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Zeiss Universal

Begonnen von Daniel Scheibenstock, September 11, 2024, 13:36:45 NACHMITTAGS

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Daniel Scheibenstock

Hallo Zusammen,

Wieder einmal soll es um die Adaption eine Fotoapparat an ein Zeiss der endlich Ära gehen🙈

Anbei ein Foto das ich gemacht habe: auf dem photoausgang lag eine Panasonic MFT Kamera, mit angeflanschtem cmount an MFT Adapter, das ganze ist logischerweise icht parfocal aber gänzlich ohne Optik dazwischen.

Was denkt ihr über das Ergebnis?

Liebe Grüße Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Kay Hoerster

Hallo Daniel,

für meinen Geschmack eine zu starke Bildfeldwölbung. Ebenso schlägt die CVD zum Rand hin stark zu. Das würde mit einer afokalen Projektion deutlich besser aussehen. Gehen wir von einem Zwischenbild mit 18mm Durchmesser (Sehfeldzahl eines durchschnittlichen 10x Okulars -> f=25mm) und einer Chip-Diagonale bei MFT von 21,63mm aus, so würde sich eine Objektivbrennte der Relay-Optik (= Kameraobjektiv, welches auf unendlich gestellt ist und mitsamt der Kamera hinter dem Okular plaziert wird) von 25*(21,63/18) = 30mm ergeben. Damit würdest Du nahezu das gesamte Zwischenbild auf den Chip der Kamera abbilden. Bei Verwendung eines CVD-kompensierenden Plan-Okulars hättest Du ein sehr gutes Bild auf dem Chip.

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Daniel Scheibenstock

Hallo Kay,

danke für deine Einschätzung, ja die schärfe fällt schon ab an den rand hin, aber was ist cvd?

in welchen Abständen müssen das Okular und das Objektiv der Kamera plaziert werden ca?

danke dir für deine Mühen

liebe grüße,

Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Lupus

Hallo Daniel,

Zitatin welchen Abständen müssen das Okular und das Objektiv der Kamera plaziert werden ca?
hier ein Beispiel einer Adaption einer MTF-Kamera mit 30mm Objektiv an das Mikroskop, direkt über dem Okular. Hier ist es ein normales, nicht Brillenokular mit niedriger Austrittspupille. Da sollte das Okular möglichst nahe vor die Objektivfrontlinse montiert werden. Bei einem Okular mit höherer Austrittspupille ist die Position aber nicht anders, weil die Objektivblende - wo etwa auch die Austrittspupille liegen sollte - bei meinen Objektiv etwa 1.5 cm innerhalb des Objektives liegt. Die Blende sollte im Normalfall immer offen sein um die ungenaue Lage der Austrittspupille zu kompensieren. Man sollte ein nicht zu lichtstarkes (weil optisch dann einfacher aufgebautes) Festbrennweiten-Objektiv verwenden.

Lumix Fotoadaption 1.jpg

Lumix Fotoadaption 2.jpg

Hubert

Gerd Schmahl

Hallo Daniel,
Zitataber was ist cvd?
CVD steht für Chromatische Vergrößerungsdifferenz oder anders ausgedrückt: Das "blaue Bild" ist größer als das "rote Bild", was zum Rand hin naturgemäß stärker zu Tage tritt. In der Endlich-Optik-Ära wurde die CVD meist mit Korrektionsokularen bekämpft und mit kleinere Bildfeldern, in dem man die Bildränder einfach abblendete.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Daniel Scheibenstock

Hallo Hubert,

Ich habe ein ,,ähnliches" Objektiv hier und habe das mal versuchshalber dran gefummelt mit einem Okular. Ich werde die Tage mal die drehbank anwerfen und einen Prototyp drehen. Danke für die Anregung.

Hallo Gerd,

Wieder was gelernt in dem Fall ähnlich zu den chromatischen Aberationen bei der Fotografie🙂

Lg Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
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RainerTeubner

Hallo Daniel,
 
 in der Präsentation von Jürgen Stahlschmitt

(Link: https://mikroskoptechnik-hagen.de/pdf/Die%20Kamera%20am%20Mikroskop%20Bonn%20Okt.%202017%20website.pdf)

werden alle Fragen der Kameraadaption verständlich geklärt.

Viele Grüße!

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

Daniel Scheibenstock

Hallo Rainer,

Der letzte Absatz ist der beste des ganzen Aufsatzes. Danke für deinen Beitrag,

Liebe Grüße Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
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Kay Hoerster

Hallo Daniel, wenn Du mit einer Drehbank gesegnet bist, hast Du alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Adaption Deiner Kamera. Ich muss mich da meist auf käufliche Tuben und Gewinderinge beschränken, das klappt aber auch sehr gut. Aber manchmal kommt dann doch der Wunsch, mehrere Tuben und Ringe in einem Teil zu vereinen. Wenn Du Fragen hast, auch zu den gezeigten Beispielen, einfach fragen. Auch wenn die Anordnung noch unklar ist, hier wird Dir geholfen. Wenn man das mal durchdekliniert hat, ist das kein Hexenwerk mehr und das Resultat ist die Mühe wert.

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Kay Hoerster

Hallo Daniel, nochmal zum Abstand Kamera-Objektiv zu Okular bei der afokalen Projektion, also der Fotografie durch's Okular mit dahinter platzierter Kamera mit Objektiv.
Bei der afokalen Projektion (Aufnahme) ist ja das Mikroskop prinzipiell so fokussiert, als würdest Du visuell beobachten. Beim visuellen Beobachten ist das Auge des Beobachters im Idealfall auf unendlich fokussiert (entspanntes Sehen), so als würdest Du in weite Ferne schauen. Aus dem Okular (hinter der letzten Linse, also der Augenlinse) tritt dann ein paralleles Strahlenbündel aus, welches vom Auge auf die Netzhaut abgebildet wird. Das ist, vereinfacht und knapp erklärt, die Bildentstehung / der Strahlengang im Mikroskop. Nun wird statt des Beobachter-Auges eine Kamera hinter das Okular gehalten, deren Objektiv ebenfalls auf unendlich fokussiert ist. Dann wird genau das mikroskopische Bild diesmal auf der Filmebene abgebildet, die Kamera arbeitet eigentlich wie Auge (Objektiv) und Netzhaut (Filmebene). Im Prinzip ist der Abstand zwischen Objektiv und Okular in recht weiten Grenzen frei wählbar, es empfiehlt sich aber, den Abstand so gering wie möglich zu halten, um den mechanischen Aufbau oberhalb des Okulars so kurz wie möglich zu halten. Das verringert Schwingungen und Verwackelungen (Unschärfen) bei der Aufnahme, der Aufbau ist recht anfällig für mechanische Vibrationen z.B. durch die Spiegel- und/oder Verschlußbewegung während der Aufnahme. Daher möglichst (falls die Kamera es bietet) auch einen Aufnahmemodus mit elektronischer Verschlußauslösung wählen.
Festbrennweiten (30mm bei MFT) bei den Kameras mit Anfangsblenden um 2,8 haben auch einen Aufbau mit relativ wenig Linsen im Vergleich zu Zoom-Objektiven, daher auch eine kürzere Baulänge (-> auch wieder Reduzierung der Aufbauhöhe oberhalb des Okulars).
Ich würde mich freuen, wenn Du dann Deine Adaption hier mal vorstellen würdest, wenn sie fertig ist.

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Lupus

#10
Hallo,

ZitatIm Prinzip ist der Abstand zwischen Objektiv und Okular in recht weiten Grenzen frei wählbar, es empfiehlt sich aber, den Abstand so gering wie möglich zu halten, um den mechanischen Aufbau oberhalb des Okulars so kurz wie möglich zu halten.
die Grenzen des Abstandes ergeben sich insbesondere auch aus optischen Randbedingungen. Das Licht tritt aus dem Okular in Gestalt eines kegelförmigen Strahlenbündels aus, mit der Austrittspupille als geringstem Durchmesser dieses Bündels. Der Kegelwinkel wird durch den Bildwinkel des Okulars bestimmt. Und nachdem dieses Strahlenbündel nicht durch die im Objektiv montierte Objektivblende begrenzt werden darf, ist der Abstandsspielraum - je nach max. Objektivblende, Abstand der Blende von der Frontlinse sowie Abstand der Austrittspupille vom Okular - einigermaßen begrenzt. Das Bild zeigt zur Veranschaulichung den maßstabsgerecht gerechneten, typischen Strahlenverlauf durch ein 10x Okular und ein einfach aufgebautes Objektiv mit 30 mm Brennweite (Tessar). Bei einem größeren Abstand würde die Blende das Bündel bereits beschneiden.

Darum ist die Adaption einer Smartphonekamera auch deutlich kritischer, da die Blendenöffnung einer solchen Kamera nur wenig größer ist als der typische Austrittspupillendurchmesser des Mikroskops.

Adaption Okular Kameraobjektiv30mm.jpg

Hubert

Kay Hoerster

Danke Hubert für die tolle Darstellung. Dafür fehlen mir dann doch die technischen Möglichkeiten zur Darstellung der optischen Begebenheiten. Wieder ein wenig mehr dazugelernt.

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay