Autor Thema: ASEQ-Spektrometer  (Gelesen 2120 mal)

hugojun

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #30 am: Mai 31, 2021, 10:05:20 Vormittag »
….

Ich habe noch eine Simulation von drei Spektren die nur Software mäßig „gebinnt“ wurden.

Mittelwerte aus 10 Messungen „vorwärts, rückwärts und symmetrisch“ . Hier tritt auch eine Verschiebung auf, aber nur entlang der x-Achse, nicht an der Intensität Y.



LG
Jürgen

Horst Wörmann

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #31 am: Mai 31, 2021, 10:55:09 Vormittag »
Hallo Jürgen,

Vorsicht, mit dem Kästchen "Box" wird nicht das hier diskutierte "Binning" gemacht. Das ist vielmehr eine Boxcar-Glättung, also ein gleitender Mittelwert. Dabei verschieben sich die Maxima! "Binning" kann man im ASEQSpectra nicht einstellen, das geht nur über die direkte Programmierung mit der DLL. Was dann passiert, muß ich noch ausprobieren.
Die Glättung von Spektren geht besser mit Savitzki-Golay, da bleiben die Maxima erhalten. Ist aber bei ASEQ nicht drin.

Der verbaute Chip Toshiba 1304DG macht laut Datenblatt kein Pixel-Binning, da müßte der AD-Wandler herhalten, und ich glaube nicht, daß die so viel Aufwand getrieben haben. Aber glauben heißt nicht wissen.

Viele Grüße
Horst

Horst Wörmann

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #32 am: Mai 31, 2021, 21:45:46 Nachmittag »
Hallo Michael,

vielen Dank für Deine umfangreichen Software-Untersuchungen!

Es sieht ganz so aus, als sei das Datenübertragungsproblem gelöst. Ich habe einfach mal verschiedene Einstellungen durchprobiert, und es funktioniert nur mit der in #19 gezeigten Abfrage auf „framesInMemory  = 2“.  Ich erhalte dann die erwarteten Spektren - aber nur fast; denn die Wellenlängen stimmen nicht, und es fehlt ein Stückchen im Langwelligen.

Die Wellenlänge konnte ich folgendermaßen korrigieren:
Da die Parameter A,B,C nicht vorhanden sind, habe ich die aus der Kalibriertabelle berechnet. Damit kann ich nun durch einen Versatz der Form Lambda = A*(Pixelnummer+Versatz)² + B*(Pixelnummer+Versatz) +C die Kalibrierung gewissermaßen parallelverschieben. Dann paßt alles ganz genau. So macht es auch das ASEQ_Spectra (aktuell V. 1.15) mit der Funktion „Calibration-> Calibration shift“.

Was aber noch aus Deinem Programmteil Spektrentransfer auffällt: „endpix“ sollte doch 3647 sein (also 0 bis 3647 für 3648 Pixel des Sensors) und nicht 3652? Und was bedeutet tot_startPix=33 und tot_endPix=3685? Bei mir kann ich nur numOfstartElement =0 und und numOfEndElement = 3647 eingeben. Ich suche nämlich immer noch nach dem verlorengegangen Stückchen im Langwelligen, s.o.

Die Option „Test“ kann man also getrost ignorieren, ebenso wie den Flash-Speicher.

Die Intensitätskorrektur „Aufzählg. (3) (Antwort #18)“ ist wohl nur für die XYZ-Option gedacht, ich brauche aber eine Korrektur der wellenlängenabhängigen Detektorempfindlichkeit (was wie eingangs erwähnt nicht einfach ist und eine Kalibrierlampe braucht). Kommt später noch rein.

Zum letzten Abschnitt „Binning“ Deines Beitrags: das ist überhaupt kein Binning oder Mittelung oder sonst was, „averaging“ ist schlicht falsch. Das ist nur die Funktion „fast“ im ASEQ_Spectra (bzw. CheckTr), bei der jedes 2./4./8. Pixel übertragen wird, um die Datenübertragung zu beschleunigen. Hat den Charme, daß dann die Wellenlängen nicht mehr stimmen (auch so im ASEQ_Spectra!).

Viele Grüße nach Berlin
Horst

MiR

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #33 am: Juni 14, 2021, 09:43:15 Vormittag »
Hallo Horst,

gerne geschehen, so lerne ich ja auch dazu bzw. werde auf neue Fragestellungen aufmerksam (gemacht).

Das ist schon sehr merkwürdig, mit dem fehlenden Teil des Spektrums. Lässt sich irgendetwas ableiten aus der "Länge" (wieviel Pixel) des fehlenden Spetrumbereiches ?  Ich nehme mal an, dass am Spektrum in der ASEQ-16Bit-Software aber nichts fehlt, oder doch ?  Das Wellenlängenproblem ist also generell gelöst ? Was ich nicht verstehe, ist deine Bemerkung, dass bei "framesInMemory = 2" die Wellenlängen nicht stimmen ..., ist das ein Problem, oder kannst du es durch den "Versatz" korrigieren ?

Deine Anmerkung zu den Pixeln ("GetSpectra") ist interessant, ich habe die Werte für diese Parameter von ASEQ. Eine (genaue) Information zu den Parametern habe ich eigentlich nicht. Meine Interpretation ging dahin, dass es sich bei dem "totalen Startpixel" bzw. "totalem Endpixel" um die wirklich vorhandenen Pixel handelt (so kenne ich es zumindest von anderen Spektrometern).  Bis jetzt hatte ich mich allerdings auch noch nie mit dem Datenblatt beschäftigt, in welchem ja von („nur“) 3648 Pixeln die Rede ist. Hmm, da ist in der Tat ein neues Rätsel aufgetaucht. Ich habe mal die Werte für die „tot_-Werte“ verändert und siehe da, das Signal (Spektrum) ändert sich. Da gibt es plötzlich zusätzliche Peaks bzw. im langwelligen Bereich fehlt etwas ! Wird beispielsweise jeweils 33 subtrahiert, „fehlen ca. 12 nm Spektrum“ im langwelligen Bereich. Unter „Settings“ in der CheckTr.exe tauchen diese auch auf (T start bzw. T end pixel), ohne die Möglichkeit diese verändern zu können. Hast du in deiner ASEQ-Software vielleicht ähnliche Einträge ?

Vielen Dank, dass du dir „reductionmode“ mal praktisch angeschaut hast, wie es aussieht, gibt es (leider) keine positive Überraschung …

Hallo Jürgen, auch dir meinen Dank. Insbesondere, da ich über eine Implementierung des BoxCar-Verfahrens zur Glättung nachgedacht habe. Insbesondere das Beispiel „…habe ich „box „Konstant gehalten und „Scans“ variiert. Man sieht deutlich , wie bei Veränderung der „box“, der Ausschlag  wandert ,Pixel und Intensität.“, lässt mich eher von meinem Vorhaben Abstand nehmen. Zumal ich aktuell das gleitende Mittelwertverfahren (Sawitzky-Golay) benutze, bei dem ich eine (derartige) Verschiebung der Maxima noch nicht beobachtet habe. Ohne Frage spielen generell der Glättungsparameter und die Y-Wert-Verteilung eine große Rolle.

Worin bestehen denn die Verbesserungen (Änderungen) zwischen den LR1-Generationen nun eigentlich: 
 - aus dem Einsatz eines 16-Bit-AD-Wandlers und
 - der Umgestaltung und Erweiterung der Anwender-DLL …
Ich werde aber mal bei ASEQ nachfragen, und mal sehen, ob es die Möglichkeit gibt, das LR1-14Bit auf 16Bit umzurüsten. Zumindest steht ja im ASEQ-Datenblatt: “We can replace CCD sensors on our previously made spectrometers”, da besteht doch (bei mir zumindest) eine gewisse Hoffnung auch hinsichtlich des AD-Wandlers.

Hinsichtlich der Kalibrierung (wellenlängenabhängige Detektorempfindlichkeit) hatte ich schon mal mit Jürgen konferiert. Mein Vorhaben ging von meiner Hardwarebasis aus. Ich möchte gern unter Verwendung eines Leistungsdichte-Messgerätes https://de.coherent.com/measurement-control/measurement/labmax-to mit entsprechendem Sensor und unter Einsatz einer polychromatischen Lichtquelle (Hg-Brenner) in Kombination mit Metall-Interferenzfiltern mich einem Kalibrierungsversuch nähern. Eine durchstimmbare monochromatischen Lichtquelle (Laser) wäre mir zwar lieber, aber erst einmal haben …  Wie sieht denn dein Plan zur Kalibrierung genau aus ?

Viele Grüße nach Bonn
Michael

hugojun

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #34 am: Juni 14, 2021, 15:29:20 Nachmittag »
Hallo Michael,
nach dieser Anleitung z.B. könnte man vorgehen. Die Vorgehensweise ist relativ einfach, so man eine bekannte Eich-Lichtquelle hat, die zudem nicht schon durch Alterung an Leistung verloren hat.

https://www.horiba.com/fileadmin/uploads/Scientific/Documents/OSD/203_Instrument_Response_Corrections.pdf

Mein LR1 z.B hatte diese Kalibrierung bei seiner Auslieferung, aber durch meine Basteleien, war sie am Ende nichts mehr Wert. Wie in unserem Emails -Austausch schon angesprochen, ist die Farbtemperatur -Korrektur, bei der man zu Ende der Plank-Kalibrierung noch die Farbtemperatur der Lichtquelle eingeben muss, nur die halbe Miete.
Unter dem Menüpunkt „Settings“ muss nach vollständigem Aufbau der Messeinrichtung noch der „irradiation correction Coefficient“ eingeben, um die Abweichung von der „Basis-Kalibrierung“ zum eigentlichen Aufbau zu korrigieren. Das kann man durch eine Vorher-nachher-Messung herausfinden. Dennoch gestalte sich das aber schwierig , wenn man z.B die Strahlungsleistung die am Objekt einwirkt ( unter dem Mikroskop), kennen möchte, denn von Lichtquelle bis Objekt und dann weiter vom Objekt bis zum Spektrometer verändern sich die Verhältnisse wieder. Man müsste also an der Lichtquelle , direkt am Objekt und nach dem Beobachtungs-Strahlengang messen.

Zum Mittelwert-Verfahren (z.B.: Sawitzky-Golay ) möchte ich anmerken , das es doch wohl keinen Sinn macht, wie im Programm des Herstellers, z.B. die vorangehenden 7 Messpunkte zur Mittelwertbestimmung zu nutzen , anstatt  drei oder vier vorangehende und drei oder vier nachgestellte Werte zu berechnen? War das nur Dummheit oder steck da doch etwas Anderes dahinter?

LG
Jürgen
« Letzte Änderung: Juni 14, 2021, 18:39:54 Nachmittag von hugojun »

Horst Wörmann

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #35 am: Juni 14, 2021, 19:54:50 Nachmittag »
Hallo Michael und Jürgen:

@Michael:
Zum Datentransfer-Problem in den ersten beiden Absätzen werde ich mich später äußern, das ist noch nicht ganz geklärt. Muß noch ein paar Versuche dazu machen und den Stas befragen. Nur so viel: das mit den fehlenden 12 nm ist auch bei  mir so.

"reduction mode", "averaging" und "binning": dazu schreibt Stas:
Dear Horst,
Your spectrometer has 1200gr/mm diffraction grating.
Yes, you can see reduction mode. It will transfer every 2nd, 4th and so on pixel just to increase data transfer speed.
Regards,
Stas

Jetzt haben wir es amtlich, kein "binning", nur schnellerer Datentransfer.
Nach dem Sinn des Blank Scans habe ich auch gefragt, das hat er aber nicht beantwortet. Mein Fehler, niemals mehr als zwei Fragen in einer Mail >:(

@ Jürgen:
Glättungsverfahren: die haben alle ihren Sinn. Die Savitzky-Golay-Glättung hat - wie schon erwähnt - den Vorteil, daß sie die Peakmaxima nicht verschiebt. Das ist nicht zufällig so, sondern beabsichtigt. Deshalb hat Michael das auch noch nicht beobachtet. Dafür gibt es auf einmal bei meinen scharfen Peaks Überschwinger, die bei der Niedrigauflösung so nicht vorkommen.
Wenn Du die Zahl n der Scans erhöhst, werden die Spektren gemittelt und das Rauschen um Wurzel (n) reduziert. Das Peakmaximum verschiebt sich nicht, ist ja immer dasselbe Spektrum.
Savitzky-Golay ist nicht im ASEQ enthalten!

Wellenlängenabhängige Detektor-Empfindlichkeit:
Die von Jürgen zitierte Horiba-Methode mit Wolframlampe ist eigentlich Standard. Hg-Brenner geht gar nicht, viel zu instabil und nicht langzeitkonstant. Wir haben das mit einer Halogenlampe versucht, die mit 1-A-Konstantstrom betrieben wird, und die mit einem kalibrierten Spektrometer gemessen für die Kalibrierkurve. Hat bisher nicht funktioniert, weil Mondphase und mein Chakra nicht harmonierten ...
Das mit Lasern usw. ist zu kompliziert, ein Coherent-Lasermeßgerät ähnlich wie in Deinem Link habe ich hier zum Spielen (Coherent FieldMaxII), halte Gerät und Methode mit vielen, vielen Spektralfiltern (weil man viele Meßpunkte braucht) aber für ungeignet: es müßte kalibriert sein, Filter sind teuer, durchstimmbare Laser nur unwesentlich teurer....
Aktueller Plan: ich habe eine Ocean Optics DH-mini hier, das ist aber nicht als Kalibrierlampe gebaut und muß noch auf irgendwas Kalibriertes zurückgeführt werden. Das kriegen wir aber mithilfe des Physikalischen Instituts hin. Man erhält ein klassisches Planckh-ähnliches Wolframlampen-Spektrum und hat zu jeder beliebigen Wellenlänge die Energie. Rückführbar auf nationale Standards und damit akkreditierbar nach DIN EN ISO 17025: wohl kaum, macht aber nichts ;)

Austausch des CCD-Sensors: das wird wohl nur bei ASEQ möglich sein, also nach Kanada schicken und zurück?

Viele Grüße aus Bonn
Horst


hugojun

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #36 am: Juni 15, 2021, 10:37:35 Vormittag »
Also bei mir besteht ein Datensatz (1 Spektrum) schon aus 3653 Wertepaaren, 5 mehr als der Chip Pixel hat(3648).
Damit können Start und Endpunkt nicht einer realen Messung entsprechen. Eher glaube ich, dass hier der Bereich für
das Polynom der Wellenlängen-Umrechnung vorgegeben wird.
3685-33=3652 (pixel0= 1 Wertepaar))=Anzahl der Wertepaare( und entspricht dem Graphikaufbau der x-Achse).

LG
Jürgen
« Letzte Änderung: Juni 15, 2021, 11:22:26 Vormittag von hugojun »

Horst Wörmann

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #37 am: Juni 16, 2021, 10:39:38 Vormittag »
Liebe Kollegen,

neues von ASEQ: Frage nach dem Sinn der blank scans.
Q:>> -What is the purpose of the blank scans?
A:
Dear Horst,
Blank scans are for triggering mode to insert blank scans between real
scans after the triggering event.
Kind regards,
Stas.

Dazu kann ich nur sagen: aha. Achwas!?

LG
Horst




hugojun

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #38 am: Juni 16, 2021, 19:27:23 Nachmittag »
Also bei mir besteht ein Datensatz (1 Spektrum) schon aus 3653 Wertepaaren, 5 mehr als der Chip Pixel hat(3648).
Damit können Start und Endpunkt nicht einer realen Messung entsprechen. Eher glaube ich, dass hier der Bereich für
das Polynom der Wellenlängen-Umrechnung vorgegeben wird.
3685-33=3652 (pixel0= 1 Wertepaar))=Anzahl der Wertepaare( und entspricht dem Graphikaufbau der x-Achse).

LG
Jürgen

Im Datenblatt des TCD1304 wird eine Leseperiode mit 3694 Elementen angegeben , ab Element 32(+0=33)
bis 3648 handelt es sich um ein Signal , 0- 32 und 3648 bis 3694 sind Dummy Signale  , Vielleicht hilft das ja weiter.

LG
Jürgen


MiR

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #39 am: Juli 18, 2021, 14:54:40 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

vielen Dank für die Datei, werde ich mir genauestens anschauen. Ich habe den Inhalt schon mal überflogen und bin bei Seite 2, „1. Instrument Setup“, hängen geblieben. Da wird der Einsatz einer Platte welche das Licht streut, um eine homogene Beleuchtung (Belichtung) zu erreichen, beschrieben. Wird das bei euch auch berücksichtigt ? Eventuell mit dem Kosinus-Korrektor welcher dem Spektrometer beiliegt ? Wobei dieses Bauteil ja wohl eher für die Empfängerseite gedacht ist …
Was mich interessiert, ist genau jener Fakt, den du beschreibst: „Dennoch gestalte sich das aber schwierig, wenn man z.B die Strahlungsleistung die am Objekt einwirkt (unter dem Mikroskop), kennen möchte, ..“.
Da bleibt wohl noch einiges zu tun. Hinsichtlich des Mikroskops muß ich allerdings „gestehen“, dass dies aktuell nur Gedankenspiele sind, da für ein Mikroskopspektrometer mindestens noch das gesamte Blendenmaterial (Meßfleckeinstellung und Beobachtung desselben) und die Ein- und Auskopplung fehlt. Wie ich kürzlich gesehen habe, hat sich z.B. Horst schon vor längerer Zeit mit einem Mikroskop-Spektrometer https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=15053.msg116026#msg116026 beschäftigt. Allerdings liest es sich für mich so, dass auch du an einem Mikroskop-Spektrometer werkelst …?

Im Datenblatt des TCD1304 wird eine Leseperiode mit 3694 Elementen angegeben , ab Element 32(+0=33) bis 3648 handelt es sich um ein Signal , 0- 32 und 3648 bis 3694 sind Dummy Signale  , Vielleicht hilft das ja weiter.
Vielen Dank Jürgen, dass wir jetzt eine Erklärung für den „leeren“ 12nm-Bereich zu haben, ich finde es immer gut, über etwas Hintergrundwissen zu verfügen.  Müsste Horst nur noch die Parameter finden, welche die „tot-Werte“ übernehmen.

Savitzky-Golay-Glättung

Zu diesem Punkt hatte sich Horst schon geäußert, in der Tat verwende ich obige Glättung nur für Spektrenbanden die sehr, sehr gauß-förmig daherkommen. Für meine Präparate aus dem organischen Bereich genau das Richtige. Die „Horst’schen –Peaks“, aus anorganischer Quelle, finden die SG-Variante nicht so angenehm, und gehen bei Anwendung ja auch prompt ein  ;).

Viele Grüße aus Berlin
Michael

MiR

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #40 am: Juli 18, 2021, 14:58:09 Nachmittag »
Hallo Horst,

danke für die Hinweise zur Stabilität der Lichtquellen, da hast du wohl absolut recht.

… ein Coherent-Lasermeßgerät ähnlich wie in Deinem Link habe ich hier zum Spielen (Coherent FieldMaxII), halte Gerät und Methode mit vielen, vielen Spektralfiltern (weil man viele Meßpunkte braucht) aber für ungeignet: es müßte kalibriert sein, Filter sind teuer, …

Die Kalibrierung des/der Sensors/en sollte eigentlich gegeben sein, denn sonst wäre das Gerät wenig sinnvoll. Allerdings hast du recht, es müsste natürlich ein Prüfprotokoll vorliegen, um sicher zu sein. Da ich die Möglichkeit habe, zwei Geräte (besser gesagt, zwei Sensoren), zweier Hersteller (Coherent und Thorlabs) gegeneinander antreten zu lassen, wurde dies mal an einem Laser (633nm, ca. 40 mW) durchgeführt. Leider hatte ich dabei schon eine Abweichung von ca. 16 Prozent. Somit widerspreche ich eigentlich meinen eigenen Eingangsworten zur Kalibrierung.  Hinsichtlich der Anzahl der Messpunkte (die Sache mit den Filtern) hatte ich im Detail noch nicht überdacht. Ich habe auch nicht so viele Filter um mehr als 8 Punkte hinzubekommen. Gut, man könnte, so Metallinterferenzfilter vorausgesetzt, durch Kippen der Filter die „Anzahl der Wellenlängen“ etwas erweitern. Was wäre denn von einem Gitter zu halten ? Die Monochromasie wäre per Spektrometer kontrollierbar und über einen Spalt einstellbar und die Leistung/nm bzw. Leistungsdichte /nm (im uW-Bereich) dann mit dem Leistungsmessgerät zu ermitteln.

Was mich fasziniert, ist dein aktueller Plan: „ich habe eine Ocean Optics DH-mini hier, …“ An den Details deines Planes wäre ich interessiert, da ich ein Ocean Optics - DH-2000-S-DUV-TTL habe.

Hinsichtlich des Austauschs am LR1 habe ich eher an den AD-Wandler gedacht, von 14 auf 16Bit, die CCD’s (TCD1304DG) sind in allen Geräten doch gleich, oder ? Parallel denke ich über die Nachrüstung mit dem Peltier-Element nach. Das scheint ja, lt. Darstellung auf der ASEQ-Homepage, auf alle Fälle nachrüstbar zu sein.

Viele Grüße aus Berlin
Michael

Horst Wörmann

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #41 am: Juli 18, 2021, 18:21:10 Nachmittag »
Hallo Michael,

"Die Kalibrierung des/der Sensors/en sollte eigentlich gegeben sein, denn sonst wäre das Gerät wenig sinnvoll."
Einspruch, solange man Absorption mißt, braucht man nur die Wellenlängenkalibrierung. Für den hier im Forum oft gemachten Vergleich verschiedener LEDs dagegen dürfte die radiometrische Kalibrierung aber erforderlich sein.
Die Hersteller machen das nicht, weil ja die vorgeschalteten Einheiten wie Glasfaser, Cosinus-Korrektor etc. ja auch ihre spektralen Absorptionen haben, die dann aber vom Kunden zu korrigieren wären. Deshalb bieten die ihre teuren Referenzlampen an.
Seit einigen Tagen habe ich das Problem hier aber gelöst. Ich habe von unserer Physik die Korrekturdaten erhalten, entstanden durch Messung der erwähnten Ocean Optics-Lampe mit einem kalibrierten Spektrometer von Thorlabs. Die Messungen der Physik an verschiedenen anderen unkalibrierten Spektrometern zeigen erstaunliche Unterschiede, bedingt durch unterschiedliche Sensoren. Das zeigt Dein Vergleich zwischen Coherent und Thorlabs bei 633 nm ja auch sehr schön.
Leider nützt es nichts, die Korrekturdaten weiterzugeben, weil die wie oben erwähnt sehr individuell sind, bei mir z.B. nur für den Spektrometereingang gelten.
Nach Einprogrammierung der Korrektur sehen auch die Glühlampenspektren viel besser aus, jetzt mit Intensität in nW/nm.
Ich bin dabei, das mal zusammenzufassen und mit mit einigen Meßbeispielen auf unserer Webseite zu bringen, ist für das Forum etwas zu umfänglich.

Leider zeigen die Daten auch, daß eine Kalibrierung bei einer Wellenlänge (also Dein 633-nm-Laser) nichts nützt; Du brauchst eine Reihe von Stützpunkten im Langwelligen, die geringe  Änderung durch Filterkippen bringt nichts, die Punkte liegen zu nahe beieinander. Selbst die Ocean-Optics DH 2000 ist nicht brauchbar, solange nicht die spektralen Daten dafür bekannt sind. Ein weiterer Haken ist die Alterung der Lampe, deshalb hat unser Physiker die Kalibrierung über das Spektrometer gemacht. Abweichungen von 10 % von der Theorie kann man wohl getrost erwarten.

Nachrüstung LR1: A/D-Wandler: geht nur mit neuer Platine von ASEQ. Peltier-Element: auch das geht nicht ohne größeren Umbau, der Sensor ist ja fest mit dem Peltier verbaut, wegen der Kondensationsgefahr. Neukalibrierung der Wellenlänge usw. ist ja klar, da hat Jürgen Erfahrung. Du wolltest doch mal bei ASEQ nachfragen?

Der Link zu meinem Forumsbeitrag ist veraltet. Der neueste Stand ist auf unserer Webseite: http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/mikroskopische_technik/192.html.

Zu guter Letzt: "Die „Horst’schen –Peaks“, aus anorganischer Quelle, finden die SG-Variante nicht so angenehm, und gehen bei Anwendung ja auch prompt ein  ;)."
"Prompt eingehen" heißt? Habe nur Überschwinger.

Viele Grüße
Horst





hugojun

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #42 am: Juli 19, 2021, 11:01:08 Vormittag »
Hallo Horst , Hallo Michael,
als Horst seinen Beitrag verfasst hat, bin ich noch in den Nordseewellen der Normandie geschwommen. Bei auflaufender Flut nimmt das Wasser die Wärme des Strandes auf und so hat es herrliche 19°C.
 @ Michel.

„Hinsichtlich der Anzahl der Messpunkte (die Sache mit den Filtern) hatte ich im Detail noch nicht überdacht…“

Recht einfach und ohne viel Aufwand habe ich mit  den 8 folgenden Stützpunkten ganz gute Erfahrung gemacht:
Die ersten 5 stammen von einer Entladungs- Sparlampe 365nm, 402nm, 435nm, 542nm, 611nm und sind sehr markant.
Für den roten Bereich nutze ich dann noch Kaminzündhölzer „K“ Linie 766nm, 769nm und
eine KFZ-Xenon Lampe z.B.: Xe D2 BMW für 823nm.
Aber Achtung: Die Zündhölzer und die Xenon Lampe müssen im Moment der Zündung bzw.
des Einschaltens aufgenommen werden, da die Linien danach gänzlich verschwinden.

Allerdings liest es sich für mich so, dass auch du an einem Mikroskop-Spektrometer werkelst …?

Jain: Eigentlich ging es mir immer um die Analyse des Lichts unter Nutzung von Polfilter in Kombination mit Kipp-Kompensatoren  , da man so schön die Wirkung der kompensierten Wellenlänge auf das Farbresultat quantitativ auswerten kann. Feste Kompensatoren wie RotI oder λ/4 haben nicht immer genau die gleichen Wellenlängen. Das ist aber bei Anwendungen in der Reflexion-Messung an anisotropen, stark absorbierenden Kristallen wichtig zu wissen.
Gelegentlich habe ich auch mal direkt an einem Dünnschliff ein opaques Mineral gemessen. Die Anforderungen an die Präparierung einer Messoberfläche sind aber anspruchsvoll.
Meine Objekte enthalten meistens gediegenes Eisen. Mit eine S/W Kamera kann ich dann die Grauwerte der angrenzenden Minerale gegen die des Eisens „kalibrieren“.
Leider kann ich von hier aus dem Urlaub nicht mit Beispielen dienen.
LG aus der Normandie
Jürgen

Horst Wörmann

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #43 am: Juli 19, 2021, 16:43:10 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

das ist ein Mißverständnis:
was Du meinst, ist die Wellenlängenkalibrierung. Im Beitrag vorher ging es aber um die radiometrische Kalibrierung, also um die Korrektur der wellenlängenabhängigen Empfindlichkeit des Sensors.

Viele Grüße
Horst

hugojun

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Re: ASEQ-Spektrometer
« Antwort #44 am: Juli 19, 2021, 17:07:12 Nachmittag »
Up's
Da hab ich wohl noch Salz in den Augen gehabt und das beim überfliegen auf dem Handy übersehen.
LG
Jürgen