Autor Thema: PICOLAY und Mikroskopsoftware, HDMI Signal einspielen für ZOOM Meeting  (Gelesen 247 mal)

rlu

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PICOLAY und Mikroskopsoftware, HDMI Signal einspielen für ZOOM Meeting
« am: November 13, 2020, 11:10:48 Vormittag »
Hallo Herr Cypionka, liebes Forum,

meine Kamera, eine GX80 von Pansonic hat eine gute Qualität und das HDMI-Signal kann auf einen Monitor live ausgegeben werden. Leider kann man das Live-Bild nicht in einem Zoom-Meeting verwenden, weil es nicht in den Computer eingespielt wird. Erst die teureren Kameras von Panasonic erlauben über Tethering die Live-Verbindung mit dem Computer.

Lösen kann man das Problem, indem man das HDMI Signal  mit einem Grabber bwz. einer Videocapturecard in den Computer einspielt

Dazu wäre eine Mikroskop Software nützlich, die neben dem Vermessen von Objekten auch eine Tiefenschärfeverbesserung eingebaut hat und natürlich ein live-Bild zeigt.
Die Zen Software von Zeiss scheint nur die eigenen Kameras zu unterstützen? Sie benötigt auch 5GB Speicherplatz.
ImageJ ist vollkommen überladen und man muss eine Erweiterung für die USB-Kamera dazu installieren. Habe ich noch nicht geschafft.

Da wäre es doch naheliegend PICOLAY, um diese Eigenschaften zu erweitern.
Vielleicht auch noch mit ein paar Abgleichfiltern. Weißabgleich, Schärfen, Kontrast.

Mit einem Grabber/Videocapturecard, sieht aus wie ein kleiner USB-Stick, kann man das Kamera HDMI Videosignal, z.B. von einer Lumix G80 in den Computer einspeisen. Dazu wird das HDMI-Kabel der Lumix an den Grabber angeschlossen, der Grabber wird in einen USB Port eingesteckt. Das Signal wird im Computer mit einer Software verarbeitet. Das hat sehr gut mit OBS Studio und VLC media player funktioniert. Eigentlich ohne Verzögerung, was mich sehr erstaunt hat. Mit OBS war die Qualität besser als mit VLC, warum, das weiß ich nicht.

Der Vorteil ist, dass man damit bei einer ZOOM Sitzung den anderen Mitgliedern Bilder vom eigenen Mikroskop zeigen kann, indem man den Bildschirm frei gibt. Leider ist der Grabber abgeraucht, er hat sich zu stark erhitzt, vielleicht ein Produktionsfehler.

Mit OBS Studio kann man wie in einem Fernsehstudio verschiedene Kameras und damit Perspektiven einsetzen und wechseln.
VLC ist eher ein Bild-Betrachter.
Beide Softwarevarianten haben keine Mikroskopiefunktionalitäten eingebaut.


Stichwort:
Grabber = Video Capture Card
z.B:
1080P HDMI Videoaufnahmekarte USB 2.0, ~16€ oder
für USB 3.0 und höherer Bildrate entsprechend teuerer 120-200€

Clean HDMI out: Das Bild kann ohne die Menüangaben, die auf der Kamera angezeigt werden ausgegeben werden. Man kann die Kamera dann für Live-Streaming oder als Webcam einsetzen. Das können nicht alle

Hinweis: Manche Kameras unterbrechen bei der Filmaufnahme das HDMI-Ausgabesignal. Das ist z.B. bei der Lumix FZ1000 II der Fall.
https://youtu.be/QgSEVSVXeG0?t=501. Eine Lösung wäre, die Aufzeichnung nicht von der Kamera erledigen zu lassen, sondern von der Software.

Man muss nichts neuerfinden, was schon auf dem Markt ist. Aber hier gibt es scheinbar eine Lücke.
Evtl. würde sich auch eine USB-Software eignen, die manchmal bei USB-Okularkameras kostenlos mitgegeben wird.
Auch Herr Linkenheld vertreibt seine eigene Software. Was ich da nicht weiß, ob man für die Kamera, für die Software oder für die Lösung zahlt.

Ich werde jetzt mal versuchen ImageJ bzw. Fiji zum Laufen zu bringen, bzw. ein Live Bild einzuspeisen.  Fiji und ImageJ unterscheiden sich nur dadurch, dass Fiji schon mehr Features installiert hat. Hat jemand Erfahrung damit?

Vielleicht verwendet ja jemand bereits die eine oder andere Softwarelösung. Und ich denke es wäre in der Zeit der Onlinetreffen wichtig, dass alle eine Möglichkeit haben, ihr Präparate zu zeigen.

Liebe Grüße
Rudolf
« Letzte Änderung: November 18, 2020, 13:20:47 Nachmittag von rlu »

rlu

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Zeiss Zen Software
« Antwort #1 am: November 17, 2020, 11:02:59 Vormittag »
Ich habe beim Zeiss Kundendienst angefragt und folgendes als Antwort bekommen. Siehe unten.
Zeiss Zen ist somit keine freie MikroskopSoftware, sondern ein Addon zur gekauften Mikroskopkamera von Zeiss.

Antwort vom Zeiss Kundenservice:

kann ich mit der Zeiss Zen Software über einen HDMI Grabber ein Bild live einspielen?
•   Nein

Ich selber habe eine Panasonic Lumix GX80 auf meinem Mikroskop montiert und würde gerne die Software nutzen.
•   Die Kamera wird von ZEN nicht unterstützt

Ich wollte eigentlich ZEISS ZEN starter laden, aber dann bekommt man ein Paket mit 7Gigabyte.
Kann man davon auch eine abgespeckte Version haben?
•   Leider Nein, da wir aktuell nur ein Installationspaket, sowohl für die lizensierte als auch für die freie ZEN Software verwenden.

Welche Kameras eignen sich überhaupt für die Software. Das wäre gut zu wissen.
•   Als Einsteigerkameras z.B. Axiocam 202, Axiocam 208
•   Siehe auch https://www.zeiss.com/microscopy/int/products/microscope-cameras/camera-selector.html

Die Fluoreszenzkamera Axiocam 202 mono kostet bei Pulch & Lorenz 2.891,88 €
Die Mikroskopkamera Axiocam 208 color (USB3, 8MP, 1/2.1" bei Pulch & Lorenz 1.807,28 €

Zeiss unterstützt nur eigene Kameras und diese Kameras sind um ein vielfaches teurer als z.B.: ein gebrauchtes Zeiss 16 Standard.
Für viele Amateuere wird das keine Option sein.


« Letzte Änderung: November 27, 2020, 16:17:42 Nachmittag von rlu »

rlu

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Olympus cellSens
« Antwort #2 am: November 27, 2020, 15:51:42 Nachmittag »
Olympus bietet Mikroskop Softwarepakete an. "cellSens" für den Lifescience Bereich und  "Stream" für Materialwissenschaften.
Es können nur die eigenen Kameras von Olympus in den Softwarepaketen verwendet werden. Es werden auch High-End Kameras von Fremdherstellern eingebunden.

Bei cellSens gibt es drei Preisoptionen:
Entry für ~100€
Standard für ~2000€
Dimension für 5-6000€

Die Preise für  die Kameras aus der Kompatibilitätsliste belaufen sich:
Die DP22 eine Mikroskop Kamera mit 3MP und einem Sensor mit 1/1.8 Zoll kostet ~6.200€
Die DP27 mit 5MP und einem 2/3‘‘ Sensor kostet ~7.979€
Die SC30 3.3 MP digital colour camera with CMOS chip ~£3450 + vat

Die Verwendung der Olympus Software scheidet vermutlich aufgrund der hohen Preise der Kameras, die man dann dazukaufen muss, für die meisten Amateure aus.
« Letzte Änderung: November 27, 2020, 16:18:53 Nachmittag von rlu »

rlu

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ImageJ und Fiji
« Antwort #3 am: November 27, 2020, 16:03:42 Nachmittag »
Zwischenstand:
Es ist mir gelungen beide Softwareversionen zum Laufen zu bringen. Sogar das Kameraplugin.
Aber mittlerweile funktioniert nach wiederholten Update von Java und dem Java SDK nur noch JmageJ, das ja keine Plugins mitliefert.
Das Plugin für die Kamera muß vor der Verwendung kompiliert werden und läuft nur mit einer geringen Auflösung von 480 x.

Man kann vermutlich nur als Programmierer oder Java-Entwickler die Software stabil zum Laufen kriegen.
Schade eigentlich, weil es interessante Analysefunktionen gibt.