Luftblasen im Pflanzenschnitt

Begonnen von Peter T., Januar 04, 2025, 14:16:01 NACHMITTAGS

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Peter T.

Hallo liebe Foristen und insbesondere Pflanzenschnippler,

ich habe immer wieder Luftblasen im Präparat und zwar nicht neben dem Schnitt, sondern im Gewebe.

Ich färbe nach diesem Protokoll

https://mikroskopie-bonn.de/_downloads/Arbeitsplan_Etzold_FCA.pdf

lasse aber gerne mal den 50%- und 30%-Alkohol-Schritt aus, ansonsten wie beschrieben.

Meine Frage: Was ist eigentlich der entscheidende Punkt, dass sich die Luftblasen im Schnitt halten? Oder anders formuliert: Worauf sollte ich besonders achten, um das zu vermeiden? Seltsamerweise ist manchmal auch gar keine Luftblase drin, auch bei der selben Reihe von Schnitten.

Liebe Grüße
Peter

K. B.

Hallo Peter,

ich entwässer eigentlich nur mit 2-3x 1 min in trockenem Isoprop und bringe den Schnitt mit einem Tropfen Iso auf den Objektträger, dann gebe ich direkt Euparal auf den nassen Schnitt und lasse dann erst den überschüssigen Alkohol abdampfen so dass sich der Schnitt mit Euparal voll saugt bevor ich die Menge an Euparal an das Deckglas anpasse und den Schnitt zudecke.
Ich hab damit fast nie Luftblasen.

Die Luftblasen entstehen soweit ich das sehe vor allem durch ungenügende Entwässerung, zu viel Lösemittel das abdampft ohne das Eindeckmittel nachfließt, zu dicke Schnitte die nicht gut Entwässern oder falsches Auflegen vom Deckglas.

Ich bin der Meinung das es hier im Forum aber schonmal eine gute Diskussion dazu gab, ich habe sie aber gerade nicht gfunden.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

Peter T.

Hallo Kay,

vielen Dank.

Ich habe noch mal was geschnitten und gefärbt und nach jedem Schritt Lupenkontrolle gemacht. Die Blasen sind (wenn ich das richtig gesehen habe) erst nach Einbetten in Euparal + Deckglas zu sehen.
Kann es mit dem Euparal zu tun haben?

Habe mir echt Zeit gelassen und dem Euparal Zeit gegeben, das Präparat zu durchdringen. Hmm ...
Liebe Grüße
Peter

K. B.

Hallo Peter,

dann wird das Euparal etwas zu stark verdünnt sein oder es ist noch etwas zu viel Isopropanol im Schnitt, so dass sich die Hohlräume durch verdampfendes Lösemittel bilden.
Ich hab einen Teil meines Euparal etwas offen stehen lassen um eine recht dickflüssige Konsistenz zu bekommen(eine Charge war sehr flüssig), weil ich teilweise auch recht viel nachgeben musste am Rand, damit es keine Luft unter das Deckglas zieht.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
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Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

Nordlicht

Hallo Peter,

ich hab mir noch nie Gedanken über Lufteinschlüsse gemacht.

Ich hab Sie auch manchmal direkt nach dem Eindecken, lege die Objektträger
für eine Woche auf die Heizung zum trocknen und habe dann wunderbare Schnitte ohne Luft.
Gerade bei Euparal wird das Bild nach 1-2 Wochen auch sehr viel klarer.

Nach 5-6 Wochen sollte das ganze dann auch soweit durchgetrocknet seien
das man vorsichtig mit einem Tuch (Mikrofaser/Baumwolle...) den Objektträger
reinigen kann.

Richtig durchgetrocknet sind Sie nach ...??? Jahren/Monaten???

Es braucht halt ein wenig Zeit.

Grüße

Matthias

Peter T.

Hallo Matthias,

also geduldig sein ... auch das noch! ;D

Vielen Dank, Du hast Recht, so manches Problem löst sich auf diese Weise.
Liebe Grüße
Peter

Peter Reil

Hallo,

Luftblasen im Präparat sind wohl für jeden ein Ärgernis.
Ich habe einiges auch schon versucht. Unter anderem eine Tupperbüchse in die ich die Präparate mit Unterdruck verbracht habe. So richtig funktioniert hat eigentlich nichts.

Ich lebe damit, dass eben immer mal wieder Luftblasen im Präparat sind. Diese werden dann ausgemustert und fertig.

Gruß
Peter

PS: Ich weiß nicht, was ihr für ein Euparal habt, aber meine Präparate sind nach zwei Wochen fertig erhärtet.
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Fahrenheit

Moin Zusammen,

wenn die Blasen erst im fertigen Präparat zu sehen sind, also die Schnitte im Isopropanol nach dem Entwässern noch blasenfrei sind, fällt mir nach dem oben gesagten nur eine kurze Beschreibung meines Vorgehens ein:

- Deckglas und Objektträger gründlich säubern (Abreiben mit Kosmetiktuch von Aldi und etwas Ethanol 70%), Staub wegblasen
- Schnitt mit einem wasserfreien Pinsel (nur zum Eindecken verwenden, für nichts anderes. Meine Eindeckpinsel haben alle einen
  roten Stiel ...) aus dem Isopropanol nehmen und auf dem Objektträger kurz ausrichten. Zügig arbeiten, der Schnitt darf nicht
  trocken werden.
- Sofort Euparal auftropfen, lieber zu viel als zu wenig. Das geht am besten mit einem Glasstab. Sanft ansetzen, ansonsten
  könnten beim "Aufschlag" auch Blasen entstehen.
- Deckglas langsam seitwärts anlegen und absinken lassen. Leicht andrücken.

Damit klappt es eigentlich immer. Manchmal sind noch kleinere Blasen im Gewebe, man kann jedoch unter dem Mikroskop zusehen, wie diese kleiner werden und schließlich verschwinden - einer der großen Vorteile des Euparal.

Wirklich ausgehärtet - also durch und durch - ist Euparal oft erst nach Monaten. Eine Woche leicht beschwert (8er Mutter ...) auf der Wärmeplatte / Heizung reicht jedoch, um sie senkrecht stellen zu können und mit Immersionsöl zu traktieren.

Beste Grüße
Jörg
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Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Peter T.

Hallo Jörg,

vielen Dank für die Beschreibung Deines Vorgehens. Dann werde ich (denn ich habe immer nur einen Pinsel im Einsatz) jetzt einen zweiten zum "Eindeckpinsel" befördern. Wenn ich alle Arbeitsschritte optimiere, müsste es besser werden.
Liebe Grüße
Peter

Rawfoto

Guten Abend

Auch nach tausenden Präparaten habe ich vereinzelt Lufteinschlüsse, einen Teil davon können durch Erhitzung mit dem Feuerzeug gerettet werden, der andere Teil wird entsorgt.

Um so dünner die Schnitte sind, um so weniger Risiko.

Liebe Grüße
Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

BioExplorer

Hallo zusammen,
da wir hier teilweise dabei sind, wie lange Euparal zum trocknen braucht:
Wann ist die Zeit gekommen, das Deckglas mit Lack zu versiegeln?
Tut ihr das überhaupt?
Viele Grüße
Felix

Peter Reil

Hallo Felix,

ich kontrolliere meine Schnittpräparate nach ca. 2(-3) Wochen.
Dann wird aussortiert und bei den guten mache ich Ringe dran. Der Rest wird aussortiert.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Peter T.

Hallo an alle und danke für die Antworten und Anregungen!

Nachdem sich das Thema jetzt etwas ausgeweitet hat, noch eine allgemeine Frage: Wie viele von Euren Schnitten hebt ihr auf?

Ich habe teilweise acht "gute" Schnitte und kann mich dann von keinem trennen. Das heißt, ich packe auf einen OT je 2 Schnitte und decke mit zwei Deckgläsern ein. Dann habe ich vier OT mit insgesamt acht Schnitten. Ich bezweifle aber, dass das sinnvoll ist, so viele Schnitte aufzuheben. Die Kästen füllen sich zügig ...

Liebe Grüße
Peter

Rawfoto

Hallo Peter

Ich hebe nur sehr gute Präparate auf, sind aber meist mehr als eines. Das ist auch sinnvoll, ich lerne dazu und habe Bedarf Sachen anzusehen die ich bei der Erstellung gar nicht kannte.

Zwei Beispiele aus dem Bereich Holz, Gefäß-Ende und Schraubenverdickungen. Erste habe ich in ihren Unterschieden bei Laubholz erst Jahre nachdem ich mit den Präparaten begonnen habe als bestimmungskriterium erkannt.

In so einem Fall ist es entscheidend mehrere Präparate zu besitzen, da die entscheidenden Details noch auf allen gut erkennbar sind.

Wenn man länger an einem Thema arbeitet ist es von Vorteil ein breites Archiv zu haben.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Gerd Schmahl

Hallo Peter,
gute Präparate sind aber auch einen gute (Tausch-)Währung im Forum.

Ich montiere auch gerne mehrere Objekte (bis zu 3) auf einen OT, dann aber ähnliche zu Vergleichszwecken. Aktuell fertige ich Vergleichsobjektträger mit Querschnitten verschiedener Kiefernnadeln (Weymouthskiefer, Schwarzkiefer, Gemeine Kiefer). Auch für die Holzbestimmung braucht man i.d.R. Dreier-Präparate mit Tangential-, Radial- Querschitt, die vorteilhaft auf einem OT vereint werden.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.