Nützliche Kleinigkeiten aus dem 3D-Drucker

Begonnen von Gerd Schmahl, Dezember 06, 2024, 12:04:52 NACHMITTAGS

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Thomas Böder

Danke Stephan, dann werde ich das mal ausprobieren.
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

K. B.

Hallo,

ich kann auch bestätigen dass, das Drucken mit einem halbwegs genauen Drucker möglich sein sollte, der Düsendurchmesser hat da wenig Einfluss, außer wenn es sich um sehr kleine Teile oder sehr dünne Gewinde handelt.
Ich drucke regelmäßig Feingewinde mit einer 0.6mm Düse und 0.05-0.1mm Schichtdicke auf dem Prusa MK4, das Gewinde muss aber paralel zur Druckfläche liegen.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

Thomas Böder

Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

Thomas Böder

Ich habe jetzt mal den unteren Deckel des Protamis gedruckt.
Funktioniert grundsätzlich, aber das geschnittene Gewinde ist definitiv besser.

Viel schwieriger war eher die Lernkurve in Fusion, ein Gewinde mit 56,5x0,75 zu erstellen.
Leider bietet Fusion keine individuellen Gewinde an.
Mit der Spiralfunktion habe ich es aber hinbekommen.
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

Luxo F.

#34
Falls das mal wieder vorkommt: man muß bei einem gedruckten Gewinde üblicherweise sowohl die Höhe der Gewindeflanken (nach Norm P/2) als auch den Durchmesser des Gewindegrunds auf einen deutlich größeren Spalt hin anpassen, dann funktioniert das eigentlich zumindest bis 0,7mm Steigung (M4 Regelgewinde) mit einer 0,4er-Düse sehr gut. Der konkrete Wert hängt vom Drucker und vom Material ab, man kann aber in Grenzen von einer Versuchsgröße auf andere Größen extrapolieren. Bei meinem Drucker gehe ich immer auf wenigstens 0,1mm, ggf auch etwas mehr Spalt gegenüber dem Sollwert nach ISO/DIN 13 (umlaufend um die Gewindegeometrie gerechnet!)

Allerdings wird man meist erstmal das metallene Gegenstück ein paarmal als "Gewindeformer" mißbrauchen müssen, bis das ganze sich dann gut und leicht verschrauben läßt. Damit drückt man die überhängenden Teile der Gewindekontur in Form.

Fertige Norm-Gewindegeometrien findet man meines Wissens in keinem CAD-Programm. In den allermeisten Fällen wird in 3D-Daten und den technischen Zeichnungen mit der vereinfachten Gewindedarstellung gearbeitet, weswegen so eine Funktion für Normgewinde nicht benötigt wird. Und für die seltenen Ausnahmen ist sind Spiral-Zug-KEs das Mittel der Wahl.
Viele Grüße
Florian

Thomas Böder

Zitat von: Luxo F. in März 10, 2026, 00:56:23 VORMITTAGFertige Norm-Gewindegeometrien findet man meines Wissens in keinem CAD-Programm. In den allermeisten Fällen wird in 3D-Daten und den technischen Zeichnungen mit der vereinfachten Gewindedarstellung gearbeitet, weswegen so eine Funktion für Normgewinde nicht benötigt wird. Und für die seltenen Ausnahmen ist sind Spiral-Zug-KEs das Mittel der Wahl.

Das stimmt so nicht.
Fusion 360 hat haufenweise Gewindegeometrien.
Nur leider keine Funktion für Spezialgewinde.
Zum Beispiel, M56x1,5, M58x1,5 kein Problem, M57x0,75 gibt es nicht.
Also muss man mit der Spiralfunktion arbeiten.
Man könnte zwar die XML-Definitionstabellen für die Gewinde erweitern oder ändern.
Das willst du aber nicht.  :o
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

Luxo F.

Zitat von: Thomas Böder in März 10, 2026, 09:06:48 VORMITTAG
Zitat von: Luxo F. in März 10, 2026, 00:56:23 VORMITTAGFertige Norm-Gewindegeometrien findet man meines Wissens in keinem CAD-Programm. In den allermeisten Fällen wird in 3D-Daten und den technischen Zeichnungen mit der vereinfachten Gewindedarstellung gearbeitet, weswegen so eine Funktion für Normgewinde nicht benötigt wird. Und für die seltenen Ausnahmen ist sind Spiral-Zug-KEs das Mittel der Wahl.

Das stimmt so nicht.
Fusion 360 hat haufenweise Gewindegeometrien.
Nur leider keine Funktion für Spezialgewinde.
Zum Beispiel, M56x1,5, M58x1,5 kein Problem, M57x0,75 gibt es nicht.
Also muss man mit der Spiralfunktion arbeiten.
Man könnte zwar die XML-Definitionstabellen für die Gewinde erweitern oder ändern.
Das willst du aber nicht.  :o

Oha, dann ist das neu und unser PTC Creo diesbezüglich etwas hintendran, danke. Es ist ein paar Jahre her, daß ich mit Autodesk-Produkten zuletzt gearbeitet habe, deren Preispolitik hat dafür gesorgt, daß sie bei uns in der Firma abgeschossen wurden.

Gewindetabellen anpassen ist nun aber keine unlösbare Hexerei, zumindest sofern die Software das Editieren vorsieht. Das ist (bei Creo) Teil meines Jobs, weil wir immer noch Produkte haben, die M2,3-Gewinde nutzen, die seit Jahrzehnten nicht mehr in der Norm sind ;)
Viele Grüße
Florian

Thomas Böder

Zitat von: Luxo F. in März 10, 2026, 10:19:10 VORMITTAGGewindetabellen anpassen ist nun aber keine unlösbare Hexerei, zumindest sofern die Software das Editieren vorsieht.

Die Software selber kann es nicht.
Aber ganz tief im Finder, tiefer als Zwerge graben können, liegt die XML Datei mit den Definitionen.
Kann ich dir ja mal schicken.  ;D
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Luxo F.

Nix dagegen, ein Blick schadet nicht. Sag mir, welches Gewinde ich Dir einbauen soll, dann probieren wir das ;)

Nur ob das dann für den 3D-Druck taugt, steht auf einem anderen Blatt. Dafür mußt Du das Gewinde eben wie oben beschrieben zusätzlich anpassen. Klappt das in Fusion mit einem der vorhandenen Gewinde, daß Du die Spaltmaße erhöhst?
Viele Grüße
Florian

Thomas Böder

Ich habe ja den unteren Deckel des Protamis mit 56,5x0,75 gedruckt.
Nach ein paar mal hineindrehen in das Messing des Protamis, ging das auch ganz gut.
Ich kann aber das Gewinde auch einfach schneiden. Ich habe je ne Drehmaschine.
Die Spaltmaße habe ich nicht erhöht.
Könnte natürlich auch mal testen 1/10mm vom Außendurchmesser abzuziehen.
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
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mhaardt

Bei Gewinden muss man auch oft die thermische Expansion berücksichtigen. Druckt man einen Ring mit Innengewinde, dann schrumpft er, weil ihn außen nichts davon abhält. Weiter sollte flow möglichst gut stimmen, um exakt die Extrusion zu bekommen, die gefragt ist. Flow wird bei 0.1 mm Layerhöhe anders als bei 0.2 mm sein. Generell hilft es, langsamer zu drucken.

Flow kann man sehr gut einstellen, wenn man einen kleinen massiven Testquader (10x4x1 mm oder so) druckt und davon mit einer stabilen Klinge Dünnschnitte macht. Das Ziel sind wenig Hohlräume und eine Oberfläche, die nicht verschmiert. 1% mehr oder weniger macht viel aus! Wenn man einmal sieht, wie groß die minimalen Hohlräume sind, kann man größere Hohlräume mit ImageJ vermessen, den minimalen Hohlraum abziehen und kommt so mit 1, maximal 2 Testquadern zum richtigen Wert.

Gewindesteigungen von 0,75 mm sind mit FDM gut machbar. Vielleicht braucht man ein paar Versuche, bis man die Schrumpfung im Griff hat, und muss sich mit den Toleranzeinstellungen im Slicer befassen, aber dann klappt es.

Ich erzeuge Sondergewinde gerne mit OpenSCAD und threads.scad. Vielleicht ist der Export aus OpenSCAD eine einfache Lösung.

Luxo F.

Zitat von: Thomas Böder in März 10, 2026, 12:11:41 NACHMITTAGSIch habe ja den unteren Deckel des Protamis mit 56,5x0,75 gedruckt.
Nach ein paar mal hineindrehen in das Messing des Protamis, ging das auch ganz gut.
Ich kann aber das Gewinde auch einfach schneiden. Ich habe je ne Drehmaschine.
Die Spaltmaße habe ich nicht erhöht.
Könnte natürlich auch mal testen 1/10mm vom Außendurchmesser abzuziehen.

"Ganz gut" klingt ja schon mal nicht schlecht, erst recht, wenn Du das Gewinde einfach auf Nennmaß druckst. Abgesehen vom Punkt "Drehmaschine" hat man beim direkten Druck halt den Vorteil, daß man nicht die "Plastikwürste" des Druckers zerschneidet, was eine höhere Festigkeit ergibt - für den aktuellen Einsatzfall dürfte das aber von untergeordneter Bedeutung sein.

1/10 vom Außendurchmesser bringt zumindest bei mir nichts, da hast Du nur 0,05mm in radialer Richtung, und wegen des 30°-Winkels der Gewindeflanke ergibt das dann gerade mal 0,025mm zusätzlichen Luftspalt in der  Flanke. (Den Steigungswinkel ignoriere ich hier mal, der macht den Bock nicht fett).

Mit einem entsprechend fähigen Slicer kann man das auch hinbiegen, ich mache sowas aber lieber direkt im CAD. Das hängt aber von der vorhandenen Software und den persönlichen Vorlieben ab.

Aber aktuell hast Du ja Dein Problem gelöst, daher ist das ganze akademisch :-)
Viele Grüße
Florian

Thomas Böder

Habe mir jetzt endlich eine Lackringdrehscheibe gebaut.

Die Scheibe hat einen Durchmesser von 99mm und ist 20mm dick.

IMG_7035.jpeg

IMG_7036.jpeg
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

hebi19

Boah.... kugelgelagert und Metall
echt edles Highend...
Grüße mit ein wenig Neid...
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

Michael K.

Hallo Thomas,

Das Gerät sieht gut aus, wie lange ist denn die Nachlaufzeit, nachdem du die angedreht hast?
Ich habe ja so etwas ähnliches gebaut. Als Rotor dient ein Videokopf aus einem Recorder. Der hat
eine lange Nachlaufzeit.
Bei mir ist es so, das ich die Möglichkeit habe, die Scheibe von unten in Drehung zu versetzen.
Es ist dem Gerät aus England nach empfunden.

http://www.brunelmicroscopes.co.uk/ringingtables.html


LG
Michael