Nützliches Werkzeug für die Mikroskop-Restaurierung

Begonnen von Muschelbluemchen, Mai 12, 2025, 20:48:31 NACHMITTAGS

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Muschelbluemchen

Hallo,

Zu Beginn des Winters hatte ich in der Bucht ein Zeiss Standard 18 für relativ wenig Geld erworben.
Leider stellte sich beim genaueren Hinsehen heraus, dass es stark verschmutzt war – auf den ersten Blick war das nicht sofort ersichtlich. Doch bei näherer Inspektion wirkte es, als hätte sich eine braune Masse über Teile des Mikroskops ergossen.

Zunächst vermutete ich altes, verharztes Öl. Da sich die Substanz jedoch leicht mit warmem Wasser entfernen ließ, handelte es sich offensichtlich um etwas zuckerhaltiges. Die klebrigen Ablagerungen waren in zahlreiche Ritzen und Spalten eingedrungen.

Außerdem war der Feintrieb zu locker eingestellt, während der Grobtrieb dagegen zu schwergängig war.

So war ich gezwungen, das Ding vollkommen zu zerlegen:
20241104_223846.jpg

Neben dem üblichen Werkzeug haben mir nun folgende beiden Tools geholfen:

Keine Ahnung wie dieses Gerät wissenschaftlich heißt, gibt es aber im Baumarkt:
20241104_225538.jpg

Vorallem wenn diese Schraube total fest sitzt:
20230829_223423.jpg

Das andere Werkzeug (im Foto links unten) lässt sich über die Suche nach "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" auf
ebay, temu, ... usw finden.
20250113_233025 (1).jpg

Die Restaurierung hat sich über mehrere Wochen hingezogen, ich hatte nicht immer Zeit.
Nun erstrahl es im neuen Glanz und ich arbeite wirklich gerne damit:
20250512_202406.jpg


LG
Leo




Peter_le

Abend Leo,

Glückwunsch zum Mut und der geglückten Reparatur.

Es ist ein Standard RA, kein Standard 18. Die Triebe sind wohl auch etwas anders konstruiert.

Grüße
Peter

Muschelbluemchen

Hallo Peter,

natürlich ist es ein RA, danke für die Korrektur.

LG
Leo

Thomas Böder

Das Teil nennt sich Steckschlüssel.  :)

Und wenn du öfter Mikroskope/Optik reparierst, wirst du den "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" bald entsorgen und was Richtiges kaufen.
Ging mir jedenfalls so, weil sich die Schrauben an dem Teil ständig lösen, man dadurch abrutscht und Kratzer verursacht.
Und die mitgelieferten Spitzen sind zu weich und für Stirnlöcher unbrauchbar.
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

MiR

ZitatUnd wenn du öfter Mikroskope/Optik reparierst, wirst du den "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" bald entsorgen und was Richtiges kaufen.
Ging mir jedenfalls so, weil sich die Schrauben an dem Teil ständig lösen, man dadurch abrutscht und Kratzer verursacht.
Und die mitgelieferten Spitzen sind zu weich und für Stirnlöcher unbrauchbar.

Da bin ich aber erleichtert, dass es mir nicht allein so ging! Was wäre aber denn so das Richtige?

Thomas Böder

Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
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liftboy

Hallo erstmal,

das von Thomas vorgeschlagene Werkzeug #1 ist definitiv der Favorit! Ich hatte damals das erste Modell erworben und jetzt die verbesserte Neuauflage in Gebrauch. Ich würd´s nie wieder hergeben!

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Thomas Böder

#2 ist auch wichtig.
An Wochenende war der Stirnlochschlüssel am Zeiss Citoval im Einsatz.
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

Jürgen Boschert

Hallo Leo,

Glückwunsch zum Erwerb und der gelungenen Überholung.

Ich zerlege momentan ein IM35 aus in seine Einzelteile, werde dann hier berichten.
Beste Grüße !

JB

liftboy

Hallo Thomas,

#2 sieht zwar wunderschön aus (ich habs auch hier) taugt aber nicht für wirklich festsitzende Teile.
Die Platte am Lomo Rundtisch sitzt grundsätzlich bombenfest. Dummerweise ist das Teil auch noch aus Zinkdruckguß. Damit hab ich die Stifte von #2 geschlachtet. Ich benutze jetzt einen stinknormalen Stirnlochschlüssel aus dem Werkzeugladen, mit dem hab ich bis jetzt noch fast alles losgekriegt. Hat mich 5€ gekostet.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Niels Bohr

olaf.med

#10
Lieber Wolfgang,

ich finde das Werkzeug #2 sehr gut, denn die einschraubbaren Einsätze kann man sich selbst fertigen wenn einmal einer abbricht. Ich benutze dazu einfache M5 Schrauben deren Kopf ich schlanker drehe und setze harte Zylinderstifte ein. Funktioniert bestens! Grundsätzlich braucht man natürlich beide Werkzeuge. Für tiefliegende Schraubringe mit Schlitzen, wie sie bei Optiken häufig vorkommen, ist Bastians Werkzeug Gold wert!

Interessant übrigens, dass auch Du die eine große Rändelschraube bei Bastians Werkzeug durch eine normale Imbus-Schraube ersetzt hast - dann kann man die Klingen näher zusammenschieben. Verbesserung aus der praktischen Erfahrung oder: "zwei Doofe, ein Gedanke"  ;D  :)  ;D  :)

Hier Originaleinsätze, die ich für kleine Löcher dünner geschliffen habe (oben) und Eigenbau-Einsätze (unten):

20250513_123451.jpg

Herzliche Grüße, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

liftboy

Hallo Olaf,

Dein Können in allen Ehren, aber für derlei fehlen mir Werkzeug und Geschick :-(
Ich hatte versucht Ersatzeinsätze zu bekommen; im Werkzeuggeschäft war das dann die Lachnummer.

liebe Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Niels Bohr

Thomas Böder

Zitat von: olaf.med in Mai 13, 2025, 12:44:46 NACHMITTAGSInteressant übrigens, dass auch Du die eine große Rändelschraube bei Bastians Werkzeug durch eine normale Imbus-Schraube ersetzt hast

Also in meinem Set waren auch zwei Inbusschrauben dabei.

Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

Muschelbluemchen

Danke für die Verbesserungsvorschläge und Tipps.

Stimmt - beim "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" habe ich mich auch schon geärgert
über die Schrauben die sich lösen.
Fürs nächste Mikroskop werde ich mir das bessere Werkzeug besorgen.

Der Steckschlüssel heißt wissenschaftlich genau genommen "Rohrsteckschlüssel" (gerade ergoogled).
Damit konnte ich die Mutter (nicht Schraube - Danke Peter für die Korrektur  ;) ) lösen, was mir mit
einem Ringschlüssel nicht gelungen ist. Mit dem Rohrsteckschlüssel ist es wesentlich einfacher
entsprecht Druck zu halten während versucht wird die Schraube zu drehen.

LG
Leo

beamish

Die entsprechende Größe nannte man auch "Zündkerzenschlüssel". Kannte jeder Schrauber am Moped oder Auto....

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D