Autor Thema: Optisch aktive Kristalle  (Gelesen 447 mal)

hugojun

  • Member
  • Beiträge: 570
Optisch aktive Kristalle
« am: Januar 12, 2022, 19:42:38 Nachmittag »
Liebe Gemeinde ,

Von solchen Quarzscheiben habe ich mir 6 Stück schicken lassen.



+Polarisatoren auf 5x5 mm Unterlage

Sie sind zwischen 2 mm bis 4mm dick und senkrecht zur optischen Achse geschnitten.
Mit dem übereinander legen der beiden dünnsten Scheiben habe ich es hinbekommen, die sogenannte Airysche Spirale zu erzeugen.



Bild 589 nm

Sie entsteht bekanntlich nur, wenn man einen Links - und Recht- Quarz übereinanderstapelt. Es ist dabei egal welchen oben zu liegen kommt und von welcher Seite man betrachtet.
Aber welche der beiden Scheiben ist die Links – bzw. Rechts- Drehende Scheibe?
Von den 6 Scheiben verhalten sich 2 optisch anders als die restlichen 4. Ich habe dazu jede Scheibe für sich konoskopisch dargestellt. Anschließend habe ich den Analysator aus Sicht des Betrachters einmal um 360° im Uhrzeigersinn gedreht. Dabei passierte folgendes. Aus dem innersten Kreis entwickelten sich mit
und mit vier Punkte, die im Verlauf der Analysator Drehung nach Außen wanderten(So wie bei Olafs PowerPoint Vortrag Teil IV Folie 4 -Animation).
Bei zwei der sechs Scheiben verhielt es sich andersherum, die Punkt wanderten nach innen.





Ursache wird wohl die Tatsache sein, dass ich es mit Links- und Rechts Drehenden Quarzen zu tun habe.

Kann ich den Drehsinn der Quarze von meiner Beobachtung ableiten?

LG
Jürgen

« Letzte Änderung: Januar 13, 2022, 09:54:46 Vormittag von hugojun »

Heiko

  • Member
  • Beiträge: 3734
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #1 am: Januar 12, 2022, 20:26:05 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

an einer Sektorengrenze innerhalb einer Scheibe erhielt ich die Spirale ebenfalls:



Gruß, Heiko

hugojun

  • Member
  • Beiträge: 570
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #2 am: Januar 12, 2022, 22:21:16 Nachmittag »
Hallo Heiko,

in Olafs PowerPoint Vortrag Teil IV Folie 6, ändert sich die Drehrichtung abhängig davon, welcher Kristall oben liegt,
das konnte ich mit meinen Kristallen nicht nachstellen.
„an einer Sektorengrenze innerhalb einer Scheibe erhielt ich die Spirale ebenfalls“.
Soll das heißen, dass es möglich ist, beide Drehrichtungen gleichzeitig in einem Kristall zu sehen?
Oder ist die Sektorengrenze die Naht von Zwillingen mit verschiedenen Drehrichtungen?
Kann das sein?

LG
Jürgen

hugojun

  • Member
  • Beiträge: 570
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #3 am: Januar 13, 2022, 11:25:50 Vormittag »


Nach einigen Versuchen mit den nicht sehr plan geschliffenen und wohl auch zu dicken Scheiben, habe ich die Links-Oben und Rechts-Oben Spiralen hinbekommen. Dabei ist es wichtig, dass die Orientierung der unteren scheibe zum Polarisator und der oberen Scheibe zur unteren Scheibe einen bestimmten Winkel einhalten. Die Gesetzmäßigkeit dieser Positionierung ist mir noch nicht klar?

LG
Jürgen

olaf.med

  • Member
  • Beiträge: 2764
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #4 am: Januar 13, 2022, 18:15:31 Nachmittag »
Lieber Jürgen,

Deine Probleme liegen sicher an den nicht ausreichend gut geschnittenen Platten und an der Tasache, dass sie nicht planparallel sind, wie man an dem Verlauf der Interferenzfarben erkennt.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

hugojun

  • Member
  • Beiträge: 570
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #5 am: Januar 13, 2022, 18:29:11 Nachmittag »
Hallo Olaf ,

stimmt das denn mit meiner Beobachtung der Wanderung der vier Punkte, wie immer die sich nennen mögen, nach Außen oder nach innen, je nach Kristall-Drehsinn?

LG
Jürgen


Heiko

  • Member
  • Beiträge: 3734
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #6 am: Januar 13, 2022, 22:35:34 Nachmittag »
Offenbar ja, Jürgen, so wird es hier ausgeführt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Quarz:
„Die beiden chiralen Formen des Quarzes, Rechtsquarz und Linksquarz, treten zuweilen auch orientiert miteinander verwachsen auf.
Brasilianer-Zwilling: Als Brasilianer-Zwilling bezeichnet man die orientierte Verwachsung der beiden enantiomorphen Formen des Tiefquarzes, Rechts- und Linksquarz parallel zur Prismenfläche (1120). Brasilianer-Zwillinge sind oft feinlamellar und typisch für Amethyst.“

Gruß, Heiko

olaf.med

  • Member
  • Beiträge: 2764
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #7 am: Januar 14, 2022, 10:26:26 Vormittag »
Lieber Jürgen,

Zitat
stimmt das denn mit meiner Beobachtung der Wanderung der vier Punkte, wie immer die sich nennen mögen, nach Außen oder nach innen, je nach Kristall-Drehsinn?

Das kann ich so nicht bestätigen. Bei mir drehen sich die Punkte bei monochromatischer Beleuchtung nach rechts oder links, je nach Drehsinn des Analysators und der Windung der Spirale, aber die Zentraldistanz bleibt gleich.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

hugojun

  • Member
  • Beiträge: 570
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #8 am: Januar 14, 2022, 12:40:35 Nachmittag »
Hallo Olaf,
den Drehsinn des Analysators halte ich immer konstant im Uhrzeigersinn in Beobachtungs-Richtung,
mit nur einer Kristallscheibe, also nicht zwei überlagert. Das Isogyren-Kreuz dreht sich bei beiden Kristallen in Analysator -Drehrichtung. Ob die Zentraldistanz sich vergrößert, wandert, könnte eine Täuschung sein, aber sie wandern definitiv bei 2 von 6 Kristallen in die entgegengesetzte Richtung.
Entschuldige die miserable MP4 umgewandelte Gif Qualität :


https://gifyu.com/image/SbEvU

https://gifyu.com/image/SbEvD

LG
Jürgen

« Letzte Änderung: Januar 14, 2022, 14:02:38 Nachmittag von hugojun »

olaf.med

  • Member
  • Beiträge: 2764
Re: Optisch aktive Kristalle
« Antwort #9 am: Januar 14, 2022, 14:07:35 Nachmittag »
Lieber Jürgen,

das erklärt alles! Ich habe das Experiment mit dem Sandwich Links-Rechts (Airysche Spirale) gemacht. Wenn man nur eine Scheibe nimmt, muss sich die Zentraldistanz im monochromatischen Licht ändern bis hin zu 0, wenn die Drehung durch die optische Aktivität durch die Drehung des Analysators kompensiert ist. Natürlich ist auch der Drehsinn abhängig davon, ob es sich um einen Links- oder Rechts-Quarz handelt.

Herzliche Grüße, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0