Diaschau zur Weihnachtszeit

Begonnen von Marcus_S, Dezember 25, 2025, 17:02:21 NACHMITTAGS

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Marcus_S

Moin und fröhliche Weihnachten!

Beim Kramen im Schrank fiel mir eine Schachtel in die Hände. Und darin waren: Dias! Und in der Winterzeit wurde bei uns damals oft der Diaprojektor ausgepackt und dann aber... Egal, ob die Mitmenschen wollten oder nicht.


Wohlan... ;-)


Nach ein paar Digitalisierversuchen hab ich es also geschafft, ein paar dieser meiner frühen Lichtbilder einigermaßen erträglich internet-tauglich zu machen:

ein Paar Klebestreifen über eine ausgewaschene Quarkschachtel gespannt, das Dia auf die Klebestreifen draufgelegt, mit den Lichtleitern der Kaltlichtquelle neben dem Dia in die Schachtel geleuchtet, am Stereomikroskop mit der kleinen ASI 120MC digitalisiert. Ging gerade so eben auf den winzigen Chip drauf.
Dann mit Irfanview etwas grün rausgenommen, im Gamma, im Kontrast aufgehübscht und unscharf maskiert.

Diaschau_2.jpg

Irgendeine Blaualge aus dem Teich im Stadtpark, wenn ich mich recht erinnnere. Muß mit dem 100er in Phasenkontrast aufgenommen worden sein. Ich hab damals einfach alles unters Mikroskop gezuppelt, was ich irgendwie fand. Und Fotoübungen gemacht, muß so um 1998 rum gewesen sein.


Diaschau.jpg

Das war schon aufregender: der hungrige Ciliat hatte sich an der Blaualge verbissen und saugte die immer weiter ein. Irgendwann stieß  die "hinten" an, beulte das arme Tierchen aus, das fraß aber einfach weiter, dann bog sich die Alge aber doch durch und legte sich an die Zellwand des Tierchens an (kann man gerade so erkennen). Und irgendwann "biß" der Kleine dann ab und schwamm weiter.

Boah, was war das damals aufregend! Dem Tierchen hinterherkurbeln, aufstehen, in den Sucher gucken, nochmal genau scharfstellen, wieder hinsetzen, Licht nachregeln, vorsichtig auslösen, Licht dämpfen, wieder aufstehen, Verschluß spannen, auf das nächste Motiv warten. Ist heutzutage etwas bequemer...


Habt Ihr auch solche alten Klamotten auf Lager? Nur immer her damit, ich bin neugierig!


Viele Grüße von Marcus


Monsti

#1
Hallo Marcus,

klar hätte ich so etwas auch. Was soll ich dazu sagen? Lieber nicht. Im Vergleich zu meinen ersten Mikroskopie-Gehversuchen sind Deine Fotos richtig gut gelungen.

Damals (anno 2009/10) musste ich auch manche Schelte einstecken, weil meine Bilder zweifellos schlicht katastrophal waren. Unter den Beiträgen von damals sind sie möglicherweise noch zu finden.

Hier aber mal mein allererstes Foto von November 2009 (Du darfst gerne lachen):

fliege1.jpg

Mückenleiche mit Glockentier (unter dem rechten Auge), entstanden an einem Traveler aus dem Supermarkt, fotografiert durch das Okular.

Viele Grüße
Angie

Daniel Scheibenstock

Hallo Marcus,

Ich kann mir das als Digitalnative gar nicht vorstellen. Jeder Klick kostet Geld, ob eines von 36 gut war wusste man erst nach Tagen.... Meinen Respekt an alle die auf Film fotografiert haben💪

Ich kann mal eines meiner alten zeigen:IMG_6673.jpeg

Alt ist da relativ, bin ja fast noch neu dabei🤪

Lg Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Marcus_S

Hallo Angie,

danke für Dein Foto! Nee, ich lache nicht darüber, warum sollte ich? Durch das Okular eines Kaufhausmikroskops zu knipsen ist sicher kein Vergnügen, das Bild hätte ich garantiert nicht besser hingekriegt, ganz sicher nicht.


Hallo Daniel,

danke auch Dir für Dein Bild. Darf sich sagen: Deine aktuellen Bilder sind besser?

Aber mit "elektrischem Fotografieren" entgeht einem nicht nur der Kick: "Was ist auf den Fotos drauf?", wenn man am Bildertresen des Fotogeschäfts stand und ungeduldig die Tüte aufzuppelte - nein, schon das Geklapper und Gezappel des Spiegels und des Verschlusses der Spiegelreflex auf dem hohen Turmbau auf dem Mikroskop, der ist Dir entgangen.

Und ja, analog fotografieren kostete. Ich war froh, daß es zu der Zeit die "Urlaubsdiafilme" ziemlich günstig gab, so um die sechs D-Mark rum.


Viele Grüße von Marcus


reblaus

Hallo Marcus -

in der Tat hat uns die Digitalfotografie vieler wertvoller Erfahrungen beraubt!
 
    Zwecks Nebenerwerb fotografierte ich im letzten Jahrtausend eine Zeitlang Wild- und Zimmerpflänzchen. Mit Kleinbilddias (Kodachrome 25) durften damals allerdings höchstens Renommierfotografen des National Geographic Magazine ankommen - unsere Redakteure und Drucker akzeptierten nur 60 x 60 mm oder größer.
    Also galt es eine Mittelformatkamera (z.B. Pentax 6 x 7) mit Makrooptik, Lunasix, Blitz etc. durch Sümpfe, über Almen, steile Felswände etc. zu schleppen, nach etwa 10 Bildern den Rollfilm zu wechseln, diesen sapäter im verdunkelten Bad o.ä. in extra großen Entwicklerdosen in drei verschiedenen, genau temperierten Brühen zu inkubieren etc. etc. und schließlich den Verlagen einzusenden. Man konnte die Filme zwar zum Entwickeln versenden, aber das hätte einen eines Großteils der erhofften Einnahmen beraubt.
    Wenn man die Dias dann vom Drucker zurückbekam erkannte man sofort, warum nur Mittelformat akzeptiert wurde - Kleinbilddias wären beim Herstellen der Klischees wahrscheinlich in den Falten des verschmutzten Reinigungslappens zurückgeblieben und teilweise mit diesem entsorgt worden.

Tempi passati ....

Gutes Neues Jahr

Rolf



Peter T.

Ich bin ja auch noch aus der Zeit, als man als Naturfotograf vom Kodak Velvia 50 schwärmte. Eure Analog-Romantik kann ich aber nicht teilen.

Ich wüsste nicht, was damals besser gewesen sein sollte.

Klar, Erinnerungsfotos von Tante Emilie und Onkel Heinrich, das ist halt nicht wiederholbar. Oder historische Aufnahmen von Städten, um den Wandel zu zeigen. Schwarz-weiße Fotokunst, da bin ich dabei!

Aber gerade Mikroskopie-Bilder?

Genau, tempi passati! Gut so.
Liebe Grüße
Peter

reblaus

Hallo Peter -

Du bist halt ein ernster Mensch! Offensichtlich habe ich versäumt, die richtigen Smileys in meinem Beitrag zu setzen und kann das dort nicht mehr nachholen. Deshalb hier ein Nachtrag:

Zitate:

"in der Tat hat uns die Digitalfotografie vieler wertvoller Erfahrungen beraubt!  ;)

Kleinbilddias wären beim Herstellen der Klischees wahrscheinlich in den Falten des verschmutzten Reinigungslappens zurückgeblieben und teilweise mit diesem entsorgt worden. ;D

Viele Grüße

Rolf

 

Peter T.

Zitat von: reblaus in Dezember 28, 2025, 14:50:27 NACHMITTAGSHallo Peter -

Du bist halt ein ernster Mensch!
 

Hallo Rolf,

ups - dessen hat mich noch niemand verdächtigt ...
 ;)  ;D
Liebe Grüße
Peter

Marcus_S

Hallo Rolf,

danke für das schöne Bild und Deine Erinnerungen. Irgendwie kriege ich gerade nostalgische Anwandlungen, so langsam bin ich auch alt genug dafür...



Hallo Peter,

Zitat von: Peter T. in Dezember 28, 2025, 14:23:02 NACHMITTAGSEure Analog-Romantik kann ich aber nicht teilen.
das hat Rolf zwar schon geradegerückt, aber ich vermute, das hast Du leicht mißverstanden. Mindestens (das nächste Mißverständnis ist damit vorprogrammiert) für "Gebrauchsfotos" ist digital doch auch am Mikroskop unbestritten unersetzlich.

Und auch ich verweigerte mich damals der Modernisierung nicht (auch wenn das kein Dia ist, zeig' ich hier jetzt trotzdem):

Schinkenwürfel.jpg
Versuchsbild eines Fitzels eines fluorochromierten Schinkenwürfels, unbearbeitet. Aus dem Jahre 2002. Erzeugt durch Bildaufnahme mit einer ältlichen Farb-Videokamera, Bildeinzug mittels einer billigen TV-Karte (sowas kennt auch niemand mehr). Möglicherweise hab ich dazu ein paar Roh-Bilder mit der Astronomie-Software "Giotto" aufaddiert, das weiß ich nicht mehr. Aber das ist eine andere Geschichte... Das will ich auch nicht wiederhaben...

Zitat von: Peter T. in Dezember 28, 2025, 14:23:02 NACHMITTAGSIch bin ja auch noch aus der Zeit, als man als Naturfotograf vom Kodak Velvia 50 schwärmte.
Ich konnte/wollte mir damals für meine Versuche nur den Elite Chrome 200 (so hieß der, glaub ich) leisten.

Zitat von: Peter T. in Dezember 28, 2025, 14:23:02 NACHMITTAGSAber gerade Mikroskopie-Bilder?
Also, so eine professionell angefertigte 30 cm * 40 cm-Vergrößerung eines Elektronenmikroskopie-Planfilms auf Hochglanzpapier, auf dem man auch mit der 10fach-Lupe rumkriechen konnte und trotzdem noch kein störendes Korn sah, nur weitere Details, da könnte ich auch heute noch schwach werden. Das gibt es so in der Lichtmikroskopie natürlich nicht (das meintest Du auch ganz sicher nicht).


Viele Grüße von Marcus

Peter T.

Zitat von: Marcus_S in Dezember 28, 2025, 15:37:40 NACHMITTAGSich vermute, das hast Du leicht mißverstanden.


Das kann gut sein.

Ich fürchte, ich verstehe den ganzen Thread nicht ...  :o

Schöne Grüße

Peter
Liebe Grüße
Peter

Monsti

Hallo Leute,

diesen Faden finde ich keineswegs unverständlich oder gar überflüssig.

Nicht ohne Grund wurde früher sehr eifrig, z.T. meisterhaft gezeichnet. Dies lag selbstverständlich an den gegebenen, nämlich begrenzten technischen Möglichkeiten.

Screenshot 2025-12-29 224356.jpg
Quelle: https://www.kosmos.de/de/content/Microsites/Mikroskop-Fotografie%20mit%20dem%20Smartphone

Wer mit der Mikroskopie beginnt, verfügt außerdem meist noch nicht über eine leistungsfähige Ausrüstung. Also greift man auf das zurück, was man hat. Und das ist auch heute noch begrenzt. Als ich 2009 mit der Mikroskopie begann, hatte ich nicht nur ein äußerst einfaches Mikroskop, ich fotografierte auch noch mit einer digitalen Kleinbildkamera durch das Okular - immerhin schon mal digital!

Über meine heutige - nach wie vor eher bescheidenen - Ausrüstung bin ich glücklich. Anno 2009 konnte ich nur davon träumen, das Objekt meiner Begierde am Bildschirm verfolgen und zum passenden Moment per Mausklick fotografieren zu können.

Herzliche Grüße
Angie


Malte Vaupel

Moin.

Ja definitiv, die alte Technik hat schon was und die Technik bleibt die gleiche :). Ich denke so hat jeder angefangen.


Wenn ich überlege was ich alles kaufen möchte demnächst.


Mit freundlichen Grüßen

Malte Vaupel
Ein weißer Mann sagte einmal:
If you never Try you will never know