bitte löschen, danke !

Begonnen von Adalbert, Mai 20, 2022, 22:30:39 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Nochnmikroskop

Zitat von: Rawfoto in Mai 29, 2022, 07:32:17 VORMITTAG
Das Histogramm auf der Kamera ist nicht aussagekräftig, nur ein Näherungswert, aber da muss man genau wissen wie man das interpretiert!!!

Das ist natürlich auf begründbar: Es werden nicht die realen Bilddaten für die Erzeugung verwendet, nur das Vorschaubild & das Parameterfeld Weisausgleich wird herangezogen. (Parmeterblock der RAW-Datei).


Guten Morgen Gerhard,
danke, dass Du Dein Wissen hier teilst.

Der Weißabgleich auf ein Blatt Papier (idealerweise eines ohne Aufheller, max. 80g/m²), sollte "halbwegs" die richtige Lichtfarbe in der Kamera ermöglichen.
Wenn man dann das Kamera-Histogramm mit dem abzulichtenden Objekt betrachtet, also im Live-View, sind das doch die "echten" Daten, welche dann anschließend in voller Auflösung als RAW abgespeichert werden, ist das falsch?
In meinem Beispiel hatte ich übrigens nur die Helligkeit mittels Histogramm erhöht, da die schwarzen Stellen zu wenig Struktur aufwiesen.

Ich hatte einige Tests mit dem Weißabgleich auf weißem Papier und weißem Kunststoff sowohl mit der Canon 700D, als auch mit der Panasonic G9 (alles Makro mit Auflicht) und mir schien diese Art des Abgleichs die beste Methode zu sein, egal bei welchem LED-Licht (warmes (2700K) oder kaltes Licht (5500K)). Anschließend waren die Bilder "gefühlt" farblich richtig, zumindest besser, als von Hand am Weißabgleich zu schrauben.
Das Klicken auf eine Weiße Fläche, welche testweise belichtet wurde (Kunststoff-Karte aus dem Sachverständigen Zubehör) ergab auch ein brauchbares Ergebnis, ist aber für größere Vergrößerungen nicht wirklich praktikabel.

Alles in Allem würde ich sagen, dass die Methode den Weißabgleich auf ein Blatt Papier auszuführen der Sache (richtige Farbe) am nächsten kommt.
Für Deine professionelle Ansprüche müssen dann natürlich alle Einzelkomponenten bis hin zum Druck abgestimmt sein. Aber anfangen tut es doch mit der richtigen Kamerakalibrierung bei der richtigen Objektbeleuchtung, oder?

LG Frank
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.

Rawfoto

Guten Tag

Zur Frage: "Wenn man dann das Kamera-Histogramm mit dem abzulichtenden Objekt betrachtet, also im Live-View, sind das doch die "echten" Daten, welche dann anschließend in voller Auflösung als RAW abgespeichert werden, ist das falsch?" ==> ja, falsch, das Histogramm auf der Kamera wird "NUR" aus den Vorschaudaten errechnet. Das sind NICHT die Echten Daten, das ist eine mit dem JPG Prozessor herunter gerechnete Datenmenge. Wenn es Echtdaten wären wäre keine Farbinterpretation möglich da der Sensor nur Schwarz/Weiß sieht - erst durch die Position der RGB Bayer Filterfellen kann die Farbe errechnet werden (in JPG Prozessor in der Kamera oder im RAW Konverter extern)

Zur Feststellung: "Das Klicken auf eine Weiße Fläche, welche testweise belichtet wurde (Kunststoff-Karte aus dem Sachverständigen Zubehör) ergab auch ein brauchbares Ergebnis " ==> das ist ein großer Denkfehler der durch die Unwissenheit mancher Buch/Artikelautoren noch verstärkt wird. Ich kann mit der Pipette einen Weißpunkt setzen - soweit stimmt das - aber, es wir die Position 99 auf der Grauachse vergeben. Das ist aber zeichnungsloses Weiß. Wenn ich also z.B. ein weißes Briefpapier (ohne Weißmacher) fotografiere und richtig belichte liegt das bei 92% - also im durchzeichneten Weiß (die Struktur des Papiers ist deutlich erkennbar). Wenn ich dort den Weißabgleich mit der Pipette setze ist es vorbei mit der Struktur und ich habe erfolgreich die Zeichnung vernichtet.

Um mit dem Histogramm zu arbeiten muss ich also wissen was ich zu erwarten habe, z.B. Weiß mit 92%, das ist ein Histogramm-Ausschlag links vom rechten Rand des Histogramms und nicht am Rand. Das erfordert Übung und Erfahrung.

Ob der Weißpunkt richtig gesetzt ist wird also am Histogramm selbst erkannt, dazu brauche ich keine Kalibrierten Bildschirmarbeitsplatz ==> das wird anhand der Überdeckung der 3 Farbkanäle im RGB bestimmt - ja, das Frustriert wenn ich beinen TeilnehmerInnen über den Rücken schauen und falsch oder richtig sage - in Sekundenbruchteilen .-)

Das Histogramm ist ein mächtiges, aber nicht einfaches Werkzeug ==> weil es für sich alleine betrachtet wertlos ist, da zu viele Unbekannten beim Betrachten vom Histogramm nicht aufgelöst werden können ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Lupus

Hallo,

wie ungenau der nachträgliche Weißabgleich mit Hilfe aufgenommener Graukarten (oder weißer Flächen) im Einzelfall sein kann, sieht man an diesem Beispiel. Ich habe eine alte Farb- und Graustufentestkarte aus der "analogen Zeit" mit einer Lumix MFT Kamera aufgenommen. Vorher wurde die Kamera mit einer Graukarte unter diffusem Tageslicht kalibriert, also keine LED-Beleuchtung mit größeren Lücken im Spektrum.

Ich habe von den 6 grauen Flächen des Fotos die jeweiligen Histogramme dargestellt (Zuordnung durch blaue Pfeile). Man sieht dass nur für zwei Flächen ein ziemlich genauer Weißabgleich besteht (alle 3 Farbkanäle liegen deckungsgleich), an den weiteren 4 Flächen verbleibt ein z.T. nicht unerheblicher Farbstich. Die Ursache liegt im Wesentlichen an der nicht idealen Ausmischung eines neutralen Grautones der Farbkarte, das ist drucktechnisch keine einfache Prozedur. Es handelt sich hier auch nicht um eine professionelle Graustufenkarte. Z.T. kommen solche Verschiebungen aber auch vom nichtlinearen Verhalten schlechterer Kamerasensoren, d.h. von einer intensitätsabhängigen Balance zwischen den drei Farbkanälen.

Hubert

Lupus

Hallo Adi,

man gleicht die Kamera ja nicht nach der Objektlichtfarbe sondern nach der Beleuchtungslichtfarbe ab, daher mit der Graukarte bei Auflicht bzw. normaler Fotografie. Dass bei Fotografie mit automatischem Weißabgleich notgedrungen die Lichtfarbe des Objektes verwendet wird ist ein rein praktisches Problem, meist aber von der Kamera gut gelöst. Durchlicht ist doch eigentlich noch einfacher, im Prinzip genügt es die Kamera farblich nach dem hellen Bildhintergrund ohne Objekt abzugleichen. Transparente "Graukarten" sind nicht notwendig, weil ich "graue" Helligkeit für die Kamera durch eine kürzere Belichtungszeit entsprechend der Histogrammlage simulieren kann.

Hubert

 

Rawfoto

Schönen Nachmittag

Die Grauachse ist im Farbraum eine Gerade, daher ist es im Durchlicht unbedeutend wo man sich auf ihr befindet. Ich verwende dazu einfach eine leere Stelle des Objektträgers die unter dem Deckglas liegt. Belichtet wird auf die Obergrenze vom durchzeichneten Weiß (96%).

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...