Autor Thema: Faden im Blut  (Gelesen 497 mal)

SAS78

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Faden im Blut
« am: Oktober 09, 2021, 10:59:17 Vormittag »
Liebes Forum!

Vielleicht könnt ihr mir bei der Bestimmung des "Fadens" im verlinkten Video helfen? Habe einen Blutstropfen von mir im DF angeschaut, um mal zu sehen, was so zu sehen ist :-) Ist das etwas Lebendiges, oder einfach nur ein Faden der bewegt wird? Anscheinend finde ich diese "Fäden" (sehr selten, also nicht immer) nur bei mir, und nicht in meiner "Kontrollgruppe" (meine Family, die Armen mussten herhalten  ;D ). Bin ganz neu auf dem Gebiet der Mikroskopie, weswegen die Aufnahmen jetzt leider nicht supergut geworden sind, und komme ohne Hilfe nicht wirklich weiter.

https://youtu.be/k77oHgLqmUA

Vielen Dank für euren Input!

Florian Stellmacher

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Re: Faden im Blut
« Antwort #1 am: Oktober 09, 2021, 12:18:36 Nachmittag »
Hallo namenloser User,

gleich vorneweg: Die Dunkelfeldmikroskopie ist kein diagnostisches Verfahren, das irgend welche Rückschlüsse auf Deine Gesundheit zulassen könnte. Herr Enderlein war nicht mehre als ein Scharlatan, der die wirkungslosen, von ihm selbst prodizierten Medikamente auf Hefe-Basis an Ahnungslose verscherbelt hat. Leider zieht diese Masche heute noch. Dementsprechend wirst Du hier im Kreise ernsthaft an Naturwissenschaft Interessierter auch keine Heilpraktiker-konforme Interpretation Deiner Beobachtung bekommen.

Was man auf Deinem Video sieht, ist, dass das Blut langsam eintrocknet und sich durch die damit verbundene erhöhte Salzkonzentration im Plasma die Erythrozyten stechapfelartig zu verformen beginnen. Ich vermute mal, dass dieser einem Fibrinfaden entspricht (Spezifika wie ein "Knopf" an einem Ende sind bei dieser Bildqualität nicht abgrenzbar). Kann auch durch die Braunsche Molekularbewegung dynamisierter Dreck sein.

Die Dunkelfeldmikroskopie wurde übrigens initial für die mikrobiologische Diagnostik als "Ultramikroskopie" in hoher Vergrößerung weiterentwickelt. Man konnte um das Jahr 1900 Erreger auf diese Weise direkt nachweisen, bei denen eine kulturelle Anzucht noch nicht gelungen war und bei denen die mikroskopische Färbung noch unzureichend für einen sicheren Nachweis war. Dies spielte z.B. bei der Erforschung der Syphilis eine entscheidende Rolle. So gesehen könnten das natürlich auch sehr sehr große Treponemen sein - wenn Dir das lieber ist.  ;)

Mein aggressiver Unterton rührt übrigens daher, dass ich es mehr als drollig finde, dass sich jemand ein Dunkelfeldmikroskop zulegt, dann mal guckt, was da so im Blut los ist, und sich dann Input besorgt, an was er - offenbar ohne klinische Symptome - erkrankt sein könnte. Ja, die böse Schulmedizin arbeitet da tatsächlich anders, und das ist gut so.

Viele Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 40 (DL, Pol, AL-Fluoreszenz)
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Leitz Orthoplan (DL, DF, Pol, AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

SAS78

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Re: Faden im Blut
« Antwort #2 am: Oktober 09, 2021, 14:47:39 Nachmittag »
Hallo Florian!

Vielen Dank für Deine ehrliche Antwort! War nicht meine Absicht dich in eine aggressive Stimmung zu versetzen :-) Auch ich bin der Schulmedizin in keinster Weise abgeneigt, halte auch nix von Dunkelfeld-Heilpraktiker "Weissagungen". Ist ja total irre, was da so "diagnostiziert" wird. Wie gesagt, bin neu auf dem Gebiet der Mikroskopie, und fand einfach, dass die "Fäden" mit einem Dunkelfeldkondensator besser zu beobachten sind. Beim "normalen" Durchlicht bekomme ich es leider nicht so gut hin, dass man sie gut sehen/finden kann. Hatte auch gelesen, dass sich viele Sachen fast nur darüber finden lassen (Duale Reihe, Medizinische Mikrobiologie, Abschnitt Spirochäten, Thieme). Ein Video dazu hab' ich, aber wie gesagt, hab' halt leider kein Profi-Equipment. Reiche es nach, YT bricht leider immer ab...

Beim Färben muss ich auch noch üben, da die Ergebnisse zwar teils tolle Bilder liefern, aber noch nicht konsistent genug sind.

Die Stechäpfel sind mir aus der Literatur durchaus bekannt. Meine Krankheitsgeschichte wollte ich jetzt auch nicht gerade direkt breittreten, Treponema palladium stand durchaus zur Diskussion, konnte aber ausgeschlossen werden (Ak LIA negativ). Eine Frage hierzu wegen der Größe, ich las diese seien so 5–15 µm groß. Und Erythrozyten so 7,5 µm im Durchmesser. Wie meinst Du das, dass die im Video schon sehr sehr groß dafür seien? Das Problem ist, wie ich jetzt mal vermute, dass die Tests sehr spezifisch sind (jetzt nicht zwingend auf Treponema reduziert). Will sagen, hätte der Test z.B. auch Treponema denticola erwischt? Also, andersherum gesagt, versuche ich herauszufinden, welche weiteren spezifischen Tests sinnvoll sein könnten. Wobei Apathogene jetzt ja nicht so relevant sind.

Fibrinfäden fände ich allerdings in jedem Fall eine gute Erklärung :-) Und zu guter Letzt, bin ich einfach neugierig :-)

Viele Grüße und bitte nicht aggressiv werden, das will ich sicher nicht erreichen! Schließlich bitte ich ja euch Profis um Rat, weil ich ja wirklich keine Ahnung/Erfahrung habe.

SAS78

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Re: Faden im Blut
« Antwort #3 am: Oktober 09, 2021, 15:28:17 Nachmittag »
Hier Durchlicht nachgereicht. Ist, wie schon gesagt, ziemlich miserabel...

https://youtu.be/lgTOdAsdj50

Viele Grüße!

Wutsdorff Peter

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Re: Faden im Blut
« Antwort #4 am: Oktober 09, 2021, 15:36:06 Nachmittag »
Hallo,
wie ich hier im Forum schon einmal geschrieben habe:
Nach der DF-Diagnose eines Gurus in Süddeutschland, müßte ich mir schon längst
die Rasieschen von unten ansehen.
Gruß vom Inschenör Peter

SAS78

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Re: Faden im Blut
« Antwort #5 am: Oktober 09, 2021, 15:39:27 Nachmittag »
LOL...kann ich verstehen. Ich war allerdings noch nie bei einem Heilpraktiker, hab mir auch nie aus meinem Blut vorlesen lassen. Sind einfach nur meine Aufnahmen :-)

SAS78

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Re: Faden im Blut
« Antwort #6 am: Oktober 12, 2021, 13:07:21 Nachmittag »
Auch auf die Gefahr hin mir ein blutige Nase zu holen, noch ein Video im Zeitraffer. Vielleicht hat jemand ein ähnliches Video/Photo?

https://youtu.be/DGHNOevROrQ

Viele Grüße!

Peter V.

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Re: Faden im Blut
« Antwort #7 am: Oktober 12, 2021, 13:26:08 Nachmittag »
Hallo,

eigentlich habe ich ja eine innere Aversion, noch Videos zu dem Dunkelfeld-Mist zu verlinken, aber hier bei 4.00 siehts Du haufenweise Fibrinfäden. Dein Faden ist nichts anderes und er bewegt sich nur so "pseudovital", weil er noch nicht mit anderen Fäden fest vernetzt ist.


https://www.youtube.com/watch?v=fd7bixanig8


Hezrliche Grüße
Peter


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SAS78

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Re: Faden im Blut
« Antwort #8 am: Oktober 12, 2021, 13:50:05 Nachmittag »
Vielen lieben Dank Peter, dass Du mir geholfen hast meine "loose ends" aufzuräumen!

Eine schöne Woche, und auch danke an das Forum.