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Optikreinigung

Begonnen von Ralf Feller, März 21, 2010, 03:02:52 VORMITTAG

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Werner Jülich

Undichte Immersionsobjektive sind innerhalb der Garantiezeit ein Reklamationsgrund.
Wenn in Trockenobjektive eine Flüssigkeit hineingeraten ist, so kann man bei extrem hochwertigen Objektiven die kostenpflichtige Serviceleistung der Hersteller in Anspruch nehmen.
Besonders ausgeglichene Zeitgenossen mit sportlichem Ehrgeiz schaffen das Zerlegen, Reinigen und Zusammensetzen bei einfacheren Objektiven aber auch selber,  es dauert halt.

Werner Jülich


Klaus Dönnebrink

Betr.die Frage von Siggi O.
Guten Abend in die Exprttenrunde!
Vor ca. 9 Jahren hatte ich bei Olympus angefragt,  ob man sich dort eine Frontlinsenreinigung mit Ultraschall vorstellen Könne.
Mir wurde dringend davon abgeraten.

Im Übrigen finde ich die Reinigungsmethode aus der Zeiß-Druckschrift : Das saubere Mikroskop"  für ausgesprochen hilfreich,
mit einer Ergänzung: ich bewahre das Wundbenzin bei -18° auf, dann hat man keinerlei Restschleier von Paraffin(?)-Rückständen im nicht erstarrten Überstand.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Dönnebrink


Herne

#17
Hallo, liebe Mikronauten,
zu dem Themenkreis gibt´s aus dem Hause "Zeiss Microimaging", auch im Netz, eine kleine Abhandlung, die Dr. M. Zölffel verfasst hat. Sie heisst "Das saubere Mikroskop" und enthält eine Reihe nützlicher Hinweise zum richtigen Reinigen optischer Flächen. Ich kenne den Autor, er arbeitet äußerst penibel und gibt hier seine Erfahrung aus langjähriger Praxis preis.
Die beste Reinigung ist allerdings eine, die gar nicht erforderlich wird.  Ich scheue mich z.B. nicht, aus Mangel an originalen Abdeckungen hierzu Kunststoffmüllsäcke zu verwenden. Zugegeben, der Anblick eines so geschützten Mikroskops mit Aufsatzkamera ist nicht gerade erhebend. Es erfüllt aber seinen Zweck.

mit freundlichen Grüßen
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

Oliver S.

Hallo,
mal zwei Fragen an die erfahrenen Experten:
1. Dass Kratzer bei "Luft-Objektiven" mit der Zeit den Kontrast zerstören leuchtet mir ein.
Immersionsöl hat aber doch fast den gleichen Brechungsindex wie Glas. Ist es da zumindest bei Immersionsobjektiven nicht egal, ob die Oberfläche Kratzer aufweisen? Diese müssten doch eigentlich durch das Öl optisch inaktiviert werden, solange sich in den Kratzern kein anderweitig optisch aktiver Dreck befindet.
2. Da Kratzer durch Reiben (=Druck+Seitenbewegung) entstehen, gibt es denn keine Möglichkeit, nur durch
a) Tupfen oder
b) aufkleben und Abziehen eines geeigneten (besonderen?) Klebestreifens (vielleicht so was, was auf empfindlichen Oberflächen klebt, wenn man es gerade gekauft hat) oder gar durch Verwendung eines sprühpflasterähnlichen Stoffs den Schmutz von der Oberfläche zu "ziehen" ohne zu wischen??


Nun fallt bitte nicht zu sehr über mich her ;D.

Herzliche Grüße, Oliver
(gern per "Du" )

Jürgen Boschert

Hallo Oliver,

ad 1: würde ich genauso sehen wie Du, habe es aber noch nicht getestet  ;D.

ad 2: gibt es z.B. als Optoprim (einfach mal gockeln; das Zeug ist nicht ganz billig und nicht einfach in der Anwendung, für kleine Flächen eigentlich eher wenig geeignet)

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Oecoprotonucli

Hallo! Ich frage einfach mal unter diesem alten Thread, weil ich denke, dass es hierher passt und daher übersichtlich bleibt:

FRAGE:
Im Internet fand ich das Zeiss-Dokument "Mikroskopreinigung.pdf" und dort einen Internetlink zu "KERMA Augenwatte N 1. DAB 6" - dieser Link ist aber nicht mehr gültig - wo bekommt man denn am besten solche Augenwatte her?

ANMERKUNGEN
Außerdem verlinke ich hier mal zu Seiten, in denen es um Reinigungstücher geht:

Im besagten Zeiss-PDF ist für Linsenreinigungspapier die Firma Whatman angegeben, dort fand ich: http://www.whatman.com/PRODLensCleaningTissue.aspx

Außerdem ist die Firma www.basan.com zum Bezug von ITW Texwipe CleanTips® Swabs angegeben.

Und hier noch ein Link aus dem Forum, bei dem es mal um die Bezugsquelle für Kimwipes ging: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1426.0
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Oecoprotonucli

...ach und noch eine Kleinigkeit: Reicht das sogenannte landläufige Reinigungsbenzin, das man so bekommt und z.B. für sein Fahrrad verwendet, in seiner Reinheit zur Linsenreinigung aus? (Vermutlich nicht immer...) Ist das Petrolether? Und das Gleiche wie Wundbenzin?
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Bernhard Kaiser

#22



ZitatReicht das sogenannte landläufige Reinigungsbenzin,

Gehen Sie kein Risiko ein.
Kaufen Sie Augenwatte und Wundbenzin in der Apotheke.

peter-h

Hallo,

wenn ich meine Optik vergammeln will, dann weiche ich von dem was Bernhard Kaiser geschrieben hat ab !
Ist die Optik denn so geringwertig, dass es sich nicht lohnt die wenigen Euros für das saubere Wundbenzin und die Augenwatte auszugeben?

Etwas erschüttert grüßt
Peter Höbel

reblaus

Hallo -

Petrolether kann man als besonders leichtflüchtiges Wundbenzin (z.B. Kp 40-50°) betrachten. Wenn er p.A. Qualität hat, dürfte er noch sauberer als Wundbenzin sein. Das Problem ist, dass die Hälfte davon schon verdunstet ist, bevor man mit dem benetzten "Leinenläppchen" an der Frontlinse des Objektivs ankommt. Reinigungsbenzin enthält noch eine Menge schwerflüchtiger Schmiere, die dem Fahrrad zwar nichts ausmacht, wohl aber der Optik.

Gruß

Rolf

Oecoprotonucli

Hallo,

vielen Dank für die Antworten!

Jetzt ist ja immerhin geklärt, daß es tatsächlich dieses Benzin in allen möglichen Abstufungen zu geben scheint:

Also so weit ich jetzt verstanden habe, in abnehmender Reinheit:

Petrolether -> Wundbenzin -> Waschbenzin

Und Entschuldigung für meine wohl etwas schockierende Art, zu fragen - ich versichere aber, daß ich mein Fläschchen mit dem Waschbenzin in keinerlei Kontakt mit meinem Mikroskop habe kommen lassen... ;)

Besten Gruß

Sebastian
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Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Oecoprotonucli

...und noch eine Frage, die etwas mehr in die Richtung Technikgeschichte geht, aber durchaus auch das Reinigen von Linsen betrifft:

Seit wann ungefähr sind denn eigentlich Linsenbeschichtungen üblich? Ich meine, bei älteren Mikroskopen besteht doch wahrscheinlich immerhin nicht die Gefahr, eine Beschichtung durch Reinigungsversuche zu entfernen?

Konkret habe ich hier eine Hensoldt-Wetzlar Stereolupe, ich vermute, ein Modell zwischen Nachkriegsjahren bis 1960er.

Und haben überhaupt moderne Mikroskopobjektive heutzutage immer eine Beschichtung/Vergütung?

Gruß

Seb.
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Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Bernhard Kaiser

Hallo,

ZitatPetrolether -> Wundbenzin -> Waschbenzin

Petrolether in p.a. Qualität.

Grüße
Bernhard Kaiser

Oecoprotonucli

#28
Zitat von: Bernhard Kaiser in April 15, 2012, 14:47:15 NACHMITTAGS
Gehen Sie kein Risiko ein.
Kaufen Sie Augenwatte und Wundbenzin in der Apotheke.

Ich habe vorhin Benzin in der Apotheke gekauft. Ich habe extra von Wundbenzin und Petrolether gesprochen und den Verwendungszweck erklärt. Verkauft wurde mir nun dennoch ein Fläschchen mit der Aufschrift "Reinigungsbenzin" (das die Apotheker zumindest für Wunden bzw. Wundpflasterrückstände zu verwenden scheinen). Weiterhin hat es die Aufschrift 100/140°   - ist das der Siedebereich? (Nicht mal "°C" steht drauf, echt arm, diese Angaben - in der Grundschule hat meine Lehrerin bei so etwas immer gefragt: "Was? Äpfel? Mäuseschwänzchen?"). Immerhin steht die Firma drauf und ich habe es im Netz gefunden: http://www.fischar.de/technische-chemikalien/reinigungsbenzin/

Ich werde das Fläschchen wohl nachher unbenutzt zurückgeben. Und nach etwas besserem suchen. Irgendwie wußte ich ja, warum ich diese Frage gestellt habe, man bekommt beim Einkaufen einfach nicht das, wonach man fragt, wenn man nicht super-kleinlich ist.

Übrigens hat obige Firma auch etwas, das sie als Leichtbenzin bezeichnet: http://www.fischar.de/technische-chemikalien/leichtbenzin-60-95/ . Immerhin scheint das einen niedrigeren Siedebereich zu haben. Wäre das besser geeignet?

Wikipedia schreibt übrigens folgendes:

Petrolether
Bei Petrolether handelt es sich um ein farbloses Gemisch verschiedener, gesättigter Kohlenwasserstoffe (üblicherweise Alkane wie Pentan/Hexan). Petrolether sind aromatenarme, niedrig siedende (zwischen ca. 30 und 60 °C), leichtentzündliche Kohlenwasserstoff-Fraktionen. Bei Petrolether handelt es sich nicht um einen chemischen Stoff aus der Gruppe der Ether...

Leichtbenzin
Leichtbenzine sind eine Mischung verschiedener Kohlenwasserstoffe mit fünf bis sieben Kohlenstoffatomen (Isopentan bis ~Toluol, Siedebereich ca. 25 bis 100 °C)

Viele Grüße

Seb.
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Oecoprotonucli

Zitat von: reblaus in April 15, 2012, 15:56:48 NACHMITTAGS
...Kp 40-50°...
Gruß

Rolf


Hallo Rolf, was meintest Du mit Kp? Meintest Du nicht eher den Siedepunkt/Siedebereich und heißt Kp nicht Kondensationspunkt?  ??? ...Nun will ich es wirklich genau wissen... Im Datenblatt von Merck habe ich z.B. folgendes gefunden: Kp. -20° - 190° C (also beginnend bei minus zwanzig Grad Celsius).
Ich benutze privat:
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Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)