Autor Thema: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen  (Gelesen 699 mal)

olaf.med

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Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« am: November 21, 2022, 10:34:59 Vormittag »
Liebe LED-Spezialisten,

von Zeit zu Zeit nutze ich UV-härtende Kitte für alle möglichen Anwendungen. Als Lichquelle zur Aushärtung nutzte ich dazu immer eine UV-LED mit 365 nm von Stepahn Hiller, die ich mit meiner Versorgungseinheit für die Mikroskop-Beleuchtung betreiben kann. Nun wollte ich das Verfahren etwas vereinfachen und eine "normale" Taschenlampe für UV-Licht verwenden wie man sie für knapp unter € 15,- erwerben kann. Diese wird so beschrieben: Aluminium LED UV 365nm Schwarzlicht Leuchte Outdoor Taschenlampe Prüflampe NEU und weiter im Kleingedruckten: QUALITÄTSVERSPRECHEN: Das UV-Licht strahlt dank der 51 hochwertigen, ultravioletten LED-Leuchten bis zu 395 nm.

Zu meiner Überraschung war diese Lampe völlig wirkungslos für die Aushärtung des Klebers. Ist das Betrug und die Lampe hat keine 365 nm, sondern nur langwelliges UV?

Zumindest wirkt sie als Anreger für die Fluoreszenz von Mineralien und das Geld ist nicht ganz vergeudet, aber ich wüsste schon gerne, woran das liegt.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Florian D.

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #1 am: November 21, 2022, 10:46:43 Vormittag »
Lieber Olaf,

ich hatte ähnliche Erfahrungen mit einer UV LED und dem Krantz UV Kleber. Der ist damit überhaupt nicht ausgehärtet.

Viele Grüsse
Florian

hugojun

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #2 am: November 21, 2022, 11:07:28 Vormittag »
Hallo Olaf, Hallo Florian,

vielleicht gibt das Harz-Datenblatt Auskunft über die zu verwendende Wellenlänge, beziehungsweise Grenzwellenlänge, Auskunft.

Manche Hersteller geben eine Haltbarkeit von 6 Monaten an, vielleicht funktioniert die UV - Aktivierung danach nicht mehr.

Oder es liegt einfach an der Leistung der LED´s.?

Dieses Harz soll auch bei höheren Wellenlängen aushärten:

https://www.vc-24.de/media/catalog/pdf/236997194.pdf

LG
Jürgen
« Letzte Änderung: November 21, 2022, 11:21:17 Vormittag von hugojun »

Aljoscha

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #3 am: November 21, 2022, 11:18:30 Vormittag »
Hallo,

Bei einer Lampe für 15 Euro darf man kaum damit rechnen, dass tatsächlich Licht mit 365 nm rauskommt. Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen.

Viele Grüße

Alexander

hugojun

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #4 am: November 21, 2022, 11:27:02 Vormittag »
Hallo Alexander,

auch die teuren Modell haben solche LED´s , sind aber mit einem Spezialfilter ausgerüstet .

https://www.colorgems.nl/webwinkel/lampen/365nm-uva-flashlights/

Da bleibt allerdings für die gewünschte Wellenlänge weniger Leistung übrig.

LG

Jürgen

« Letzte Änderung: November 21, 2022, 13:23:19 Nachmittag von hugojun »

Rawfoto

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #5 am: November 21, 2022, 11:49:34 Vormittag »
Hallo Olaf

Ich habe da die absolut gleichen Erfahrungen gemacht, mit der Raytech UV Lampe verglichen, am Kleber ist es eindeutig nicht gelegen ...

Wengweng

Liebe Grüße

Gerhard

PS: ich habe dann aber auch eine Led Lampe gefunden die passt ==> Gatzetec WF-501B 365 nm UV Led

https://www.gatzetec.de/Taschenlampen/Gatzetec/UV-LED-Taschenlampe-WF-501B-365nm.html
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Peter V.

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #6 am: November 21, 2022, 12:55:39 Nachmittag »
Lieber Olaf,

Lampen mit vielen LEDs misstraue ich grundsätzlich und für ein paar EUR bekommst Du da sicher auch nix Gescheites. Da kommt aus jeder einzelnen diese Mini-LEDs fast "nix raus"  ;) Ich würde diese Lampe als schlicht untauglich ansehen und wenn sie dann noch schön blau leuchtet (was sie vermutlich tut), ist Essig mit 365 nm.

Ich habe mir vor ca. 2 Jahren für 365 nm diese Leuchte und sie schneint mir sehr leistungsfähig zu sein.

https://www.taschenlampen-papst.de/Tank007-TK-566-3W-UV-LED-Lampe-365nm-Ultraviolet-Taschenlampe-Taschenlampen-nm-Geocaching

Ich habe sie nicht speziell mit UV-Kleber getestet, aber die 356 nm glaube ich; sie leuchtet auch wenig "blau". Der Taschenlampen-Papst ist ein bekanntes seriöses Unternehmen.

Falls Du es nicht eilig hast, kann ich sie Dir gerne einmal leihen.

Hezrliche Grüße
Peter


« Letzte Änderung: November 21, 2022, 13:00:39 Nachmittag von Peter V. »
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)

Florian D.

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #7 am: November 21, 2022, 13:14:27 Nachmittag »
Bei einer Lampe für 15 Euro darf man kaum damit rechnen, dass tatsächlich Licht mit 365 nm rauskommt.

Im Baumarkt bekommt man ja von seriösen Firmen UV-härtenden Kleber, wo eine Lichtquelle mit einer UV-LED dabei ist.
Prinzipiell scheint es also schon relativ günstig zu gehen.
Viele Grüsse
Florian

Lupus

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #8 am: November 21, 2022, 13:57:42 Nachmittag »
Hallo,

das Thema dürfte etwas komplizierter sein. Es ist nicht immer erforderlich, dass man kurzwelligeres UV mit 365 nm im Vergleich zu 395 nm LEDs verwendet. 3D-Drucker Harz z.B. ist meist für 395 nm und 405 nm optimiert. Es hängt also vom Absorptionsspektrum des Harzes ab.
Dass eine Lampe mit vielen kleinen 5mm LEDs schlecht sein muss ist auch nicht zwingend. Typische bedrahtete 5 mm UV-LEDs erreichen je LED etwa 50 mW el. Leistung, bei 50 LEDs könnten das dann immerhin auch 2.5 W sein.

Hubert

PS: Ich würde testhalber die Schutzscheibe der Taschenlampe entfernen, es gibt Kunststoffe die bei 365 nm bereits deutlich absorbieren....
« Letzte Änderung: November 21, 2022, 15:21:03 Nachmittag von Lupus »

hugojun

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #9 am: November 21, 2022, 15:14:03 Nachmittag »
...

PS: Ich würde testhalber die Schutzscheibe der Taschenlampe entfernen, es gibt Kunststoffe die bei 365 nm bereits deutlich absorbieren....

Stimmt , normale Klarsicht-Schutzbrille wirft  Schatten bei 365 nm .





LG
Jürgen

olaf.med

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #10 am: November 21, 2022, 16:21:20 Nachmittag »
Lieber Hubert und Jürgen,

nee, leider bringt's die auch ohne das Schutz-Plexiglas nicht. War wohl ein kompletter Schuß in den Ofen...

Lieber Peter,

natürlich eilt es garnicht, ich habe ja die gut funktionierende LED von Stephan. Ich dachte halt nur die Sache etwas zu vereinfachen, da ich in der letzten Zeit ziemlich viel mit UV-härtendem Kitt gearbeitet habe, wie Du ja vielleicht mitbekommen hast  ;D.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
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lescht

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« Letzte Änderung: November 21, 2022, 16:53:57 Nachmittag von lescht »

MiR

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #12 am: November 21, 2022, 16:56:52 Nachmittag »
Hallo Freunde des UV-Bereiches,

eigentlich wollte ich mich nicht zum Thema äußern, da es m.E. schon eine schöne Bandbreite an Antworten gibt. Aber einige Worte zur Absorption von Licht, zum Zweck eine photochemische Reaktion (z.B. "Aushärten" von Lack) in Gang zu setzen. Die meisten dieser Mischungen reagieren nicht direkt auf die Einstrahlung von Licht sondern indirekt. Das bedeutet, dass den eigentlichen Hauptkomponenten in der Regel ein Photoinitator zugesetzt ist. (Nur) dieser Photoinitator wird (direkt) angeregt und zerfällt (sehr leicht) in radikalische Komponenten (bei der typischerweise genutzten Variante einer solchen Reaktion). Diese agieren dann mit den eigentlichen zu polymerisierenden Komponenten und lösen damit eine Kettenreaktion aus. Weil der Photoinitator (komplett) zerlegt wird, ist gelegentlich eine Farbaufhellung zu beobachten (so der Photoinitator auch noch im sichbaren Bereich eine merkliche Absorption besitzt).
Damit ist generell die Möglichkeit gegeben, bei ein- und denselben Hauptkomponenten, durch die Auswahl des Photoinitators die Wellenlänge (bzw. Wellenlängenbereich) des Anregungslichtes zu variieren.

Viele Grüße aus Berlin
Michael

Horst Wörmann

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #13 am: November 21, 2022, 17:07:27 Nachmittag »
Lieber Olaf,

wenn's von Interesse ist, könnte ich mal ein Spektrum aufnehmen und mit dem Laser-Leistungsmesser die Intensität messen, evtl. auch mit anderen Lämpchen vergleichen.

Viele Grüße aus Bonn
Horst

MiR

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Re: Frage zu monochromatischen LED-Lichtquellen
« Antwort #14 am: November 21, 2022, 17:33:41 Nachmittag »
Hallo Horst,

stösst bei mir schon mal auf großes Interesse, da (mir) immer genau diese Angaben bei den Anbietern fehlen ...

Viele Grüße
Michael

PS: Neben der Leistungsdichte, möchte ich, unter anderem, schon gern wissen was das "mW/cm2" kostet ... ;)