Autor Thema: Glimmer konoskopisch  (Gelesen 1272 mal)

PolMik

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Glimmer konoskopisch
« am: November 30, 2021, 13:01:48 Nachmittag »
Hallo liebe Glimmerfreunde,
anbei noch einmal Biotit und Muskovit. Beide aus Pegmatiten. Eingebettet in Malinol, Brechungsindex 1,54. Dieses Mal mit den richtigen Farben. Als Objektiv Leica 40x/0,65 Pol. Meinen späteren Kommentaren vorgreifend, das 40x/0,65 Pol reicht bei normalen Korngrößen <0,1 mm oder 0,2 - 0,1 mm für die konoskopischen Abbildungen nicht aus. Beim Glimmer hat das 50x/0,95 Pol  zu verwaschene Abbilder erzeugt. Die Bilder von den Glimmern sind mit Leica 10x/0,22 Pol gemacht. Als Kamera die Flexcam C3 von Leica mit 12 MP Auflösung. Jeweils Hellstellung mit gekreuzten Polarisatoren.  Die konoskopischen Abbilder von Biotit und Muskovit jeweils Hellstellung und 90° gedreht. Man sieht wieder den zweiachsigen, pseudoeinachsigen Biotit im Vergleich mit dem zweiachsigen Muskovit. An die tollen Bilder anderer Foristen hier komme ich damit leider noch nicht ran. Meine sind einfach aufgenommen und mit IrfanView auf 640x480 Pixel verkleinert.
LG
Michael
« Letzte Änderung: November 30, 2021, 13:17:37 Nachmittag von PolMik »

PolMik

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #1 am: Januar 04, 2022, 14:32:39 Nachmittag »
Hallo liebe Glimmerfreunde,
anbei noch ein paar Bilder von grünem Biotit. Er stammt aus dem gleichen Pegmatit, wie der "normale" braune Biotit.
LG
Michael

PolMik

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Glimmer konoskopisch
« Antwort #2 am: Februar 07, 2022, 16:22:18 Nachmittag »
Hallo,
anbei noch Phlogopit. Auch ein Dunkelglimmer. Etwas anders als Biotit. Vom optischen Charakter gleich. Erst das Korn, dann mit gekreuzten Polarisatoren, danach konoskopisch in Normal- und Diagonalstellung und abschließend mit Lambda-Schieber.
LG
Michael

PolMik

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Glimmer konoskopisch
« Antwort #3 am: Februar 07, 2022, 16:29:13 Nachmittag »
Hallo,
nun noch Manganophyllit. Ebenfalls von den Dunkelglimmern. Unterscheidet sich etwas von den schon gezeigten Biotit und Phlogopit. In der gleichen Reihenfolge wie Phlogopit. Also erst das Korn, dann mit gekreuzten Polarisatoren und danach die konoskopischen Abbildungen. Zuerst in Normalstellung, dann Diagonalstellung und zum Abschluss mit Lambda-Schieber.
LG
Michael

Heiko

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #4 am: Februar 08, 2022, 22:42:36 Nachmittag »
Hallo Michael,

Deine Begeisterung für die Glimmer und deren Interferenzen teile ich. Dabei können die Lagen „nicht dick genug“ sein, um schöne Muster zu erhalten. Erst neulich verblüffte ein „dickes Sandwich“ mit lediglich simplen Strukturen:



In die Schichten war aber Hämatit eingelagert, und der entschädigte im Durch- und Auflicht gleich zweifach:





Viele Grüße,
Heiko

PolMik

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Glimmer konoskopisch
« Antwort #5 am: Februar 09, 2022, 10:49:36 Vormittag »
Hallo Heiko,
besten Dank für die Nachricht. Dass Hämatit so aussehen kann, wusste ich garnicht. Dein Muskovit sieht exakt so aus, wie in der Werbebroschüre von Leica für das DM 750P. Das hat mich inspiriert, auch mal eine dickere Scheibe von Muskovit zu untersuchen. Normal- und Diagonalstellung.
Beste Grüße
Michael
« Letzte Änderung: Februar 09, 2022, 11:02:03 Vormittag von PolMik »

PolMik

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Glimmer konoskopisch
« Antwort #6 am: Februar 09, 2022, 17:15:32 Nachmittag »
Hallo,
jetzt noch ein Glimmer. Zinnwaldit, ein Lithiumglimmer, von einem Stück Pyknit aus Altenberg. Erst das dünne Blättchen mit gekreuzten Polarisatoren. Dann die konoskopischen Abbilder davon. Diagonal- und Normalstellung sind fast nicht erfassbar, ähnlich Biotit. Heikos Idee berücksichtigend, auch ein paar mehr Schichten. Von einer dickeren Scheibe die konoskopischen Abbilder sind auch ganz ansehnlich.
Schöne Grüße
Michael

Heiko

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #7 am: Februar 09, 2022, 23:41:28 Nachmittag »
Hallo Michael,

ja, das ist ein schönes Muskovit-Muster! (Allerdings wird Olaf „gewisse“ Einwände erheben.)
Lithiumglimmer – was es nicht alles gibt (bin ja nicht vom Fach) – da zeigen die Interferenzen Störungen auf. Hast Du eine Erklärung?

Viele Grüße,
Heiko

olaf.med

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #8 am: Februar 10, 2022, 10:34:37 Vormittag »
Hallo Michael,

Heiko hat selbstverständlich die Störung im Interferenzbild erkannt, die im drittletzten Bild vor allem an den Isogyren zu sehen ist. Der Grund könnte eine Zwillingslamelle im Kristall sein, genauer kann man das aber nicht sagen.

Wenn Du schon so viel Freude an konoskopischen Aufnahmen von Glimmern hast, solltest Du auch mal das systematische Stapeln unter festen Winkelbeträgen probieren. Das führt zu sehr schönen Ergebnissen. Wenn es Dir an geeignetem Ausgangsmaterial fehlt kann ich Dir das gerne zur Verfügung stellen.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

PolMik

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #9 am: Februar 10, 2022, 10:42:11 Vormittag »
Hallo Heiko und Olaf,
danke für die Nachricht. Unsere Achsenbilder zum Muskovit zeigen den Werdegang von solchen konoskopischen Abbildungen von sehr dünnen Glimmerblättchen zu dickeren Schichten der Glimmer. Meiner Ansicht nach sind gerade die Glimmer besonders gut geeignet.

Mit dem Zinnwaldit ist es so, wie es Florian unter Magnetit-Granatseife Titanit, von dem du ja auch ein tolles Achsenbild hattest, in dem kleinen Filmchen mit Brookit gezeigt hatte. Wir waren zu dem Ergebnis gekommen, dass dieses Bild Ergebnis eines sehr kleinen Winkels 2V ist. Tatsächlich habe ich für diese 2V-Winkel bei Phlogopit 0°-12°, Zinnwaldit 30° und Muskovit 30°-47° gefunden. Bei Titanit wird er mit 20°-56° angegeben. Brookit hatte auf der Internetseite von http://webmin.mindat.org/determin/optics_biaxial.php einen 2V-Winkel von 10°.

Den gestörten Verlauf der Isogyren im dritten Bild von unten hatte ich auch gesehen, aber nicht gedeutet. Danke Olaf. An Material für das Zerlegen von Glimmern mangelt es mir nicht.
Schöne Grüße
Michael
« Letzte Änderung: Februar 10, 2022, 10:51:28 Vormittag von PolMik »

olaf.med

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #10 am: Februar 10, 2022, 10:50:20 Vormittag »
Hallo Michael,

die Angabe für Brookit ist natürlich Schwachsinn ohne eine zusätzlichen Information über die Wellenlänge des Lichts. Das sieht jeder unmittelbar auf dem Video!

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

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Florian D.

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #11 am: Februar 10, 2022, 11:22:31 Vormittag »
Lithiumglimmer – was es nicht alles gibt (bin ja nicht vom Fach)
Hallo Heiko,

schau mal hier:
http://www.deutschelithium.de/projekte/zinnwald-lithium-projekt/

Viele Grüsse
Florian

PolMik

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Glimmer konoskopisch
« Antwort #12 am: Februar 10, 2022, 15:42:05 Nachmittag »
Hallo Olaf,
besten Dank für die Nachrichten. In der nächsten Zeit werde ich mich in mein neues Motic 171 und die dazu gehörige Kamera nebst Software einarbeiten. Dann sollten auch der Kreuztisch und die Pol-Ausrüstung dafür kommen. Damit schreite ich mit dem unten gezeigten, dir bestens bekannten Teil, zur Tat. An anderer Stelle werden für Brookit auch 2V-Winkel bis 20° angegeben. Das sähe dann eher aus, wie in Florians tollem Video.
Schöne Grüße
Michael
« Letzte Änderung: Februar 10, 2022, 15:52:09 Nachmittag von PolMik »

olaf.med

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Re: Glimmer konoskopisch
« Antwort #13 am: Februar 10, 2022, 16:12:33 Nachmittag »
Prima Michael!!!

Bin sehr gespannt auf Deine Messungen.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

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PolMik

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Glimmer konoskopisch
« Antwort #14 am: März 01, 2022, 16:09:44 Nachmittag »
Hallo liebe Glimmerfreunde,
heute noch ein Glimmer. Es ist Lepidolith. Ein Lithiumglimmer. Seine Lichtbrechung ist 1,53 bis 1,55. Ich habe ihn in Euparal mit 1,54 eingebettet. Als Objektiv verwendete ich Fluotar 50x/0,85 Pol. Lepidolith ist zweiachsig negativ. Der 2V-Winkel kann nach Datenbank zwischen 0° und 58° schwanken. Bei dem hier gezeigten Bild sollte er eher unter 20° liegen. Lepidolith wird als Lithiumerz abgebaut. Außerdem wird er als Schmuckstein verarbeitet. Lepidolith ist das Korn selbst. pol_hell und pol_dunkel mit zugeschaltetem Analysator. Dann kon_normal, kon_diagonal und kon_lambda konoskopisch in Normalstellung, Diagonalstellung und mit Lambda-Schieber.

Ich frage mich trotzdem, warum die Bilder hier im Forum derartig unscharf erscheinen. Auf meinem Bildschirm kommen sie, auch bei den verkleinerten Ansichten, viel schärfer. Hat sich erledigt. Liegt an der schwächeren Grafikleistung meiner Virtuellen Maschine.
LG
Michael
« Letzte Änderung: März 01, 2022, 17:13:34 Nachmittag von PolMik »