Autor Thema: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!  (Gelesen 1437 mal)

Ynnad

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Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« am: Juni 05, 2021, 18:57:06 Nachmittag »
Hallo und liebe Grüße an alle,

vor ca. zwei Jahren wurde an meiner Schule ein Leitz Ortholux mit viel Zubehör im Sekretariat als Spende abgegeben. Da wir planen ein Forschungsraum einzurichten, indem Schülerinnen und Schüler für Facharbeiten, Jugendforscht, usw. auch mit gutem Equipment arbeiten sollen, möchten wir ein gutes Mikroskop. Also habe ich die drei Wäschekörbe nach Hause geschleppt um mich endlich mal damit zu beschäftigen. Jedoch war ich ziemlich schnell überfordert und etwas ratlos.

Die Frage die ich mir stelle ist, ob es sich lohnt (auch finanziell) dieses Mikroskop zu warten (hoffe nicht reparieren), oder alles zu verkaufen und ein neues zu erwerben. Bei uns in der Nähe ist ja Lötdampf, die auch einen Wartungsservice anbieten, jedoch habe ich hier nichts gutes gelesen.

Generell soll das Mikroskop zur Bestimmung von Phytoplankton, kleinem Zooplankton und Pflanzenschnitten dienen. Gerade für Jungendforscht sollten daraus auch qualitativ hochwertige Aufnahmen entstehen. Dies wäre auch der nächste Punkt: Wir arbeiten an der Schule überwiegend mit iPads. Es wäre also großartig eine Kamera zu haben, welche direkt mit dem Ipad verbunden werden kann (z.B. Moticam).

Eine Überlegung ist, falls mir hier jeder abrät das Ortholux in Schuss zu bringen, ein neues Mikroskop zu erwerben.
Ich hab da auch schon was gefunden, was nicht zu den großen vier zählt, aber in einigen Beiträgen auch nicht in der Luft zerfetzt wurde  ;)

Von Motic entweder das BA310 oder das silver252ix.

An Schulen ist zudem der finanzielle Rahmen natürlich immer ein kleines Problem. Das Budget liegt bei um die 1000€!
Die beiden „neuen“ sind zwar teurer, jedoch würde ich dann das Ortholux und mein Olympus verkaufen und den Rest dann selbst drauf legen, da ich das Mikroskop in den Ferien eh mit nach Hause nehme und somit auch selbst nutze.

Habe mal ein paar Bilder vom Ortholux angehängt. Müsste wahrscheinlich auch auf LED umgerüstet werden. Ich habe auch verzweifelt im Netz nach Geschäften in der Umgebung gesucht, die mich da unterstützen können, jedoch wurde ich nicht fündig (ausser lötdampf). Deswegen hoffe ich hier einige Hilfe zu bekommen.

Grüße und Danke
Danny








Ynnad

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #1 am: Juni 05, 2021, 18:57:57 Nachmittag »
und hier noch zwei Bilder

Bob

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #2 am: Juni 05, 2021, 19:06:52 Nachmittag »
Hallo Danny,
das Ortholux ist grundsätzlich ein ausgesprochen leistungsfähiges und auch sehr haltbares Mikroskop, es ist aber auch ein "Vielknopf-Mikroskop", das eine gewisse Sachkunde von jedem der Anwender erfordert. Die Zeitfensterchen, in denen damit gearbeitet wird sind ja vermutlich kurz und da ist Einfachheit ein Vorteil für sich. Überlegen solltet Ihr Euch, wie das Mikroskop verwendet werden soll, allein für sich oder angeschlossen an einen Bildschirm zum Zeigen des Mikroskopbilds für alle. Hast Du da schon einen genaueren Plan?

Viele Grüße,

Bob

Hugo Halfmann

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #3 am: Juni 05, 2021, 19:10:29 Nachmittag »
Hallo Danny,

Glückwunsch zu diesem Ortholux! Diese Qualität bekommst du heute nicht mehr, das Gerät ist nahezu unverwüstlich. Die angegebene Nähe zu "Lötdampf" (Finger weg, das ist ein reiner Händler für Chinaware) sagt mir, daß Du in Kaiserslautern wohnst, für mich leider etwas arg weit weg.

Die erste Frage ist: Was genau muss denn an dem Mikroskop gewartet werden? Wenn die Triebe noch nicht verharzt sind, brauchst Du eigentlich nur die zum Ortholux gehörende Niedervoltleuchte oder besser: die LED Anpassung wie Stephan Hiller sie hier vorgestellt hat:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=38828.msg302917#msg302917

Eine passende Kamera für ein iPad sollte kein allzu großes Problem sein, aber da kennen sich andere besser aus.

PS: Eine Wartungsanleitung für das Ortholux kann ich dir zusenden, brauche dann aber deine Emailadresse
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

jcs

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #4 am: Juni 05, 2021, 19:34:03 Nachmittag »
Hallo Danny,

Oldtimer wie das Ortholux sind sicher sehr solide Mikroskope. Aber für Schüler würde ich eher etwas Zeitgemäßeres nehmen, das perspektivisch auch tauglich für ein digitales Klassenzimmer ist. Sprich, es sollte auch gute Software (z.B. Zeiss Labscope für Eure iPads) verfügbar sein. Erfahrungsgemäß behaupte ich, dass junge Leute mit aktuellem Equipment leichter für wissenschaftliche Fragestellungen zu begeistern sind.

Ich würde mir die neuen Primostar 3 genau anschauen. Wenn Du zusätzlich zu den 1000Euro das Ortholux verkaufst, könnte sich das fast schon ausgehen. Dann noch einen Okularadapter für Smartphones, und die Jungs und Mädels können recht schnell loslegen.

Falls einmal ein Geldsegen über die Schule hereinbricht, kann man dann die ganzen Zusatzfeatures (integrierte Kamera, Netzwerkfähigkeit, ..) immer noch dazukaufen.

LG

Jürgen

plaenerdd

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #5 am: Juni 05, 2021, 19:43:34 Nachmittag »
Hallo Danny,
das ist sicher eine schönes Projekt mit dem Forschungsraum!
Das Ortholux ist ganz sicher ein vorzügliches Gerät, bei dem sich auch die Anzahl der Köpfe noch in Grenzen hällt. Wichtig wäre es, dass Du selber als der Multiplikator der Anwendung gut damit zurecht kömmst. Für die Jugendlichen, die damit arbeiten sollen, könnte man ja eine abgespeckte Bedienanleitung erstellen, die auch die Knöpfe benennt, an denen sie lieber nicht drehen sollten. Ich könnte mir vorstellen, das für das relativ einfache Einsatzgebiet, das ihr anvisiert, z.B. nicht die ganze Filterklaviatur zwischen Lampe und Mikroskopstativ zum Einsatz kommen muss, sondern dass man mit Standarteinstellungen arbeitet. Ähnliche gild sicher auch für die Höhenverstellung des Kondensors, mit dem man das Bild sicher immer noch etwas optimieren kann, das aber auch schon rechtgut sein dürfte, wenn er in seiner höchsten Stellung arretiert ist. Für die Arbeit mit Schülern würde ich vorerst auf Immersionsobjektive verzichten. Die könnte man dranschrauben, wenn man in einer kleinen GRuppe mal eine echte Vertiefung macht oder eine feste Mikroskopie-AG damit arbeitet.
Richtig ist auf jeden Fall was Hugo schrieb: Ein Mikroskop in dieser soliden (mechanischen) Ausführung wirst Du unter den heutigen Neugeräten schwerlich finden, zumindest nicht für das Geld, das der Verkauf so eines Oldtimers einspielt.
Beste Grüße
Gerd
« Letzte Änderung: Juni 05, 2021, 19:46:41 Nachmittag von plaenerdd »
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
Inverses: Willovert mit Ph

Peter Reil

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #6 am: Juni 05, 2021, 20:08:51 Nachmittag »
Hallo Danny,

kommst du selbst mit dem Ortholux locker und problemlos zurecht, dann kannst du es auch mit Schülern einsetzen.   ;D

Empfehlen würde ich, das "schöne alte Teil" nicht zu verwenden, da ich es als zu komplex für Schüler erachte. Da gibt es keine intuitiv bedienbaren Knöpfe wie bei einem Smartphone. Sinnvoller ist es, ein einfacheres Gerät zu verwenden, das optisch gleiche Qualität aufweist, wie z. B. dein OLYMPUS CH2.

Neugeräte von Motic wären gut geeignet und lassen sich auch digital aufrüsten. Wobei Schüler viel Freude haben, wenn sie Fotos mit dem eigenen Smartphone durchs Okular machen können (die qualitativ richtig gut sein können!).
Wenn ich es richtig verstanden habe, sollen die Schüler daran möglichst selbständig arbeiten können. Allerdings wird dies ohne eine gute Einführung und entsprechende Übungen kaum möglich sein.

Freundliche Grüße
Peter


PS: Ein Mikroskop für ein Gymnasium halte ich lediglich für einen Tropfen auf den heißen Stein.  :'(



Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, Olympus CHK, Olympus SZ 30

Florian D.

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #7 am: Juni 05, 2021, 20:47:06 Nachmittag »
Hallo Danny,

Also auf dem IMG_0765 ist ja wahnsinnig viel interessantes Zubehör abgebildet!
Alleine für dieses Zubehör müsstest Du bei einem neuen Mikroskop einen vierstelligen Betrag hinlegen.
Das Mikroskop hat ja einen Trinokulartubus in den man eines der vielen zusätzlichen Okulare einstecken kann. Eine Kameraadaption ist heute via Handy problemlos und qualitativ relativ hochwertig möglich.
Fehlt eigentlich nur eine Halogenbeleuchtung. Die vorgeschlagene Variante von Stephan Hiller ist zwar sicherlich die Bestmögliche, aber leider auch nicht ganz billig. Wäre auch ein Projekt für den Physik LK.

Statt Photos wäre eine Liste der vorhandenen Komponenten interessant.

Viele Grüsse
Florian



Ynnad

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #8 am: Juni 05, 2021, 21:32:25 Nachmittag »
Wow, ich bin erstaunt über die vielen Antworten in der kurzen Zeit! Vielen vielen Dank schon einmal. Das ist man so, besonders in der Freundlichkeit, nicht in jedem Forum gewohnt. Großes Lob!

@Bob: Ja das Mikroskop wäre mit Sicherheit nicht jeden Tag im Einsatz. In den Ferien würde ich schon meine Zeit nutzen und die Natur erkunden  ;). Die Schüler haben ja IPads, bzw. haben wir einige zum Leihen oder für den Unterricht. Deshalb wäre die Option schon super. Aber gute Idee, einen Bildschirm nur für das Mikroskop wäre auch zu überlegen.

@Hugo: Ja das mit Lötdampf wäre halt so schön praktisch gewesen, schade. Also die Triebe sind alle noch gut gefettet. Der Arzt (weiss leider nicht wer es ist), muss das Mikroskop scheinbar noch im Einsatz gehabt haben, bzw. gepflegt haben. Die Birne sieht auch noch ok aus. Müsste aber erst die Kabel neu machen, um dies zu testen, da ist schon einiges an Isolierung ab. Wegen der Leuchte werde ich mich mal auf deinen Link hin informieren.
Danke fürs Angebot, werde dir meine mail-Adresse schicken.

@Jürgen: Ja, was soll ich sagen. Zeiss Labscope mit einem guten Satz Mikroskope wäre natürlich ein Traum. Aber bis dafür mal Geld da ist, ohje...
Werde mir das Primostar 3 ansehen, danke.

@Gerd: Geplant ist, dass die Schüler (meist nur Oberstufe) welche an das Mirkoskop wollen, vorher ne Einweisung bekommen und nicht alleine tätig sind. Aber klar, es muss jemand natürlich alles drauf haben, damit er was erklären kann. Das soll ja mein Ziel sein.

@Peter: Wie oben erwähnt arbeiten die Schüler nur in Begleitung daran (Aufsichtspflicht). Das Olympus ist „nur“ en Binokular und „kann“ dann noch zu wenig. Unser Fachbereich hat geschätzt über 50 Mikroskope. Jedoch für die kleinen (5/6) sind nur Spielzeug. Die Oberstufenmikroskope sind für das was im Schulalltag mikroskopiert wird, ok. Deswegen reizt uns ja ein Mikroskop welches deutlich mehr Umfang hat mit Filtern und so weiter für die ganzen Projekte wie Jugendforscht und so.

@Florian: Das mit dem Physik-LK ist keine schlechte Idee, werde aber auch mal anfragen was die Variante von Stephan Hiller ungefähr kosten wird. Ja es ist ne Menge Zubehör. Werde gerne mal morgen ne Liste euch präsentieren. Jedoch kann ich nur Objektive und Okulare benennen. Bei allem anderen steht nichts drauf und da gibt es ja auch unzählige Varianten. Ist auch bissl mein Problem. Einige Sachen, kann ich überhaupt nicht zuordnen. Da werd ich bestimmt auch mal nachfragen noch.



Nach den vielen Antworten, bin ich schon dazu geneigt das Ortholux zu nutzen. Überlege auch, ob ich vielleicht der Schule das Ortholux privat abkaufe und dann mit dem Geld ein neues für die Schule hole, was wie erwähnt „zeitgemäßer“ für die Kiddies ist  ;)
Da wäre nur mal interessant was denn im Verkauf das ganze ungefähr Wert ist. Hab da ja leider keine wirkliche Vorstellung.

Gruß Danny

Hugo Halfmann

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #9 am: Juni 05, 2021, 21:50:25 Nachmittag »
Hallo Danny,

eine Frage noch: Ist diese Leuchte beim Mikroskop dabei?

Das würde eine (Wieder-)Inbetriebnahme sehr vereinfachen, denn diese Sonderbeleuchtung ist für den Schulbetrieb völlig "oversized".


« Letzte Änderung: Juni 05, 2021, 21:58:41 Nachmittag von Hugo Halfmann »
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

detlef.q

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #10 am: Juni 05, 2021, 21:55:50 Nachmittag »
Hallo Danny,

Glückwunsch zu dem tollen Leitz Mikroskop einschießlich dem umfangreichen Zubehör! Da war jemand aber sehr spendabel oder hat nicht gewusst um was es sich handelt.
Ich arbeite selber mit dem Ortholux und möchte es nicht mehr missen.

Auf jeden Fall würde ich dieses Mikroskop mit dem Zubehör behalten, wenn Dich das Thema Mikroskopie begeistert.

Nun gut, erst einmal solltest Du herausfinden, was Du alles hast und wie man es einsetzen kann.
Für alles gibt es noch die entsprechenden Anleitungen. 

Wie Florian bereits angemerkt hat, hast Du mit dem Trinokulartubus die Möglichkeit einer Kameraadaption.

Auf den Bildern sehe ich folgendes: Den Heine-Phasenkontrastkondensor (ein echtes Highlight - steigert den Wert der Ausrüstung erheblich! Bestimmt sind auch die passenden Objektive vorhanden, die Einstelllupe ist jedenfalls da), der kleine Heiz- und Kühltisch 80 samt Halterung, die Prado-Fluoreszenzbeleuchtung (die Quecksilberhochdruckbirne würde ich nicht mehr betreiben, meinen Prado habe ich auf Xenonlicht umgebaut), einen Zwei-Blenden-Kondensor nach Berek, einen zweiten Revolver und weiteres wie Objektive und Okulare.

Natürlich muss Du Dich mit allen Dingen befassen und eine Menge lernen. Aber dafür ist das Forum mit seinen Mitgliedern da. Du bekommst hier eine Menge Hilfe.

Eine Liste mit der Komponenten ist eine gute Idee!

Viele Grüße
Detlef

Bob

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #11 am: Juni 06, 2021, 08:11:27 Vormittag »
Hallo Danny,
für den Betrieb in Eurem Forschungsaum wäre eine unkompliziert zu bedienende Fotoadaption wichtig, damit jeder Schüler zuverlässig seine Beobachtungen dokumentieren kann ohne zu Hause feststellen zu müssen, das die Bilder alle unscharf sind, weil die Kamera nur fast parfokal war. Wichtig bei der Kamera wäre ein elektronischer erster Verschlussvorhang, also Auslösung ohne Verschlussbewegung vor der Belichtung. Da gibt es auch sehr günstige Lösungen mit 10 Jahre alten Gebrauchtkameras, z.B. Sony NEX 5N oder Canon EOS 600D. Die Adaption kann z.B. so erfolgen: https://microscopyofnature.com/microphotography-hybrid-eyepieces

Mit UV-Licht würde ich Schüler nicht alleine mikroskopieren lassen und auch eine solche Einrichtung nicht rumliegen lassen. Fluoreszenzmikroskopische Untersuchungen können ein Forschungsprojekt aber natürlich ordentlich aufpeppen, sollten aber under direkter Anleitung erfolgen. Das würde dafür sprechen, das Ortholux zu verwenden, ein neues Mikroskop mit so einer Einrichtung dürfte Euer Budget für Jahre verschlingen.

Viele Grüße,

Bob

Herbert Dietrich

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #12 am: Juni 06, 2021, 09:55:24 Vormittag »
Hallo Danny,

Hast Du eigentlich die Leitz Anleitung für das Ortholux? oder habe ich das überlesen?

Herzliche Grüße

Herbert

Ynnad

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #13 am: Juni 06, 2021, 10:20:39 Vormittag »
@Hugo: ja die Leuchte ist seitlich an der Prado-Fluoreszenzbeleuchtung dran (hoffe das ist richtig benannt  ;))

@Detlef: Vielen Dank für deine Auflistung. Dies hat mir schon einmal enorm geholfen, da ich nun einige Teile benennen kann und auch schon einiges jetzt dazu gelesen habe. Zum Heine-Phasenkontrastkondensor habe ich eine Anleitung gefunden und schon mal etwas studiert. Die Objektive sind ausser dem 10x alle vorhanden. Werde aber unten alle mal auflisten.

@Bob: Ziel soll ja eine Wifi-fähige Kamera sein um das Bild direkt am iPad angezeigt zu bekommen. Da muss ich aber zu späterer Zeit mal noch nachfragen oder recherchieren. Ja klar die Schüler werden nie unbeaufsichtigt mikroskopieren. Der Forschungsraum wird ja auch viel chemisches Equipment aufweisen, weshalb da kein Schüler ohne Aufsicht arbeiten darf.

@Herbert: Nein habe leider keine Anleitung. Nur einen Preiskatalog aus den 50er Jahren für Leitz und Zeiss (sehr interessant  :D)
Und ich habe ein Immersionsöl-Fläschchen, welches noch mit Wax-Kappe versiegelt ist und das Datum von 1958 trägt.

Also ich werde jetzt das Ortholux versuchen zu nutzen und möglichst viel zu lernen. Dazu würde ich gerne Teil für Teil kennen lernen, denke es ist sinvoll erst einmal genug know-how zu sammeln bevor ich das erste mal praktisch ran gehe, besonders bei dem umfangreichen Zubehörs.

Grundkenntnisse zum Mikroskopieren habe ich, sowie kenne ich den Aufbau und die Funktion der einzelnen Bauteile eines „einfachen“ Mikroskops. Habe mich jetzt mit dem Heine-Phasenkontrastkondensor etwas beschäftigt und werde dieses erst einmal auf Vollständigkeit und so überprüfen.

Danach würde ich dann das nächste Bauteil inspizieren und „kennenlernen“ sonst komm ich mit den vielen neuen Infos durcheinander.

Hier mal ne Bestandsliste der Objektive und Okulare für den Anfang:

Objektive:
C Pl 4:1 A 0,10 170/-
C Pl 10:1 A 0,25 170/-
C Pl 40:1 A 0,65 170/0,17   2x
C Ploel 100:1 A 1,32 170/0,17
Pv 20:1 n A 0,45 170/0,17  <—
Pv Apo L 40:1 A 0,70 170/0,11-0,23   <—
Pv Apo L 63/0,70 n 170/0,11-0,23
Pv Fl Öl 70/1,15 n 170/0,17
Pv Apo Öl 90:1 n A 1,15 170/0,17   <—
Phaco 1 10/0,25 170/-   <—

Okulare:
4x Periplan 8x b  <—
4x Periplan 12x b
2x Periplan 10x
1x Periplan Gf 10x

<— = befindet sich aktuell am Mikroskop

So die anderen Teile werde folgen, sobald ich mich mehr eingelesen habe und sie auch benennen kann, bzw. auf Vollständigkeit geprüft habe.

Gruß
Danny

A. Büschlen

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Re: Gespendetes Ortholux wird zum Mammutprojekt ?!
« Antwort #14 am: Juni 06, 2021, 11:29:02 Vormittag »
Hallo Danny,

Zitat
Ziel soll ja eine Wifi-fähige Kamera sein um das Bild direkt am iPad angezeigt zu bekommen. Da muss ich aber zu späterer Zeit mal noch nachfragen oder recherchieren.

Gibt es. Z.B. : https://www.mikroskoptechnik.shop/ki.php/Kameras/WI-FI/Moticam-X3-Plus.html
Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass sich diese Kamera für den Schulbetrieb absolut ideal eignet.

ABER: das Ortholux würde ich niemals  im Schulbetrieb einsetzen. Und das sage ich auch aus eigener langjähriger Erfahrung im Schulbetrieb.
Warum? Das Leitz Ortholux mit der oben aufgelisteten Ausrüstung stand in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Forschungslabors. Im regulären Schulbetrieb findet niemand die Zeit (Sowohl Lehrer wie Schüler) sich die nötige Routine an zu eigenen um diese Ausrüstung nur annähernd optimal zu nutzen.
Erklärt mir jemand wie z.B. ein Schüler die Zeit aufbringt um die Deckglaskorrektur am Pv Apo L 40:1 A 0,70 170/0,11-0,23 optimal zu nutzen? Oder dass Er versteht und sich bewusst ist, dass das geniale Pv Fl Öl 70/1,15 n 170/0,17 nicht den gleichen Abgleich hat wie die Anderen Objektive?
Das sind nur zwei Beispiele von vielen die gegen den Einsatz im Schulbetrieb sprechen. Wohl verstanden, nicht gegen das Mikroskop!

Gute Entscheidung wünscht

Arnold Büschlen