Autor Thema: Interessante Pilzfunde - Fachbegriffe, Abkürzungen  (Gelesen 1776 mal)

Bernd Miggel

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Interessante Pilzfunde - Fachbegriffe, Abkürzungen
« am: Juli 15, 2021, 12:20:24 Nachmittag »
Fachbegriffe, Abkürzungen (z.T. aus KAJAN, E. (1988): Pilzkundliches Lexikon)

adstringierend - herb zusammenziehend
ampulliformer Septenübergang - Anschwellung Hyphe im Bereich der Septe
amyloid - mit Jodreagenzien blauschwarz verfärbend, da stärkehaltig
Apex - Scheitel, Spitze, oberes Ende, äußerste Spitze
apikal - den Apex betreffend, scheitelständig, an der Spitze befindlich
Apikulus - vorgezogenes Ende ("Stielchen") einer Basidiospore an der Ansatzstelle am Sterigma.
Appendix - der Spore anhaftendes Stielchen, mit dem es an der Basidie angewachsen war
Ascus (pl. Asci) - schlauchförmiger Behälter (Mutterzelle) der Ascomyzeten, in dem sich die geschlechtlichen Ascosporen entwickeln
Basalmyzel - Myzel im bereich der Fruchtkörperbasis
Basalschnalle - Schnalle an der Basidienbasis
Basidie - meist keulenförmige Sporenträgerzelle der Basidiomyzeten
Basidiolen - unreife Basidien
Basidiomyzeten - Ständerpilze
Bindehyphen - stark verzweigte, dickwandige, septenlose Hyphen
biseriat - zweireihig (Anordnung der in den Asci liegende Sporen)
bodenvag - an den Boden keine besonderen Ansprüche stellend
Braunfäule - Holzzerfall durch pilzlichen Abbau von Zellulose und Hemizellulose
Cheilomakrozystiden (Cheilozystiden) - echte Zystiden an der Lamellenschneide
clavat - keulenförmig
Cortina - spinnwegartiges Velum partiale
dextrinoid - weinrote, rotbraune oder violettliche Färbung von Sporenwänden, Hyphen oder Zystiden mit Melzers- oder Lugel-Reagenz
dimitisches Hyphensystem - aus zwei Hyphenarten bestehendes H.-System, meist Generativ- und Skeletthyphen, seltener Generativ- und Bindehyphen
Sklerotium -
effuso-reflex - dem Substrat anliegend mit leicht abstehenden Hutkanten
Eisensulfat (FeSO4) - wichtige Farbreagenz, z.B. bei Täublingen
enghohl (Stiel) - Stielhöhlung mit geringem Durchmesser
englumig - das Lumen der Zelle ist gering gegenüger der Dicke der Wandung
Epicutis - oberste Schicht der Huthaut
Exsikkat - Trockenbeleg
FeCl3 - Eisen-3-Chlorid, z.B. zur Anfärbung gelatinöser Substanzen, z.B. verschleimter Huthäute
FeSO4 - Eisensulfat. Es reagiert bei Täublingen, je nach Art, entweder rosa, grün oder gar nicht
Fundort – geographischer Ort, an dem etwas gefunden wurde, z.B. via Koordinaten
generative Hyphen - als Grundhyphen in jedem Hyphensystem vorhanden, meist dünnwandig, immer mit Septen
Gesamtvelum -  siehe Velum universale
globos - kugelförmig
GSM, GDS - Schwach basisch reagierende Aufweichmittel nach Clémençon
Guttationstropfen - aktiv ausgeschiedener Flüssigkeitstripfen
Haare - Hyphenendbereich der Epicutishyphen, ein bei Täublingen wichtiges Merkmal
Herbarbeleg- oder Bestimmungs-Kürzel:
    aff. - affinis = ähnlich; eng verwandt mit der genannten Art
    cf. - confer = vergleiche mit; nicht sicher, was den korrekten Namen betrifft
    conf. - hat bestätigt
    corr. - hat korrigiert
    det. - hat bestimmt
    leg. - hat gefunden
    rev. - hat nachbestimmt
Hilarfleck (Plage) - bei den Täublingen und milchlingen ist es ein kleiner Bereich an der Spore unterhalb des Appendix
hyalin - durchsichtig, durchscheinend (Sporen)
hygrophan - wasserzügig, beim Abtrocknen eine andere Farbe annehmend
Hymenium - Fruchtschicht
Hyphe - fadenähnliches, gestrecktes, septiertes Vegetationsorgan der Pilze, aus dem Myzel und Fruchtkörper aufgebaut sind.
Hypoderm - (Übers.: Unterhaut) Falls vorhanden, bildet das H. innerhalb der Huthaut die 2. Schicht von oben. Es befindet sich also direkt unterhalb der Epikutis. Es besteht aus kugeligen, breit ellipsoiden, isodiametrischen, rechteckigen, wurstförmigen oder dick-"backsteinförmigen" Zellen oder Hyphengliedern.
Ixo... - Schleim..., verschleimt...
Ixohyphidien -  bäumchenartig verzweigte Hyphenstränge innerhalb einer Schleimschicht
Ixokutis - verschleinte Kutis
Ixotrichoderm - verschleimtes Trichoderm
Kaliber - Durchmesser
KOH - Kalilauge
kongophob - Kongorot abweisend, sich nur schlecht mit Kongorot anfärbend
Kutis - Hyphenlage parallel zur Oberfläche
Lamelletten - verkürzte Lamellen, am Hutrand beginnend
Latiziferen, Lactiferen - Milchsaftgefäße der Milchlinge und Täublinge. Nur Milchlinge lassen bei Verletzung Milch austreten
Lumen - Innenweite einer Hyphe oder Zelle
Marginalzellen - Zystidenartige, dünnwandige Zellen an der Lamellenschneide
Mediostratum - Meist abgesetzte, innere Schicht der Lamellentrama
Melzers Reagenz - Lösung von elementarem Iod, Kaliumiodid und Chloralhydrat in Wasser
moniliform, submoniliform - perlschnurartig, angedeutet perlschnurartig
monomitisches Hyphensystem - nur aus Generativhyphen bestehendes H.-System
multiseriat - vielreihig (Anordnung der in den Asci liegende Sporen)
Mykorrhiza - Symbiose, hier meist zwischen Pilz und Bäumen, Sträuchern
NH3-Kongorot - Ammoniakalkalische Kongorot-Lösung. Es färbt vornehmlich die Wandungen der Hyphen und Zystiden an
Paraphyse - sterile, langgestreckte Zelle, bei Ascomyzeten zwischen den Asci stehend
OT - Objektträger
Phloxin - Färbt vornehmlich das Zytoplasma an
Pileozystiden - Zystiden in der Huthaut, auch als Dermatozystiden bezeichnet
Pleuromakrozystiden (Pleurozystiden) - echte Zystiden an der Lamellenfläche
resupinat - mit dem gesamten Fruchtkörper dem Substrat anliegend
Schläuche - siehe Asci
Schnallen - knotenförmige Übergänge an den Septen der Hyphen oder an der Basidienbasis bei vielen Arten der Ständerpilze
SDS-Kongorot - wässrige Kongorot-Lösung mit Natriumdodecylsulfat (SDS) . Es färbt vornehmlich die Wandungen der Hyphen und Zystiden an
Septe - Querteilung von Hyphen oder Sporen
Setae, Seten - dickwandige, braune, dornartig zugespitzte, sterile Elemente im Hymenium, in der Trama oder im Myzelium bestimmter Arten der Hymenochaetaceae (z.B. Phellinus- und Inonotus-Arten)
siderophile - eisenliebend
siderophile Granulation - Granulation in Basidien bzw. Basidiolen, die man mit Karminessigsäure oder Nigrosin nachweisen kann
Skeletthyphen - dickwandige, meist unverzweigte, kaum einmal septierte Hyphen
Klerotium - Dauermyzel in Forum einer Knolle
Sphaerozysten - isodiametrische oder kugelförmige Zellen in der Trama der Russulales, in der Huthaut der Hydropusarten oder in der Gesamthülle der Amanita- und Coptrinusarten.
Standort – Es werden die Umweltverhältnisse beschrieben, z.B. Bodenart, Wasser- und Nährstoffhaushalt, Bodenfeuchte, -azidität
Stemi - Stereomikroskop
Sterigma - finger- oder fadenförmiger Auswuchs der Basidie, an dem sich die Basidiospore entwickelt
Sulfovanillin - Farbreagenz, um den Inhalt bestimmter Zystiden schwarz zu färben oder nicht
subglobos - fast kugelförmig
Subkutis - Schicht unterhalb der Epikutis, bestehend aus verdichteten Hyphen
subapikale Depression - leichte Eindellung einer Pilzspore direkt unterhalb des Apikulus
subhilare Depression . siehe subapikale Depression
TB - Toluidinblau, Färbereagenz, auch zur Schleimanfärbung benutzbar
Teilvelum - siehe Velum partiale
TER-Färbung - Tannin-Eisen-Reaktion zur Schleimanfärbung
TER&TB-Schleimfärbung - Beizen mit Tannin, Färben (grau) mit FeCl3, Nachfärben mit TB
Trama - Das "Fleisch" von Hut, Lamellen oder Stiel
Trichoderm - Epikutisstruktur in Form steiler bzw, schräg aufsteigender Hyphen
Trimitisches Hyphensystem - aus drei Hyphenarten (Generativ-, Skelett- und Bindehyphen) bestehendes H.-System
Universalvelum -  siehe Velum universale
"Velum" - siehe Velum universale
Velum partiale (Teilvelum) - Bei jungen Fruchtkörpern die Lamellen einschließendes Gewebe zwischen Hutrand und oberer Stielhälfte.
Velum universale (Universalvelum, Gesamtvelum, "Velum" - den gesamten Fruchtkörper im jungen zustand einschließende Hülle (Arten der Familien Cortinariaceae, Amanitaceae und einige andere)
Verantwortungsarten - lt. DGFM: Arten, für die Deutschland international eine besondere Verantwortung trägt, da diese Arten entweder nur in Deutschland vorkommen oder weil sich ein hoher Anteil der Weltpopulation in Deutschland befindet.
Weißfäule - Holzzerfall durch pilzlichen Abbau von Lignin
weitlumig - das Lumen der Zelle ist groß gegenüger der Dicke der Wandung
Zystiden - auffällig geformte, sterile Zelle des Hymeniums, der Trama, der Stiel- oder Hutoberfläche bei Basidiomyzeten
Zystidiolen - den Basidien oft ähnliche, dünnwandige, nicht sehr auffällige, sterile Zelle bei Basidiomyzeten

« Letzte Änderung: Oktober 08, 2022, 09:24:35 Vormittag von Bernd Miggel »
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