Pol Mikroskopie - einfach ?

Begonnen von chishoro, Januar 10, 2010, 22:48:29 NACHMITTAGS

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chishoro

Hallo Zusammen,

Ich experimentiere z.Z mit folgender - stark vereinfachender - Anordung um Duenschliffe in Polarisierendem Licht zu betrachten.

- Zeiss ICM 405 Mikroskop
- einfacher, nicht ausrichtbarer Polfilter
- einfacher, nicht ausrichtbare L/4 Kompensator (beides fuer DIC)
- Phasenkontrastkondensor im Hellfeld/Durchlicht
- 6.3 Neofluar objektiv & noch weniger geignetes Neofluar 16 Ph2
- Keine Pol Objetive, okulare, tuben, reflektoren etc.

Eigentlich sehen die Resutate OK (oder mindestens farbig aus) - was entgeht mir hier im Vergleich zu einem echten Pol Mikroskop ?

Insbesondere wuerde mich interesieren ob die Unterschiede eher quantitavier Art sind (Experimental nachvollziehbare Farben...) oder ob man sehr schnell offensichtliche Bildfehler dank der nicht spannungsfreien Optik erwarten kann..

           Gruss,

              chishoro


Miner

Schönen Abend.
Hast du denn keinen Analysator? Die einzigen Farbeffekte beim Drehen am Mikroskoptisch, die man nur mit dem Polarisator, aber ohne Analysator erzeugen kann, stammen vom Di- oder Pleochroismus einiger Minerale. Und diese Minerale sind in der Unterzahl.
Zitat
Eigentlich sehen die Resutate OK (oder mindestens farbig aus) - was entgeht mir hier im Vergleich zu einem echten Pol Mikroskop ?
Kommt drauf an, was du mit Resultate meinst. Geht's dir nur um bunte Bilder (zeig doch mal eines), dann scheinst du ja am Ziel zu sein. Oder willst du Minerale im Dünschliff identifizieren?
Gruß
Ole

Holger

#2
Hallo,

also, was die Fehler aufgrund nicht spannungsfreier Optik angeht - wie werden spannungsfreie Objektive für die Polmikroskopie hergestellt? Antwort: Die regulären Produktionsserien werden geprüft, und die besten 10% kriegen den Stempel "POL" aufgedrückt. Viele Amateure arbeiten ja schließlich mit improvisierter Pol-Ausrüstung (zwei Filter im Kondesor bzw. Okular), und man hört nur selten bis gar nicht von ernsthaften Problemen wg. Spannungsfreiheit. Abgesehen davon: Worin würden sich diese Probleme äußern? Doch zunächst darin, dass im Strahlengang mit gekreuzten Polarisatoren, aber ohne Präparat, das Gesichtsfeld nicht völlig dunkel würde. Und das kansnt Du schließlich ganz einfach prüfen...

Gruß,
Holger

Miner

Ich glaube auch nicht dass spannungsfreie Linsen ein großes Problem sind.
Ole

Nomarski

Zitat von: Miner in Januar 11, 2010, 10:33:31 VORMITTAG
Ich glaube auch nicht dass spannungsfreie Linsen ein großes Problem sind.
Ole

Sondern?

Bernd

Miner

Spannungsdoppelbrechende schon eher. Aber halt auch nicht für jeden.
Ole

chishoro

Zitat von: Miner in Januar 10, 2010, 23:52:23 NACHMITTAGS
Schönen Abend.
Hast du denn keinen Analysator? Die einzigen  beim Drehen am Mikroskoptisch, die man nur mit dem Polarisator, aber ohne Analysator erzeugen kann, stammen vom Di- oder Pleochroismus einiger Minerale. Und diese Minerale sind in der Unterzahl.
Zitat
Eigentlich sehen die Resutate OK (oder mindestens farbig aus) - was entgeht mir hier im Vergleich zu einem echten Pol Mikroskop ?
Kommt drauf an, was du mit Resultate meinst. Geht's dir nur um bunte Bilder (zeig doch mal eines), dann scheinst du ja am Ziel zu sein. Oder willst du Minerale im Dünschliff identifizieren?
Gruß
Ole


Hallo Ole & vielen Dank fuer die Vorschlaege.
Würde gerne Photos zeigen - aber zu diesem teuren Mikroskop fehlt mir das entscheidende Verbindungskabel zum Kontroller M - mit
Handykamera am Okular hat es auch nicht wirklich geklappt.

Muss zu der Anordnung wohl anmerken das es sich wohl um 2 feste gekreuzte Pol Filter - und nicht um einen Filter + Lambda/4 Platte handelt.

Eine Zusatzfrage hätte ich aber noch - wenn sich die Unterschiede zwischen Pol und nicht Pol objektiven v.A. durch ein nicht völlige schwarzes Bild bei exakt gekreuzten Pol Filtern auszeichnet - wozu braucht man den Pol Optik (Bino-tubus, Okulare) nach dem 2ten Pol Filter ?

          Gruss, chishoro

Miner

IM PRINZIP braucht man nach dem Analysator keine besonderen POL-Bauteile mehr, soweit ich das überblicke. Ein Pol-Okular zeichnet sich bei Zeiss nur dadurch gegenüber den normalen Okularen aus, dass es an der Seite eine kleine Sch

Miner

Kleines Missgeschick, hier geht's weiter:
kleine Schraube hat, die erzwingt, dass man es mit einer ganz bestimmten Orientierung in den speziellen Stutzen des Pol-Tubus steckt. Denn das Pol-Okular hat auch noch ein fest eingebautes Fadenkreuz, dass durch die erzwungene Ausrichtung des Okulares im Tubus immer N-S|O-W oder NW-SO|NO-SW steht. Wie gesagt hat ein echter Pol-Tubus dann eben an dem oder an den beiden Stutzen, wo das Okular reinkommt, eine oder auch drei genau gefräste Nuten. Und er hat, bei Zeiss, in der Ringschwalbe eine Kerbe, damit er immer ganz genau ausgerichtet ist. So wird sichergestellt, dass das Fadenkreuz im Pol-Okular immer schön parallel zu Polarisator und Analysator steht (bzw., bei Gebrauch einer anderen Kerbe im Tubus, unter 45° zu ihnen). Wenn man auf das Fadenkreuz verzichten kann, oder es selber ausrichten kann, dann braucht es oberhalb des Analysators keine Pol-Optiken. MIT der gemachten Einschränkung von ganz am Anfang....
Ole

Holger

Hi,

stimmt nicht ganz. Ich hatte mal ein indisches POL-Mikroskop zur Ansicht - obwohl da der Analysator wie üblich im Tubus über dem Objektivrevolver saß, war der Bildeindruck in den beiden Okularen des Binotubus nicht identisch; die Interferenzfarben waren geringfügig verschieden. Störte den Bildeindruck gewaltig, da der Unterschied nicht so gering war, dass man ihn hätte ignorieren können. Eine theoretische Begründung kann ich allerdings nicht liefern. Ich weiß nur, dass das Mikroskop zum Anbieter zurück ging, der es daraufhin aus seinem Lieferprogramm nahm.

Gruß,
Holger

Miner

Hi.
Darum meine Einschränkung am Anfang: bei Zeiss.  ;)  Andere Polmikroskope kenne ich nicht. Aber was man so hört...
Ole

Nomarski

Moin,

ZitatIch hatte mal ein indisches POL-Mikroskop zur Ansicht - obwohl da der Analysator wie üblich im Tubus über dem Objektivrevolver saß, war der Bildeindruck in den beiden Okularen des Binotubus nicht identisch; die Interferenzfarben waren geringfügig verschieden. Störte den Bildeindruck gewaltig, da der Unterschied nicht so gering war, dass man ihn hätte ignorieren können.

Na, dann wird es wohl zwischen den beine Okularen gewisse "Gangunterschiede" gegeben haben... ;D

Gruß
Bernd

Detlef Kramer

Hallo,
ZitatNa, dann wird es wohl zwischen den beine Okularen gewisse "Gangunterschiede" gegeben haben...

... und zwar durch den Strahlenteiler im Binotubus. Soviel ich weiß, muss der auf eine ganz bestimmte Weise konstruiert sein. Genaueres weiß ich leider nicht. Im Übrigen dürften Gangunterschiede oberhalb des Analysators keine Rolle mehr spielen?!

Gruß

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Nomarski

Hallo Detlef,

das mag sein, aber dann müßte es ja auch bei der normalen Beobachtung, z.B. im Hellfeld, unterschiedliche Eindrücke geben, wenn man abwechselnd je ein Auge zukneift. Könnte an de Verkittung, Vergütung oder was auch immer liegen.

Gruß
Bernd

Miner

Bernd,
du bist dir dessen bewust, dass ein Gangunterschied zwischen einem Strahl, der in's eine Auge fällt, und einem gleichstarken Strahl, der in's andere Auge geht, vom menschlichen Auge (besser: den Augen) nicht wahrgenommen wird? Sowenig wie der Gangunterschied zwischen zwei Strahlen, die im gleichen Auge auf verschiedene Ecken der Netzhaut fallen? Sonst bräuchte man ja kein Phasenkontrastverfahren mehr. Gangunterschiede machen sich nur "bemerkbar" wenn zwei Strahlen interferieren, wenn sie also die gleiche Wellenlänge und die gleiche Richtung haben.
Schade, dass das Mikroskop wieder zurück nach Indien gegangen ist. Vielleicht hätte man dadurch, dass man es zerlegt, noch was lernen können. Dann bräuchten wir nicht zu spekulieren...
Ole