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Frage zu Projektiv

Begonnen von Siegfried, März 21, 2021, 14:10:50 NACHMITTAGS

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Siegfried

Liebe Forumsmitglieder
Ich hätte heute eine Frage zum Einsatz eines Projektives.
So verwende ich zB. für meine Foto's über Trinotubus am Zeiss Standard ein Periplan 10x18 Brille und die Panzerfaust 63mm Brennweite für meine Vollvormatkamera.
Vorher Periplan 10x18 Brille und Pentax 1:2.8 40mm. an Canon 600D.
Ich weiss zwar wie ein Projektiv funktioniert,
https://www.univie.ac.at/mikroskopie/1_grundlagen/mikroskop/okular/8_projektiv.htm
aber wenn ich ein Projektiv einsetze, zB. ein 6,3:1 sehe ich nur eine rundes Bild auf dem Foto mit schwarzem Rand.
Und was sehe ich erst mit einem zB. Objekiv Apo 40/0,95 mit Projektiv 2,5x.
Da muß doch das Bild noch kleiner sein.
Allerdings bei vielen auch hier im Forum gezeigten Aufnahmen ist das Bild auch bei der Verwendung von Projektiven voll ausgeleuchtet.
Wie sind die Zusammenhänge?
Würde mich freuen, wenn ihr mich schlauer machen würdet.
      Gruß von Siegfried


Linuxpenguin

Hallo Siegfried,
das Problem mit dem Projektiv kenn ich.
Ich habs bei Zeiss West nun so:
- Vollformat Kamera
- NEX-M42 Adapter
- Zenith Helios 58mm Objektiv
- Adapter M42-Zeiss Ringschwalbe 43,5mm
- Zeiss "Eierbecher" oder Pentax Okukar Adapter 23,5mm
-S-Kpl 10/20 Brille oder Kpl 10/20 Brille
- Schraeger Mono Tubus
Nun ist auf dem Vollformat alles gleichmaessig ausgeleuchtet.
Mit dem Eierbecher-Adapter kann nun ganz leicht Parfokalitaet und der noetige Pupillenabstand eingestellt werden.
LG
Sven
Mikrotechnik:
- ZEISS Ultraphot III
Luminar Einrichtung, AL/DL (HF/DF),
POL, AL-DIK
Hiller LED, HAL, CSI, HBO
- SteMi IVb

Foto:
- StackUnit auf PhoMi-Basis
- SONY a7R II VF/APS-C
- CANON FL Balgen
- Linearschlitten: Z 0,0001mm

Interessen:
Mineralogie, Gemmologie, Petrographie

Siegfried

Hallo Sven
Erst mal Danke für deine Antwort.
Ich habe mich evtl. etwas falsch ausgedrückt.
Mit meinem  Leitz Periplan 10x18 Brille und der Panzerfaust 63 mm Brennweite,
ist mein Vollformatsensor ja auch ganz ausgeleuchtet und die Abbildungsqualität ist auch sehr gut.
Mir geht es darum, weil in einigen Beiträgen zB. das Projektiv 1,67x hinsichtlich der Abbildungsqualität sehr gelobt wird.
Wie bildet das auf dem Sensor ab?
Wie ich bei dir gelesen habe, benutzt du ja auch 10x Projektive.
  Gruß von Siegfried

Linuxpenguin

Hallo Siegfried,
JETZT nutze ich das S-Kpl 10/20 Brille.
Vorher ein Kpl 10/20 Brille.
Projektiv PK 2,5x hatte ich vorher.
Das brachte aber den Tunnelblick.
Ich kann das S-Kpl oder auch ein 10/20 Kpl Brille nur empfehlen.
LG
Sven
Mikrotechnik:
- ZEISS Ultraphot III
Luminar Einrichtung, AL/DL (HF/DF),
POL, AL-DIK
Hiller LED, HAL, CSI, HBO
- SteMi IVb

Foto:
- StackUnit auf PhoMi-Basis
- SONY a7R II VF/APS-C
- CANON FL Balgen
- Linearschlitten: Z 0,0001mm

Interessen:
Mineralogie, Gemmologie, Petrographie

Siegfried

Hallo Sven
Genau um diesen Tunnelblick geht es mir.
Ich frage mich, was für einen Tunnelblick mit dem Olympus NFK 1.67 zu sehen ist.
Danke für deinen Tipp mit dem S-Kpl 10/20 Brille.
Muß ich in Erwägung ziehen.
  Gruß von Siegfried

HCLange

Hallo Siegfried,

ein Projektiv ist ein spezielle "Okular", das das Bild in einem bestimmten Abstand direkt in die Kamera erzeugt, ohne Objektiv dazwischen.
Das Olympus-Projektiv sollte nur mit den Oly LB-Objektiven und Fototuben genutzt werden, und zeichnet das APSC-Format aus (Bilddiagonale ca. 26mm).

Herzliche Grüße
Christoph

David 15

#6
Hallo Sigfried,

da dich der vermeintliche Tunnelblick so interessiert, hab ich dir auf die Schnelle ein Bild mit dem NFK 1,67x und einer VF Kamera gemacht. Wie man sieht wird der Sensor nicht vollständig ausgeleuchtet aber diese Kombination kann dennoch sinnvoll sein z.B bei Dunkelfeldaufnahmen (das Video der Hydrafütterung hab ich damit gedreht) oder bei Kameras die beim Filmen einen Crop verursachen (viele VF Kameras nutzen nur einen APS-C Ausschnitt beim Filmen von 4K Videos). Hiermit lässt sich der Crop kompensieren.

Technik: Olympus BH-2, NFK 1,67x per Fototubus L, UVFL 10/0,4, Panasonic S1

Viele Grüße
David
''Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.'' ( Albert Schweitzer)

Vorstellung: ''Hier''

Siegfried

Hallo Christoph und David
Danke für euere Erklärungen und Beispiele.
Jetzt ist mir schon einiges klarer, über die Zusammenhänge beim Einsatz von Projektiven.
Ich bin ja mit meiner Adaption zufrieden, wollte halt wissen, wie es mit den Projektiven kleiner als 10x
auf dem Chip abbildet.
Kurz gesagt, ist ein gewisser Tunnelblick nicht ganz zu vermeiden.
  Gruß von Siegfried

JB

#8
Zitat von: Siegfried in März 21, 2021, 20:09:18 NACHMITTAGS
Kurz gesagt, ist ein gewisser Tunnelblick nicht ganz zu vermeiden.

Hallo Siegfried,

Die meisten Projektive sind fuer Kleinbildformat (Vollformatsensor) ausgelegt, sollten diesen also auch ohne schwarze Ecken (Vignettierung) ausleuchten koennen.

Dazu sollte die vorgesehene Kameralaenge (meist 125 mm) eingehalten werden. https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19729.msg149894#msg149894 Wird dieser recht lange Abstand von etwa 150 mm zwischen Projektiv und Sensor eingehalten, sollte auch keine Vignettierung zu sehen sein.

Beim Olympus NFK 1.67x (und 2x?) ist der Bildkreis etwas kleiner und Vollformat wird nicht ganz ausgeleuchtet (dieses Projektiv war nur fuer Videokameras mit Adapter vorgesehen). Das Projektiv NKF 2.5x leuchtet Vollformat komplett aus: http://www.alanwood.net/olympus/photo-eyepieces.html


Zitat von: Siegfried in März 21, 2021, 20:09:18 NACHMITTAGS
Ich bin ja mit meiner Adaption zufrieden, wollte halt wissen, wie es mit den Projektiven kleiner als 10x
auf dem Chip abbildet.

Diese Bildausschnitte sind zu erwarten: http://www.alanwood.net/olympus/photo-eyepieces-nfk-image-sizes.gif  Wie war denn die Kameralaenge bei Ihren Versuchen mit dem Zeiss Jena (?) 6,3:1?


Beste Gruesse,

Jon

Siegfried

Hallo Jon
Vielen Dank für deine ausführlichen Hinweise.
Ich werde mich da durcharbeiten.
Besonders deine Ausführungen hier
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19729.msg149894#msg149894
sind sehr wissenswert.
Hier noch einige Foto's von meinen Versuchen gestern Abend mit dem  MF-Projektiv 6,3:1.
Objektiv 10x plan ohne Relaisoptik.
Foto1: Abstand Projektiv -Sensor ca.150mm--Sensor ist voll ausgeleuchtet aber die Vergrößerung ist für 10xObjektiv viel zu groß, als unreal.
Foto2: Abstand Projektiv-Sensor 50mm-- Vignettierung ist schon vorhanden, aber Vergrößerung ist für 10x Objektiv immer noch unreal.
Foto3: reale Abbildung  mit Objektiv 10x, aber mit Periplan 10x18 und Relaisoptik Panzerfaust 63mm Brennweite.
Foto4: MF-Projektiv 6,3:1 mit Relaisoptik Panzerfaust.
   Gruß von Siegfried

JB

#10
Hallo Siegfried,

Danke fuer die Beispielbilder. Da sieht man wieder, wie gut die Kombination von Periplan 10x/18 und Panzerfaust 63 mm funktioniert  ;)

Das Projektiv 6,3x:1 hat eine starke Nachvergroesserung, die zu Zeiten von Film- und Plattenkameras manchmal sinnvoll war, aber fuer die sich heute wenige Anwendungen finden lassen. Dafuer gibt es aber Projektive mit geringerer Vergroesserung oder eben die afokale Adaption. Fuer die beste ergebnisse sollte man die Optik gemaess der Mikroskopobjektive auswaehlen, denn die verschiedenen Hersteller von Objektiven und Okularen lassen sich nur begrenzt mischen. https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1506.msg159345#msg159345

Beste Gruesse,

Jon

JB

#11
-

junio

Hallo Siegfried,
das Projektiv erzeugt in ca. 125mm ein scharfes Bild bei einem Bildkreis der ca. einem Kleinbild entspricht, Wenn Du nun in kurzer  Entfernung über dem Projektiv mit einem Objektiv ein scharfes Bild in der Chipebene erzeugst, hat eben dieses Bild evtl. einen zu kleinen Bildkreis. Viel wichtiger ist bei Deinen Versuchen, dass Du den richtigen Arbeitsabstand des Objektivs nicht veränderst, denn das führt zu Bildfehlern. Den richtigen Arbeitsabstand hast Du, wenn Du Du mit gut korrigierten Augen im Binokular ein scharfes Bild hast. Dann beginnt die Justage am Fototubus bis auch dort das Bild scharf ist, ohne den Arbeitsabstand de Objektivs zu verändern.
Danach kannst Du erst weitere Beurteilungen anstellen, ob die Objektiv-Okular-Kombinationen vertretbar gut sind.
Beste Grüße von Jürgen


Siegfried

Hallo Jürgen
Danke für deine Hinweise. Mit Objektiv meinst du das Relaisobjektiv zwischen Projektiv und Sensor der Vollformatkamera?
Oder soll ich generell ohne Relaisoptik adaptieren?
  Gruß von Siegfried

junio

Hallo Siegfried,
wenn ich vom Objektiv und richtigem Arbeitsabstand  spreche, meine ich das Mikroskop-Objektiv nicht das Kamera-Objektiv.
Ziel muss doch sein, dass im Binokular erscheinende Sehfeld möglichst groß im Foto abzubilden. Der klassische Aufbau ist eine Fotoeinrichtung mit einem Projektiv, d.h.die Kamera ist hoch über dem Projektiv oder, der 2. Weg, direkt über dem Okular (nicht Projektiv) ist ein Kameraobjektiv. Diese Einrichtung wird durch die ,,Panzerfaust" realisiert. Nun war diese Einrichtung für das Kleinbild ausgelegt und nicht für einen kleineren Chip. Ein 50mm oder noch besser ein 40mm Kameraobjektiv schafft hier mehr Bildgewinn als ein 63mm Objektiv. Aber Du hast ja eine Vollformat-Kamera, dann ist die MC63-Lösung optimal, sowohl bzgl. des Bildausschnittes als auch anderer optischer Fehler durch Unter- oder Überkorrektion.
Damit sind mögliche Fehlerquellen nur noch in der gewählten Objektiv-Okular-Kombination zu erwarten, wenn ungleiche Fabrikate zum Einsatz kommen. Das gilt es dann zu testen.

Erläuterung zum vorherigen Beitrag:

Da es bei diesen optischen Aufbauten durch Veränderung des Mikroskopobjektiv-Arbeitsabstandes immer ein Bild gibt, habe ich empfohlen, den richtigen Arbeitsabstand mit dem Betrachten des Bildes im Binokular sicherzustellen und dann am Fototubus durch Änderung der Tubuslänge oder der Kameralänge das Kamerabild scharf zu stellen.
Du findest all diese Grundlagen hier im Forum in meinem Aufsatz ,,Grundlagen der Mikrofotografie - Kameraadaptionen" (eingestellt von Peter V.) oder auf meiner Homepage.
Beste Grüße von Jürgen