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Köhlern am Axioskop 50

Begonnen von Mikromanagement, Januar 03, 2026, 12:29:19 NACHMITTAGS

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Alfons Renz

Hallo Oliver,

Vielen Dank für die Bilder!

Da habe ich nun den schlimmen Verdacht, dass Du nicht die Leuchtfeldblende im Focus hast, sondern die Aperturblende des Kondensors.

Prüfe doch mal, was sich verändert, wenn Du die Aperturblende im Kondensor schliesst, und dann die Leuchtfeldblende unten. Wann und wie verändert sich der Leuchtfleck?

Beim 20x Objektiv sollte der Kondensor ganz oben und die obere Kondensorlinse eingeschwenkt im Strahlengang sein.

Viel Erfolg,

Alfons

Anbei die Anleitung zum Köhlern für Zeiss-Mikroskope. Hinsichtlich des Köhlerns macht es keinen Unterschied ob es eine 'endlich 160 mm' oder 'unendlich' Optik über dem Präparat ist.

Lupus

Hallo Oliver,

ZitatWäre das Fazit aber grob, Kondensor tauschen und es sollte gut sein.
Oder gäbe es mögliche versteckte Mänge, wie Jochen angedeutet hat, die eventuell schwerwiegender wären.
Noch könnte ich das Mik zurückgeben.
aus der Ferne ist das jetzt schwer zu beurteilen, jedenfalls stimmt irgend etwas nicht mit dem Beleuchtungsstrahlengang. Die gering vergrößernden Objektive sind nicht das Thema, aber bei einem 20er mit normal eingestelltem Kondensor (also eingeklappter Frontlinse, richtig an das Objektiv angepasster NA, Kondensor oben) muss sich die Leuchtfeldblende zumindest halbwegs scharf einstellen lassen. Bei nicht sehr hochwertigen Kondensoren (nicht aplanatisch) wird das Bild der Leuchtfeldblende aufgrund der normalen Bildfehler eines solchen Kondensors mit zunehmender Objektivvergrößerung immer unschärfer, aber trotzdem muss die Leuchtfeldblende als solche und der sich verändernde Durchmesser erkennbar sein.

Der Verkäufer des Mikroskops müsste sich zu dem Problem äußern können wenn er das Mikroskop verwendet hat. Es ist ja nicht so selten dass Mikroskope mit bekannten aber versteckten Mängeln verkauft werden, da wäre ich vorsichtig.

Hubert

Mikromanagement

#77
Hallo zusammen

Vielleicht noch etwas Hintergrundinformation zu meinem Mik.
Ich habe dieses von einem Händler erworben, der sich vor allem auf den Aufkauf von Laborgeräten spezialisiert hat, Mikroskope sind dabei nicht das Kerngeschäft.
Daher liegt die Vermutung nahe, dass das Mik nicht von einem Amateur stammt.

Aber es stand länger im Lager und es wurde von mehren Interessenten vor Ort besichtigt.
Diese habe es auch unbeobachtet ausprobieren dürfen.

Dabei sind anscheinend die beiden Ph Objektive 20x und 40x jeweils Plan-Neofluar angebracht worden.
Dafür wurden die beiden nicht-Ph Objektive 20x und 40x entfernt.
Das ist doch ein schlechter Tausch, oder?

Anscheinend wurde zusätzlich der DIC Kondensor 44 52 42 gegen den 44 52 36 ausgetauscht.
Das ist schon sinnvoller, weil nach meiner Einschätzung einige hundert Euro Differenz zwischen diesen liegen können.
Inbesondere wenn man sich nun die Problematik mit dem 44 52 36 beim Köhlern nun anschaut.
Dazu kommt, dass auch die Phasenringe von Kondensor und den beiden Objektiven nicht ganz deckungsgleich sind.

@Alfons: Danke für das Dokument, leider steht bei der Beschreibung nichts zur Einstellung der Aperturblende
Aber wenn ich das 10x Objektiv nehme mit eingeschwenkter Frontlinse und offener Apertublende (0.9) dann wandert die LFB aus dem Bild beim Absenken des Kondensors ohne vorher annähernd scharfzustellen. Aber das 10x ist auch nicht original, sondern von Bresser (das 10x Zeiss A-Plan kommt voraussichtlich nächste Woche).
Beim 5x Zeiss PL-Neofluar (ohne Ph) passiert das selbe mit eingeschwenkter Frontlinse.

Wenn ich das 20x Objektiv einstelle, mit eingeschwenkter Fronlinse und dann bei voll offener LFB die Aperturblende schliesse, wird das Bild dunkler und kontrastreicher, aber eine Blende ist nicht zu sehen.
Diese sieht man erst schemenhaft, wenn ich auch die LBF schliessen, aber eigentlich sieht man keinen scharfen Rand, sondern nur einen helleren Fleck, kleiner wird.

Viele Grüsse
Oliver

Lupus

Hallo Oliver,

wenn Du nicht mit Phasenkontrast arbeiten willst sind die beiden Phasenkontrastobjektive eine schlechte und vollkommen unnötige Wahl. Etwas anderes wäre es wenn der Schwerpunkt auf Phasenkontrast liegt. Damit die Phasenringe deckungsgleich sind muss der Kondensor mit den seitlichen Justierschrauben am der Kondensorhalterung so justiert werden dass sie deckungsgleich sind. Dazu verwendet man üblicherweise ein sog. Phasenteleskop oder Einstellfernrohr an Stelle des Okulars.

Zitat@Alfons: Danke für das Dokument, leider steht bei der Beschreibung nichts zur Einstellung der Aperturblende
Das muss es auch nicht, weil die Aperturblende immer individuell für das jeweilige Objektiv eingestellt werden muss, beim "Köhlern" geht es primär um die Einstellung der Leuchtfeldblende um Streulicht zu minimieren. Du musst zur Überprüfung der Einstellung der Aperturblende ohne Okular in den Tubus blicken und beobachten, wie beim Stellen der Aperturblende die helle kreisförmige Öffnung reduziert wird. Optimal ist die Stellung wenn die Aperturblende gerade den gleichen Durchmesser hat, also gerade noch nichts abgeblendet wird. Um den Kontrast zu erhöhen kann man die Aperturblende etwas verringern.

ZitatDa habe ich nun den schlimmen Verdacht, dass Du nicht die Leuchtfeldblende im Focus hast, sondern die Aperturblende des Kondensors.
Das ist optisch nicht möglich, da die Aperturblende kurz hinter der klappbaren Frontlinse liegt, praktisch in deren Brennebene und somit die Aperturblende ins Unendliche abbildet.

Hubert

Jürgen Boschert

Hallo Oliver,

das klingt für mich jetzt so, dass die Klapplinse wohl am Anschlag nicht zentrisch über der Kondensorachse steht. Schau mal, da muss irgendwo eine Stellschraube sein, die den Anschlag des Klappmechanismus definiert, da kann man das nachjustieren. Vorher solltest Du aber bei niedriger Vergrößerung mit ausgeklappter Frontlinse die Leuchtfeldblende im Gesichtsfeld zentrieren (nimm dazu ruhig das 10x von Bresser), dann auf höhere Vergrößerung (20x) umschalten und Frontlinse einklappen; dann mit der Stellschraube und ggf. nachschwenken der Klapplinse die Leuchtfeldblende im Bild zu zentrieren. Übrigens kannst Du beim Zentrieren der Leuchtfeldblende die Aperturblende erstmal voll geöffnet lassen, dann gibt's da keine Verwirrung.

Aus dem Auszug, den Christoph zu den Kondensoren eingestellt hat geht übrigens klar hervor, dass bei Objektiven ab 10x abwärts und ausgeklappter Frontlinse die Leuchtfeldblende nahe des unteren Anschlages des Kondensortriebs scharf abgebildet werden kann; also genau so, wie Du es geschildert hast.
Beste Grüße !

JB

Lupus

Hallo Jürgen,

Zitatdas klingt für mich jetzt so, dass die Klapplinse wohl am Anschlag nicht zentrisch über der Kondensorachse steht.
das kann ich mir nicht vorstellen, zumindest erklärt es den Effekt nicht dass es mit offener Leuchtfeldblende ein gutes und homogen ausgeleuchtetes Bild gibt (#20), nur beim Schließen der Blende ein Bild mit Interferenzartefakten (#70), und ansonsten "nur" das Problem besteht dass die Leuchtfeldblende nicht abgebildet wird.

Ich würde da jetzt nichts herumschrauben, höchstens die Klapplinse manuell etwas herausklappen um zu sehen welcher Effekt dadurch entsteht.

Was auch als Problem bisher nicht gelöst ist, dass sich die Klapplinse nur durch Absenken des Kondensors wegklappen lässt - das sollte auf keinen Fall so sein weil es die Arbeit erschwert. Da stößt die Linse wohl an den Objekttisch.

Hubert

Mikromanagement

Hallo Hubert

Hab es mir nochmal angesehen.
Der Arm der Linse stösst an den Objekttisch.

Was würde eigentlich ein zum Axioskop passender kosten?

Viele Grüsse
Oliver

Jürgen Boschert

Hallo Oliver, hallo Hubert,

das mit dem Anschlagen der Frontlinse in hoher Kondensorstellung war eigentlich schon gelöst: Der Tisch passt nicht an das Axioskop; Oliver hat da einen Universal-Dreh-Kreuztisch aus dem Standardprogramm; die kondensorseitigen Ausbohrungen sind da kleiner als beim Axioskop.

Da das unscharfe LFB-Bild beim Verfahren des Kondensors auswandert, stimmt irgendwo im Kondensor die Achsenzentrierung nicht; da Oliver dieses Phänomen offensichtlich bei weggeklappter Frontlinse nicht hat, muss es wohl dort irgendwo dran liegen. Möglich wäre evtl. m.E. auch noch, dass die Frontlinse nicht korrekt in der Fassung liegt oder der Klapphebel verbogen ist (Sturz); solange die Abweichung nicht extrem ist, wird man bei voll geöffneter LFB und Aperturblende trotzdem eine relativ homogene Ausleuchtung des Sehfeldes haben.

Das 3. Bild aus #70 kann ich weder im Beitrag selbst, noch nach Herunterladen über den Link sehen, das ist einfach nur vollkommen schwarz. Sind in den beiden anderen Bildern von #70 Interferenzstreifen?
Beste Grüße !

JB

reblaus

Hallo Oliver -

wir hatten ja schon mal wegen der Phasenblende 3 bzw. meinem Kondensorangebot im Mikromarkt korrespondiert. Nun weiß ich nicht, wo du zu Hause bist. Aber bevor du dich in weitere Unkosten stürzt und unpassende Anschaffungen machst, mache ich dir den Vorschlag:

Investiere in die Versandkosten und schicke mir den Kondensor, dass ich ihn an meinem Axioskop 50 ausprobieren und mit meinem funktionstüchtigen Kondensor 44 52 36 vergleichen kann. Dann kann wenigstens die Kondensorangelegenheit mal definitiv geklärt werden. Über den Tisch kann man ggf. anschließend diskutieren.

Viele Grüße

Rolf

Lupus

Hallo Jürgen,

ZitatSind in den beiden anderen Bildern von #70 Interferenzstreifen?
ich habe die beiden Bilder deckungsgleich übereinander gelegt, oben mit offener LB, unten max. geschlossen. Man sieht deutlich den Unterschied auch bei den Zellwänden, unten diverse Interferenzartefakte.

Zwiebel.jpg

Hubert

Peter Reil

Hallo Oliver,

du hast mit deinem Mikroskop einen "Bastelwastel" erstanden. Irgendwie passt da einiges nicht zusammen. Die Ursache dafür kann alles mögliche sein und wird sich nicht so einfach finden lassen.

Ausgemusterte, genauso wie noch in Gebrauch stehende Mikroskope, die ich gesehen habe (von Ärzten, Kliniken, Hobbymykologen,...) fördern manchmal unglaubliche Dinge ans Tageslicht. Da gibt es bunte Mischungen von endlich und unendlich Objektiven, falsche Tische, falsche und falsch eingestellte Kondensoren, unpassende Beleuchtung und vieles mehr. Bei den Leuten heißt es dann lapidar: "Das war schon immer so."
Klar gibt es immer irgendwie ein "Bild".  :o

Wenn du vorhast, aus deinen zusammengebastelten Teilen ein richtiges Mikroskop zu machen, dann wirst du damit noch viel Bastelei erleben. Falls(!) diese dann erfolgreich verlaufen sollte, hast du vielleicht sogar ein funktionsfähiges Mikroskop.

Solltest du weniger Lust auf langwierige Bastelei ohne sicheres Ende haben, dann kannst du darüber nachdenken, ob du in dieses "Mikroskop" noch ordentlich Zeit und bestimmt auch noch Geld investierst. Ob da eine Rückgabe nicht sinnvoller ist?

Tja, basteln oder mikroskopieren, das ist hier die Schlüsselfrage.  ;)

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

rhamvossen

Hallo,

Der Vorschlag von Rolf (reblaus) finde ich gut, damit wird wenigstens das Kondensor-Problem gelöst. Besser noch wäre, er geht mit sein Mikro zu Jemand aus diesem Forum der zufällig in der Nähe wohnt. Beste Grüsse,

Rolf

Mikromanagement

#87
Hallo

Ja, dass mit dem Kondensor ist sicher eine gute Idee.
Habe dies bezüglich gerade mehrere Angebote.
Vielen Dank nochmal für die nette Unterstützung.

Hier mal ein kleiner Beitrag zum Thema ein Bild sieht man immer.
Die folgenden Biler wurde alle bei voll geöffneter LFB und ausgebautem Kondensor aufgenommen.
Beim 60x habe ich leider den Tisch etwas verstellt.

Die "Probe" ist ein schwarzer Eddingstrich auf einem Objektträger mit aufgelegten Deckglas.

Bei allen Objektiven wird das Bild nur dunkel, wenn man die LFB schliesst.
Ein Rand ist nicht mal ansatzweise zu erkennen.

Viele Grüsse
Oliver

Mikromanagement

#88
Hallo zusammen

Mir ist nochmal etwas beim Blick in das THB aufgefallen.

Ich habe ja vermutlich das Stativ H DIC 45 14 08, 5fach Revolver, DIC Einsätze.

Für dieses wird der Kondensor 44 52 36 gar aufgeführt.  ???

Vermutlich, weil dieser keine DIC Linse hat, oder?
Wobei, dass haben die anderen aufgeführten Kondensoren ja auch nicht alle.

Viele Grüsse
Oliver

Mikromanagement

#89
Hallo zusammen

Ich warte noch auf die Lieferung eines zum Axioskop passenden Kondensor, aber ich habe zum vorläufigen Testen einen Kondensor von einem anderen Zeiss Mikroskop (Typ unbekannt) erhalten.
Leider ist dieser nur mit 0.6 angeschrieben, ohne weitere Typangaben.
Einen Test habe ich trotzdem mal gewagt.

Mit dem Fremdkondensor scheint zumindest theoretisch ein Köhlern möglich zu sein bzw. lässt die Hoffnung wieder grösser werden, dass dies mit einem passenden Kondensor möglich sein wird.

Nachfolgend der Blick durch das 20x Objektitv mit geschlossenen Leuchtfeldblende und dann 1x mit offener Aperturblende und 1x mit halbgeschlossener.
Der Kondensor ist dabei auf mittler Höhe, also weder am oben oder untern Anschlag.

Welche Aussagekraft das hat, kann ich noch nicht genau sagen.

Viele Grüsse
Oliver