieben, wie du schreibst liegt der Unterschied im 10 bis 40% Na-Plagioklas. Der Alkalifeldspat liegt da immer noch zwischen 30 bis 60%.

Dort steht aber noch ein zweites Indiz warum du auf jeden Fall Recht hast, der Bohrkern hatte keinen Rotanteil ...

@Udo, kannst du bitte noch eine Makroaufnahme vom geschliffenen Stein zeigen. Wir haben ja unterschiedliche gesägt ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Nikonudo

Zitat von: Rawfoto in November 03, 2020, 20:36:31 NACHMITTAGS
Hallo Florian

Habe mir gerade noch ein anderes Kapitel aus ,,Gesteinskunde - Friedrich Müller - 5. Auflage" durchgelesen - Granit 3.3.1

Dort gibt es eine anschauliche Unterscheidung zwischen AlkalifeldspAtgranit und Granit beschrieben, wie du schreibst liegt der Unterschied im 10 bis 40% Na-Plagioklas. Der Alkalifeldspat liegt da immer noch zwischen 30 bis 60%.

Dort steht aber noch ein zweites Indiz warum du auf jeden Fall Recht hast, der Bohrkern hatte keinen Rotanteil ...

@Udo, kannst du bitte noch eine Makroaufnahme vom geschliffenen Stein zeigen. Wir haben ja unterschiedliche gesägt ...

Liebe Grüße

Gerhard


Hallo Gerhard,


du meinst eine Auflichtaufnahme in Makro?
Also einen Stein in ca. 20x20-30mm


LG Udo
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Rawfoto

Gerhard
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Nikonudo

Hallo zusammen,
Hallo Gerhard,


wie gewünscht eine Abbildung des Granit in der Originalgröße von 21x14mm.
Der Granit ist angeschliffen.


LG Udo


PS Gerhard. Glaubst du das das jemanden interessiert?

Meine Fotos werden nie perfekt sein. Aber wenn ich ein Foto zeige, dann gefällt es MIR.
Ich arbeite mit Olympus BH 2 Mikroskope in Auflicht, Durchlicht, Polarisation und Fluoreszenz.
Fotografiert wird mit Nikon D850 und Z6II in Kombi mit Stackshot, Helicon Focus 7, Zerene Stacker, Smartshooter 4

Rawfoto

Hallo Udo

Wenn ich so meine unterschiedlichen Quellen zu Granit lese halte ich das schon für hilfreich, man erkennt das kein ROT vorhanden ist und ich bezüglich meiner Zuordnung falsch gelegen bin. Hat sich ja gestern schon herauskristallisiert ...

Ob das auch für Experten hilfreich ist, da müssen wir auf Rückmeldung warten.

Ich habe ja auch Probenfotos gemacht, war aber beim Schleifen nicht dabei und kann daher erst jetzt sehen von welchen Bohrkern du geschliffen hast ...

Ich muss mal schauen ob ich von dem Bohrkern ein Foto habe

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

derda

#29
Hallo Udo,

ich erkenne im Anschliff ca. 15% Quarz (graue Körner), ca. 70% Feldspat (weiss), der Rest mag überwiegend Biotit sein. Es wird ein Biotit-Granit sein.

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=Biotit%20Granit

Hast du im linear polarisiertem Licht eigentlich den Analysator entfernt oder nur parallel gestellt?

Viele Grüße,

Erik