Autor Thema: Welche konkreten Kameramodelle (Spiegellose etc,) sind geeignet fürs Mikroskop?  (Gelesen 2320 mal)

Nochnmikroskop

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Re: Welche konkreten Kameramodelle (Spiegellose etc,) sind geeignet fürs Mikroskop?
« Antwort #30 am: März 26, 2022, 21:19:43 Nachmittag »
Hallo Peter,

die MFT Kameras von Panasonic können kostenlos mit der Software "Lumix Tether" am PC betrieben werden.
Es sind aber scheinbar nicht alle Kameras dafür frei gegeben, ich benutze die Lumix DC-G9. Meine Kamera wird per USB 3.0 am PC angeschlossen, der Datentransfer, sowie die Stromversorgung klappen einwandfrei. Latenz bei der Auslösung gibt es praktisch nicht.
Anlage Screenshot von der Tether Anwendung.

Deine Canons sind aber m.M.n. genauso gut geeignet. Die Farben etc. kannst Du ja im Menü "Bildstil" (an der Kamera) fein voreinstellen, (Kontrast, Schärfe, Farbsättigung und Farbton). Dazu sind verschiedene Setups als Anw. Def. 1 bis 3 speicherbar, zumindest bei meiner alten 500D.
Den Weißabgleich solltest Du dann manuell festlegen, bei jeder Grundeinstellung des DIC dann neu.

Die festgestellten Farbabweichungen einzelner Kameras sind nicht zuletzt bedingt durch:
- Mehr Glas (Aufnahme durch das Okular)
- unterschiedliche Bildausschnitte (z.B. mehr grüne Algen, weniger Hintergrund durch Okular im Vergleich zur Canon, welche über optimierte  Optik adaptiert wurde.
- Augen Farbempfindlichkeit. Z.B sind meist rechtes und linkes Auge unterschiedlich von der Farbsicht. Im Vergleich zur Darstellung am Monitor ist die Farb- und Kontrastempfindung durch das Okular anders (deswegen mögen manche ja die Monitorbetrachtung auch nicht).

Du kannst ja mal mit der Canon durchs Okular knipsen, so wie Du es mit den anderen Kameras auch getan hast. Das Bild wird anders ausfallen, als bei der richtigen Adaption mit Ansicht über den Monitor.

LG Frank

Link zu Lumix Tether mit unterstützten Kameras https://av.jpn.support.panasonic.com/support/global/cs/soft/download/d_lumixtether.html
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https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40306.msg297188#msg297188

Siegfried

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« Letzte Änderung: März 27, 2022, 08:14:15 Vormittag von Siegfried »

Peter V.

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Re: Welche konkreten Kameramodelle (Spiegellose etc,) sind geeignet fürs Mikroskop?
« Antwort #32 am: März 26, 2022, 21:51:33 Nachmittag »
Hallo,

da e shier nur um mikroskoptaugliche Kameras an sich geht, führe ich die Diskussion zum Weißabgleich etc. in einem separaten Thread fort:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43726.msg322786#msg322786

Herzliche Grüße
Peter
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Piper

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Hallo,
vielleicht bin ich mit meiner Antwort etwas spät, vielleicht ist sie aber auch noch hilfreich, falls die neue Kamera noch nicht angeschafft und der Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen sein sollte.
Vor einiger Zeit hatte ich verschiedene Sony–Gehäuse ausprobiert, sämtlich spiegellos, und letztlich von denselben Objekten hintereinander möglichst identische Testfotos gemacht. Das ganze bei verschiedenen Beleuchtungsarten (Hellfeld, Dunkelfeld, Phasenkontrast, Polarisation, DIC, Fluoreszenz). Getestete Kameras:
Vollformat: Alpha 7III und SII
APS: Alpha 6400 und 6500.
Die Alpha 7S II hat einen Sonderstatus, weil ihr Vollformat–Sensor lediglich 12 MP beinhaltet.
Dafür gilt sie als besonders rauscharme Kamera und wird auch als Filmkamera sehr gelobt, weil sie aufgrund des 12 MP-Vollformatsensors beim 4K-Filmen eine vergleichsweise große Sensorfläche ausnutzt. Daher sind auch die Videofilme besonders rauscharm und schöpfen relativ viel Licht aus.

Die drei anderen getesteten Kameras haben jeweils 24 MP.
Die Alpha 6400 hat die Besonderheit, dass ihr Sensor keine Bildstabilisationsfunktion hat, folglich feststehend eingebaut ist. Bei den anderen Kameras kann man den integrierten Bildstabilisator natürlich abschalten, wenn man sie am Mikroskop montiert.

Im Endeeffekt habe ich mich für die Alpha 6400 entschieden. Mein Anliegen bestand darin, eine Kamera zu haben, bei der die aufgenommenen Fotos schon ohne Bildnachbearbeitung möglichst „perfekt“ sein sollten. Denn dies kommt einem reibungslosen Workflow natürlich entgegen. Und unter diesem Kriterium hat die 6400 im direkten Vergleich am besten abgeschnitten. An zweiter Stelle kam die Alpha 7III. Bei deren Mikrobildern fehlte aber im Gegensatz zu der 6400 bei gleicher Fokussierung oftmals die letzte Schärfe. Dies war in der normalen Fotografie nicht so, weshalb ich vermute, dass hier wahrscheinlich mikroskopspezifische Adaptationsaspekte maßgeblich sein dürften. Die Alpha 6500 wurde genauso adaptiert wie die 6400. Deren Bilder waren im direkten Vergleich aber auch weniger scharf - ausdrücklich auch dann, wenn ich die integrierte Bildstabilisation bewusst abgeschaltet hatte. Vielleicht hatte ich diesbezüglich aber auch ein Montags-Modell erwischt. Die Alpha 7S II spielte in der Mikrofotografie nur bei Floureszenz im direkten Vergleich ihre spezifische Stärke aus. Bei den anderen Beleuchtungsarten waren die Farben durchweg blasser und natürlich waren die Aufnahmen im direkten Vergleich bei halber Auflösung auch deutlich weniger vergrößerungsfähig.

Als Allround–Kamera habe ich mich folgerichtig im Endeeffekt für die 6400 entschieden. Diese klebt fest am Mikroskop. Jedes Foto sitzt.

Alle erwähnten Sony–Kameras haben einen hervorragenden und vollständig erschütterungsfreien elektronischen Verschluss, den man bei Bedarf aktivieren kann. Dann löst die Kamera geräuschlos aus. Zu allen Kameras gibt es natürlich berührungsfreie Fernbedienungen. Alle Kameras sind natürlich uneingeschränkt blitzlichttauglich. Sie können auch mit PC–Bildschirmen oder anderen externen Monitoren gekoppelt werden. Ich persönlich verzichte darauf. Denn die Displays sind so weit kippbar, dass man alles hierauf auch am Mikroskop sehr gut erkennen kann. Und die bei Bedarf mehrstufig aktivierbare Fokus-Lupe vergrößert frei wählbare Bildbereiche auf dem Display so sehr nach, dass man im Extremfall einen einzelnen Zellkern formatfüllend sieht und feinstufig fokussieren kann.

Vorteilhaft wirkt sich am Mikroskop bei der Alpha 6000er-Serie natürlich auch deren Handlichkeit und geringes Gewicht aus.
Ich kenne auch zwei andere ambitionierte Anwender, die mit Sony alpha-Kameras am Mikroskop arbeiten und hiermit beste Erfahrungen gemacht haben. Einer von beiden ist Frank Fox. Er verwendet neben seinen Vollformat–Kameras auch gerne die Alpha 6500 und macht mit dieser Kamera auch seine 4K–Videofilme. Er hat mir persönlich erzählt, dass er im direkten Vergleich den moderneren Sensor dieser Sony–Kamera sogar für leistungsfähiger hält als den Vollformat–Sensor seiner älteren Canon-Kamera. Hierbei handelt es sich aber nur um Nuancen, die man allenfalls im direkten Vergleich sieht.

Soweit mein subjektiver Erfahrungsbericht.
Herzliche Grüße
Jörg Piper



rolo-m

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Hallo Jörg, Deine Erfahrungen kann ich bestätigen (bei mir: Nex5n, A7II und A6500). Die A6500 verfügt über die Funktion "Kantenanhebungsstufe", dabei werden Kanten im Objekt, die in der Schärfeebene liegen, farblich unterlegt. Beim Stacken für mich extrem hilfreich. Leider wird diese Darstellung nicht auf einen externen Monitor (HDMI) oder per WiFi mittels App, übertragen.
Die Megapixel sind nicht entscheidend, dagegen rauscht die alte Nex5n deutlich mehr als die neuere A6500, was die Nachbearbeitung erschwert. Wie bereits Gerhard Zimmert (RAW-Foto) völlig zu recht feststellt: möglichst kleine Pixel bei wenig Rauschen. Bei der A6500 sind das 3,5µm.

Grüße Roland

Peter V.

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Hallo,

leider ist die 6400 - wie viele Kameras auch anderer Hersteller - derzeit nicht lieferbar  :-\ Aber das ist ja mittlerweile bei fast allen Produkten der Normalzustand seit Corona und Ukrainekrieg, ich merke es täglich auch bei absolut banalen Medikamenten, die nicht mehr lieferbar sind.

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Mai 21, 2022, 17:09:58 Nachmittag von Peter V. »
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unkenheini

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Re: Welche konkreten Kameramodelle (Spiegellose etc,) sind geeignet fürs Mikroskop?
« Antwort #36 am: Mai 21, 2022, 16:58:56 Nachmittag »
Moin,
Hat jemand Erfahrungen mit der Nikon Z6ll am Mikroskop? Mein Sohn hat eine Z6ll und ich frage mich ob sich die Investition in einen Novoflex T2-Nikon Z Adapter lohnt? Zur Zeit habe ich eine Nikon D7000 am Mikroskop und mit billigen T2 Adaptern nur Probleme (Auflagemass nicht optimal).Daher, wenn Z6ll Adapter, der von Novoflex.
Im Voraus vielen Dank für Eure Antworten.
Mit freundlichen Grüßen Jörg
Mit freundlichen Grüßen
Jörg G.

p.s. Mir ist es lieber mit Du angesprochen zu werden als mit Sie.Danke.