Autor Thema: Merkwürdige Diatomee  (Gelesen 475 mal)

kmueho

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Merkwürdige Diatomee
« am: Mai 02, 2021, 19:02:35 Nachmittag »
Hallo zusammen,

sie sieht einer Amphipleura Pellucida ähnlich, aber ist das auch eine?

Viele Grüße,
Kai

Soki

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #1 am: Mai 02, 2021, 19:36:54 Nachmittag »
Hallo Kai,

das könnte vielleicht eine Amphipleura lindheimeri sein.

Grüße,
Simon

kmueho

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #2 am: Mai 03, 2021, 00:36:27 Vormittag »
Ja, Amphipleura lindheimeri könnte passen.
Ist ja auch leicht nach Bildern zu suchen, wenn man den Ausdruck kennt :)

Aber diese Variante muss schon vergleichsweise grob-porig sein, sonst hätte ich das angehängte Bild wohl nicht hingekriegt.

Viele Grüße,
Kai





othum

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #3 am: Mai 03, 2021, 07:45:54 Vormittag »
Hallo Kai,

es ist tatsächlich eine Amphipleura lindheimeri. Und das Bild sieht doch gut aus, vor allem da es vermutlich mit dem Handy durchs Okuar gemacht wurde?

Beste Grüße, Oliver
Zeiss Axiovert S100 HF/Ph/DF, Auflicht-FL
Zeiss Axioskop 50 HF/Ph/Pol, Auflicht-HF/DF/Pol
Kamera: Pentax K-1

anne

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #4 am: Mai 03, 2021, 12:31:12 Nachmittag »
Hallo Kai,
sooo viel größer ist die A. lindheimeri nicht...
http://www.mikroskopie-ph.de/index-Lindheimeri.html
also tolles Bild, hast Du da gemacht!


Hier noch aus einem Beitrg von Ralf Nötzel:

 Hallo,

   
   ... aus Hustedt: Die Kieselalgen, 1959, ISBN 1-878762-07-9, S.724 ff.

   Amphipleura lindheimeri:
   Länge: 120-330 my / Breite: 23-27 my / 28 Transapikalstreifen in 10 my

   Amphipleura pellucida:
   Länge: 80-140 my / Breite: 7-9 my / 37-40 Transapikalstreifen in 10 my
 
   Die Raphenäste sind bei der A. pellucida stets kurz, ansonsten ist der Habitus beider Arten ähnlich.
   Die Auflösung der Streifenstruktur ist mehr ein Kontrast- als ein Größenproblem.
   
   Gruß
   R. Nötzel
lg
anne
« Letzte Änderung: Mai 03, 2021, 12:35:10 Nachmittag von anne »

kmueho

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #5 am: Mai 03, 2021, 15:24:56 Nachmittag »
Zitat
da es vermutlich mit dem Handy durchs Okuar gemacht wurde?

Hallo Oliver,

nein, das wurde mit einer Nikon Z6 (Kleinbild-Sensor) ohne Okular und Objektiv per Stativ direkt auf den Sensor belichtet.
Interessant ist der extrem kurze Abstand. Dazu musste ich den Okulartubus vom Binokularkopf abschrauben. Siehe Bild. Und parfokal war ich damit immer noch nicht.

Die Aufnahmen selbst wurden per Remote-Control-Programm zum PC übertragen (bei Nikon heißt das "Camera Control Pro 2") und vom ordentlich reingezoomten Live-View (mit 1:1 Pixeln) per Microsoft Expression Encoder ein Screen-Video erstellt. Das war so wackelig, dass ich derweil nicht einmal atmen durfte ;). Dann per Handbrake-Video-Converter (mit lossless Einstellung) in ein H.264-Mp4-Video umgewandelt. Dieses dann per After Effects in TIF-Einzelbilder zerlegt und der große Stack von über 200 Bildern dann per Photoshop mit Median-Stacking in ein wunderbar rauschfreies Einzelbild zusammengerechnet. Das Einzelbild dann per Radius-Schärfung noch etwas nachgeschärft und der Kontrast optimiert. Das Ganze dann noch invertiert und die Farben nachbehandelt.
Das Ursprungsvideo wurde mit dem 63x/1,4 + 1,4er Kondensor zwischen gekreuzten Polfiltern gemacht. Lediglich auf die 45° Drehung habe ich verzichtet.
Sprich: Das Bild ist stellt schon so ziemlich das Maximum dar, was ich derzeit machen kann.

Viele Grüße,
Kai




« Letzte Änderung: Mai 03, 2021, 15:26:33 Nachmittag von kmueho »

kmueho

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #6 am: Mai 03, 2021, 15:40:21 Nachmittag »
"also tolles Bild, hast Du da gemacht!"

Hallo Anne,

danke für die Blumen. Freut mich  :)

Ich kann jetzt ja endlich - oder besser: mal richtig unendlich - die 1,4er Zeiss-Plan Apochromaten mit dem "berüchtigten" Leitz Pl.Apo 160x Auflicht" vergleichen. Ja, die Zeiss Objektive sind bei Deckglass-Präparaten schon besser. Das alte Leitz schlägt sich aber nicht schlecht.
Das angehängte Bild wurde mit dem 160er auf einem Leitz SM-Lux-HL vom gleichen Präparat gemacht und zwar "ohne nichts". D.h, keine Polfilter, kein Öl-Immersions-Kondensor, keine schiefe Beleuchtung, kein Stacking, kein Nachschärfen und mit einem alten Lumia 950-Handy das man für nen Fuffi in der Bucht kaufen kann. Lediglich den Kontrast habe ich optimiert.

Viele Grüße,
Kai

PS.: Edith meinte, ich sollte "keine schiefe Beleuchtung" noch nachtragen.
« Letzte Änderung: Mai 03, 2021, 15:57:22 Nachmittag von kmueho »

plaenerdd

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #7 am: Mai 03, 2021, 17:27:26 Nachmittag »
Hallo Kai,
die vom Mikroskop entkoppelte Nicon hat ja sehr gute Bilder abgeliefert, ist aber auch eine "Operation am offenen Herzen" (Sensor) der Kamera. Ich hoffe Du hast gutes Werkzeug, um den Chip zu reinigen, denn wenn Du das öfter oder länger machen solltest, dürfte es schwer sein Staub auf dem Sensor zu vermeiden.
Beste Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
Inverses: Willovert mit Ph

kmueho

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Re: Merkwürdige Diatomee
« Antwort #8 am: Mai 03, 2021, 21:11:31 Nachmittag »
Zitat
wenn Du das öfter oder länger machen solltest

Hallo Gerd,

nein werde ich nicht machen. Das war jetzt ein einmaliger Test, ob eine "Ofenrohr"-Adaption überhaupt in Frage kommt. Prinzipiell gilt ja: Weniger Glas (-Oberflächen) im Strahlengang gibt einen besseren Kontrast. Aber z.B. bei meinem Leitz SM-Lux-HL ist das Ofenrohrbild nur mäßig. Starke achromatische Abberationen, deutliche Kissenverzerrung und auch in der Bildmitte nicht wirklich scharf. Beim Axioskop sieht das offensichtlich besser aus.

Viele Grüße,
Kai