Autor Thema: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl  (Gelesen 700 mal)

Erik W.

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Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« am: November 18, 2020, 15:00:41 Nachmittag »
Guten Tag liebe Dünnschlifffreunde,

über die Forums-Biete-Anzeigen hat Carsten Wieczorrek einige Proben Karbonatit vom Kaiserstuhl angeboten. Ich habe diese kostenlose Angebot gerne angenommen und erfülle nun die Bedingung einen Beitrag darüber zu verfassen.

Der Karbonatit ist relativ bröckelig gewesen, so ganz perfekt ist mir der Dünnschliff daher nicht gelungen. Vielleicht hätte ich ihn vorher fixieren sollen...

Zur Übersicht gibt es erst einmal Bilder vom Schliff:
« Letzte Änderung: November 18, 2020, 18:39:16 Nachmittag von Erik W. »

Erik W.

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Re: Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #1 am: November 18, 2020, 15:02:25 Nachmittag »
Als Hauptmineral kommt primärer Calcit mit polysynthetischer Verzwilligung vor:

Erik W.

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Re: Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #2 am: November 18, 2020, 15:04:20 Nachmittag »
Hier ist brauner Magnesioferrit zu sehen, man beachte die kleinen Apatitkristalle (grau im XPL):
« Letzte Änderung: November 21, 2020, 09:47:36 Vormittag von Erik W. »

Erik W.

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Re: Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #3 am: November 18, 2020, 15:06:20 Nachmittag »
die letzten beiden Bilder zeigen Phlogopit, eine Biotitvariante:

Jetzt bin ich gespannt, was die anderen beiden Probenempfänger noch zeigen werden.

Viele Grüße,

Erik
« Letzte Änderung: November 18, 2020, 18:46:05 Nachmittag von Erik W. »

hugojun

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Re: Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #4 am: November 18, 2020, 16:44:48 Nachmittag »
Hallo Erik ,

der Schliff ist doch ganz gut gelungen-
Koppit musste ich erst mal nachschlagen, habe dann Pyrochlor gefunden , also kubisch isotrop,

kein Loch im Schliff ;D

LG
Jürgen
« Letzte Änderung: November 18, 2020, 16:46:20 Nachmittag von hugojun »

Erik W.

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Re: Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #5 am: November 18, 2020, 17:59:52 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

Zitat
kein Loch im Schliff ;D

Eine Straße mit so vielen Löchern wäre nicht verkehrssicher.  ;D

Viele Grüße

Erik

Florian D.

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #6 am: November 18, 2020, 19:10:27 Nachmittag »
Hallo Erik,

ich bin mit dem Schleifen leider noch nicht so weit, sehe aber dasselbe wie du. Woran identifizierst Du diese braune Masse als Koppit?

Viele Grüsse
Florian

Holger Adelmann

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #7 am: November 18, 2020, 19:15:49 Nachmittag »
Hallo Erik (und Florian),

na - das Karbonat ist ja eindeutig zu erkennen.
Hätte mich auch interessiert, ob ihr REE-Minerale findet.

LG
Holger

Erik W.

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #8 am: November 18, 2020, 19:29:26 Nachmittag »
Guten Abend,

@Florian: den Nachweis kann ich nicht erbringen. Die Paragnese passt: Calcit, Apatit und Phlogopit.

@Holger: ich musste den Begriff REE-Mineral erst mal ergoogeln => Apatit wäre ein solches Mineral. Bei mir im Schliff kommt allerdings auch nicht sehr viel mehr vor, als das was ich gezeigt habe. Oft finde ich aber auch später noch Minerale, die ich übersehen habe (Pilzsucheffekt).

Viele Grüße,

Erik

hugojun

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #9 am: November 19, 2020, 10:19:10 Vormittag »
Hallo Erik ,

ich hoffe Du bist mir nicht böse, wenn ich die Antworten vorwegnehme.
@ Florian & Holger
REE > SEE Seltene Erden Elemente >ja aber nicht als eigenständige Phase
und Identifizierung siehe hier.
Seite 19 unten:

https://www.agw.kit.edu/downloads/Studiengang/Kristalloptik%20-%20Mineralmikroskopie%20(Stosch,%2021MB).pdf

Grüße
Jürgen
« Letzte Änderung: November 19, 2020, 10:21:17 Vormittag von hugojun »

Florian D.

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #10 am: November 19, 2020, 10:28:05 Vormittag »
Ich habe gestern mal das Taschenspektroskop sowohl auf einen Karbonatitbrocken gehalten als auch das transmittierte Licht eines der rotbraunen Bereiche im Mikroskop betrachtet, aber keine scharfen Absorptionslinien gesehen.
Ich halte das braune Zeug, auch nach makroskopischer Betrachtung, primär für Limonit, der sich evtl. durch Zersetzung von Magnesioferrit gebildet hat. Der Koppit sollte in den Karbonatiten des Kaiserstuhlt ja als ideomorphe Oktaeder auftreten.

Mal sehen, ob man da noch schönere Beispiele findet.

Viele Grüsse
Florian

hugojun

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #11 am: November 19, 2020, 10:33:38 Vormittag »
…Laut obiger Quelle ist Koppit fast  opaque ,  jedenfalls auf dem Foto..

Eine gewisse Korrosion lässt sich bei Eriks Foto nicht verleugnen

Gruß
Jürgen
« Letzte Änderung: November 19, 2020, 10:35:52 Vormittag von hugojun »

hugojun

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #12 am: November 19, 2020, 10:55:01 Vormittag »
…Zu Bild 8 und 9 wollte ich noch bemerken , dass der Phlogopit deutliche plastische Verformung erlitten hat,
erkennbar an den wellenförmigen Verlauf des Spaltsystems und der Rollbewegung. Das Karbonat unterhalb des Phlogopits zeigt Lamellen-Versetzung durch Stress wegen der höheren Sprödigkeit.
Die "tektonische " Verschiebung verläuft fast horizontal durch Bild.
LG
Jürgen
« Letzte Änderung: November 19, 2020, 11:00:30 Vormittag von hugojun »

Carsten Wieczorrek

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #13 am: November 19, 2020, 13:20:41 Nachmittag »
Hallo,
schöne Bilder.
Die Steine sind doch zumindest teilweise magnetisch. Da müsste doch irgendwo Magnetit zu finden sein?
Grüße
Carsten
Für's grobe : CZJ GSZ 1
Zum Durchsehen : CZJ Amplival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Draufsehen : CZJ Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Drauf- und Durchsehen: CZJ Epival Hellfeld
Für psychedelische Farben : CZJ Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : CZJ Epival Interphako

Holger Adelmann

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Re: Dünnschliff Karbonatit vom Kaiserstuhl
« Antwort #14 am: November 19, 2020, 13:44:18 Nachmittag »
@ Florian & Holger
REE > SEE Seltene Erden Elemente >ja aber nicht als eigenständige Phase
Grüße
Jürgen

Deswegen hatte ich ja REE-Minerale geschrieben, Jürgen   ;)