Autor Thema: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz  (Gelesen 1003 mal)

jochen53

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #15 am: August 05, 2022, 14:40:40 Nachmittag »
Hallo zusammen,
ich bin jetzt wirklich nicht der penible Sicherheitsfanatiker und mir ist in über 40 Jahren Laborpraxis im Chemie-Labor trotzdem noch nie etwas passiert.
Aber wenn ich lese, wie manche mit brennbaren Lösemitteln (z.B. Xylol) z.T. weit oberhalb ihres Flammpunktes umgehen, z.T. in nicht EX-geschützten Öfen usw., dann möchte ich doch mal an die Einhaltung der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit brennbaren Substanzen erinnern.
Ich würde mal im Garten 5 ml Xylol in einem kleinen Schälchen anzünden und beobachten, wie das brennt und vor allem, wie stark das rußt. Die Dämpfe sind viel schwerer als Luft und können sich am Schaltfunken einer Heizplatte oder an den Kollektor-Funken eines Magnetrührers oder an den Funken des Temperaturreglers eines Ofens entzünden. Den Ruß eines Aromatenbrandes kann man nur schwer wieder überpinseln.
Längeres Erhitzen geht problemlos mit einem Rückflußkühler, man kann da z.B. mit einer ganz kleinen Umwälzpumpe für ein paar € und einem großen Behälter kaltem Wasser die Verschwendung von Trinkwasser vermeiden. Xylol mit einem Siedepunkt von ca. 140° C braucht auch kein so kaltes Kühlwasser. Da Xylol mit Wasser ein niedriger siedendes Azeotrop bildet, sieht man an einer Trübung des Kondensats auch sofort, ob Wasser anwesend ist. Auf diese Weise kann man auch mit einer Destille das komplette Wasser aus der Lösung azeotrop "ausschleppen". Leider habe ich meine alten Laborgeräte letztes Jahr fast alle verschenkt.
Bitte diesen Beitrag nicht als persönliche Kritik verstehen.
Viele Grüße, Jochen

liftboy

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #16 am: August 05, 2022, 15:12:51 Nachmittag »
Hallo Jochen,

wo Du recht hast, hast Du recht " :-)
Ich war auch schon etwas irritiert; wenn ich mit Xylol arbeite stinkt die ganze Bude trotz Abzug! gottseidank bin ich Nichtraucher. Mal ehrlich: wozu gibts Sicherheitsdatenblätter, Warnaufkleber, Sicherheitsunterweisungen an der Arbeit (mit Unterschrift der Kenntnisnahme)? Ich hab hier nicht ohne Grund einen 6Kg CO2-Löscher stehen.
Mein Meister hat immer gesagt: "Vorsicht ist keine Feigheit und Leichtsinn kein Mut".

vorsichtige grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Niels Bohr

anton

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #17 am: August 05, 2022, 15:53:46 Nachmittag »
Hallo Jochen,  Mein Trockenschrank den ich dafür verwende (hab keinen anderen im Labor) ist entsprechend geeignet um Lösungsmittel abzudunsten (mit eigener Luftabsaugung)



Falls du n paar laborgeräte brauchst, vielleicht hab ich was „über“ ;-)   Also Soxhlet hab ich 3 inzwischen,…

Aber danke für den Einwand.

Liebe Grüße, Anton.

(Einiges was ich hier so „rumliegen“ hab, wie zb n Kilo NaF,… wäre ja auch ohne entsprechende Ausbildung usw nicht zu bekommen)
« Letzte Änderung: August 05, 2022, 15:55:28 Nachmittag von anton »

jochen53

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #18 am: August 05, 2022, 18:15:31 Nachmittag »
Hallo Anton,
vielen Dank für dein Angebot, aber selbst das, was ich noch an Laborgeräten und Chemikalien bei mir zu Hause habe, ist mehr, als ich benötige. Mit NaF kann man ja nicht viel anfangen, außer man will Glas ätzen oder Nervengas herstellen.
Viele Grüße, Jochen

anton

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #19 am: August 05, 2022, 19:40:04 Nachmittag »
Hallo Anton,
vielen Dank für dein Angebot, aber selbst das, was ich noch an Laborgeräten und Chemikalien bei mir zu Hause habe, ist mehr, als ich benötige. Mit NaF kann man ja nicht viel anfangen, außer man will Glas ätzen oder Nervengas herstellen.
Viele Grüße, Jochen

Mit NaF kann man viel machen, wenn man den Schwerpunkt (wie ich) im Kosmetik Bereich hat, Zahnpasta, Mundspülung,….   

Lg, Anton

liftboy

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #20 am: August 05, 2022, 19:47:38 Nachmittag »
Hallo Anton,

mag alles gut sein, aber sei bitte trotzdem vorsichtig damit! Einen Freund von mir hat es von dem Zeug zerlegt!!

Grüße
Wolfgang
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Niels Bohr

anton

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #21 am: August 05, 2022, 20:43:43 Nachmittag »
Hallo Anton,

mag alles gut sein, aber sei bitte trotzdem vorsichtig damit! Einen Freund von mir hat es von dem Zeug zerlegt!!

Grüße
Wolfgang

Bin ich immer, wurde schon vor 30 Jahren in der Schule gesagt (HTL Rosensteingasse, Wien),  auch wenns damals noch recht locker zuging, Reagenzien auf Uranbasis standen so im Labor rum,…

Ich destilliere fast jede Woche mal diverse Lösemittel, teilweie auch in 2-5l Mengen. Und da ist Xylol vom Flammpunkt eher harmlos. „Normaler“ Alkohol(Ethanol) hat da einen deutlich niederen Flammpunkt. Den nehm ich meist für Extrakte im Kosmetikbereich in den Destillen/Extraktoren.

Und natürlich hab ich auch Atemschutz für entsprechend Lösemittel in Verwendung.

Lg, Anton

Hugo Halfmann

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #22 am: August 05, 2022, 22:48:36 Nachmittag »
Hallo zusammen,
das Dammarharz hatte ich seinerzeit mit der Hilfe von Jon angesetzt. Statt Xylol kann man auch Balsamterpentinöl der Portugiesischen Balsamkiefer nehmen, riecht wesentlich angenehmer. Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, wo euer Problem ist, das Harz in Mikrowelle oder Backofen zu schmelzen und dann draußen (!) Lösungsmittel reinzukippen und das ganze eine Weile von Hand umzurühren. Wenn man den Balsam etwas dünnflüssiger als nötig ansetzt und ein paar Tage Geduld hat, setzen sich Rindenreste und sonstiger Schmutz am Gefäßboden ab und man kann den Balsam Dekantieren.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

anton

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #23 am: August 06, 2022, 02:28:04 Vormittag »
Hallo zusammen,
das Dammarharz hatte ich seinerzeit mit der Hilfe von Jon angesetzt. Statt Xylol kann man auch Balsamterpentinöl der Portugiesischen Balsamkiefer nehmen, riecht wesentlich angenehmer. Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, wo euer Problem ist,

Auch Balsamterpentin ist recht gut entzündlich,  und ich hatte ja (in einem geeigneten Trockenschrank) das überschüssige Lösungsmittel recht schnell verdunsten lassen, damit die Konsistenz hoffentlich passt.

anton

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Re: Eindeckmittel selber machen - Dammarharz
« Antwort #24 am: August 06, 2022, 17:06:30 Nachmittag »
Erste Fotos vom Eindecken

1x EDTA-Blut , 1x Saccheromyces (Methylenblau), Methanolfixiert, getrocknet mit Alk-Iso-Xyl .

Je 1 Tropfen mit dem Stäbchen aufgetropft. (Der Stab ist aus Teflon, 5mm, mit einem Bleistiftspitzer leicht angespitzt), Deckglas aufgelegt und leicht angedrückt.

Die Konsistenz ist ähnlich „Handwarmer“ Honig, lässt sich bei Zimmertemperatur wunderbar verarbeiten. Wenn man es etwas dünner mag, bei 45-50 Grad ist er deutlich „flüssiger“.

Jetzt dürfen die mal paar Tage liegen bleiben.
« Letzte Änderung: August 06, 2022, 18:11:13 Nachmittag von anton »