lamba viertel plättchen , folientreppe ausrichten?

Begonnen von moräne, Januar 17, 2010, 17:15:14 NACHMITTAGS

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moräne

Hallo liebe pol - gemeinde

ich habe ein wenig mit folien experimentiert um mir eine dieser folientreppen zu basteln ,welche eine art quarzkeil ergeben soll.
aber zunächst zum anderen thema welches aber damit in beziehung steht.
ich habe selbst gebaute schieber für lambda viertel usw. in deren runde öffnung ein 20 mm deckglas hineinpasst.
nun habe ich aus einem vom flohmarkt gekauften physikbuch  quarter wave und noch ein anderes plastikstreifenplättchen, half wave,  also lambda viertel und lambda halbe
aus diesen streifen habe ich mir  rundstücke geschnitten.
leider sind diese rundstücke in ihren messingfassungen nur mühsam von hand drehbar, wenn ich sie aus dem strahlengang herausziehe.also was nervt ist das ewige rein und rausziehen und nachsehen.
das heißt ich kriege aktuell bei einem  größeren blauen  olivin kristall , ich glaube blau zweiter ordnung, wenn ich drehe, farben von blau nach blaßblau nach bräunlich nach orange
kompliziert scheint mir das deswegen zu sein weil ich nicht weiß welches die optische orientierung der rundstücke ist.d.h. wenn ich die lambda viertel ein stück weiter drehe würde ich andere farben kriegen.
in den länglichen streifen der ursprünglichen lambda plättchen mag ja eine optische richtung eben in der länglichen ausführung liegen, wenn es so was gibt. ich weiß nur aus der erklärung des buchs das verzögerungsplatten und pol  folien durch langsziehen und damit verbundene orientierung von molekülketten erzeugt wird.
also beim ausschneiden der rundstücke ist mir diese richtung, wenn sie da war verloren gegangen.
auf den lamba viertel schiebern ist aber  glaube ich ein strich mit einem gamma zu sehen.
meine frage: wie justiere ich das nun.
zum angenäherten quarzkeil
bei müller raith steht das beim einschieben eines quarzkeils oder quarzrots farbstreifen ins oder aus dem mineral wandern.
ich habe zigarettenschachtelfolie auf die form eines deckglases geschnitten und eines halbiert auf das andere gelegt so das ich eine einstufige treppe gekriegt habe. und mit einem zweiten deckglas zugedeckt.
wenn ich das reinschiebe, und die dünnere hälfte ist im strahlengang wird aus dem blauen olivin ein orange, schiebe ich die zweite hälfte dazu wird er graubraun.
es ist aber kein rand um den olivin sondern der ganze kristall hat die farben.
deswegen kommt in mir der gedanke hoch : macht so eine treppe subtraktions oder additionsfarben die nicht auf dem rand  sind , sondern das ganze mineral betreffen
kann mir jemand dazu was sagen?
grüße
moräne

Nomarski

Hallo Moräne,

wenn du dir so einen treppenartigen "Quarzkeil" aus Folienstücken zusammenbauen willst, mußt du systematisch vorgehen, wenn dieser auch eine Addition oder Subtraktion mit deinem Objekt erzeugen soll.
Zunächst müssen aber deine Polarisatoren im Strahlengang eine definierte Orientierung haben, und zwar der Polarisator in Ost-West-Richtung, der Analysator in Nord-Süd-Richtung.
Wenn das der Fall ist, kannst du deine Folienstücke auf den Drehtisch als Objekt hinlegen und beim Drehen schauen, was passiert. Du wirst sehen, daß das Bild abwechselnd dunkel und hell wird. Beim Hellwerden kommt je nach Dicke eine entsprechende Interferenzfarbe zustande.
Wenn du den Zustand der Auslöschung, d.h. der max. Dunkelheit an der Folie markierst, ist 45° gedreht dazu im Schieber einzubauen, der auch im Winkel von 45° in den Kompensatorschacht eingeschoben wird.
Die Drehrichtung läßt sich am besten mittels einer Lambda-Platte ermitteln, da sich daduch gut erkennen läßt, ob die Folie in der Lage mit der Lambda-Platte eine Addition oder Subtraktion ergibt.
Auf diese Art konnte ich mir jedenfalls auch schon einen Labda-4-tel-Behelfsschieber bauen.

Viele Grüße
Bernd

moräne

hallo bernd
danke für deine antwort
ob die polarisatoren genau ost west orientiert sind weiß ich nicht.
zumindest löschen sie aus also rechtwinklig orientiert sind sie
auch der lambda viertel schacht ist - ich merke zu einer  gedachten achse - genau 45 grad angelegt.
ich kann  mit einem turmalin dünnschliff einen polfilter justieren, habe aber nichts aus anhydrit um den anderen zu justieren, anhydrit habe ich schon, könnte auch pulver machen habe aber kein sieb um auf diese genauen maße zu kommen die für ein streupräparat im buch angegeben sind
weiß jemand wo man streupräparate kaufen kann?
ich muß bevor ich weitersschreiben kann noch mal in deine antwort sehen

moräne

bernd teil 2
die drehrichtung läßt sich mit einer lamba  platte  ermitteln ...
heißt das jetzt lamba oder lambda viertel ? also lambda platte als oberbegriff ?
deswegen ja auch meine frage nach  der art wie man eine lamba platte orientiert, ich stelle mir vor , so wie du das schreibst das sie orientiert eingebaut sein muß.
und ergäbe sie diese additions oder subtraktionsfarbe  nur randlich oder ganz

Nomarski

Was die Orientierung der Polarisatoren anbelangt, so habe ich mir immer mit Polarisatoren geholfen, bei denen sie Schwingungsebene gekennzeichnet ist. Dabei reicht es, wenn man sie vom Polarisator oder Analysator kennt, die Auslöschung ergibt sich zwangsläufig, wenn das Gegenstück um 90° dazu gedreht ist. In der Literatur wird das oftmals auch anschaulich dargestellt.

Wenn du, egal obe eine Lambda, Lambda/2 oder Lambda/4-tel-Platte als Objekt auf den Tisch legst und den Tisch dabei drehst, ergbt sich immer abwechselnd die max. Dunkelheit und die entsprechende Interferenzfarbe.
Und das im ganzen Sehfeld! Die Lage der max. Dunkelheit läßt sich eben immer noch mit dem Auge am besten bestimmen. Deshalb diese kennzeichnen und die Platte so in den Schieber einbauen.

Wenn du also in der Lage sein wirst, zu bestimmen, ob die Folien so eine Addition oder Subtraktion ergeben,
kannst du anfangen, deine Treppen zu bauen, damit die Schichten in der Summe sich auch addieren und du keine Differenzen einbaust. Keine Angst, es bleibt bei den Grundrechenarten! ;D

moräne

hallo bernd
wenn ich dich richtig verstehe sagst du folgendes:
wenn polarisator und analysator im rechten winkel eingestellt sind, der schieber das lambda plättchen in der 45 grad richtung dazu  schiebt, durch bestimmung der maximalen dunkelheit das lambda plättchen richtig positioniert ist, dann wird bei einem auf den objekttisch gelegten präparat, bei einschieben von lambda viertel usw. bei dem einen kristall additionsfarben, bei  anderen subtraktionsfarben auftreten.
das hieße doch das bei aufeinanderlegen von einem weiteren verschobenen darübergelegten lambda viertel,wenn durch beide gesehen wird, die zu dem jeweils angesehenen kristall um nochmals lamba viertel wellenlänge addierte ( oder subtrahierte?) unterschiedliche farbe auftreten wird.
das wäre neu für mich den müller raith sagt es glaube ich so nicht aus.

gerd

Nomarski

#6
Zitatdas wäre neu für mich den müller raith sagt es glaube ich so nicht aus.

Hallo gerd,

das habe ich auch so nicht gesagt. Ob dein Folien-Hilfsobjekt nun mit dem Kristall, den du untersuchst, Addition oder Subtraktion ergibt, hängt davon ab, in welcher Lage die Folie eingebaut ist.
Die Lage ist vom optischen Charakter deiner Folie als Hilfsobjekt abhängig. Sie hat eine Schwingungsebene für die schnelleren Wellen und eine um 90° dazu liegende für die langsameren Wellen, wie auch dein doppelbrechender Kristall. Wenn also jeweils die Schwingungsebenen der schnelleren Wellen und langsameren Wellen übereinander liegen, ergibt sich eine Addition, im anderen Fall eine Subtraktion. Und diese Schwingungsebenen sind stets diagonal zu den Schwingungsebenen der Polarisatoren. Aus diesem Grund werden die Hilfsobjekte immer im Winkel von 45° zu der NS und OW-Richtung eingeführt.

Gruß
Bernd

moräne

hallo bernd
ich glaube ich habe jetzt einiges begriffen.
liegt da dran das der müller raith kaum was über lambda viertel plättchen aussagt , sondern nur über quarz rot und den quarzkeil
und so wie ich das jetzt sehe verhält sich lambda viertel in etwa wie ein quarz rot
was ich noch glaube erfasst zu habe ist ,das diese streifen beim quarzkeil dadurch entstehen könnten das die treppenstufen praktisch " differentiell" werden.
also macht die frage noch der anzahl der folienlagen in solch einer treppe sinn, oder?

bis später
gerd

Nomarski

Hallo Gerd,

beim Keil hat man einen fließenden Übergang der Interferenzfarben, bei der Treppe, die du dir bauen willst, wird es pro Stufe eine andere Farbe geben, abhängend von der Dicke.

Wenn du den Keil für die Subtraktion einsetzt, also den Gangunterschied des Kristalls auskompensierst, müßte theoretisch dann eine Stufe schwarz werden. Beim Keil sieht man einen schwarzen Balken.
Am besten siehst du es, wenn du dein Lambda-Plättchen als Mineral nimmst. Weil davon kennst du den Gangunterschied, der bei ca. 550nm liegt.

Gruß
Bernd

Miner

Guten Abend.
Darf ich auch noch was dazu sagen? Vielleicht hilft das bei der Klärung, worin der Unterschied zwischen einem lambda/4-Plättchen und einem Quarz-RotI-Plättchen liegt und was sie gemeinsam haben.
Beiden Plätchen sind doppelbrechend, das haben sie gemeinsam. (Und u.U. ist das lambda/4-Plättchen auch aus Quarz, das wäre dann noch eine Gemeinsamkeit.) Der Gangunterschied, den das Quarz-RotI-Plättchen erzeugt, liegt bei 550 nm. Darum erfährt linear polarisiertes Licht dieser Wellenlänge (grünes also) beim Durchgang durch das Plättchen einen Gangunterschied von genau 1 lambda, und seine Schwingungsebene wird nicht gedreht, und es wird folglich am Analysator ausgelöscht, WENN die Schwingungsrichtungen des Plättchens 45° mit der Schwingungsrichtung des einfallenden Lichtes bilden.
Beim lambda/4-Plättchen beträgt der Gangunterschied nur Tatata! 1/4 lambda (meines Wissens ebenfalls für grünes Licht), Strahlen der meisten sichtbaren Wellenlängen sind beim Austritt aus dem Plättchen zirkular polarisiert, WENN die Schwingungsrichtungen des Plättchens 45° mit der Schwingungsrichtung des einfallenden Lichtes bilden.
Und noch eine Bemerkung zu den wandernden Farben beim Einschieben eines Kompensators: Von den Rändern des Kristalles (nicht des Minerales) ins Innere wanderen oder umgekehrt nach aussen wandern tun sie natürlich nur, wenn der Kristall an den Rändern merklich dünner ist als in der Mitte.
Was für ein Mikroskop hast du denn, Gerd?
Ole

Nomarski

Hallo,


Auf dem Bild sind zu sehen ein Lambda/4-Schieber, ein Lambda-Schieber und ein Quarzkeil als Hilfsobjekt.
Die Schwingungsrichtung der langsameren Welle ist auf den "gekauften" Hilfsobjekten gekennzeichnet durch den Strich. Enstsprechend habe ich das Lambda/4-tel Plättchen in dem Leerschieber ausgerichtet, damit es mit den anderen Schiebern eine Addition ergibt.

Viele Grüße
Bernd

moräne

hallo miner
ich hatte lambda viertel anwendung bis jetzt so verstanden, das die jeweilige farbe die ein mineral zeigt um lambda viertel verschoben wird. also grau wegen mir 200nm kriegt ein viertel davon dazu und wird 250 also hellgrau. oder rot ca 600 kriegt150 dazu und wird 750 grüngelb.
neu ist seit bernds nachhilfe,  das ich auch an subtraktion denke also bei optisch negativ wird es dann weniger also 600  würde 450  und orangerot.
mikroskop: MFG 10655 (medizinische Gerätefabrik )

Nomarski

Hallo Gerd,

wenn du Subtraktion haben willst, mußt du das Plättchen um 90° verdreht einbauen. Oder du drehst den Tisch mit dem Kristall um 90°, das kommt dann auf dasselbe hinaus. ;)
Aber man hat sich eben darauf geeinigt, die Hilfsobjekte so einzubauen wie es der Aufdruck zeigt. Dem habe ich bei meinem Nachbau nur entsprochen. Ich hatte den Gangunterschied der Folie mit einem Ehringhaus-Kompensator nachgemessen, es waren so um die 140-150nm. Paßt schon.

Viele Grüße
Bernd

moräne

hallo bernd
unter addition und subtraktion meinte ich, das je nach dem " optischen charakter " farben verändert werden., wie heißt es :
ne größer no ist positiv und gibt additionsfarben, ne kleiner no ist negativ und gibt.....

und diese " messung des optischen charakters "  geht nicht nur mit diesem speziellen quarzrot usw.
sondern auch bei koppeln von folien oder plättchen.
so ist es doch richtig, oder?

grüße gerd

Nomarski

Hallo Gerd,

mit dem Quarz-Rot-I-Plättchen kannst du je nach Ausrichtung zum Kristall eine Farbverschiebung bewirken in Form einer Addition ode Subtraktion. Die Farbverschiebung hängt vom Gangunterschied ab, welche zum einen von der Dicke d und der Differenz der Brechungsindizes abhängt. Die Brechzahl-Differenz ist vom Material abhängig, sie ist bei Quarz anders als bei deiner "Ersatzfolie". Um also mit deiner Folie denselben Gangunterschied zu erzeugen wie mit der Quarz-Rot-I-Platte mußt du die entsprechende Schichtdicke erzeugen. Da du die Folien auch nur Stückweise übereinanderlegen kannst, wäre es eher ein Zufall, wenn sich genau die 550nm ergeben würde. Aber für deine Experimentierzwecke wird es wohl hinreichen. Denn die Gangunterschiede der Quarz-Rot-I-Platten variieren auch um ein paar nm von Hersteller zu Hersteller.

Viele Grüße
Bernd