Nur so: Der absolut nicht „exotische“ 40-fach Achromat von LOMO kann was

Begonnen von Jakob_Wittmann, Dezember 21, 2022, 21:54:59 NACHMITTAGS

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Jakob_Wittmann

Guten Abend liebe Runde,

ich will jetzt ganz sicher nicht in gekünstelte Jubelmeldungen verfallen, aber als ich soeben diesen LOMO-Achromat mit Diatomeen der Nordsee ausprobiert habe, hat mich die Abbildungsleistung beeindruckt bis begeistert.

Was meint Ihr bitte dazu?

Gemessen an der Tatsache, dass die Anschaffung dieses Objektivs nach wie vor äußerst günstig kommt, ist das meiner Meinung nach ein Schnäppchen.

Oder?

Liebe Grüße, schöne Festtage

Jakob
jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

Michael K.

Hallo Jakob,

Falls du das Objektiv meinst, kann ich deine Annahme nur bestätigen.
Aber die Pleurosigma lässt sich damit noch viel besser auflösen.


LG
Michael

Gerd Schmahl

Hallo Michael,
Jakob spricht doch klar von einem "einfachen Achromaten", während auf Deinem Objektiv eindeutig "Plan-Apo" steht. Das Auflösungsvermögen hängt aber von der n.A. ab, das bei beiden Objektiven 0,65 ist, so dass beide Objektive ähnlich gut auflösen sollten, nur dass Dein Plan-Aopchromat sowohl bessere Bildebnung als auch bessere Farbkorrektur aufweisen sollte.

Hallo Jakob,
ich möchte mich aber in dem Punkt Michael anschließen, dass da mehr gehen sollte als nur Streifen, die eigentlich Punktreihen sind.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Michael K.

Hallo Gerd,

Danke für den Hinweis, ich hätte zuvor google Lens (translate) nutzen sollen.   :o   Ich bin der russischen Sprache leider nicht mächtig.


LG
Michael

3nzo

Hallo Jakob,
Wenn Sie sich auf das achromatische Lomo 40x/0.65 beziehen, schien es mir ein gutes Objektiv zu sein, aber nicht super. Aber die Qualität russischer Objektive ist nicht konstant und vielleicht hattest du mehr Glück als ich  :)
Ein gutes Lomo-Objektiv gleicher Vergrößerung ist der 40x/0,95 Wasserimmersionsapochromat mit Diadicken-Korrekturring. Sie müssen Glück haben, wenn Sie keine festsitzende kaufen, da der Zusammenbau die Genauigkeit der Einstellringskala nicht garantiert.
Mit freundlichen Grüßen.

Enzo

Jakob_Wittmann

Zitat von: Michael K. in Dezember 22, 2022, 09:15:23 VORMITTAG
Hallo Jakob,

Falls du das Objektiv meinst, kann ich deine Annahme nur bestätigen.
Aber die Pleurosigma lässt sich damit noch viel besser auflösen.


LG
Michael

Hallo Michael,

ich finde wirklich, dass bei den Objektiven von LOMO das Preisleistungsverhältnis (natürlich gebraucht) sehr gut ist. Ich weiß jetzt nicht welche Stückzahlen produziert wurden, aber da LOMO-Geräte jahrzehntelang angeboten wurden, könnte die Anzahl rekordverdächtig hoch sein. Daher ist es auch heute noch kein Problem, gängige LOMO-Sachen zu bekommen. Gut so, oder?  :)

Mit einem besseren Potential an Auflösung hast Du und natürlich auch Gerd recht. Ich habe versucht die gleiche Stelle im Präparat zu finden, bisher ohne Erfolg. Aber das wird schon noch klappen.

Falls Du bitte die Spezies genau bestimmen kannst, wäre eine Mitteilung fein.

Wenn ich nur in die Nähe dieses http://tiny.cc/68c2vz Bilds käme, wär ich schon froh ...  :)

Liebe Grüße

Jakob

jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

Bob

Hallo Jakob,
es gibt eigentlich keinen Grund, warum der einfache Lomo-Achromat kein ordentliches Bild liefern sollte. Das ist eine Vorkriegskonstruktion von Zeiss und wenn man ein ordentliches Exemplar hat, funktioniert es zufriedenstellend. Noch bessere Obektive können im direkten Vergleich etwas höher auflösen, ein planeres und etwas schärferes und kontrastreicheres Bild liefern. Aber für ganz viele Aufgaben reicht ein ordentlicher Achromat aus. Die größte Verbesserung Deiner Bildqualität würdest Du aber erreichen können, wenn Du die Schmutzpartikel aus dem Stahlengang entfernen könntest.

Viele Grüße,

Bob

Jakob_Wittmann

#7
Zitat von: 3nzo in Dezember 22, 2022, 16:54:50 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,
Wenn Sie sich auf das achromatische Lomo 40x/0.65 beziehen, schien es mir ein gutes Objektiv zu sein, aber nicht super. Aber die Qualität russischer Objektive ist nicht konstant und vielleicht hattest du mehr Glück als ich  :)
Ein gutes Lomo-Objektiv gleicher Vergrößerung ist der 40x/0,95 Wasserimmersionsapochromat mit Diadicken-Korrekturring. Sie müssen Glück haben, wenn Sie keine festsitzende kaufen, da der Zusammenbau die Genauigkeit der Einstellringskala nicht garantiert.
Mit freundlichen Grüßen.

Enzo

Hallo Enzo,

Danke für die interessanten Informationen! Ja, es geht genau um das achromatische 40 × / 0.65. Wobei mir aufgefallen ist, dass es den Achromat in zwei Bauweisen gab, nämlich mit- und ohne Federung zum Schutz des Präparates. Es wäre natürlich interessant zu wissen, ob das optische Design der beiden Varianten identisch ist.

Falls die ersten 2 Ziffern der Seriennummer eine Angabe des Baujahrs sein sollte: Die Seriennummer meines nicht gefederten Exemplars beginnt mit ,,71", die des gefederten mit ,,76". Also könne man vermuten, dass das Letztere eine modernisierte Bauform aus dem Jahr 1976 ist.
Jedenfalls werde ich die beiden sehr genau vergleichen. Bin schon neugierig, was sich ergeben wird.

Deine Hinweise zu Qualitätsschwankungen bei der Fertigung sind meiner Meinung nach sehr richtig. Es ist bei Fotoobjektiven aus Russland übrigens ganz ähnlich gewesen.
Beispielsweise wurde das 58 mm Helios F/2 (Zenit) in riesigen Stückzahlen und über einen sehr langen Zeitraum gefertigt. Dieses Objektiv ist ein Nachbau des Carl Zeiss Biotars.  Man muss aber etwas Glück beim Kauf haben: Schwankungen ...
Dennoch ist es auch heute noch ein Geheimtipp. Knackscharf und extrem günstig zu bekommen, schlägt es teilweise ,,moderne" Typen, die zigfach teurer sind.

Danke auch für Deinen Hinweis zum Wasserimmersionsapochromat. Wieder eine Verlockung.  :).

Liebe Grüße

Jakob
jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

Michael K.

Hallo Jakob,

Ich stand auch mal vor der Frage was mit dem Mikroskop bzw. dessen Objektive möglich sei.  Zu Beginn hatte ich ebenfalls nur solche Bilder wie du es gezeigt hast.
Kann es sein das der Kondensor zu niedrieg steht? Das hat einen ähnlichen Effekt als wenn man die Blende des Kondensors zu zieht.
Angehängt habe ich mal 1 Bild, die ich mit mit dem einfachem 40er gemacht habe. Es sei dazu gesagt das die Probe des Nordseematerials in Naphrax eingeschlossen ist. Das hat ein höheren
BI als Wasser.
Solche Bilder, die in deinem Link gezeigt werden sind also möglich.
Ich weis nun nicht ob es bei dir nur eine Wasserprobe oder ob es verarbeitetes Material, also mit Einschlussmedium versehenes Material ist.

Sollte ich die Bilder raus nehmen, sag Bitte Bescheid.



Gruss
Michael

Gerd Schmahl

Hallo Jakob,
Zitat von: BobDie größte Verbesserung Deiner Bildqualität würdest Du aber erreichen können, wenn Du die Schmutzpartikel aus dem Stahlengang entfernen könntest.
Das ist sicher richtig, wobei der Dreck wohl auch nur deshalb so schön zu sehen ist, weil entweder die Aperturblende zu sehr zugezogen war oder mit einer zu kleinflächigen Lampe ein Spielmikroskop betrieben wurde, was auch zu einer zu geringen Beleuchtungsapertur und damit zu starken Kontrasten und Auflösungsverlust führt
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

HAPEZI

Hallo,

ich kann diese Beobachtungen nur bestätigen. Habe mir vor kurzem ein Lomo Biolam zugelegt als
"Exkursionsmikroskop".
Die Optik kann gut mit meinem PZO Biolar mithalten.
Mittlerweile steht es neben diesem und ich verwende es für Durchlicht sehr gerne.
Euch allen noch ein frohes Weihnachten, LG

Peter

Jakob_Wittmann

#11
Zitat von: plaenerdd in Dezember 22, 2022, 22:09:16 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,
Zitat von: BobDie größte Verbesserung Deiner Bildqualität würdest Du aber erreichen können, wenn Du die Schmutzpartikel aus dem Stahlengang entfernen könntest.
Das ist sicher richtig, wobei der Dreck wohl auch nur deshalb so schön zu sehen ist, weil entweder die Aperturblende zu sehr zugezogen war oder mit einer zu kleinflächigen Lampe ein Spielmikroskop betrieben wurde, was auch zu einer zu geringen Beleuchtungsapertur und damit zu starken Kontrasten und Auflösungsverlust führt
LG Gerd

Hallo Gerd,

Nicht so ganz. Die Aperturblende war nahezu maximal geöffnet und die Beleuchtung erfolgte mit dem LOMO-Beleuchter ОИ-35 mit der originalen Glühlampe mit Sockel BA 15d, angeschlossen am Trafo.
Selbstverständlich ist es vollkommen richtig, dass der Lichtweg verschmutzt ist. Das verwendete Mikroskop ist ein Biolam mit der Scheibe für den Feintrieb im Fuß. Leider passt die Aussparung unten für die Leuchte nicht ganz optimal. Ich schließe daher nicht aus, dass etwas NACH der Köhler-Justage verrutscht sein dürfte.

Ach ja, was meinst Du bitte mit ,,Spielmikroskop", Gerd? Ein Spielzeug hoffentlich nicht, dafür bin ich etwas zu alt ...  :) ;)
Ein nur provisorisch aufgebautes Mikroskop etwa?

Liebe Grüße

Jakob
jakob.wittmann@hotmail.com


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Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

3nzo

Hallo Jakob,
in den 80er Jahren kamen viele Flüchtlinge aus Russland durch Rom und man konnte alles, auch Neuware, zu einem guten Preis kaufen.
Russische optische Geräte wurden mit Handbüchern und vielen Garantiereparaturgutscheinen (in Russland) geliefert. Wir Einkäufer auf diesen Straßenmärkten sagten, dass die Garantie notwendig sei, weil die Objekte bereits Fabrikationsfehler seien  :D
Trotzdem bin ich ein Fan von nicht defekten russischen Optiken, weil sie von ausgezeichneter Qualität sind. Nicht nur, weil sie Zeiss-Klone sind, sondern auch für spätere in Russland hergestellte Varianten.

Die hervorragende Lomo OI-35-Beleuchtung passt möglicherweise nicht zu Ihrem Mikroskop, da die Lampenbox nicht über die erhöhten Füße verfügt, um sie an das Biolam mit mikrometrischer Basis und daher mit der höheren Basis anzupassen. Pova, um den Lampenkasten anzuheben und zu sehen, ob er in das Loch passt.

Was das gefederte achromatische 40x betrifft, so ist es meiner Erfahrung nach zu empfindlich für schräge Strahlen und im Dunkelfeld kritisch. Wenn Ihr OI-35 außeraxial bleibt, haben Sie möglicherweise eine verzerrte Beleuchtung und einen hohen Kontrast.
Viel Spaß und viele Grüße

Enzo

liftboy

Hallo Jakob,

Enzo hat recht! Das Problem der OI-35 Füße ist bekannt, aber einfach zu beheben!
Den Lampenkopf in die Öffnung stecken, fest nach unten drücken bis er plan aufliegt. Dann die Befestigungsschraube anziehen. Jetzt die Differenz vom Lampenhaus zum Boden messen. Dann die Lampe wieder vom Mikro trennen, auf den "Rücken" legen, die beiden vorderen Schrauben des Lüfungsgitters entfernen und zwei Schrauben mit gleichem Gewinde und der gemessenen Länge plus 5mm ersetzen.
Dann Die Leuchte wieder wie oben in die Fußöffnung setzen, und die Schrauben soweit herausdrehen, dass sie das Gehäuse abstützen. Fertig! Wer will, kann auf die Schrauben noch Muttern zum Kontern aufdrehen oder die Schraubenköpfe mit Gummifüßen versehen; alles Geschmackssache :-)
Zu den 40x Objektiven gibt es folgendes zu sagen:
Es gab in den Anfängen die einfachen Achromaten ohne Objetivschutz, dann wurden die gleichen Objektive mit Objektivschutz versehen. Die Planobjektive und die Planachromaten hatten nie einen Objektivschutz (das war der User). Das 40xBI (Wasserimmersion) hat ebenfalls keinen Objektivschutz (wofür auch). Ich hätte sogar noch eines abzugeben.

Grüße
Wolfgang

Edit
Das Objektiv ist weg
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Gerd Schmahl

Hallo Jakob,
ZitatAch ja, was meinst Du bitte mit ,,Spielmikroskop", Gerd? Ein Spielzeug hoffentlich nicht, dafür bin ich etwas zu alt ...  :) ;)
Das war ein schlichter Verschreiber. Ich meine ein Spiegel-Mikroskop. Ich weiß ja, was Du für Mikroskope hast und die werden ja normalerweise über den Spiegel beleuchtet.
Den LOMO-Beleuchter kenne ich allerdings nicht persönlich.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.