Leitz - Orthoplan Verunreinigungen

Begonnen von ChristianS, August 03, 2023, 22:43:45 NACHMITTAGS

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ChristianS

Hallo zusammen!

wie ihr sehen könnt habe ich Verunreinigungen in meinem Mikroskop weiß aber nicht so recht wo. Den Dreck sehe ich im Binukulartubus und auch über die Kamera. Auffällig ist auch, dass der Schmutz klarer erkennbar wird wenn ich das Ölimmersionsobjektiv verwende. Hoffe mir kann jemand helfen....

p.s. vielleicht weiß auch jemand wo der helle Spot in der Mitte herkommt, da tappe ich genauso im Dunkeln
Verwendete Geräte:

Leitz Orthoplan

Kameras:

Canon Eos 650d
Nikon Z6 ii

Jakob_Wittmann

Hallo Christian,

störende Erscheinungen dieser Art können ihre Ursache (leider) an unterschiedlichen Stellen des Lichtweges der Beleuchtung, anderen Teilen des abbildenden Systems inklusive eines allenfalls als Relaisoptik verwendeten Objektivs haben.

Die dunklen Stellen: Wie ist bitte der Kondensor eingestellt (Höhe)? Hat der Kondensor eine einschwenkbare Linse für Objektive höherer Apertur?

Ist er in der Köhler-Stellung? Wie sieht es bitte mit der Einstellung seiner Iris(Apertur)blende aus?

Was eben diese dunklen Flecken angeht, kann Staub bzw. eine Verschmutzung ab der Lampe/LED bis hin zum Okular so etwas hervorrufen. Man sollte daher alle diese Teile auf Verschmutzung checken und ggfs. reinigen.

Wenn Du beispielsweise ein Okular oder den Kondensor drehst UND sich die Flecken mit dieser Drehung mitdrehen, kannst Du den Ort der Verschmutzung eingrenzen.


Heikel ist die Feldlinse des Okulars, manchmal auch dessen obere Linse. Die oberste Linse eines Mikroskopobjektivs kann bei Verschmutzung auch Flecken in der Abbildung hervorrufen.

Beschreibe bitte mal die Art deiner Fotoadaption. Damit tun wir uns etwas leichter.

Helle Flecken können manchmal ihre Ursache in der verwendeten Relaisoptik haben. Dagegen kann es schon helfen, die Fokussierung dieser Optik zu verstellen und danach mit Grob- und Feintrieb des Mikroskops wieder scharf einzustellen. Auch der Tubus kann durch innere Reflexionen so etwas hervorrufen. In diesem Fall kann man beispielsweise mit speziellen schwarzen Mattlacken etwas dagegen unternehmen.

Ach ja, Schmutz am Sensor kann auch Flecken (dunkle) erzeugen. Es ist kein Fehler auch dies zu überprüfen. Kamerasensoren selber zu reinigen, ist nicht schwierig. Zu diesem Thema gibt es gute Videoanleitungen im Web.

Das wird sich beheben lassen, Christian! 8)

Liebe Grüße

Jakob
,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."


Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow

plaenerdd

Hallo Christian,
mal ganz dumm gefragt: Ist das ein Foto mit oder ohne Präparat? So dicke Batzen hat man ja eher nicht im Strahlengang. Die kleinen dunklen Flecken sind sehr wahrscheinlich auf dem Sensor. Schau mal was sich mit dreht, wenn Du die Kamera drehst.

Der allermeiste Schmutz im Strahlengang (außer der Sensordreck)wird weitgehend unsichtbar, wenn man richtig köhlert. Umgekehrt hilft es, die Aperturblende bis auf ein winziges Loch zu schließen, um die Verunreinigungen, die sich im Strahlengang befinden, hervortreten zu lassen. Den Gleichen Effekt erlebst Du, wenn Du ein hochaperturiges Objektiv verwendest, das vom Kondensor nicht mit eine ähnlich hohen Apertur bedient wird. Wenn Du nur einen 0,9er Kondensor hast und ein 1,25er Objektiv, dann wird der Kontrast zu hoch. Oder wenn Du zwar einen hochaperturigen Kondensor hast, aber den Objektträger auf der Frontlinse des Kondensors nicht wenigstens mit Aqua. dest. imergierst, kann der Kondensor seine Hohe Apertur nicht weitergeben (Totalreflexion der flach auf den OT treffenden Lichtstrahlen).

Das ganze Bild macht auf mich diesen Eindruck eine verengten Beleuchtungsapertur.

LG Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ SMXX;
Inverses: Willovert mit Ph

Hugo Halfmann

#3
Hallo Christian,

ich würde wie folgt vorgehen:

- kein Präparat auflegen
- Leuchtfeldblende öffnen
- Kondensorblende öffnen
- Staubkrümel lokalisieren
dann
- Okulare einzeln drehen
- Tubus drehen
- Revolverschlitten laaangsam verschieben
- Objektiv vorsichtig im Gewinde drehen
- Kondensor langsam verschieben
- Klapplinse schwenken

Danach bleibt nur noch der Umlenkspiegel. Hast Du evtl. den Variotubus im Einsatz?

PS: Schreib mal, wo Du wohnst. Wenn das in der Nähe von Wuppertal sein sollte, kannst Du mit deinem Ortholplan auch zu unseren Mikrotreffen kommen, dann schauen wir uns das an.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Peter V.

#4
Hallo,

Folgende Stellen erscheinen mir zunächst am verdächtigsten: Kondensor-Frontlinse, vor allen die große Linse nach Wegklappen der Vorklapplinse sowie der Umlenkspiegel im Lichtaustritt.
Ein gutes Mittel zur Lokalisierung ist das Drehen von Konponenten. Beispiel: Drehst Du den ganzen Trinotubus und der Schmutz bleibt an der Stelle, liegt die Verschmutzung oberhalb der "Drehstelle" (also irgendwo im Tubus), siehst Du hingegen im Okular, dass der Schmutz sich mitdreht, liegt er unterhalb der Drehstelle. So kann man sich stückchenweise vorarbeiten.
Auch gut ist ein Diffusor (also irgendein diffus lichtdurchlässiges Kunststoffteil oder z.B. ein Pergamentpapier): Diesen Diffusor in verschiedenen Ebenen (z.B. zwischen Lichtaustritt und Kondensor) platzieren. Bleibt der Dreck unverändert, ist er irgendwo oberhalb lokalisiert, wird er unscharf oder ist kaum noch zu erkennen, liegt er unterhalb des Diffusors.

So sollte sich eigentlich ohne Hexerei der Dreckbatzen lokalisieren lassen. Das Orthoplan ist ja sehr "weit" gebaut und alles ist sehr gut zugänglich und "logisch" konstruiert.

Zum Hot Spot hattest Du doch schon einige Tipps bekommen, damals aber - wie es schien - "aufgegeben"  ;)

Wie groß ist eigentlich diese Fluse? Du hast leider keine Angaben zum Objektiv gemacht und wie groß bzw. klein der Ausschnitt ist.

Hezrliche Grüße und viel Erfolg
Peter


Dieses Post wurde CO2-neutral erstellt und ist vegan. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.