Wessen Überreste sind das? Alte Tümpelprobe aus dem Torfmoor

Begonnen von Nochnmikroskop, Dezember 23, 2022, 18:53:24 NACHMITTAGS

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Nochnmikroskop

Hallo Liebe Tümpelprofis,

nach mehreren Wochen der Lagerung in meinem Arbeitszimmer hatte ich mir die Proben aus dem Moor noch einmal angesehen. In den Ablagerungen am Boden des Gefäßes habe ich u.a. diese unbekannten "Dinge" gefunden.
Kann jemand identifizieren, um was es sich dabei einmal gehandelt haben muss?
Das Bild wurde gestackt, daher ist der Maßstab (10µm, Vergrößerung 33x) etwas undeutlich
1. Oberfläche einer Schale?
2. Hai-Gebiss?  ;D
3. geflieste Oberfläche, Schuppen?

LG Frank
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.
keine KI

Dünnschliffbohrer

Hallo Frank,
ich bin zwar alles andere als ein Tümpler-Profi, aber zumindest bei "1." würde mir spontan eine zerdrückte Ostracoden-Klappe einfallen. Das Netzmuster sieht für mich sehr nach Arthropode, aber kaum nach Pflanzen-Epidermis aus.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

beamish

2 könnte Teil der Calyptra (Sporenkapsel) eines Mooses sein.

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Nochnmikroskop

Hallo DSB,
danke für Deinen Hinweis, die Flusskrebse waren reichlich vorhanden, könnte also sein. Wobei der Rest sah recht platt aus.

Hallo Martin,
Du meintest die Struktur zu 3, oder? Das könnte wohl sein, hatte da einige Bilder gefunden, die ähnlich aussehen. Diese recht gleichförmigen Strukturen waren aber nur recht schwer im Mik erkennbar.
Zu 2 (dem halben Gebiss) hätte ich da nix gefunden, muss aber nochmals intensiver schauen.
Danke.

LG Frank
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beamish

Hallo Frank,
ich meinte schon 2 mit den Zähnen. Dieses Teil einer Moossporenkapsel nennt sich Peristom. Aber keine Ahnung, obs eine ist...
Vielleicht meldet sich ja einer unserer raren Mooskundigen.

Grüße
Martin
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No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

A. Büschlen

Hallo,

von hier aus gesehen ( ohne Belegmaterial angesehen zu haben) sage ich: das sind keine Teile von einem Laubmoos-Sporophyten!

Gruss

Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Dünnschliffbohrer

Hallo Frank,
Zitatdanke für Deinen Hinweis, die Flusskrebse waren reichlich vorhanden, könnte also sein. Wobei der Rest sah recht platt aus.
das verstehe ich jetzt irgendwie nicht. Flusskrebse sind doch viel, viel größer als Ostracoden, und das Vorkommen von Ostracoden ist ja nicht an das gleichzeitige Vorhandensein von Flusskrebsen gebunden. Zumal Flusskrebse eigentlich nicht in ein Torfmoor gehören.
Wie dem auch sei, wenn es eine Ostracoden-Klappe ist, dann sollte sie plattgedrückt sein, und entsprechend klaffende Risse zeigen. Ich dachte auch schon an Wasserfloh-Reste, bei denen der Erhaltungszustand dann entsprechend wäre. Aber da gibt es hier im Forum Leute, die mit denen mehr Erfahrung haben.
Bei den gezähnten Teilen hatte ich auch schon an einen sehr gezähnten Blattrand vor irgendetwas (Moos (=>von Arnold ausgeschlossen), Gefässpflanze) gedacht, wobei die Zähne von randlich hervorstehenden Zellen gebildet würden. Hängt da denn noch etwas dran, was z.B. wie eine Kutikula von der Epidermis einer Gefässpflanze aussieht? Anderenfalls vieleicht doch auch etwas arthropodiges?
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Nochnmikroskop

Hallo DSB,
Deine Verwunderung kann ich nachvollziehen, natürlich waren keine Flusskrebse vorhanden, blödsinn. Es waren Wasserflöhe in großer Zahl enthalten.

Ich versuche mal über Weihnachten eine bessere Separierung vorzunehmen, dann kann man ggf. alles besser erkennen. Außerdem sind ja noch viele Reste am Gefäßboden, da finde ich vielleicht auch noch besser erhaltene und aussagefähigere Strukturen.

LG Frank
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keine KI

Nochnmikroskop

Hallo zusammen,

ich bin nochmal die älteren Aufnahmen dieser Moor-Tümpel-Probe durchgegangen und habe versucht die Vermutungen der Kollegen zu finden.
Zu 1: ich würde DSB beistimmen, das es sich um Reste einer Ostracoden-Klappe handelt. Vgl. Bild 1, Muschelkrebse waren auch einige zu finden, das passt gut.
Zu 2: könnte zu den platten Überresten des Fühlers eines Wasserflohs passen, vgl. Bilder 2 und 3
Zu 3: habe ich nichts ähnliches gefunden

Danke für die Vorschlage.

LG Frank
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