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"Golovinomyces verbasci" ?

Begonnen von Siegfried, Juli 15, 2025, 19:48:17 NACHMITTAGS

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Siegfried

Hallo zusammen,
Ich bin weit davon entfernt mich einen Pilzler zu nennen, aber heute mußte ich mich damit befassen. In unserem kleinen Gurkengewächshaus hat ein Blatt einer Gewächshausgurkenpflanze einen kleinen weißen Fleck bekommen. Ich nahm eine Probe auf einen Objektträger, einen Tropfen Wasser und Deckglas drauf. Mit dem GF Planachromat HI 100 am  Jenaval, machte ich folgendes Dokufoto. Beim Vergleich mit Goggle Bildersuche fand ich "Golovinomyces verbasci".
Weiterhin las ich:
""Golovinomyces verbasci" ist nicht die korrekte Bezeichnung für Mehltau an Gurken. Der Echte Mehltau an Gurken wird durch Pilze der Gattung Golovinomyces verursacht, genauer gesagt durch Golovinomyces orontii oder Golovinomyces cichoracearum. Es ist wichtig, die genaue Art zu bestimmen, um gezielte Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen zu können."
Eventuell kennt sich jemand aus und könnte an Hand des Bildes eine Bestimmung  durchführen?
Ich weiss hier ist nicht das Bestimmungsforum, habs aber einfach mal hier eingestellt.
   Gruß von Siegfried

Heiko

Hallo Siegfried,
jenseits eventueller Bekämpfungsversuche ...
Die von Dir gezeigten Konidien scheinen Fibrosinkörperchen zu enthalten – sollte dem so sein, hätten diese Konidien am Mycel längere Ketten zu bilden (Nachweis bevorzugt per Klebestreifen-Abzugspräparat) – und gehörten demnach zur polyphagen Podosphaera xanthii.
Gruß, Heiko

limno

Guten Abend, Siegfried!
Unser Mitforist "reblaus" kann sehr wahrscheinlich   was dazu sagen, hat er sich doch auch beruflich mit Mehltau befasst.
Beste Grüße von
Heinrich

So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

Siegfried

#3
Guten Morgen,
Heiko und Heinrich, vielen Dank für euere Hinweise. Mal schauen ob sich Reblaus noch meldet.
@ Heiko
Zuerst habe ich mich über deine geschriebenen Begriffe Konidien, Fibrosinkörperchen und  polyphagen Podosphaera xanthii, im Netz schlau gemacht. Höchst interessant. Danke, da spricht ein Experte.  Dann hier nach dieser Methode (Quelle
https://www.berliner-mikroskopische-gesellschaft.de/Einfuhrungskurs_in_die_Mikroskopie.pdf)

Abzugspraeparat.Anleitung.jpg

heute in der Frühe ein Abzugspräparat gemacht und mit dem 25er Objektiv aufgenommen.

Abzugspraeparat_2.jpg


und hier mit meinem Zeiss Tessovar ein Auflichtfoto.

A-mit Tessovar.JPG

  Gruß von Siegfried





Peter T.

#4
Hallo Siegfried,

spannender Beitrag zu einer mir gänzlich unbekannte Mikrowelt.
Liebe Grüße
Peter

Heiko

Das sollte passen, Siegfried.
Danke für Deine aussagekräftigen Aufnahmen.
Gruß, Heiko

Gerd Schmahl

Hallo Siegfried,
zur Tesafilm-Methode: Das gezeigte Protokoll ist sehr gut für eine schnelle und leicht zu realisierende Probenahme und -auswertung und reicht ja im gezeigten Fall voll aus, um die Frage zu beantworten, die im Raume stand. Allerdings lässt sich diese Methode noch wesentlich verfeinern, indem man sich nur einen kleinen Teil des Bandes herausschneidet und mit der Probenseite nach oben unter ein Deckglas bringt. Das Tape ist dann meist außerhalb des Fokus und das Deckglas erlaubt auch den Einsatz hochauflösender Optik. Man kann diese Proben sogar zu Dauerpräparaten weiterverarbeiten: Färben, entwässern und in Harz eindecken, wie man es z.B. mit Pflanzenschnitten macht, die in PEG eingeschlossen waren.

LG Gerd
Mikroskopischer Allesfresser

reblaus

Hallo Heinrich & Siegfried -

in der Tat habe ich mich sowohl mit Podospora wie mit Mehltau beschäftigt und wäre ich Politiker in einer Talkschau würde ich das Problem auch sofort hochqualifiziert kommentieren.
     Leider ist das alles "verdamp lang her" um es mit einem bekannten deutschen Poeten zu sagen. Ich erinnere mich nur noch dumpf, vor 55 Jahren an dem Mistpilz Podospora anserina steinzeitliche Genetik gemacht, d.h. Farbsporen in den Asci ausgezählt zu haben. Ein paar Jahre später folgten dann Untersuchungen wie Grauschimmel und Reb-Mehltau die Weinrebe befallen und wie man sie daran giftfrei hindern könnte.
     Mich mit deren zahllosen Verwandten zu beschäftigen hatte ich leider keine Zeit und mein Bücherwissen darüber hat sich verflüchtigt.
     Natürlich kannte und aß ich auch alle möglichen essbaren Pilze und hätte geschworen, dass ich deren Merkmale nie vergessen würde. Irrtum. Macht aber nix- heute schmecken mir Pilze eh nicht mehr.

Aber ich schweife ab - deshalb nur noch meine Wünsche zur erfolgreichen Bestimmung des Gurkenmehltaus!

Rolf


Siegfried

#8
Lieber Rolf, Peter
danke für eure Antworten.
@Rolf
Nun Kleiner Spass von mir, ich weiss auch nicht mehr genau welche und wieviel Freundinnen ich von 55 Jahren hatte. ;)
@Gerd
Danke für deinen guten Hinweis, Habe es gleich ausprobiert und konnte jetzt auch mit dem 50er Objektiv dank Deckglas gut arbeiten. Ein kleiner Nebeneffekt war aber auch, als ich DIK zuschaltete, wurden durch das Tesa interessante Farben gebildet. Unten nur ein Beispiel. (kleine Spielerei)
Da es bei meiner Gurkenpflanze nun doch auf echten Mehltau hinausläuft habe ich mir heute nun doch ein Biospritzmittel besorgt. Ich behandele aber nur diese Pflanze. Die hatte ich im Baumarkt gekauft. Meine 5 anderen Gurkenpflanzen haben wir selbst aus Samen gezogen. Es sollen Mehltau resistente Sorten sein. Werde beobachten. Nochmals danke an alle, die sich hier beteiligt haben
  Gruß von Siegfried