Autor Thema: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze *  (Gelesen 811 mal)

Hans-Jürgen Koch

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Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze *
« am: Dezember 19, 2020, 09:54:12 Vormittag »
Liebe Pflanzenfreunde,

der Hilligbitter so wie man bei uns in Bremen sagt ist ein Halbstrauch, der bis zu 150 Zentimetern hoch wird und stark aromatisch duftet.
Halbsträucher sind keine richtigen Sträucher, sondern eine Mischform aus krautig wachsender Pflanze beziehungsweise Staude und Strauch.
Halbsträucher nehmen eine Zwischenstellung zwischen Gehölzen und krautig wachsenden Pflanzen ein.
Der lateinische Name Artemisia absinthium deutet evtl. auf die Namensgeberschaft der antiken Göttin Artemis (griechischer Name der Diana) hin.
Der Name Artemisia stammt nach „Dioskurides“ von apsinthos (unerfreulich) oder von apinthos (untrinkbar) ab.
Pedanios Dioskurides aus Anazarbos bei Tarsos in der römischen Provinz Kilikien war ein griechischer Arzt, der im 1. Jahrhundert in der Epoche des Kaisers Nero lebte. Dioskurides ist einer der bekanntesten Ärzte der Antike und gilt mit seinem Werk Über „Arzneistoffe“ als Pionier der Pharmakologie.

Bild 01 Habitus, Wermutkraut Artemisia absinthium

Urheber: Valérie75
Wermut kommt natürlich im gemäßigten Eurasien, in Indien, Marokko und Algerien vor.
Wir finden den Wermut in Bergtälern bis auf 2000 Meter Höhe. Der Wermut wächst aus einem holzigen Grundstock, der nur an ausgesprochenen Sonnenhängen und auf trockenen Felsensteppen gedeihen kann. Aus einem waagerecht wachsenden Rhizom gehen die aufrechten, dicht beblätterten Sprossen hervor, die am Grund manchmal verholzen und sich im oberen Bereich mehrfach verzweigen.
Die langgestielten bodenständigen Blätter sind 3fach fiederteilig, die kürzer gestielten unteren Stängelblätter sind 2fach fiederteilig, die oberen dreispaltig oder ungeteilt.

Bild 02 Laubblatt (Ober- und Unterseite), Wermutkraut Artemisia absinthium

Urheber: Stefan Lefnaer
Auffallend ist die graugrüne Farbe der ganzen Pflanze, die von einer feinen Behaarung herrührt; sie schützt die Pflanze vor der starken Wärmestrahlung und vor dem Austrocknen.
Die winzig kleinen gelben Blüten sitzen in ebenfalls graugrünen Hüllblättchen an den oberen Nebenstängeln.
Die reichblütige Blütenrispe besitzt bis 4 mm breite, halbkugelige, nickende Blütenkörbchen mit zahlreichen gelben Röhrenblüten und weniger Randblüten. Die Früchte sind kleine Achänen.
Achänen sind einsamige Schließfrüchte (öffnen sich nicht bei Reife), bei denen ein dünnes, nur an einem einzigen Punkt anhaftendes, lederiges, zähes, trockenes Perikarp (nur teilweise verholzte Fruchtwand) einen einzelnen Samen (Testa) dicht anliegend umschließt.
Die Blütezeit ist von Juli bis September.

Bild 03 Blütenstand, Wermutkraut Artemisia absinthium

Urheber: Zell
Um das Wermutkraut ranken sich diverse Mythen. Ein Allheilmittel, eine Droge, ein Hexenelixier, das Kraut der Götter.
Bedeutung hat der Wermut über die Jahrtausende bis in die Gegenwart sowohl als Arznei- als auch als Genussmittel behalten, wie unter anderem aus dem bergischen Spruch hervorgeht
„Wermot ist för alles got“.
Wermut gehört zu den bittersten Pflanzen der Erde.
Mit 0,15 bis 0,4 Prozent enthält Wermut eine hohe Konzentration an Bitterstoffen. Deswegen auch der Name, Bitterer Beifuß. Diese Stoffe stammen aus der Gruppe der Sesquiterpenlactone, darunter Absinthin mit 0,2 bis 0,28 Prozent als Hauptkomponente. Daneben kommen Artabsin, Matricin und andere Stoffe vor. Für das Aroma sorgen vor allem die ätherischen Öle. Sie machen 0,2 bis 0,8 Prozent aus. Sie enthalten unter anderem Thujon. Dies aber nur in extrem geringen Dosen.
Thujone sind Nervengifte. Aber wie so oft, macht auch hier die Dosis das Gift.
In großen Mengen kann Thujon Verwirrtheit und Krämpfe hervorrufen. Aber auch andere Symptome, wie zum Beispiel Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen konnten nach der Einnahme thujonhaltiger alkoholischer Getränke beobachtet werden. Diese Aussage bezieht sich hauptsächlich auf den Genuss von Absinth. Absinth wird außerdem eine euphorisierende und aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.
Absinth Schnaps war im 18. und 19. Jahrhundert Modegetränk in Künstlerkreisen. Der Dauerkonsum dieses Getränks (Absinthismus) führte jedoch zu körperlichem Verfall und Gehirnschäden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er deshalb verboten. Seit 1989 gibt es ihn wieder zu kaufen. Allerdings ist für das giftige Thujon eine Obergrenze festgelegt. Da der zulässige Thujongehalt in alkoholischen Getränken auf maximal 35 Milligramm je Kilogramm begrenzt ist und auch bei historischen Absinthen keine höheren Werte nachgewiesen werden konnten, wird die Wirkung des Absinth Konsums heutzutage eher dem Alkohol zugeschrieben.
Als Arzneidroge wird das Wermutkraut (Absinthii herba) verwendet. Es besteht aus den ganzen oder geschnittenen, getrockneten, basalen Laubblättern oder den getrockneten, zur Blütezeit gesammelten, oberen Sprossteilen und Laubblättern oder einer Mischung der angeführten Pflanzenteile von Artemisia absinthium.
Daneben wurde Wermut zur Abwehr von Mäusefraß an Büchern in Schreibtinte verwendet und gegen Motten in Kleiderschränke gehängt. Er galt außerdem als wirksames Abwehrmittel gegen Hexerei und dämonische Einflüsse und wurde bei verschiedenen Ritualen sowie in Kräutermützen gegen Schlaflosigkeit eingesetzt.
Eine Kräutermütze besteht daraus, dass man aromatische Kräuter in ein Säckchen gibt und dieses dann mit einer Mütze auf dem Kopf befestigt. Es gibt aber auch Mützen im Handel, in die man dann die Kräuter direkt hineingeben kann.

Bild 04 Illustration, Wermutkraut Artemisia absinthium

Dieses Werk ist gemeinfrei.
Gemeiner Wermut. A Wurzelblatt und B blühender Stängel eines im Garten gezogenen Exemplars; 1 Blütenköpfchen vergrößert; 2 dasselbe im Längsschnitt, desgl.; 3 Randblüte, desgl.; 4 und 5 Scheibenblüte auf verschiedenen Entwickelungsstufen, desgl.; 6 dieselbe zerschnitten, desgl.; 7 Staubgefäß, desgl.; 8 Pollen, desgl.; 9 Griffel mit Narben, desgl.; 10 Frucht, desgl.; 11, 12 dieselbe im Längs- und Querschnitt.

Systematik:
Unterfamilie: Asteroideae Korbblütler
Tribus: Anthemideae
Untertribus: Artemisiinae
Gattung: Artemisia
Untergattung: Absinthium
Art: Wermut
Wissenschaftlicher Name:  Artemisia absinthium
Trivialnamen: Gemeiner Wermut, Echt-Wermut, Bitterer Beifuß, Eltzkraut, Magenkraut
Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die weiteren folgenden Trivialnamen verwendet:
Alahsan (althochdeutsch), Als (mittelhochdeutsch), Bittrer Aelz (Eifel, Altenahr), Alsa (Hessen an der unteren Schwalm bei Wabern), Alsam (Eifel), Alse (mittelhochdeutsch), Alsem (Rhein, Eifel, mittelhochdeutsch), Alsen (mittelhochdeutsch), Alsey (mittelhochdeutsch), Alssem, Berzwurz, Biermersch (Siebenbürgen), Birmet (Wetterau), Bitterals (Eifel), Els (mittelhochdeutsch), Else (Oberhessen), Elsene, Eltz (mittelhochdeutsch), Fremata, Grabekraut (Schlesien), Hilligbitter (Bremen), Märmöi (Altmark), Marmude (niederdeutsch), Pardehan (Rendsburger Apotheke), Vermoth, Wärmeden (Ruhla), Warmken, Wärmod (Altmark), Weige, Weramote (althochdeutsch), Werbmut (mittelhochdeutsch), Werenmut (mittelhochdeutsch), Werimuota, Wermede (Hessen), Wermet (Schweiz), Wermide, Wermoet (mittelhochdeutsch), Wermörte (mittelhochdeutsch), Wermoite (mittelniederdeutsch), Wermot (mittelniederdeutsch), Wermpten (Sachsen), Wermuda, Wermude, Wermuot, Weronmuth, Wermut, Wiegenkraut, Wiermerth (Siebenbürgen), Wiermuta (mittelhochdeutsch), Wörm (Holstein), Wörmd (Holstein), Wörmete (Hamburg), Wörmide, Wörmken (Hamburg, Holstein), Wörmö (Altmark), Wörmt (Mecklenburg), Wormiota (althochdeutsch), Wormken, (Unterweser, Göttingen), Wräömt (südliche Altmark), Wrämbk (Schleswig-Holstein), Wrämp (Schleswig-Holstein), Wrämt (Schleswig-Holstein), Wremp (Schleswig-Holstein) und Wurmet (Schweiz).
Englischer Name: absinthe wormwood

Bild 05 Pseudo-Apuleius-Manuskript, Kassel10. Jahrhundert

Dieses Kunstwerk ist gemeinfrei.
Pseudo-Apuleius, Apuleius Platonicus wird der unbekannte Autor bzw. Kompilator (Verfasser) eines illustrierten Kräuterbuches (Pseudo-Apuleius Herbarius) genannt, dessen ältestes erhaltenes Manuskript in lateinischer Sprache (Leiden, Ms. Voss Q. 9) aus dem 6. oder 7. Jahrhundert stammt und dessen Urtext im 4. Jahrhundert entstand. Er ist nicht identisch mit Apuleius von Madaura, dem römischen Dichter und Philosophen des 2. Jahrhunderts.

Teil 1
Sprossachse, Querschnitt
25 Mikrometer

Bild 06 Schnittstelle, Wermutkraut Artemisia absinthium

Foto: H.-J_Koch

Fünf ungefärbte Schnitte.

Bild 07 Detailaufnahme, Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 08 Detailaufnahme, Wermutkraut Artemisia absinthium

Charakteristisches T-Haar

Bild 09 Autofluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 10 Autofluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm

Bild 11 Autofluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm

Wacker 3 A - Färbung (Acridinrot – Acriflavin - Astrablau)
1. Schnitte liegen in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridiorot 8 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest.
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) 15 Sekunden
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest.
7. Nachfärbung Astrablau 90 Sekunden
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %
10. Einschluss in Euparal
Fotos: Nikon D5000

Bild 12 Übersicht, Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 13 Detailaufnahme Negativbild (Programm: Fast
Stone Image Viewer), Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 14 Detailaufnahme, Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 15 Detailaufnahme mit Beschriftung, Wermutkraut Artemisia absinthium

MP = Markparenchym, SK = Sklerenchymkappen, P = Parenchym, Markstrahl ?, PH = Phloem, XY = Xylem

Betrachtet man eine Sprossachse im Querschnitt, findet man mehrere kreisförmig angeordnete Leitbündel. Hier soll das offene Leitbündel einer zweikeimblättrigen Pflanze, dem Wermutkraut Artemisia absinthium betrachtet werden. Die Leitbündel durchziehen die ganze Pflanze und gehen von den Wurzeln bis in die Blätter. Sie enthalten langgestreckte, röhrenförmige Zellverbände und sind für den Transport von Wasser und Nährstoffen zuständig. Der Gefäßteil, das Xylem, transportiert Wasser und Nährsalze von den Wurzeln zu den Blättern. Der Siebteil, das Phloem, transportiert die in den Blättern durch Photosynthese hergestellten Stoffe zusammen mit dem Wasser zu den Zellen in der ganzen Pflanze und zu den Speicherorganen.
Bei offen kollateralen Leitbündeln tritt noch ein Kambium zwischen Xylem und Phloem hinzu. Diese Anordnung kommt bei zweikeimblättrigen (dikotylen) Pflanzen vor.

Bild 16 Detailaufnahme, Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 17 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 18 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 19 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 20 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
« Letzte Änderung: Dezember 23, 2020, 09:52:53 Vormittag von Hans-Jürgen Koch »
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Hans-Jürgen Koch

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #1 am: Dezember 19, 2020, 09:56:47 Vormittag »
Teil 2
Chrysoidin - Acridinrot - Eisengallustinte - Färbung

Dreifachfärbung mit Chrysoidin - Acridinrot - Eisengallustinte.
Die in 70% Ethanol aufbewahrten Schnitte wurden dann über Alkoholstufen abnehmender Konzentration (50%, 30%) in Wasser gewaschen.
Die Färbung erfolgt in drei Schritten.
Erste Färbung für 8 Minuten mit Chrysoidin, überschüssige Farbe wird in Wasser ausgewaschen.
Zweite Färbung für 12 Minuten in Acridinrot, überschüssige Farbe wird in Wasser ausgewaschen.
Dritte Färbung mit Eisengallustinte für 30 Minuten. Überschüssige Farbe wird wiederum mit Wasser ausgewaschen.
Die gefärbten und gewaschenen Schnitte werden dann in Alkoholstufen zunehmender Konzentration (30%, 50%, 70% und 100% Isopropylalkohol) entwässert.
Einschluss in Euparal.

Bild 21 Detailaufnahme, Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 22 Detailaufnahme, Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 23 Detailaufnahme, Wermutkraut Artemisia absinthium


Bild 24 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 25 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 26 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Wermutkraut Artemisia absinthium

Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 27 Gegenüberstellung der beiden Färbungen


Quellen und weiterführende Informationen:

Wikipedia
„Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen“, ISBN: 978-3-89996-508-7
„Heilpflanzen und ihre Kräuter“, 1985
„Welche Heilpflanze ist das?“, ISBN: 978-3-440-10798-0
„Was blüht denn da?“, ISBN: 978-3-440-11379-0
Dieter Ennet, „Lexikon der Heilpflnzen“, ISBN:3-933203-96-1
Holm/Herbst, „Botanik und Drogenkunde“, ISBN: 978-3-7692-5240-8
E. Löbenberg, „Drogenkunde mit mikroskopischen Übungen“, ISBN: 3-7741-0125-6
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quellen. Texte werden anschließend individuell von mir selbst verfasst.
Sollte ich ein Copyright © verletzt haben, so geschieht dies nicht mit Absicht. Bitte schicke mir ein E-Mail, wenn es der Fall sein soll.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.

Zum Weihnachtsfest die besten Wünsche und erholsame Feiertage.
 Hans-Jürgen


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bewie

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    • BeWie's Mikrowelt
Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #2 am: Dezember 19, 2020, 14:27:05 Nachmittag »
Hallo Hans-Jürgen,

eine phantastische Ausarbeitung mit allen relevanten Aspekten. Bin sehr beeindruckt!

Mal eine ganz banale Frage dazu: Ist die abschreckende Wirkung auf Motten im Kleiderschrank gesichert?

LG Bernhard

Hans-Jürgen Koch

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #3 am: Dezember 19, 2020, 15:59:33 Nachmittag »
Hallo Bernhard,

danke für dein Lob.
Meine Informationen stammen aus alten Fachbüchern.
Darin stand auch, dass Absinth Schnaps Anfang des 20. Jahrhunderts verboten wurde. Glücklicherweise habe ich in einem neu erschienenen Buch gelesen: „Seit 1989 gibt es ihn wieder zu kaufen“.
Ich glaube, dass die Info „Daneben wurde Wermut zur Abwehr von Mäusefraß an Büchern in Schreibtinte verwendet und gegen Motten in Kleiderschränke gehängt“ korrekt ist.

Gruß
Hans-Jürgen

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liftboy

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    • mikroskopfreunde-nordhessen
Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #4 am: Dezember 19, 2020, 16:49:56 Nachmittag »
Hallo Hans-Jürgen,

eine hervorragende Dokumentation!
Ich kultiviere das Pflänzchen bei mir im Garten (es gefällt ihm, deswegen muss ich es kurz halten) und nutze es auch.
Hauptsächlich als getrockente Zutat zu Kräutertees.
Meiner einer sieht das anders :-) s. Bild
Mit der Pflanze werd ich mich wohl nächstes Jahr näher beschäftigen.

viele Grüße
Wolfgang

Wutsdorff Peter

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #5 am: Dezember 19, 2020, 22:42:50 Nachmittag »
Guten Abend Hans-Jürgen,
vielen Dank für die wunderbare Arbeit. Sehr interessant die Infos über den Absinth.
Hast Du die Pflanze in Deinem Garten?
Gruß und bleib "negativ" i.S.v. Corona
Der Inschenörfän  Peter

Hans-Jürgen Koch

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #6 am: Dezember 20, 2020, 10:38:11 Vormittag »
Hallo Peter,

danke für deine Rückmeldung.

Wermutkraut ist leider in unserem Garten nicht zu finden.

Ein frohes Weinachtsfest

Hans- Jürgen
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Fahrenheit

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #7 am: Dezember 20, 2020, 10:54:18 Vormittag »
Lieber Hans-Jürgen,

vielen Dank für Deinen schönen Beitrag, den ich mit Freude gelesen und gelistet habe.

So unerfreulich finde ich das alkoholische Produkt aus Artemisia absinthium gar nicht, besonders, wenn es ganz traditionell als "Grüne Fee" zubereitet ist, also Absinth mit ein wenig eiskaltem Quellwasser, das in dünnen Strahl eingegossen oder getropft wird. Ein Augenschmauß und über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten.  ;D

Verboten war der Absinth lange Zeit, da man vermutete, dass er wegen seines Thujongehalts giftig sei. Es ist beim Genuss des in Frankreich traditionell selbst gebrannten oder billig gebrannten Schnaps auch immer wieder zu Unfällen gekommen. Letztendlich zeigte sich aber, dass bei der üblichen Herstellungsweise der Thujongehalt vernachlässigbar ist. Die Vergiftungen waren demnach wohl eher auf unsaubere Maische und schlechten Brand und damit den Methanolgehalt zurück zu führen.
Die Wikipedia ist da recht auskunftsfreudig und bietet auch weiterführende Links: https://de.wikipedia.org/wiki/Absinth

Das Parenchym (P) in Bild 15 scheint mir ein Markstrahl zu sein.

Herzliche Grüße
Jörg
« Letzte Änderung: Dezember 22, 2020, 07:21:18 Vormittag von Fahrenheit »
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

liftboy

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #8 am: Dezember 20, 2020, 12:21:47 Nachmittag »
Hallo Hans-Jürgen,

ich könnte Dir im Frühjahr Ableger zukommen lassen.

Viele Grüße
und bleib gesund
Wolfgang

Hans-Jürgen Koch

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze
« Antwort #9 am: Dezember 20, 2020, 15:01:36 Nachmittag »
Hallo Wolfgang,

das Angebot nehme ich gerne an.

@Jörg,

danke für deine Ausführungen.

Gruß
Hans-Jürgen
« Letzte Änderung: Dezember 21, 2020, 09:29:06 Vormittag von Hans-Jürgen Koch »
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Wutsdorff Peter

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Re: Botanik: Wermutkraut Artemisia absinthium eine Heilpflanze *
« Antwort #10 am: Dezember 23, 2020, 21:42:27 Nachmittag »
Guten Abend Ihr Wermutfreunde,
zum Absinth gibt es ein bekanntes Bild, das in Prag im Cafee-Slavia hängt.
Ich habe es bei Wikipedia unter "Prag caffee slavia" gefunden.
Ich hoffe es klappt als Anhang.
Gruß Peter