Mykorrhizastrukturen bei Medicago truncatula, Genotypen A17 und mtha1-2

Begonnen von Mikrogogo, Dezember 17, 2021, 18:48:12 NACHMITTAGS

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Mikrogogo

Hallo Freunde !

Habe länger gebraucht, um hier wieder aktiv zu werden. COVID und weitere Stressfaktoren sind für Studenten natürlich gerade anstrengend... ich hatte aber versprochen, noch ein paar weitere Dinge über meine Bachelorarbeit zu zeigen!
Diese werde ich auch im Anhang hinzufügen, wer Interesse daran hat. Interessant sind mit Sicherheit auch meine Zeichnungen die darin enthalten sind. Die Veröffentlichung wurde mit meiner AG und meinen Professoren abgesprochen. Diese wurde mit 1.1 benotet. Das Copyright liegt bei MIR. Also bitte nicht unter einem anderen Namen veröffentlichen oder ähnliches !!!

Ich hänge zusätzlich noch einige meiner Fotografien dazu an. Vielleicht kann jemand der dabei mehr Erfahrung hat, ein bisschen daran rumdoktern, Kontraste verändern etc. :)

Alle Bilder enthalten Wurzeln von Medicago truncatula der Genotypen A17 und mtha1-2, angefärbt mit Trypanblau und in Vergrößerungen zwischen 100x und 400x. Die Aufnahmen wurden mit einem iPhone XR angefertigt unter einem Zeiss-Mikroskop. Zu den Genotypen lässt sich mehr in der angehängten Word Datei oder der Zusammenfassung nachlesen!

Ich würde mich über weitere Anregungen oder Kontakte zu anderen Forschern die sich mit Mykorrhiza beschäftigt haben freuen.  :)

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Stoffwechselwegen in der periarbuskulären Membran (PAM) des veränderten Genotypus mtha1-2 von Medicago truncatula. Dieser hat eine Mutation am HA1-Gen, das für eine Protonenpumpe (H+-ATPase) in der PAM kodiert. So können H+-abhängige Transporter nicht mehr aktiv arbeiten. Um festzustellen, welche Nähr-stofftransporter in der PAM von der HA1-Mutation beeinflusst werden, wurden die mtha1-2 Pflanzen unter Phosphor-, Stickstoff-, Schwefel- und Kupfermangel großgezogen. Als Kontrollgruppen wurden Wildtypen von M. truncatula unter denselben Mangelbedingungen gezogen. Die Hälfte aller Pflanzen wurde mit dem AM-Pilz Rhizophagus irregularis beimpft. Die entsprechenden Mangelbedingungen führten zu verschiedenen Phänotypen, die von einfachen Blattchlorosen bis hin zu extremen Wachstumsdefiziten reichen. Durch die Mykorrhizierung wird die Vitalität der Pflanzen theoretisch erhöht. Die ha1-2-Mutanten zeigten, anders als die Wildtypen, allerdings keine messbaren, positiven Effekte bei Phosphor und Stickstoffmangel. Auch unter Schwefelmangel war der Effekt eingeschränkt. Lediglich unter Kupfermangel hat ha1-2 starke Mykorrhiza-Effekte erfahren. Damit wurde gezeigt, dass z.B. Phosphat (PO43-), Nitrat (NO3-) oder Sulfat (SO42-) mit einem Symport von H+-Ionen über die PAM gebracht wird. Kupfer wird als Cu2+ oder Cu+ über Kanäle transportiert und ist damit unabhängig von der H+-ATPase. Im Prinzip sind auch andere Transportwege der genannten Elemente möglich, z.B. als Oligopeptide oder Glutathionen, was die leichten Effekte bei Schwefelmangel erklären könnte.

Mit herzlichsten Grüßen und in Vorfreude auf Resonanz,

Andrés Godbersen (Mikrogogo)

Mikrogogo

weitere Bilder:

Mikrogogo

weitere Bilder:

Mikrogogo

Manche Bilder sind zu groß und die .docx Datei (meine Bachelorarbeit) lässt sich garnicht hochladen, kann ich das irgendwie ändern?

jcs

Hallo Andrés,

spannende Arbeit, danke für's Zeigen! Die Arbeit selbst kannst Du als pdf hochladen.

Ich nehme an, die Aufnahmen wurden an Paraffinschnitten gemacht, oder? Wie dick waren die Schnitte?

Deine Bachelorarbeit würde ich gerne durchlesen.

Jürgen

plaenerdd

Hallo Anrés,
die ganze Arbeit dran zuhängen wird wahrscheinlich auch als PDF schwierig, denn die Individualgröße darf 1024KB nicht überschreiten.
Die meisten Bilder sind ja schon deutlich besser, als das erste, das Du hier mal gezeigt hast. Allerdings fehlt da "die Butter bei die Fische". Die Bilder sind ja ohne Kommentar, von welchen Pflanzen sie stammen nicht vergleichbar. Sind das alles diese Mutanten oder auch die Wildtypen und wenn ja wer ist hier wer? Ich hatte das in Deinem Vorstellungsfaden so verstanden, dass die Mykorrhiza an den Mutanten gar nicht richtig Fuß fassen könnten, weil der Austausch bestimmter Stoffe nicht möglich wäre. Deine gezeigten Pilze sehen doch aber recht munter aus, bilden sogar Sporen. Oder habe ich da was fehlinterpretiert?
Beste Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ SMXX;
Inverses: Willovert mit Ph

Mikrogogo

Zitat von: jcs in Dezember 17, 2021, 21:23:05 NACHMITTAGS
Hallo Andrés,

spannende Arbeit, danke für's Zeigen! Die Arbeit selbst kannst Du als pdf hochladen.

Ich nehme an, die Aufnahmen wurden an Paraffinschnitten gemacht, oder? Wie dick waren die Schnitte?

Deine Bachelorarbeit würde ich gerne durchlesen.

Jürgen



Das ist ja lieb!
ich habe nur einzelne Abschnitte der angefärbten Wurzeln genommen und diese direkt unter ein Objektglas getan, also keine Dauerpräparate erstellt.
Die PDF hat 13 MB, ist also auch zu groß. Wenn jemand Interesse hat sie zu lesen, kann er mir gerne eine PM mit seiner Email-Adresse schicken und ich sende sie ihm/ihr zu. Oder sollte ich eine DropBox erstellen? Hast du Ideen?

Liebste Grüße,

Mikrogogo

Mikrogogo

Zitat von: plaenerdd in Dezember 17, 2021, 21:59:19 NACHMITTAGS
Hallo Anrés,
die ganze Arbeit dran zuhängen wird wahrscheinlich auch als PDF schwierig, denn die Individualgröße darf 1024KB nicht überschreiten.
Die meisten Bilder sind ja schon deutlich besser, als das erste, das Du hier mal gezeigt hast. Allerdings fehlt da "die Butter bei die Fische". Die Bilder sind ja ohne Kommentar, von welchen Pflanzen sie stammen nicht vergleichbar. Sind das alles diese Mutanten oder auch die Wildtypen und wenn ja wer ist hier wer? Ich hatte das in Deinem Vorstellungsfaden so verstanden, dass die Mykorrhiza an den Mutanten gar nicht richtig Fuß fassen könnten, weil der Austausch bestimmter Stoffe nicht möglich wäre. Deine gezeigten Pilze sehen doch aber recht munter aus, bilden sogar Sporen. Oder habe ich da was fehlinterpretiert?
Beste Grüße
Gerd

Hallo Gerd,

in meiner Arbeit ist eine Tabelle zu sehen, bei der ich die Mykorrhizierungs und Arbuskelfrequenzen bzw. Intensitäten beider Genotypen berechnet habe. So anhand der Fotos sind tatsächlich kaum Unterschiede zu erkennen. Diese zeigten sich erst in der Auswertung.

jcs

Zitat von: Mikrogogo in Dezember 17, 2021, 22:00:35 NACHMITTAGS
Oder sollte ich eine DropBox erstellen? Hast du Ideen?
Bei 13MB Anhang streikt so mancher E-Mail-Server bereits. Du kannst das ja wahlweise auf Google Drive/OneDrive/Drop-Box stellen und den Link hier einstellen. Das wäre vermutlich die beste Lösung.

Zu den Bildern: Ein Maßstabsbalken wäre fein, den vermisse ich.

Jedenfalls eine interessante Dokumentation und ein spannendes Forschungsthema!

LG

Jürgen

jcs

Zitat von: Mikrogogo in Dezember 17, 2021, 18:48:12 NACHMITTAGS

Ich hänge zusätzlich noch einige meiner Fotografien dazu an. Vielleicht kann jemand der dabei mehr Erfahrung hat, ein bisschen daran rumdoktern, Kontraste verändern etc. :)

Allzuviel würde ich bei den Bildern nicht herumdoktern. Gerade in einer wissenschaftlichen Dokumentation sollte man jedenfalls vermeiden, irgendwelche Artefakte aus der Bildverarbeitung ins Bild zu bekommen. Aber die Farben etwas "auffrischen" (Luminanz und Sättigung im Blau) und den Weißabgleich anpassen sowie eine leichte Schärfung kann nicht schaden.

Jürgen

mikrowastl

Hallo Andrés,

Glückwunsch zu Deiner Note.

Auch ich würde Deine Arbeit gerne lesen (mail in PM).

Mein Interesse an Mykorrhiza entstand durch einen einführenden Vortrag einer Mitarbeiterin eines holländischen Herstellers.
Spannend fand ich die unterschiedlichen ,,Techniken" die in dieser Symbiose je nach Pflanze und Pilz Anwendung finden. Sowie die Tatsache, dass die Pflanze bei bestehender guter Versorgung die Symbiose abwehren kann, und wenn ich es richtig verstanden habe uU sogar den Pilz ,,auffressen" kann, dh dessen Zellmaterial verwertet und ihn so abweist.

Dadurch inspiriert habe ich mich ein bischen durchs Netz quergelesen um mehr darüber zu erfahren, einfach aus Neugierde.

Gruss Hans
Vorstelllung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33417.0
Axiostar plus /Wild M7s

reblaus

Hallo Hans -

Mykorrhiza ist wirklich was faszinierendes - auch für Feinschmecker, zu denen ich nur bedingt gehöre  ;D

Vor Zeiten hatte ich mal ein Büchlein "Mon amie la truffe" in dem die verschiedenen Suchmethoden für Trüffel erwähnt wurden (Hunde, Schweine, Fliegen etc.) - aber die echten Fachleute erkannten in einem Gehölz - ich meine es waren Haselnüsse - bereits rein visuell die Pflanzen unter denen Trüffel zu erwarten waren. Diese zeigten einen schwach reduzierten Wuchs im Gipfelbereich.

Viele Grüße

Rolf

Lupus

Hallo Adi,

ZitatIch würde die Gradiationskurve S-förmig verändern und danach etwas nachschärfen.
und ich würde von dieser Empfehlung als Standardbearbeitung abraten. Das ist so als würde man beim Kochen alle Gerichte kräftig Salzen, egal ob Suppe oder Süßspeise. ;)  Mir ist aufgefallen, dass Du das bei Deinen Insektenbildern regelmäßig so machst - da sind wir im Bereich des persönlichen Geschmacks. Aber wenn man subtile Strukturen wie hier halbwegs objektiv darstellen möchte ist das eine ungeeignete Methode, da verschwinden natürlich helle und dunkle Bilddetails auf Kosten des Effektes einer Kontraststeigerung. Besser ist auf jeden Fall, lediglich die Bildhelligkeitsverteilung an den technisch maximal möglichen Helligkeitsumfang anzupassen. Dadurch wird nichts wirklich verfälscht, und nichts an Informationen geht verloren (siehe rechtes Foto der Montage). Den Sinn des regelmäßigen Nachschärfens kann ich auch nicht erkennen, wenn es nicht um Showbilder geht.  :)

Hubert