Autor Thema: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit  (Gelesen 682 mal)

PolMik

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Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« am: April 15, 2022, 13:58:25 Nachmittag »
Hallo liebe Foristen,
in der Fraktion 0,2 mm bis 0,1 mm fand sich tatsächlich ein Körnchen deutlicherer Brookit. Hier wieder als Streupräparat mit Diiodmethan als Immersionsflüssigkeit. Das konoskopische Abbild ist nicht mit dem tollen Filmchen von Florian vergleichbar, aber der Vollständigkeit halber stelle ich Brookit hier vor. Als erstes das Korn, dann bei gekreuzten Polarisatoren, danach konoskopisch in Diagonal- und Normalstellung.

Brookit ist wie Anatas und Rutil chemisch gesehen TiO2. Brookit kristallisiert orthorombisch, ist im Gegensatz zu den beiden genannten optisch zweiachsig. Die Farbe ist gelbbraun. Charakteristisch soll die Streifung sein, die sieht man beim Rutil auch öfters. Der Brechungsindex ist etwas geringer als beim Rutil. Der 2V-Winkel soll zwischen 12° und 20° liegen, bei meinem Korn also eher Richtung 20°. Brookit kann auf verschiedene Weise entstehen. In diesem Fall scheint die Herkunft aus Pegmatiten am wahrscheinlichsten zu sein.
LG
Michael

olaf.med

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #1 am: April 15, 2022, 14:32:46 Nachmittag »
Hallo Michael,

zum wiederholten Male erstaunt mich die absolutistische Klarheit Deiner Diagnose aus wenigen Beobachtungen an nur einem einzigen Mineralkorn. Das einzige was ich absolutistisch aus Deinen Beobachtungen ableiten könnte ist, dass es sich mit Sicherheit bei diesem Mineral NICHT um Brookit handelt!

Gruß,  Olaf
Gerne per Du!

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PolMik

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #2 am: April 15, 2022, 21:17:08 Nachmittag »
Hallo Olaf,
danke für die Nachricht. Interessant, ich schreibe es mir auf die to do - Liste für weitere Untersuchungen.
Gruß
Michael

PolMik

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #3 am: Mai 14, 2022, 14:44:12 Nachmittag »
Das Problem bin ich jetzt mit einem Kippkopensator K mit 30 Ordnungen von Leica angegangen. Danach ist die Doppelbrechung 0,14. Die Winkel wurden als Mittelwert von 10 Messungen genommen.
Gruß
Michael

olaf.med

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #4 am: Mai 14, 2022, 17:24:43 Nachmittag »
Hallo Michael,

könntest Du uns bitte einmal Dein Messverfahren erläutern! Wie hast Du das Korn orientiert uns die Dicke bestimmt?

Herzliche Grüße, Olaf
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PolMik

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #5 am: Juni 03, 2022, 13:23:09 Nachmittag »
Jetzt habe ich mir noch ein A/B-Modul mit fokussierbarer Bertrand-Linse geleistet. Damit ließ sich mit der hier im Forum angegebenen Formel der 2V Winkel berechnen. Er liegt bei 14°.
Das Thema behalte ich im Auge, bis mir mal ein Stück Brookit zum Zerklopfen in die Hände fällt. Mit dem wiederhole ich die Prozedur dann. Mal sehen, worin der Fehler liegen könnte. Bisher erkenne ich ihn nicht.

Ab Herbst nehme ich inzwischen gesammelte Strandseifen von Bansin (Usedom) und Göhren Nord- und Südstrand (Rügen) noch unter das Objektiv. Ich hoffe auch mit einer besseren Grafiksoftware schärfere Bilder anbieten zu können.
LG
Michael

olaf.med

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #6 am: Juni 03, 2022, 18:47:57 Nachmittag »
Hallo Michael,

ich finde es schon sehr abenteuerlich wie Du uns hier mit Daten versorgst, deren Bedeutung völlig schleierhaft und wohl auch irrelevant sind. Leider gehst Du auch nicht auf berechtigte Fragen zu Deinen Messverfahren ein!

Wenn ich Deine spärlichen Informationen richtig deute hast Du in Deinen Proben ein einziges Korn, von dem Du behauptest, dass es Brookit sei. Davon zeigst Du uns auch ein Achsenbild eines zweiachsigen Minerals, bei dem die eine Achse fast normal steht. Dies kann kein Brookit sein und Du solltest Dich tatsächlich einmal mit den optischen Eigenschaften dieses Minerals vertraut machen, bevor Du hier "alternative Daten" präsentierst.

Weiterhin interpretiere ich Deine Informationen so, dass Du an diesem Korn in dieser Orientierung die Doppelbrechung und den Achsenwinkel präzise bestimmt hast. Das ist nicht möglich!!! Für diese Messungen braucht man notwendigerweise spezifische Kornorientierungen und weiterhin eine Messung der Dicke. Die Frage nach Deiner Vorgehensweise blieb leider auch unbeantwortet. Betreibt man so Wissenschaft in der Sedimentologie???

Olaf
Gerne per Du!

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PolMik

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #7 am: Juni 28, 2022, 18:26:29 Nachmittag »
Hallo Olaf, danke für die Antwort. Die Messung erfolgte entsprechend Nutzeranweisungen für das  nagelneue Gerät. Diagonal- und Normalstellung sind wohl 45 Grad Drehung des Objekttisches. Mache einfach bessere Vorschläge statt rumzuwueten. Es war auch nicht ein Korn, sondern das einzige mit dem ein deutbares konoskopisches Abbild kam. So wichtig ist das Problem nicht. Seit 4 Wochen bin ich in Schweden, habe nur Handy. Bleibe  noch 8 Wochen. Was Du schriebst deute ich als Beleidigung. Gruß Michael

Florian D.

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #8 am: Juni 28, 2022, 19:43:53 Nachmittag »
Hallo Michael,

Die Abschätzung des Brechungsindex anhand von Körnern ist ausgesprochen schwierig,
weil man ja den Maximalwert (und nicht den Mittelwert) des Brechungsindex sucht und dieser bei zweiachsigen Mineralen empfindlich von der Orientierung abhängt. Darüber hinaus muss man auch die Dicke des Kornes recht genau bestimmen. Dies ist selbst dann schwierig, wenn man die Möglichkeit hat, das Korn mit einem Spindeltisch um definierte Winkel zu drehen und ein Messokular, um die Dicke zu bestimmen.
Olafs Frage, wie Du die Dicke und die Orientierung der Körner bestimmt hast, halte ich von daher für durchaus berechtigt. Die Hand voll Leuten hier im Forum, die sich mit optischer Mineralogie beschäftigt, hat sich dieselben Fragen gestellt und ebenfalls auf eine eingehendere Erläuterung Deiner Methoden gehofft. Ich bezweifle, dass diese Fragestellung in der Anleitung eines Mikroskops besprochen wird, nachdem es kaum wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu gibt.

Für Brookit scheint mir der Achswinkel zu gross zu sein. Auch wenn das nicht leicht abzuschätzen ist, scheint er grösser als die von Dir vermuteten 20 Grad zu sein, da wären die Isogyren nämlich  stärker gekrümmt.
Dispersion der Achsen ist zwar zu erkennen, aber für Brookit zu schwach.

Viel Spass noch in Schweden,
Florian


olaf.med

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Re: Magnetit - Granatseife Koserow Brookit
« Antwort #9 am: Juni 28, 2022, 22:04:26 Nachmittag »
Hallo Michael,

Du magst beleidigt sein und meine Reaktion als "Wüterei" bezeichnen, tatsächlich ist sie dies natürlich nicht, sondern sie entspringt ausschließlich dem Frust, dass Du auf all meine Fragen niemals eine vernünftige Antwort geben konntest.

Niemand bezweifelt, dass Du mit der entsprechenden Anleitung Zahlen durch Messungen mit einem Kompensator generieren kannst - das kann jeder Grundschüler, der mit den Grundrechenarten vertraut ist und Tabellen ablesen kann. Die Frage ist nur was diese Zahlen bedeuten, und da bedarf es bei Kristallen doch etwas mehr, nämlich der Kenntnis der Kristalloptik. Aus Deiner Ignoranz meiner dezidierten Fragen kann ich nur schließen, dass Du mit diesem Wissenschaftszweig eher weniger vertraut bist. Das zeigen ja auch Deine Aussagen zu bestimmten Mineralen - zum Beispiel zum Brookit - die allesamt grottenfalsch sind, aber von Dir im Brustton der Überzeugung und der Präsentation absolut irrelevanter Zahlen gemacht werden. So etabliert man "alternative Fakten", und darauf können wir gerne verzichten.

Zeige mir dass irgendetwas an Deinen Messungen richtig und vernünftig ist und ich entschuldige mich gerne öffentlich in aller Form!

Olaf
Gerne per Du!

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